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Öl-Lieferungen nach Deutschland gestoppt

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Quelle: T-On

Link: http://onwirtschaft.t-online.de/c/10/07/82/72/10078272.htmlhttp://onwirtschaft.t-online.de/c/10/07/82/72/10078272.html



Der Konflikt zwischen Moskau und Minsk über die Energiepreise eskaliert - mit schwerwiegenden Folgen für Westeuropa. Der russische Pipeline-Betreiber Transneft machte heute die Pipeline "Druschba" dicht. 20 Prozent der deutschen Öl-Importe sind davon betroffen.



Illegale Ölversorgung?

In einer ersten Stellungnahme warf Transneft Weißrussland vor, sich über die Pipeline "Druschba" (Freundschaft) illegal mit Öl zu versorgen. Dies sei der Grund dafür, dass die Lieferungen über die Röhre nach Polen und Deutschland in der vergangenen Nacht gestoppt worden seien, wurde Transneft-Chef Semjon Wainschtok von der russischen Nachrichtenagentur RIA Nowosti zitiert. Transneft suche derzeit nach alternativen Routen, um die Lieferungen nach Deutschland und Polen wieder aufzunehmen.



Druschba für Deutschland sehr relevant

Wann die Lieferungen wieder aufgenommen werden, ist derzeit noch nicht klar. Für die Energieversorgung in Deutschland ist die weißrussische "Druschba"-Pipeline von großer Bedeutung. Von den insgesamt 112 Millionen Tonnen Öl, die jährlich importiert werden, stammen rund 20 Prozent aus dieser Leitung. "Druschba ist für Deutschland sehr relevant", sagte eine Sprecherin des Mineralölwirtschaftsverbands zu Spiegel Online.



Keine Alternativen

Fast das gesamte aus Russland importierte Öl komme über diese Leitung. Alternativ dazu stamme "nur ein kleiner Teil" aus Tanker-Lieferungen. Andere Pipelines, durch die das fehlende Öl alternativ geführt werden könnte, gibt es der Verbandssprecherin zufolge nicht.



Bundeswirtschaftsministerium bestätigt Lieferstopp

Unterdessen bestätigte das polnische Wirtschaftsministerium die Lieferprobleme. Der Öltransport durch die Pipeline "Druschba" ("Freundschaft") von Russland nach Westeuropa sei seit heute Morgen unterbrochen. Auch das Bundeswirtschaftsministerium hat die Unterbrechung der "Druschba"-Leitung bestätigt.



Polnische und mitteldeutsche Raffinerien betroffen

Betroffen waren zunächst die Raffinerien der polnischen Firmen Orlen und Lotos sowie die deutschen PCK-Raffinerie in Schwedt und die Mitteldeutsche Erdöl-Raffinerie (Mider) in Spergau bei Leuna. Die vereinbarten Lieferungen seien ausgeblieben, sagte ein Sprecher des polnischen Betreibers Pern. Auch Polen sei von dem Lieferstopp betroffen. Tschechiens Handelsministerium teilte indes mit, seine Öllieferungen über die "Druschba"-Pipeline seien nicht unterbrochen.



Polen fordert Erklärung

Pern habe auch von der russischen Pipeline-Gesellschaft Transneft und von der weißrussischen Gomel Transneft Erklärungen für den Lieferausfall verlangt, erklärte der Sprecher, bisher aber keine Antwort erhalten. Für Polens stellvertretenden Wirtschaftsminister Piotr Naimski liegt die Ursache aber auf der Hand. Die Versorgungsprobleme hingen mit dem Streit zwischen Russland und Weißrussland über Öllieferungen zusammen, sagte er dem polnischen Nachrichtensender TVN24.



Streit zwischen Russland und Weißrussland


Weißrussland hatte bereits zu Jahresbeginn mit der Sperrung seiner Transit-Pipelines gen Westen gedroht. Hintergrund ist der zum Jahreswechsel offen ausgebrochene Disput über die Lieferbedingungen für Öl und Erdgas. Zunächst hatte der russische Gasprom-Konzern den Weißrussen massive Preiserhöhungen aufgezwungen und 50 Prozent der Anteile an dem Erdgaspipeline-Betreiber Beltransgas übernommen. Außerdem hatte die russische Regierung einen Zoll in Höhe von 180 Dollar für jede nach Weißrussland exportierte Tonne Rohöl eingeführt. Die Regierung in Minsk hatte daraufhin eine Transitgebühr von umgerechnet 34 Euro pro Tonne für den Transport russischen Öls nach Westeuropa angekündigt. Transneft weigert sich aber, diese Gebühr zu bezahlen.



BND: Energiesicherheit wird 2007 großes Thema

Die Unterbrechung der Pipeline belegt aus Sicht von Ernst Uhrlau, Präsident des Bundesnachrichtendienstes (BND), die große Bedeutung der Energiesicherheit für Deutschland und die Sicherheitsbehörden. Ein zentrales Thema in diesem Jahr sei es daher, zuverlässige Informationen über Konflikte in den betroffenen Staaten zu sammeln und zur Verfügung zu stellen, sagte Uhrlau. Für eine konkrete Bewertung des Falles durch die deutschen Geheimdienste sei es noch zu früh.



Ein Fünftel des deutschen Ölbedarfs

Die Pipeline ist eine der längsten der Welt. Durch die Leitung fließt unter anderem rund ein Fünftel des deutschen Ölbedarfs. Die Pipeline verläuft in zwei Strängen, der größere versorgt Deutschland und Polen.
 
Da sieht man mal wieder die Macht der Öl-Länder.



Es gibt schon soviel Alternativen zu Öl in Bezug auf Kraftstoff. Auch zum Heizen gibt es Alternativen. Das diese nicht endlich forciert werden kann ich nicht verstehen! Immer diese Abhänigkeit an andere Staaten die wir Steuerzahler wieder bezahlen müssen...
 
Jetzt muss ich mei Salad mit Budder amache....
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Ein weiteres Argument (neben der Endlichkeit der Ressourcen) für Ausbau und Investitionen in Erforschung und Entwicklung von alternativer Energiegewinnung!
 
Da sieht man mal wieder die Macht der Öl-Länder.


Es gibt schon soviel Alternativen zu Öl in Bezug auf Kraftstoff. Auch zum Heizen gibt es Alternativen. Das diese nicht endlich forciert werden kann ich nicht verstehen! Immer diese Abhänigkeit an andere Staaten die wir Steuerzahler wieder bezahlen müssen...


Genauso sieht es aus! Aber hauptsache solange warten bis keine andere Wahl mehr übrig bleibt:roll:
 
PIPELINE-BLOCKADE


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Im Ölstreit wird Putin zum Buhmann</span>



Als Gerhard Schröder noch Kanzler war, galt Wladimir Putin als Demokrat und Freund Deutschlands. Doch seine Nachfolgerin Angela Merkel geht mit dem russischen Präsidenten im Pipeline-Streit kritischer um. Das Vertrauensverhältnis zwischen dem Kreml-Chef und dem Westen ist zerstört.



Berlin - Merkel und EU-Kommissionspräsident Jose Manuel Barroso kritisierten in Berlin, dass Russland im Streit mit Weißrussland die "Druschba"-Pipeline ohne vorherige Konsultationen schloss. "Das zerstört immer wieder Vertrauen, und darauf kann sich keine wirklich vertrauensvolle Zusammenarbeit ungestört aufbauen", sagte Merkel. Den Regierungen in Moskau und Minsk werde deutlich gemacht, dass Konsultationen das Mindeste seien, was erwartet werde, wenn es zwischen Liefer- und Transitland Schwierigkeiten gebe. "Das muss Normalität werden", forderte Merkel, die in der übernächsten Woche zu Gesprächen mit Putin nach Moskau reist.



Merkel und Barroso sahen in dem Lieferstopp einen Beleg, dass die EU in der Energiepolitik enger zusammenarbeiten müsse. "Da muss es eine ganz klare Gemeinsamkeit geben", sagte Merkel.



Druck auf Russland übte auch Außenminister Frank-Walter Steinmeier aus. Der SPD-Politiker pochte auf die Erfüllung der Verträge über die Lieferung russischen Öls nach Deutschland. "Ich appelliere an Russland und Weißrussland, ihre Auseinandersetzung schnell beizulegen", sagte Steinmeier nach einem Telefonat dem stellvertretenden russischen Ministerpräsident Dimitri Medwedew. Die Lieferung russischen Öls nach Europa müsse wieder aufgenommen werden. "Wir fordern beide Seiten auf, bestehende Lieferverpflichtungen einzuhalten."



Putin sicherte dem Westen zwar zu, alles zur Sicherung der Öllieferungen nach Westeuropa zu tun. Weißrussland gegenüber zeigte er sich dennoch unnachgiebig. In Moskau wies er hochrangige Regierungsvertreter an, mit russischen Unternehmen angesichts der Lieferprobleme mögliche Drosselungen der Ölförderung zu diskutieren. Er unterstrich damit seine Entschlossenheit, die Regierung in Minsk zum Einlenken zu zwingen. Russland hatte die durch das Nachbarland führende Ölleitung "Druschba" geschlossen und damit auch die Versorgung mehrerer europäischer Länder, darunter Deutschland, beschnitten.



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Durch die Leitung fließt rund ein Fünftel des deutschen Ölbedarfs. Der russische Pipeline-Betreiber Transneft begründete dies damit, dass Weißrussland illegal Öl abgezapft habe. Die Regierung in Minsk bestreitet dies.



Am Abend stellte Russland dann Weißrussland Bedingungen für die Wiederaufnahme von Verhandlungen. Solange die Regierung in Minsk die neue Transitgebühr für den Transport russischen Öls nach Westen nicht zurücknehme, werde es keine Gespräche geben, bekräftigte der Minister für Wirtschaft und Handel, German Gref, nach einem Treffen mit dem stellvertretenden Ministerpräsidenten Weißrusslands, Andrej Kobjakow. Es gebe keinen Termin für neue Gespräche, doch bleibe die von Kobjakow geleitete Delegation in Moskau.



Industrieminister Viktor Christenko sagte, der staatlich kontrollierte Pipeline-Betreiber OAO Transneft habe Klage gegen seinen weißrussischen Geschäftspartner eingereicht. Russland könne mit der Blockade der "Druschba"-Pipeline nach Europa mittelfristig zurecht kommen. Doch da andere Pipelines ausgelastet seien, könne Russland nur versuchen, das Öl mit Zügen oder Binnenschiffen zu exportieren. Wenn das nicht ausreichen sollte, könne es nötig sein, die Förderung zu drosseln, erklärte Christenko.



Der Internationalen Energieagentur (IEA) zufolge besteht keine akute Gefahr, dass die Versorgung der Endnutzer in den an die "Druschba" angeschlossen Ländern zum Erliegen kommt. Die Raffinerien hätten ausreichend Öl für mehrere Tage auf Lager, teilte die Behörde am Dienstag mit. Sollte Russland die Leitung längerfristig schließen, könnten die Raffinerien außerdem auf andere Versorgungswege zurück greifen. Einige hätten schon damit begonnen, Alternativen zu organisieren. Auch die Behörde forderte jedoch eine schnelle und klare Lösung des Konflikts.



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Wenn sich an den gegenwärtigen Trends bei Stromverbrauch und Energiemix nichts ändere, werde die EU im Jahr 2030 insgesamt 65 Prozent ihres Energiebedarfs importieren müssen, heißt es in einem Entwurf der Kommission für ein Strategiepapier zur Energiepolitik. Demnach würde bis 2030 allein die Menge an Gas und Öl, die einzuführen wäre, um 40 Prozent steigen.



Merkel und Barroso sahen in dem Lieferstopp einen Beleg, dass die EU in der Energiepolitik enger zusammenarbeiten müsse. "Da muss es eine ganz klare Gemeinsamkeit geben", sagte Merkel.



Morgen will die EU-Kommission den Entwurf für eine gemeinsame Energiestrategie vorstellen. Sie zielt darauf ab, die Abhängigkeit von Energie-Importen zu verringern. Außenpolitisch sollen die Beziehungen zu Russland auf eine neue Basis gestellt werden, langfristig soll auch mehr Gas und Öl aus anderen Staaten bezogen werden. Intern sollen die EU-Staaten die Nutzung fossiler Brennstoffe durch ein Umsteuern auf alternative Energiequellen verringern und zugleich ihren Energieverbrauch senken.



als/Reuters/AP/dpa










Quelle: spiegel
 
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