Aus der Allgemeinen Zeitung Mainz vom 30.04.09
Von Jens Grützner
Am Mittwochnachmittag erklärte Roman Neustädter, 21-jähriger Zweitliga-Profi des FSV Mainz 05, Coach Jörn Andersen, warum er seinen im Sommer auslaufenden Vertrag am Bruchweg nicht verlängert. Diese Entscheidung des Mittelfeldspielers, der unter dem Norweger seine ersten zwölf Zweitliga-Einsätze bestritt, kommt überraschend. Schließlich hatte Neustädter zuletzt erklärt, dass er seine Zukunft in Mainz sieht.
Christian Heidel ist nicht gut zu sprechen auf Roman Neustädter. "Er hat den Bogen überspannt. Wir fühlen uns von ihm und seinem Berater an der Nase herum geführt", sagt der Manager des FSV Mainz 05. Ein Vorwurf, der am Youngster, der drei Spiele in der Startformation stand, abperlt. "Ich habe lange überlegen müssen, ob ich den Schritt in die große Fußballwelt nach 15 Jahren hier im Verein gehen soll. Ich habe dem Trainer viel zu verdanken, er hat mich in die Stammelf gehoben. Aber jetzt habe ich mich dafür entschieden, zu gehen."
Entscheidende Figur in dieser Geschichte ist Berater Thomas Böhm, zu dem Roman Neustädter erst vor kurzem gewechselt ist. Kollegen aus der U 20-Nationalmannschaft hatten ihm zu diesem Schritt geraten.
Der unbefriedigende Verlauf der Entwicklung aus Sicht von Christian Heidel: "Am 17. März hatte ich ein langes Gespräch mit Romans Berater. In diesem habe ich einen lukrativen Zweijahresvertrag angeboten. Und es war klar, dass wir am 31. März zu einem endgültigen Austausch zusammenfinden würden." Doch am 31. März rief Thomas Böhm nur bei Heidel an. "Er sagte, dass er noch nicht mit seinem Klienten habe reden können", so der 05-Manager und er sagt weiter: "Das war ein Witz."
Am 31. März erklärte Roman Neustädter im AZ-Gespräch, dass er ein gutes Vertragsangebot vorliegen habe und mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit am Bruchweg bleiben werde.
Christian Heidel: "Am 9. April stand dann im kicker zu lesen, dass es laut Romas Berater noch keine Tendenz gebe. Ein Witz." Am 14. April wollte Thomas Böhm laut Heidel dann einen Gesprächstermin "in zwei, drei Wochen". Der 05-Manager lehnte ab, weil er einen früheren Schlussstrich unter die Angelegenheit ziehen wollte. "Vergangenen Samstag rief der Berater dann bei mir an, weil er über wirtschaftliche Fragen reden wollte. Dabei hat er Zahlen aufgerufen, die Roman zu einem Spitzenverdiener gemacht hätten." Der Bruch war praktisch da.
Christian Heidel: "Ich bedauere die Geschichte, weil Roman aus den eigenen Reihen kommt. Aber ich kann nicht nachvollziehen, wie er sich, wie sich seine Familie verhält." Pikant an der Sache: Vater Peter Neustädter ist Trainer des Mainzer Regionalliga-Teams und hat seinen Vertrag gerade erst per Handschlag um eine weitere Saison verlängert.
"Vater und Mutter haben mir dazu geraten, in Mainz zu bleiben, weil ich hier am ehesten die Chance hätte zu spielen", sagt Roman Neustädter allerdings. "Und natürlich muss ich spielen, um mich weiterzuentwickeln. Aber jetzt will ich mich woanders durchsetzen." In spätestens zwei Wochen glaubt er dank seines Beraters das beste der vorliegenden Angebote unterzeichnet zu haben.
Dass Neustädter zu Eintracht Frankfurt wechseln könnte, wie gemutmaßt wurde, dementierten sowohl der Spieler als auch Eintracht-Manager Heribert Bruchhagen. Bruchhagen im AZ-Gespräch: "Roman ist sicherlich ein guter Junge, aber er muss erst einmal zeigen, dass er Stammspieler in der Zweiten Liga sein kann. Noch kann er nichts vorweisen, trotzdem wird er von seinem Berater überall schön angeboten."
Zum obigen Bericht der Kommentar eines Leser:
30.04.2009 von wilhelm
roman
die nachricht macht mich so richtig schadenfroh.in dem maße wo roman von seinem vater gefördert wurde und im gegenzug die anderen talentierten spieler auf der strecke blieben .roman wurde in jedem spiel in der 2ten manschaft über 90 min.eingesetzt,egal ob er gut oder schlecht spielte.die anderen gleichaltrigen wurden nach jedem kleinen fehler zur sau gemacht,oder spielten eine zeit keine rolle mehr im team.die anderen hätten sich nich weiterentwickelt heißt es immer von diesen vielen blinden menschen im verein.mainz05 ist der totengräber verein für nachwuchs.noch einen tipp von mir schicht romans vater gleich mit weg.denn nur so haben die jungen spieler in der 2ten eine reelle chance weiterzukommen.