Teufelsanbeterin
Active Member
Sportfans lassen die Kassen klingeln
Trikots sind Dauerbrenner - Wünsche der Anhänger werden erfüllt - Ein Blick zum Mitbewerber gehört dazu
Von unserem Mitarbeiter
Christian Treptow
MANNHEIM/KAISERSLAUTERN/KARLSRUHE. Der Verkauf von Fanartikeln ist längst ein fester Bestandteil der Sportlandschaft in Deutschland. Doch ohne den entsprechenden Erfolg auf dem Feld lässt sich auch das schönste Trikot nicht verkaufen. Vom sportlichen Höhenflug profitierten jüngst die Adler Mannheim und der Karlsruher SC.
65,50 Euro für ein Trikot des neuen KSC-Spielers? 80 Euro für das neue Trikot des neuen FCK-Lieblings? Oder 79 Euro für das des neuen Kanadiers der Adler Mannheim? Dazu den neuesten Schal und die aktuelle Kappe. Jedes Jahr aufs Neue, denn nichts ist so alt, wie das Trikot der letzten Saison.
Nach Angaben von Markus Schüle, Leiter im Bereich Marketing beim Fußball-Bundesligisten Karlsruher SC, hat der Verein 2006 mit Fanartikeln 380.000 Euro umgesetzt. Ziel für das laufende Jahr: „1 Million Euro." „Durch den Aufstieg in die erste Bundesliga schießt der Umsatz nach oben, das ist nicht verwunderlich. Nach neun Jahren ohne Bundesliga ist die Euphorie wieder da", begründet Schüle die optimistische Erwartungshaltung. Die textilen Erinnerungen an das Frühjahr 2007 sind bei der Fangemeinde der Badener heiß begehrt.
Etwa 250 Fanartikel hat der KSC in seinem Programm. Neben den bereits genannten Standardprodukten auch noch Anstecker, Gläser und Aufnäher - für fast jeden Geschmack ist etwas dabei. Auch, wenn die Produktpalette noch nicht ausgereizt ist. „Wir können kein Vollsortimentler sein wie zum Beispiel Bayern München oder Borussia Dortmund. Dafür haben wir nicht die entsprechende Masse an Fans", erläutert Schüle. Allerdings sei man nach dem Abstieg von Mainz 05 der einzige Erstligist in der Region. Von dem zu erwartenden Fantourismus verspricht sich Schüle weiteren Absatz von Fanartikeln.
Neu im Programm hat der KSC unter anderem Kleidungsstücke für Frauen. „Da hat die Weltmeisterschaft im vergangenen Jahr nachhaltig geprägt", verrät Schüle. Damit einher geht das Angebot einer Fahne für die Seitenfenster des Autos. „Die hat sich sensationell gut verkauft", schwärmt Schüle. Die Fanfreundschaft zu Hertha BSC Berlin soll mit einem Fanschal dokumentiert werden. Mit der Produktlinie des Maskottchens „Willi Wildpark" bietet der KSC den Fans zusätzlich „einen völlig neuen Produktbereich". Zielgruppe: Kindergarten- und junge Schulkinder. „Beständig KSC-Fußball in der ersten Bundesliga" vorausgesetzt, kann sich Schüle vorstellen, dass der KSC bis zu 2,5 Millionen Euro mit Fanartikeln umsetzten kann.
Auf „1,2 bis 1,6 Millionen Euro" beziffert Jens Bräunig, Leiter Marketing und Merchandising beim Fußball-Zweitligisten 1. FC Kaiserslautern den Umsatz im Bereich Fanartikel. „Wobei die vergangene Zweitliga-Saison besser war als die letzte Saison in der ersten Liga", räumt Bräunig ein. „Vom Baby bis zum Erwachsenen" finde jeder etwas im FCK-Fanshop. Aktuell mögen die Pfälzer in Liga zwei kicken, mit dem Pfund „Tradition" kann der Verein aber noch immer wuchern. So erscheint demnächst ein Blechschild mit dem Bild der Meistermannschaft von 1951.
Ähnlich wie der KSC profitiert auch der Deutsche Eishockeymeister Adler Mannheim vom sportlichen Erfolg 2007. Mit Pokalsieg und Meisterschaft hat die Mannschaft beide nationalen Titel abgeräumt. „Im Vergleich zur vorherigen Saison, als die Play-offs verpasst wurden, hat sich der Umsatz fast verdoppelt", freut sich Yasemin Ertopcu, Leiterin Merchandising der SAP-Arena. Der Umsatz liege im einstelligen Millionen-Bereich.
Unumstrittener Dauerbrenner bei den Fans, das haben die drei Vereine gemein, ist das Trikot. So berichtet Markus Schüle (KSC), dass während den Spielen der Badener im Internetshop die Trikots des Spielers am gefragtesten sind, der gerade das Tor erzielt hat. Nicht verwunderlich: Das Trikot von Kapitän René Corbet geht im Adler-Fanshop am häufigsten über die Ladentheke. Kuriosum beim FCK: Trikothersteller „Kappa", bekannt für seine figurbetonten Produkte, liefert für die Fans Produkte mit „normalem" Schnitt.
Bei allen drei Vereinen sind die Fans bei der Gestaltung von neuen Artikeln mit von der Partie. So gab es bei einem Stadionfest des FCK schon einen Wettbewerb zur Trikotgestaltung. Schal in Seidenoptik, Handyband, Bauchtasche - auch bei den Adler Mannheim nimmt man Anregungen der Fans auf. Und der KSC begibt sich direkt an den Puls von Geschmack und Bedarf, ist in der Fankurve vertreten und bekommt so hautnah mit, was dem Anhänger zum Glück noch fehlt.
Dabei ist aber auch der Blick über die eigene Produktlinie hinaus unumgänglich. Regelmäßig steuert Yasemin Ertopcu auch die Online-Shops der anderen DEL-Teams und diverser Fußballvereine an. Man weiß ja nie ... Dazu bringe Adler-Manager Marcus Kuhl meist Ideen für Fanartikel von seinen Reisen nach Kanada und in die USA mit. „Wir schauen uns schon auch bei den anderen Vereinen um", erzählt Jens Bräunig vom FCK. „Wir haben jeden Fankatalog der Ersten und Zweiten Bundesliga vorliegen."
Die Bedeutung des Merchandising in Bezug auf den Gesamtumsatz ist bei den Fußballvereinen relativ gering. „Es ist nicht unbedingt ein großer Beitrag. Wir möchten ihn aber auch nicht missen", skizziert Jens Bräunig. Beim Merchandising komme es vor allem auf die Außendarstellung an. Schließlich tragen die Fans die jeweiligen Vereinsfarben in der ganzen Republik, mit etwas Glück auch international, zur Schau. Größer ist die finanzielle Bedeutung bei den Eishockey-Adlern, diese streichen allerdings auch wesentlich weniger Gelder aus Fernsehrechten ein.
HEBELT
Quelle:
Verlag: DIE RHEINPFALZ
Trikots sind Dauerbrenner - Wünsche der Anhänger werden erfüllt - Ein Blick zum Mitbewerber gehört dazu
Von unserem Mitarbeiter
Christian Treptow
MANNHEIM/KAISERSLAUTERN/KARLSRUHE. Der Verkauf von Fanartikeln ist längst ein fester Bestandteil der Sportlandschaft in Deutschland. Doch ohne den entsprechenden Erfolg auf dem Feld lässt sich auch das schönste Trikot nicht verkaufen. Vom sportlichen Höhenflug profitierten jüngst die Adler Mannheim und der Karlsruher SC.
65,50 Euro für ein Trikot des neuen KSC-Spielers? 80 Euro für das neue Trikot des neuen FCK-Lieblings? Oder 79 Euro für das des neuen Kanadiers der Adler Mannheim? Dazu den neuesten Schal und die aktuelle Kappe. Jedes Jahr aufs Neue, denn nichts ist so alt, wie das Trikot der letzten Saison.
Nach Angaben von Markus Schüle, Leiter im Bereich Marketing beim Fußball-Bundesligisten Karlsruher SC, hat der Verein 2006 mit Fanartikeln 380.000 Euro umgesetzt. Ziel für das laufende Jahr: „1 Million Euro." „Durch den Aufstieg in die erste Bundesliga schießt der Umsatz nach oben, das ist nicht verwunderlich. Nach neun Jahren ohne Bundesliga ist die Euphorie wieder da", begründet Schüle die optimistische Erwartungshaltung. Die textilen Erinnerungen an das Frühjahr 2007 sind bei der Fangemeinde der Badener heiß begehrt.
Etwa 250 Fanartikel hat der KSC in seinem Programm. Neben den bereits genannten Standardprodukten auch noch Anstecker, Gläser und Aufnäher - für fast jeden Geschmack ist etwas dabei. Auch, wenn die Produktpalette noch nicht ausgereizt ist. „Wir können kein Vollsortimentler sein wie zum Beispiel Bayern München oder Borussia Dortmund. Dafür haben wir nicht die entsprechende Masse an Fans", erläutert Schüle. Allerdings sei man nach dem Abstieg von Mainz 05 der einzige Erstligist in der Region. Von dem zu erwartenden Fantourismus verspricht sich Schüle weiteren Absatz von Fanartikeln.
Neu im Programm hat der KSC unter anderem Kleidungsstücke für Frauen. „Da hat die Weltmeisterschaft im vergangenen Jahr nachhaltig geprägt", verrät Schüle. Damit einher geht das Angebot einer Fahne für die Seitenfenster des Autos. „Die hat sich sensationell gut verkauft", schwärmt Schüle. Die Fanfreundschaft zu Hertha BSC Berlin soll mit einem Fanschal dokumentiert werden. Mit der Produktlinie des Maskottchens „Willi Wildpark" bietet der KSC den Fans zusätzlich „einen völlig neuen Produktbereich". Zielgruppe: Kindergarten- und junge Schulkinder. „Beständig KSC-Fußball in der ersten Bundesliga" vorausgesetzt, kann sich Schüle vorstellen, dass der KSC bis zu 2,5 Millionen Euro mit Fanartikeln umsetzten kann.
Auf „1,2 bis 1,6 Millionen Euro" beziffert Jens Bräunig, Leiter Marketing und Merchandising beim Fußball-Zweitligisten 1. FC Kaiserslautern den Umsatz im Bereich Fanartikel. „Wobei die vergangene Zweitliga-Saison besser war als die letzte Saison in der ersten Liga", räumt Bräunig ein. „Vom Baby bis zum Erwachsenen" finde jeder etwas im FCK-Fanshop. Aktuell mögen die Pfälzer in Liga zwei kicken, mit dem Pfund „Tradition" kann der Verein aber noch immer wuchern. So erscheint demnächst ein Blechschild mit dem Bild der Meistermannschaft von 1951.
Ähnlich wie der KSC profitiert auch der Deutsche Eishockeymeister Adler Mannheim vom sportlichen Erfolg 2007. Mit Pokalsieg und Meisterschaft hat die Mannschaft beide nationalen Titel abgeräumt. „Im Vergleich zur vorherigen Saison, als die Play-offs verpasst wurden, hat sich der Umsatz fast verdoppelt", freut sich Yasemin Ertopcu, Leiterin Merchandising der SAP-Arena. Der Umsatz liege im einstelligen Millionen-Bereich.
Unumstrittener Dauerbrenner bei den Fans, das haben die drei Vereine gemein, ist das Trikot. So berichtet Markus Schüle (KSC), dass während den Spielen der Badener im Internetshop die Trikots des Spielers am gefragtesten sind, der gerade das Tor erzielt hat. Nicht verwunderlich: Das Trikot von Kapitän René Corbet geht im Adler-Fanshop am häufigsten über die Ladentheke. Kuriosum beim FCK: Trikothersteller „Kappa", bekannt für seine figurbetonten Produkte, liefert für die Fans Produkte mit „normalem" Schnitt.
Bei allen drei Vereinen sind die Fans bei der Gestaltung von neuen Artikeln mit von der Partie. So gab es bei einem Stadionfest des FCK schon einen Wettbewerb zur Trikotgestaltung. Schal in Seidenoptik, Handyband, Bauchtasche - auch bei den Adler Mannheim nimmt man Anregungen der Fans auf. Und der KSC begibt sich direkt an den Puls von Geschmack und Bedarf, ist in der Fankurve vertreten und bekommt so hautnah mit, was dem Anhänger zum Glück noch fehlt.
Dabei ist aber auch der Blick über die eigene Produktlinie hinaus unumgänglich. Regelmäßig steuert Yasemin Ertopcu auch die Online-Shops der anderen DEL-Teams und diverser Fußballvereine an. Man weiß ja nie ... Dazu bringe Adler-Manager Marcus Kuhl meist Ideen für Fanartikel von seinen Reisen nach Kanada und in die USA mit. „Wir schauen uns schon auch bei den anderen Vereinen um", erzählt Jens Bräunig vom FCK. „Wir haben jeden Fankatalog der Ersten und Zweiten Bundesliga vorliegen."
Die Bedeutung des Merchandising in Bezug auf den Gesamtumsatz ist bei den Fußballvereinen relativ gering. „Es ist nicht unbedingt ein großer Beitrag. Wir möchten ihn aber auch nicht missen", skizziert Jens Bräunig. Beim Merchandising komme es vor allem auf die Außendarstellung an. Schließlich tragen die Fans die jeweiligen Vereinsfarben in der ganzen Republik, mit etwas Glück auch international, zur Schau. Größer ist die finanzielle Bedeutung bei den Eishockey-Adlern, diese streichen allerdings auch wesentlich weniger Gelder aus Fernsehrechten ein.
HEBELT
Quelle:
Verlag: DIE RHEINPFALZ