Leasing-Modell lässt bei Pfaff den Knoten platzen
Objektgesellschaft baut neues Werk des Kaiserslauterer Nähmaschinenkonzerns - Ertragslage verbessert
Von unseren Redakteuren M. Wendel und H.-J. Redzimski KAISERSLAUTERN. Spätestens ab Januar 2008 will die Kaiserslauterer Pfaff Industrie Maschinen AG in einem neu errichteten Werk am Stadtrand Hightech-Maschinen, Nähautomaten und Schweißmaschinen fertigen. „Der Neubau ist das Fundament für die Sicherung des Standorts Kaiserslautern", betonte der Vorstandsvorsitzende Peter Schwenk gestern bei der Präsentation des Projekts (wir berichteten).
Mit dem Umzug in die neue Fabrik entledige sich Pfaff eines entscheidenden Wettbewerbsnachteils, sagte Schwenk: der veralteten, vor allem hohe Energiekosten verursachenden Fertigung auf dem 1906 bezogenen Werksgelände. Um im harten Wettbewerb gegen Konkurrenten wie Juki oder Brother bestehen zu können, sei der Neubau „eine unabdingbare Voraussetzung".
Die Konzeption sieht einen rechteckigen Baukörper mit 25.470 Quadratmeter Fläche vor. Unter seinem Dach sind Lager, Fertigung und Montage, Verwaltung, Entwicklungsabteilung und Ausstellungsraum untergebracht. Die Investitionskosten, einschließlich der Kosten für die maschinelle Ausstattung in Höhe von rund 6 Millionen Euro, sind mit rund 20 Millionen Euro kalkuliert.
Das neue Werk gründet auf einem Leasing-Modell. Pfaff ist für die nächsten 20 Jahre gleichsam Mieter, danach hat das Unternehmen die Möglichkeit, das Gebäude zu erwerben. Als Bauherr ist eine Objektgesellschaft geplant, an der sich die Süd-Leasing, eine Tochter der Landesbank Baden-Württemberg, die Rheinland-Pfälzische Gesellschaft für Immobilien und Projektmanagement (RIM) und möglicherweise auch die Pfaff AG beteiligen werden. Das Unternehmen könnte zudem im Rahmen der regionalen Strukturförderung einen Zuschuss des Landes (bis zu 10 Prozent der Investitionskosten) beantragen.
Das derzeitige Werksgelände ist Eigentum der Verwaltungs-Holding Black & Blue, hinter der die früheren Pfaff-Eigentümer Bianchi Maré und Efibanca stehen.
Andreas Aufschnaiter, Chef der neuen Pfaff-Eigentümerin GCI Management AG, zeigte sich gestern beeindruckt von der raschen und pragmatischen Unterstützung seitens des Landes und der Stadt: „Wir freuen uns auf die weitere Zusammenarbeit", sagte er an Ministerpräsident Kurt Beck und Wirtschaftsminister Hans-Artur Bauckhage gewandt. Oberbürgermeister Bernhard Deubig würdigte das „kreative Bodenbeschaffungsmodell", mit dem die Stadt Kaiserslautern das seit Jahren reservierte, baureife Grundstück im Erbbaurecht zur Verfügung stellt. Der Betriebsratsvorsitzende Gerd-Peter Richter erinnerte daran, dass „es Paffe" baut, sei auch dadurch möglich geworden, dass die Belegschaft in der Vergangenheit auf Einkommen verzichtet habe, um den Produktionsstandort zu retten.
Im Geschäftsjahr 2006 steuert Pfaff eine Umsatzsteigerung um 10 Prozent auf 74 Millionen Euro und ein positives Ergebnis vor Steuern, Zinsen und Abschreibungen an. „Bis jetzt liegen wir im Plan", gab sich Peter Schwenk zuversichtlich. Einen Auftragsschub erhofft er sich von der Branchenmesse IMB Mitte Mai in Köln. 2005 hat Pfaff laut Schwenk den operativen Verlust aus dem Jahr 2004 um 10 Millionen Euro verringert und damit beim Ergebnis knapp die Null-Linie erreicht. Politik
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Quelle:
Publikation: DIE RHEINPFALZ