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NDR beendet Zusammenarbeit mit Eva Herman - Kerner wirft sie aus dem Studio

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Jeder Vierte sieht "gute Seiten" im Dritten Reich



Hamburg (dpa) - Jeder vierte Bundesbürger ist der Meinung, dass das Dritte Reich auch seine guten Seiten hatte.




n einer am Mittwoch veröffentlichten Umfrage des Forsa-Instituts für das Magazin "stern" vertraten 25 Prozent der Befragten die Ansicht, dass unter der nationalsozialistischen Diktatur nicht alles schlecht gewesen sei. Als positive Beispiele wurden etwa der Bau der Autobahnen oder die Förderung der Familie genannt. 70 Prozent der Bundesbürger sind der Meinung, dass das Dritte Reich keinerlei gute Seiten hatten. 5 Prozent antworteten mit "weiß nicht".



Mit steigendem Alter nimmt auch die Zustimmung zu: Bei den über 60-Jährigen lag sie bei 37 Prozent. Bei den 45- bis 59-Jährigen gab es mit 15 Prozent die geringste Zustimmung. Unter den Jüngeren vertritt rund jeder Fünfte die Auffassung, die Hitler-Diktatur habe auch positive Aspekte gehabt. Besonders verbreitet ist diese Haltung nach der Umfrage bei Bürgern mit niedrigen Bildungsabschlüssen. 44 Prozent der Hauptschulabsolventen sahen auch Gutes in der Hitler-Diktatur, aber nur 12 Prozent der Abiturienten.



Während die Anhänger von Union und SPD zu 28 beziehungsweise 25 Prozent mit "ja" antworteten, lag der Wert bei den Wählern der Grünen (sieben Prozent) und Linken (sieben Prozent) weit niedriger. In der FDP-Anhängerschaft waren es 20 Prozent. Dies entspricht dem Durchschnittswert für alle ostdeutschen Befragten; im Westen waren es dagegen 26 Prozent.

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Für die repräsentative Studie wurden am 11. und 12. Oktober mehr als tausend Bundesbürger befragt. Die statistische Fehlertoleranz liegt bei 3 Prozentpunkten.



quelle: web.de
 
Wurde die Umfrage in der Bundes-Statistik-Hauptstadt Haßloch gemacht?
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Diese Umfrage zeigt doch, dass die meisten doch uninformiert sind und dass eine "Verklärung" dieser Zeit stattfand und stattfindet. Auch durch solche Äusserungen wie von Frau Herrman.

Experten die die Märchen über das nationalsozialistische Reich widerlegen, finden leider viel zu wenig Echo, daran sind auch so Weichspüler wie Beckmann und Kerner Schuld.



Menschen die anders leben wollten, also nicht nach nationalsozialistischer Ideologie, wurden definitiv verfolgt bzw. hatten Repressalien zu erwarten. Und schon aus diesem Grund kann ich nicht nachvollziehen, wie man eine solche Zeit gutheisen kann.



Ach übrigens, wer nutzte denn die Autobahnen. Doch nur diejenigen die sich ein Auto leisten konnten. Die KDF-Wagen - Sparer wurden doch beschissen! klick



Und die Familienunterstützung gab es doch nur als Wurfprämie. War der "Wurf" unwert (z.B. behindert) wurden diese Kinder getötet. klick
 
schöner beitrag von www.dradio.de zum allgemeinen umgang mit tagespolitischen ereignissen:



Historie und Hysterie



Die Verlagerung der Realität



Von Henryk M. Broder



Für die meisten tagespolitischen Auseinandersetzungen in der Bundesrepublik gilt eine einfache Faustregel: Je nichtiger der Anlass, umso heftiger die Aufregung. Der Vorschlag einer bayerischen Kommunalpolitikerin, Eheschließungen zeitlich zu limitieren, wurde so aufgenommen und diskutiert, als hätte die Landrätin das anthropologische Rätsel der Untreue gelöst. Die Idee der Familienministerin, Minderjährige als Lockkäufer für Tabak, Alkohol und Gewaltvideos einzusetzen, um Händler zu überführen, war ebenfalls keine Bewerbung für den Aachener Orden wider den tierischen Ernst, wurde aber mit viel Ernst von Experten hin und her gewogen.





Aber das sind alles harmlose Aufreger von kurzer Lebensdauer verglichen mit einer Affäre, die seit Wochen die Deutschen umtreibt: die Hamburger TV-Moderatorin Eva Herman, die in einer Pressekonferenz einige konfuse Sätze gesagt hat, in denen es um das Dritte Reich, die 68er und den Verfall der Werte ging.



Was Frau Herman sagen wollte und was sie tatsächlich gesagt hat, wurde anschließend von einer stetig wachsenden Zahl von Spezialisten untersucht - wie ein Stück "Gammelfleisch", dessen Herkunft ermittelt werden muss. Zum Full-scale-Skandal kam es aber erst, als Frau Herman vom Moderator einer Talkshow aus dem Studio gebeten wurde, nachdem er sie 50 Minuten erfolglos bedrängt hatte, sich von ihren Ansichten bzw. Irrtümern zu distanzieren. Statt Reue zu zeigen, redete sie sich immer weiter ins Abseits. Bis sie schließlich den Satz sagte, mit dem sie sich aus dem Raum katapultierte: Damals seien "auch Autobahnen gebaut worden, und wir fahren heute drauf."



Man kann davon ausgehen, dass auch die anderen Teilnehmer der Runde die Autobahn benutzen, wenn sie ins lange Wochenende fahren und nicht über Feldwege rollen, um ihre späte Verachtung gegenüber dem Nationalsozialismus ausdrücken. Und muss man in diesem Zusammenhang daran erinnern, dass auch im Dritten Reich "Ehestandsdarlehen" gewährt wurden, die durch die Geburt von vier Kindern getilgt werden konnten? Heute wird "Elterngeld" und "Kindergeld" bezahlt, ohne dass historische Parallelen gezogen werden. Allein das Wort "Autobahn" ist so belastet, dass es hysterische Reaktionen auslöst.



So weit, so gut. Was für ein glückliches Volk müssen die Deutschen sein, wenn sie sich über solche Petitessen wochenlang aufregen können. Wenn da bloß nicht der Verdacht wäre, dass bei dieser Herman-Schlacht nur Schattenboxen geübt wurde, eine Art Antifa-Karaoke für den alternativen Porschefahrer mit Feinstaubfilter.



Denn wann immer wirklich etwas passiert, das eine historische Assoziation rechtfertigen würde, läuft die Choreographie der Empörung genau andersrum. Werden dunkelhäutige Ausländer durch eine ostdeutsche Stadt gehetzt, dann sind nur Betrunkene am Werk und die Ausländer sowieso schuld, weil sie durch ihre Anwesenheit provoziert haben. Wird in einer westdeutschen Großstadt ein Jude mit einem Messer angegriffen, ist erst einmal ganz spontan von einer "spontanen Tat" die Rede, bevor der Gedanke zugelassen wird, dass es sich auch um eine "antisemitisch motivierte" Aktion handeln könnte.



Während in solchen Fällen die Ereignisse banalisiert und marginalisiert werden, bekam Frau Herman die ganze Härte des unheilbar gesunden Gewissens ihrer Kritiker zu spüren. Was wiederum damit zu tun hat, dass sie eine professionelle "Moderatorin" ist. Denn "Moderator" bzw. "Moderatorin", das sind nicht nur die Traumberufe aller Zwölfjährigen, die sich bei Casting-Shows bewerben, es sind auch gesellschaftliche Instanzen. Moderatoren moderieren nicht nur, sie werden auch zu allen tagesrelevanten Fragen befragt, von Krieg und Frieden bis zu Familie und Erziehung, so wie inzwischen Serienschauspieler, die Ärzte und Kriminalbeamte spielen, sich zu medizinischen und rechtlichen Problemen äußern.



So findet eine schleichende Verlagerung der Realität statt; aus dem Wirklichen in das Virtuelle. Dazu gehört auch, dass der Aufstieg zum Experten ebenso rasant sein kann wie der Absturz zum Sündenbock. Frau Herman hat beides hinter sich. Alle anderen aber, die mit beiden Beinen auf dem Boden der Wirklichkeit stehen, wissen: Seit dem Beginn des 1000-jährigen Reiches sind gerade 74 Jahre vergangen. 926 Jahre liegen noch vor uns. Und da müssen wir durch.





Henryk M. Broder wurde 1946 in Katowice/Polen geboren, 1958 kam er mit den Eltern in die Bundesrepublik, wo er Jura und Volkswirtschaft studierte. Er lebt heute in Berlin und Jerusalem. Broder machte sich als freier Schriftsteller und kritischer Journalist einen Namen. Er schrieb für renommierte Zeitungen und für das Fernsehen, derzeit arbeitet er als Reporter für den SPIEGEL. Zu seinen bekanntesten Büchern zählen "Der ewige Antisemit", "Erbarmen mit den Deutschen", "Volk und Wahn", und "Hurra, wir kapitulieren!"
 
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