Guten Morgen,
Ich kam gestern, in Kenntnis der Spielergebnisse und ebenfalls geschockt, spät abends aus dem Urlaub zurück. Wir alle, die wir den FCK lieben und im Herzen tragen, haben Angst um diesen Verein und um seine Zukunft. Niemandem wird die Zuneigung zu unserem Club abgesprochen.
Aber jetzt ist es 9:03 Uhr, ich lese hier 20 Seiten Trainerdiskussion und könnte über die teilweise landauf landab vorhandene Dreistigkeit, mit der hier mal wieder vom allseits bekannten Pfälzer Mob allenthalben geistiger Dünnschiss produziert wird, mit großen Brocken dick abkotzen. In einem anderen Thread hab ich vor Wochen bereits angesprochen, dass genau diese Eigenschaft der Fans in den letzten Jahren zu einem guten Teil mit dazu beigetragen hat, dass der Verein den Bach runtergeht. Mehrere Trainer wurden hier schon von den Fans entlassen, viele Spieler weggemobbt, die dann anderswo Leistung brachten. In den letzten Jahren hat kaum ein Trainer nach Beendigung seiner Arbeit bei uns noch ein gutes Wort für Kaiserslautern übrig gehabt. einschließlich Wolfgang Wolf, der hier angetreten war, um kontinuierlich zu arbeiten, um dann festzustellen, dass in dem Verein, für den er 9 Jahre lang die Fußballstiefel geschnürt hat, Worte und Zusagen rein gar nichts mehr gelten.
Das ganze Gelaber der meisten Fans von bedingungsloser Unterstützung für neue Trainer, von Neuanfang, von dem jedesmal die Rede ist, bevor der nächste fliegt, von Geduld, das sind alles potjemkinsche Dörfer. Alles Bullshit.
Kaum läuft es 7 Spiele nicht, soll der Kopf rollen, soll mal wieder die Guilloutine arbeiten. Das ist nur noch zum Schämen. Hier regiert seit Jahren der Mob, der Blut sehen will, man kommt sich vor wie im alten Rom im Amphitheater "Daumen runter Daumen runter Daumen runter". Man könnte glauben, die Tribünen werden zu zwei Dritteln von RTL2-Zuschauern bevölkert. Niemand von ihnen sieht die Fakten, niemand von ihnen erkennt die Lage des Vereins, niemand von ihnen sieht, wa die Stunde geschlagen hat, gerade WEIL hier die Gruppe der Brig-Brother-Gucker darüber mitentscheidet, Hauptsache es rollt ein Kopf. Das ist doch alles bald eine Karikatur von sich selbst. Aber heimgehen, die Simspons anmachen und über die angebliche Dummheit der Leute in Springfield lachen.
DER GROSSE TEIL HIER IST KEINEN DEUT BESSER.
Aber genau diese Meute fordert jetzt den Achten Trainer in den letzten 10 Jahren rauszuschmeissen. Mich würde mal interessieren, was man in der Kreisklasse macht, wenn es nimmer weiter runtergeht. Kommt ihr dann her und brennt das Vereinsheim ab und gründet irgendwo was neues?
Nehmen wir doch mal die Fakten:
- Die Lage: beschissen. 3 Punkte aus 7 Spielen.
- Die Mannschaft: Einzelspieler. teilweise überfordert mit der Situation, da im Schnitt sehr jung. Charakter: teilweise fragwürdig. Dafür kann der Trainer nichts.
- Das System: Vorhanden, einstudiert in der Vorbereitung. Diese fiel nicht optimal aus, da viele verletzt waren, war aber laut Aussage der Spieler so hart wie noch nie. (Dazu Zitat Mob: "Ahh, en harter Hund, der losstse fer ihr Geld schwitze, rischtisch so!")
- Die Planung: langfristig. Mob, versteht ihr, was das heisst, das Wort L A N G F R I S T I G ? Das bedeutet, dass man lange an was arbeitet. Also so richtig lange. So lange wie ein Auto alt wird z.B.
Da gibts ein paar Vereine, die verfolgen so ein Konzept. Freiburg z.B. unter Volker Finke. Das war so jemand, der durfte ganz lange arbeiten. Der durfte sogar absteigen...und wieder auf....und wieder ab. Das machte denen gar nichts aus. Komisch was? Funktionierte aber, denn der Plan dahinter stimmte. Die bauten dann so ein Jugendinternat, entwickelten den Verein Stück für Stück weiter.
Oder bei unseren verhassten Nachbarn aus KA oder MZ. Da arbeiten Trainer langfristig. Die dürfen aufsteigen, absteigen, Systeme einstudieren. Da sind wir teilweise dann ganz doll neidisch, weil die Mannschaft dann gut zusammenspielt und so.
Bei uns wurde auch mal sowas versucht, 2002/2003. Da gings dem Verein ganz ganz schlecht. Und da war Erik Gerets der Trainer. Der dürfte sogar bleiben, obwohl man in der Vorrunde nur 13 Punkte geholt hatte! Das war sehr wenig. Aber eigentlich hinkt dieser Vergleich ein bißchen, denn der Erik hatte euren Nerv getroffen, die richtigen Worte gefunden. Eigentlich durfte er nur deshalb bleiben. Aber abgesehen davon hats funktioniert, denn der Erik hat Zusammenhalt in die Mannschaft gebracht, die vorher tot war. Und dann haben sie den Abstieg verhindert.
(Kleiner Einschub am Rande: Denjenigen, die sich von meiner kindlichen Bubu-Sprache beleidigt fühlen, kann ich nur sagen: denkt in Zukunft nach, bevor ihr mit der Meute brüllt, dann redet man mit euch auch wieder wie mit Erwachsenen, und nicht wie mit RTL2-Zuschauern.)
- das Training: Hart und systematisch, kritisch bei Fehlern so wie es sein muss. Es wird von der Mannschaft einiges verlangt. Aber genau DAS sollte dem Mob hier doch gefallen (Zitat Mob: "Die selle endlich renne fer's Geld!")
- Die Umsetzung auf dem Platz: Nach anderthalb guten Spielen zu Saisonbeginn mittlerweile mehr oder weniger Fehlanzeige. Daran ist nicht der Trainer schuld. Mißerfolge haben der Mannschaft das Selbstvertrauen geraubt, da sie jung und in ihrer Struktur nicht gefestigt ist. Auch die Führungsspieler sind bisher nicht in der Lage, der Mannschaft ein Gesicht zu geben. Das Jürgen Macho verkauft wurde, kann man Schjönberg ankreiden, wenn man der Meinung ist, dass das ein Fehler war. Rekdal war daran nicht beteiligt, er wollte Macho behalten.
Freilich kann man sagen, der Trainer muss die Mannschaft formen, aber Teamgeist und Kameradschaft müssen sich als Prozeß aus der Mitte der Truppe heraus entwickeln. Der Trainer kann nur durch Impulse von außen den Anstoß dazu geben. Teamgeist befehlen kann man nicht.
Ein Ansatzpunkt wären Gespräche mit den Spielern, Einimpfen von Selbstvertrauen, Mannschaftsabende usw. Rekdal hat klar gesagt, dass er hier seinen Ansatzpunkt sieht, hat die Problematik also genau richtig erkannt. Jetzt muss man hoffen, dass dies fruchtet. Ob ein neuer Trainer das hinbekommen würde, nur weil er jemand anderes ist, steht in den Sternen.
- Finanzen: Wolf muss weiterbezahlt werden, der Etat steht Spitz auf Knopf. Wir haben weder Geld für eine Trainerentlassung, noch für eine Neuverpflichtung.
- Mögliche Verpflichtung eines neuen Trainers: Bullshit. "Und täglich grüßt das Murmeltier". Achja lieber Mob: Kennt ihr den Film? Kam doch sicher schonmal auf RTL2. Da gehts um einen Mann, der ist in einer Zeitschleife gefangen und erlebt jeden Tag das selbe, haargenau. Und kann nichts dagegen tun und weiß das auch noch jeden Tag beim Aufstehen! Furchtbar oder? Und das erleben wir hier seit 8 Jahren. Aber ihr habt das noch nicht bemerkt oder? Naja - vielleicht kennt ihr den Film ja gar nicht. Ist aus Amerika. Und Bill Murray, ein Amerikaner, spielt die Hauptrolle. Vielleicht guckt ihr ja den Film mal vor dem nächsten Heimspiel.
Zurück zum Ernst der Lage:
Wir brauchen hier Kontinuität. Und da wir einen wankelmütigen Vorstand haben, der sich vom Mob beeinflussen lässt, sollte der Mob sich bewußt sein, wozu er den Vorstand veranlassen kann. Rekdal muss in Ruhe arbeiten und sein Konzept entwickeln dürfen. Ein neuer Trainer raubt der Mannschaft das letzte bißchen Lebensgeist, das noch vorhanden ist. Die kennen sich doch noch nicht mal richtig untereinander. Und dann ein neuer Trainer. Am besten noch einer vom Kaliber Neururer oder Toppmöller. Ein Mob-Zufriedensteller, der sich nach einer Saison verbraucht hat, in den Keller rutscht und dann sagt "Ich habe diese Spieler nicht geholt". Genau diese Sorte Trainer hat sich vom Schleudersitz KL ferngehalten. Das sollte mal zu denken geben.
Die Lage ist beschissen, aber wir haben noch 27 Spiele. Und wir haben zwei nordische Sturköpfe, die sich hoffentlich nicht beeinflussen lassen, sondern ihr langfristiges Konzept weiterverfolgen.
Sollte der Trainer entlassen werden und die Mannschaft am Ende absteigen und der Verein somit in dieser Form aufhören zu existieren, dann wird es den Brüllern unter uns vielleicht erst klar, dass sie den Verein im Höllentempo mitbeerdigt haben. Aber dann ist es zu spät.
Fazit: Mit Rekdal und nicht anders.
Falls jemand noch Fragen hat: So isses.