60 Prozent sind für Rauchverbot
Für rauchfreie Lokale sind 80 Prozent Nichtraucher, über 70 Prozent Ex-Raucher und 25 Prozent aktive Raucher – so eine bundesweite Repräsentativbefragung.
Die Deutschen wollen lieber in qualmfreier Atmosphäre essen: Über eine Beeinträchtigung ihres Wohlbefindens durch Tabakrauch in Gaststätten klagen 84 Prozent der Nichtraucher und immerhin 35 Prozent der Raucher. Deshalb sind auch keine Umsatzeinbußen zu erwarten, wenn Deutschland den Beispielen anderer europäischer Länder wie Italien, Spanien, Irland, England, Schottland und den skandinavischen Ländern folgen und rauchfreie Gaststätten ermöglichen würde. 73 Prozent der Befragten gaben an, nach der Einführung von rauchfreien Gaststätten ihr Besuchsverhalten nicht zu ändern, elf Prozent wollten häufiger essen gehen und 16 Prozent würden weniger auswärts essen.
Unmut über Rauch nimmt zu
Die Untersuchung zu Rauchen in Gaststätten führte die Gesellschaft für Konsumforschung in Nürnberg im Auftrag des Deutschen Krebsforschungszentrums durch. Sie befragte über 2000 in Deutschland lebende Männer und Frauen ab einem Alter von 16 Jahren. Die gleichen Fragen wurden bereits ein Jahr zuvor, im Februar 2005, im Auftrag der Dieter Mennekes Umweltstiftung in Zusammenarbeit mit der Nichtraucher Initiative Deutschland e. V. gestellt.
Ein Vergleich der Ergebnisse beider Jahre macht deutlich, dass in allen gesellschaftlichen Gruppen (Nichtraucher, Exraucher und Raucher) die Befürwortung rauchfreier Gaststätten weiter ansteigt, zuletzt von 53 auf rund 60 Prozent. Die Zustimmung stieg insbesondere unter den Rauchern deutlich. Unabhängig vom eigenen Rauchverhalten ist die Zustimmung besonders hoch von Frauen (65 Prozent), Verheirateten (63 Prozent), über 60-Jährigen (70 Prozent) und Personen mit Abitur (63 Prozent). Eine breite Zustimmung besteht sowohl von Beamten und Selbstständigen (59 Prozent) als auch von Nichtberufstätigen/Erwerbslosen (66 Prozent).
Appell an die Politiker
Das Deutsche Krebsforschungszentrum sieht dieses positive Meinungsbild in der deutschen Bevölkerung als Ermutigung zum Handeln: „Wir verbinden mit dieser Publikation den Appell an die deutsche Politik, ein Bundesgesetz für eine rauchfreie Gastronomie in Deutschland Wirklichkeit werden zu lassen“, so Professor Otmar D. Wiestler, Vorstandsvorsitzender des Deutschen Krebsforschungszentrums. „Es kann nicht angehen, dass in einer Industrienation wie Deutschland die Bürgerinnen und Bürger im öffentlichen Raum den Giftstoffen und Krebs erzeugenden Substanzen des Tabakrauchs ausgesetzt bleiben. Der Staat muss die Betroffenen schützen.“
Beobachtungen aus anderen Ländern machen deutlich, dass nur eine rauchfreie Gastronomie eine schadstofffreie Gastronomie ist, wie Feinstaubmessungen vor und nach der Einführung eines Rauchverbotes in Irland deutlich machen.
Quelle:
www.focus.msn.de