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Schiri Prozess beginnt

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Verzockt!

Am morgigen Dienstag beginnt in Berlin der Prozess gegen ROBERT HOYZER ( 26) und fünf weitere Angeklagte im Schiedsrichter- Betrugsskandal. Es berichtet Michael Ebert.

Sechs Männer sind angeklagt





Der „ Saal 500“ des Kriminalgerichts Moabit ist der zweitgrößte im Berliner Landgericht. Trotzdem wird er nicht allen Platz bieten, die ab Dienstag, 18. Oktober, das Hauptverfahren um den Wett- und Manipulationsskandal um den ehemaligen Schiedsrichter Robert Hoyzer verfolgen wollen. 60 Zuschauer- und 40 Medienplätze sind vorgesehen. Um den Andrang zu steuern, hat die Pressestelle des Gerichts sogar ein Akkreditierungsverfahren eingerichtet, das für TV- Anstalten eine so genannte Pool- Lösung vorsieht. Das DSF hat den Zuschlag bekommen, die Bilder für die Privatsender zu drehen, die ARD ist für die öffentlich- rechtlichen Anstalten federführend. Im Fokus steht der Prozess gegen die beiden ehemaligen Schiedsrichter Hoyzer ( 26) und Dominik Marks ( 30), den Fußballspieler Steffen Karl ( 35) sowie die Brüder Ante ( 29), Milan ( 40) und Filip Sapina ( 37), die alle wegen „ gewerbs- und bandenmäßigen Betrugs“ angeklagt sind. Zunächst bis Jahresende hat die 12. Große Strafkammer dienstags und donnerstags Termine anberaumt. Auf 289 Seiten und unterstützt durch 170 Zeugenaussagen glaubt die Staatsanwaltschaft beweisen zu können, dass die Brüder Sapina mit Hilfe von Schiedsrichtern und Spielern 42- mal versucht haben, Fußballspiele, auf die sie zuvor hohe Wetten abgeschlossen hatten, zu manipulieren. Der Gesamtschaden soll sich auf rund zwei Millionen Euro belaufen. Bei Verurteilung droht den Angeklagten nach Paragraf 263 des Strafgesetzbuches ( Betrug) eine Freiheitsstrafe von sechs Monaten bis zehn Jahren. Beim DFB wird die Aufarbeitung des Wett- und Manipulationsskandals durch ein ordentliches Gericht mit Spannung verfolgt, weshalb der Verband Beobachter aus der Rechts- und Schiedsrichterabteilung nach Berlin schicken wird. Der DFB hat Hoyzer bereits auf Lebenszeit ausgeschlossen, während sich Marks durch Vereinsaustritt dem DFB- Zugriff entzog. Das Urteil für Karl steht noch aus. Die 16 Einspruchsverfahren gegen die Spielwertungen sind seit Monaten abgewickelt, wobei es nur zweimal ein Wiederholungsspiel gab: LR Ahlen gegen Wacker Burghausen ( Zweite Liga) und Hertha BSC Amateure gegen Arminia Bielefeld Amateure ( Regionalliga Nord). In den 14 weiteren hauptsächlich von Hoyzer oder Marks geleiteten Spielen hat das DFB- Sportgericht keine konkrete Manipulation des Ergebnisses feststellen können. Die Ausnahme bildete die Partie aus dem DFB- Pokal, wo in der 1. Runde der SC Paderborn gegen den Hamburger SV 4: 2 gewonnen hatte. Hier einigte sich der Verband mit dem HSV auf einen Vergleich.
 
Quelle war n-tv, jetzt auch www.Kicker.de



Das machen Hoyzer, Marks und Karl heute

Der Wettskandal hat Robert Hoyzer (26) aus der Bahn geworfen. Nach dem Ende der Untersuchungshaft im Februar hat der ehemalige Schiedsrichter das Zweit-Studium (Fachrichtung Sportmanagement) an der Uni Salzgitter abgebrochen, sich arbeitslos gemeldet.

Er wollte sich neu orientieren, was bis heute nicht gelungen ist. Die sportlichen Ambitionen hat der Modellathlet ziemlich zurückfahren müssen. Vom DFB und seinen Vereinen ist er auf Lebenszeit ausgeschlossen und selbst in der Kirchenliga Lichtenrade Nord, wo er acht Jahre als Libero oder Stürmer spielte, war er zunächst für zwei Jahre gesperrt worden, bevor die Strafe auf neun Monate reduziert wurde. Falls es der Prozess zulässt, plant Hoyzer ein Comeback im Dezember.



Ex-Schiri-Kollege Dominik Marks (30) arbeitet nach dem Ende des BWL-Studiums in Berlin in der dortigen Dependance der renommierten Wirtschaftsprüfungsgesellschaft "Ernst & Young AG". Vater Dieter Marks, der in Groß Schwarzlosen (eine Gemeinde etwa 20 Kilometer von Stendal entfernt) wohnt, ist nach wie vor Vorsitzender des Schiedsrichter-Ausschusses im Kreisfachverband Altmark Ost.



Ex-Profi Steffen Karl (35, früher unter anderem Dortmund, Hertha) ist seit dem Bekanntwerden des Skandals arbeitslos. Der Regionalligist Chemnitzer FC, wo er bis zum 30. Juni 2005 unter Vertrag gestanden hätte, sprach seinem Kapitän und Co-Trainer am 16. März die fristlose Kündigung aus, nachdem Karl den Manipulationsversuch gestanden hatte. Seit Saisonbeginn spielt Karl Libero beim Landesligisten Fortuna Chemnitz.
 
Wettsucht brachte Millionen

Zwayer darf wieder pfeifen



Parallel zum Auftakt des Prozesses im Wettskandal des deutschen Fußballs hat die Staatsanwaltschaft Berlin ihre Ermittlungen gegen den Berliner Schiedsrichter Felix Zwayer beendet. "Das Verfahren wurde wegen geringer Schuld entsprechend Paragraf 153/1 der Strafprozessordnung eingestellt", bestätigte Michael Grunwald, der Sprecher der Staatsanwaltschaft, am Mittwoch entsprechende Berichte Berliner Zeitungen.



Zwayer hatte mit seinem gegenüber dem DFB geäußerten Verdacht im Januar dieses Jahres den Skandal um manipulierte Spiele ausgelöst. Im Gegenzug war er von seinem ehemaligen Schiedsrichter-Kollegen Robert Hoyzer beschuldigt worden, als Assistent das Regionalligaspiel Wuppertaler SV -Werder Bremen (A) für 300 Euro mitmanipuliert zu haben. Daraufhin hatte die Staatsanwaltschaft die Ermittlungen eingeleitet. "Der Mut, kriminelle Machenschaften aufzudecken, ist letztlich doch noch belohnt worden", erklärte Zwayers Anwalt Uwe Freyschmidt dem "Tagesspiegel".



Der 24-jährige Zwayer gilt als wichtiger Zeuge im Prozess, da ihm Hoyzer weitere Manipulationsversuche gestanden hatte, um Zwayer für kriminelle Machenschaften zu gewinnen. "Ich möchte jetzt so schnell wie möglich wieder auf den Platz und Spiele pfeifen", äußerte Zwayer nach der Einstellung des Verfahrens. Der DFB hat Zwayer inzwischen wieder auf seine Schiedsrichterliste gesetzt, so dass der Wunsch des Berliners schon demnächst in Erfüllung gehen könnte. "Es war schon enttäuschend, dass der Verband meinen Mandanten trotz anfänglicher Zusagen nicht konsequent unterstützt hat", kritisierte indes Freyschmidt.



Ante Sapina gewann Millionen



Als einer von 170 in der Anklageschrift aufgelisteten Zeugen wird Zwayer nun mit seinen Aussagen auch "Navigator" Ante Sapina belasten, der zum Prozess-Auftakt in seinen zweieinhalbstündigen Ausführungen seine Verfehlungen eingeräumt hatte. Zwar wird der Drahtzieher erst am Donnerstag auf Details der Spiel-Manipulationen eingehen, insgesamt werden dem Kroaten 42 Straftaten vorgeworfen. Auffällig gekleidet mit gelbem Hemd und roter Strickjacke gab der 29-jährige "Zocker" zunächst zu Protokoll, wie mit 16 Jahren seine Wettleidenschaft begann und sich drei Jahre später durch die Nutzung des Internets zur Manie ausweitete.



Offenkundig setzt seine Verteidigung auf den Tatbestand der "Spielsucht", hat dazu auch ein Gutachten angekündigt. In seiner Auslassung wies der in Duisburg geborene Student extrem gute Detail-Kenntnisse nicht nur über die großen Fußball-Ligen Europas, sondern auch über weitere Sportarten wie Frauen-Basketball, Tennis oder Skispringen nach. "Sein Leben wurde in den zurückliegenden sechs Jahren allein durch das Wetten bestimmt. Deshalb war es wichtig zu schildern, dass er vom Wetten nicht ablassen konnte", sagte Nicolas Becker, einer von drei Anwälten Sapinas. "Er war ein Großspieler, er hat auf alles gesetzt", sagte sein Kollege Klaus Gedat. Selbst bei der TV-Show "Deutschland sucht den Superstar" platzierte der frühere Kicker des Vereins SD Croatia, der seit dem 28. Januar in Berlin-Moabit in Untersuchungshaft sitzt, seine Wetten.



Ante Sapina versuchte, es als persönliche Herausforderung darzustellen, die deutschen Buchmacher mit seinen Detail-Kenntnissen zu überrumpeln. "Ich war einfach besser als die Buchmacher", sagte er stolz. Millionen hatte er in den zurückliegenden Jahren an Wettgewinnen erzielt, allein der Schaden in den ihm vorgeworfenen Fällen wird auf über zwei Millionen Euro geschätzt. Zugleich beschimpfte Sapina den staatlichen Wettanbieter Oddset, der nach zu hohen Gewinnen seine Möglichkeiten limitierte. "Oddset hat die miesesten Quoten in der ganzen Welt", schimpfte er, weil er im Frühjahr 2004 bei Oddset "mit über 500.000 Euro hinten" lag. Erst der Gewinn aus der mit Hilfe von Hoyzer manipulierten DFB-Pokal-Partie Paderborn -Hamburger SV (4:2) von über 700.000 Euro brachte ihn bei Oddset wieder in die Gewinnzone.



Von Frank Thomas, dpa
 
Millionen hatte er in den zurückliegenden Jahren an Wettgewinnen erzielt, allein der Schaden in den ihm vorgeworfenen Fällen wird auf über zwei Millionen Euro geschätzt. Zugleich beschimpfte Sapina den staatlichen Wettanbieter Oddset, der nach zu hohen Gewinnen seine Möglichkeiten limitierte. "Oddset hat die miesesten Quoten in der ganzen Welt", schimpfte er, weil er im Frühjahr 2004 bei Oddset "mit über 500.000 Euro hinten" lag. Erst der Gewinn aus der mit Hilfe von Hoyzer manipulierten DFB-Pokal-Partie Paderborn -Hamburger SV (4:2) von über 700.000 Euro brachte ihn bei Oddset wieder in die Gewinnzone.


Mein lieber Scholli - und ich bin froh wenn ich bei Oddset ma 25 € gewinne!!!!
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Mein lieber Scholli - und ich bin froh wenn ich bei Oddset ma 25 € gewinne!!!!
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Stell Dir mal vor, was für eine Type. Schimpft im Gerichtssaal über Scheißquoten. Ich glaube der hat noch garnicht kapiert warum er dort ist..
 
Zweiter Prozesstag



Ante S. schildert Wettleidenschaft



Der Angeklagte Ante S. hat im Prozess um den Wett- und Manipulationsskandal im deutschen Fußball über zwei Stunden seine Tricks und Methoden geschildert, mit deren Hilfe er in den letzten 13 Jahren zum Wett-Profi und Großverdiener aufgestiegen war und die ihn wohl auch auf die schiefe Bahn hin zur Manipulation von Fußball-Spielen geführt hat.



Ante S. sagte umfassend aus

Anfangs kleinlaut und reumütig, legte der 29-Jährige im Saal 500 des Berliner Landgerichts mehr und mehr seine Scheu ab und beschrieb schließlich flüssig und anschaulich seine tägliche Arbeit. Hauptstrategie des "Wettpaten", der laut Anklageschrift an der Manipulation von über 20 Fußball-Spielen beteiligt und dafür in Kontakt mit den ehemaligen Schiedsrichter Robert Hoyzer und Dominik Marks getreten sein soll, war der Informationsvorsprung. Nächtelang und auch im Urlaub per Computer studierte er die Sport-Nachrichten im Internet und wusste bei Fußball-Teams oftmals genau, welche Spieler verletzt ausfielen oder geschont wurden, bevor er seinen Tipp abgab.

"Die Quote musste stimmen"



Doch auch in anderen Sportarten recherchierte der Kroate, der über acht Monate in Untersuchungs-Haft saß, viel Zeit und Geld. Formel-1, US-amerikanischer Frauen-Basketball, dänische Handball-Liga oder Skispringen - Ante S. war über die jeweiligen Teams bestens beraten. Sein großes Wissen setzte er ein: "Wichtig war für mich nur die Mathematik", erklärte er der Richterin Gerti Kramer und fügte an: "Die Quote muss zur Wahrscheinlichkeit passen."



Milderes Strafmaß?



S. könnte aus dem Prozess noch einmal mit einem blauen Auge davonkommen. Ein psychiatrisches Gutachten, welches das Gericht über die Schuldfähigkeit des Angeklagten eingeholt hat, bescheinigt ihm nach Informationen der Tageszeitung Die Welt eine Spielsucht, die zu verminderter Schuldfähigkeit führen kann. Sollte das Gericht dem Gutachten folgen, erwartet S. ein milderes Strafmaß.



Das Gutachten wurde auf Anregung seiner Verteidiger vom Gericht in Auftrag gegeben und von Werner Platz, Direktor der Abteilung für Psychiatrie und Psychotherapie an der Universitätsklinik der Berliner Humboldt-Universität, erstellt. Demnach erfüllt Ante S. die Kriterien, die ihn zu einem "pathologischen Spieler" machen. Spielsucht ist seit 1990 eine anerkannte Suchterkrankung.



Immer höhere Summen



Während sein Anwalt Nicolas Becker gegenüber den Journalisten bereits von "Spielsucht" sprach, bestätigte Ante S. diesen Eindruck mit den Ausführungen zu einer 13 Jahre währenden Leidenschaft. Mit 16 Jahren sei er erstmals mit Briefwetten in Berühung gekommen, mit Aufkommen des Internets und der Online-Wetten hatte sich die Passion verstärkt. "Wenn ich wettete, versuchte ich immer meinen Einsatz zu steigern", gab der Kroate seine Taktik bekannt.



Die Summen schnellten in die Höhe. Im Jahr 2000 rettete ihm die Meisterschaft von Bayern München vor dem drohenden Konkurs. 100.000 Mark spülte der Sieg in seine Kassen. "Das war mein Durchbruch" so Ante S. in der Sprache der Sportler. Der Erfolg ermunterte den Kroaten, noch mehr zu setzen. Auch von der Gegenwehr einiger Wettanbieter ließ er sich nicht abschrecken. So durfte er zwischenzeitlich nur noch geringe Mengen an Geld auf diverse Sport-Events setzen. Dass offenbar am Ende aus der Leidenschaft die Manipulation von Fußball-Spielen wurde, stellt für seinen Anwalt keine Überraschung dar. Stattdessen scheint es eher eine erklärbare Folge zu sein: "Er wollte die Glückssträhne immer weiter verbessern", meinte Becker.

Quelle ARD.de
 
Hoyzer schwer belastet

Ante S. schildert Details



Am zweiten Tag des Prozesses um Manipulationen im deutschen Fußball hat der Hauptangeklagte Ante Sapina Ex-Schiedsrichter Robert Hoyzer schwer belastet. "Was wäre es dir wert, wenn Paderborn am Wochenende gewinnt?", habe ihn Hoyzer während einer feuchtfröhlichen Nacht im Café King gefragt, berichtete der 29-jährige Kroate am Donnerstag. Der als Drahtzieher der Affäre um verschobene Spiele geltende Sapina ging auf das Angebot ein und zahlte dem Berliner Referee 8000 Euro dafür, dass dieser im Regionalliga-Spiel des SC Paderborn gegen den Chemnitzer FCfür die Halbzeitführung und den Sieg des Gastgebers sorgte.



Die Machenschaften des kriminellen Duos wurden aber am 22. Mai 2004 durch Linienrichterin Inka Müller durchkreuzt, die mit ihrer Intervention einen von Hoyzer kurz vor der Halbzeit gegebenen Elfmeter beim Stand von 0:0 verhinderte. Die Wette platzte, und Hoyzer musste das schon eingestrichene Geld wieder zurückgeben. Ante Sapina erklärte dem Gericht auch, wie der Kontakt zu Hoyzer Anfang 2004über seinen Cousin Tomislav Cirko, der auch bei Hertha BSC als Schiedsrichter tätig war, zu Stande gekommen war.



Überraschend enthüllte der "Navigator" zudem, dass ihm Hoyzer zuvor im angetrunkenen Zustand erzählt habe, schon Monate vor der ersten gemeinsamen Manipulation für ein Spiel des Chemnitzer FC gegen den FC Sachsen Leipzig Geld geboten bekommen zu haben. 5000 Euro sollen Hoyzer demnach im November 2003 für einen Sieg der Leipziger, für die sein Vater Peter Hoyzer damals als Mannschaftsbetreuer arbeitete, angeboten worden sein.



Während Hoyzer konzentriert die Auslassungen des Wettpaten verfolgte, nur hin und wieder schmunzelte, ging sein Anwalt Thomas Hermes vor dem Prozess-Saal schärfer mit dem Kroaten ins Gericht. "Ante stellt alles so dar, als ob ihn Hoyzer fast zur Manipulation gedrängt hätte. Diese Darstellung überrascht uns nicht, aber von Robert Hoyzer werden sie an den kommenden Tagen eine andere Version hören." Ante Sapinas Anwalt Nicolas Becker hingegen konterte: "Ich bin der Meinung, dass er bemerkenswert freundlich mit Herrn Hoyzer umgegangen ist."



Offensichtlich war am zweiten Prozesstag auch das Bestreben Ante Sapinas, seine Brüder Milan und Filip von allen Vorwürfen reinzuwaschen. "Milan ist in meinem Auftrag in die Türkei gefahren. Ich habe ihm aber nur so viel erzählt, wie er wissen musste", sagte Ante Sapina. Sein Bruder sollte beobachten, wie Ankaragücü das Match der Süper Lig gegen Galatasaray Istanbul verliert, nachdem Ankara-Spieler Erhan Albayrak von den Kroaten mit 15.000 Euro bestochen worden war. Der mögliche Wettgewinn von 636.510 Euro blieb aber aus, da Albayrak nicht aufgestellt wurde. "Ich war sehr frustriert, dass es nicht geklappt hat. In solchen Fällen, wenn es besonders weh tat, habe ich den Wettschein oft aufgehoben", schilderte Ante Sapina.



Für eine weitere Überraschung sorgte Ante Sapina am Ende des Prozesstages mit der Bemerkung: "Ich habe den Porsche, den ich nur einen Tag fahren durfte, an die Justiz übergeben. Ich möchte damit jetzt endlich diese Dinge abschließen." Das am 19. Januar zugelassene Gefährt im Wert von mehr als 170.000 Euro war während seiner seit dem 28. Januar dauernden Untersuchungshaft nicht mehr aufgetaucht. Indes waren auf den Konten Sapinas fast zwei Millionen Euro beschlagnahmt worden.



Ein vom Gericht auf Antrag der Verteidigung zugelassenes vorläufiges psychiatrisches Gutachten hat Ante Sapina inzwischen als "pathologischen Spieler" ausgewiesen. Spielsucht gilt seit 1990 als anerkannte Suchtkrankheit und könnte bei Anerkennung durch das Gericht zu einer verminderten Schuldfähigkeit führen. "Suchtkranke Spieler vernachlässigen ihr soziales Umfeld und ihren Beruf. Sie können nichts anders mehr machen als spielen", erklärte Werner Platz, der Direktor der Vivantes-Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie. Zu Einzelheiten des Gutachtens wollte sich der Berliner Suchtexperte, der den Prozess beobachtet und auch das abschließende Gutachten erstellen wird, nicht äußern.
 
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