DFB-Auswahl sauer - über den Schiedsrichter und eigene Fehler
Schönheim: "Dieses Ding müssen wir nach Hause schaukeln"
Nach dem 3:2-Sieg in Nordirland nach einem 3:0-Vorsprung herrschten bei der U21-Auswahl des Deutschen Fußball-Bundes überwiegend Frust-Gefühle vor. Auch offen ausgesprochene Wut über Schiedsrichter Peter Rasmussen aus Dänemark war im deutschen Lager zu vernehmen.
Aber auch selbstkritische Töne waren zu hören. So analysierte DFB-Trainer Dieter Eilts: "Wir haben uns leider durch Unabwägbarkeiten, wie es sie im Fußball immer gibt, von unserem Weg abbringen lassen. Mit der Leistung über 70 Minuten war ich zufrieden, aber dann ist genau das passiert, was wir unbedingt vermeiden wollten: Nämlich, dass wir hektisch werden."
Auch Abwehrspieler Fabian Schönheim merkte an: "Dieses Ding müssen wir einfach cleverer nach Hause schaukeln."
Der knappe Auswärtssieg war nicht mehr Wert als ein Unentschieden, denn im ersten von drei Qualifikationsspielen konnte Rumänien gegen Nordirland 3:0 gewinnen. So muss der DFB-Nachwuchs im zweiten und letzten Spiel der ersten EM-Qualifikationsrunde am Dienstag in Wilhelmshaven gegen Rumänien unbedingt gewinnen, um sich für die Playoffs zur Endrunde 2007 in den Niederlanden zu qualifizieren.
SpielberichtNordirland - Deutschland 2:3 (0:2)
Ein glasklar unberechtigter Handelfmeter in der 69. Minute machte das von Roberto Hilbert (13.), Patrick Helmes (36.) und Piotr Trochowski (65.) erzielte Wunschergebnis zunichte, das Anschlusstor durch den eingewechselten Thomas Stewart (81.) verdarb endgültig die Laune. "Wir hatten die große Chance, das richtige Ergebnis zu erzielen. Alles, was nach der 70. Minute passiert ist, müssen wir als wichtige Erfahrung abhaken, und ich hoffe, dass wir das entsprechend nutzen werden", so Eilts.
Nach rohem Spiel in der Schlussphase vor allem des nordirischen Gegners hatten, so Eilts, "die Physiotherapeuten eine lange Nacht." Schönheim brach nach einem Ellenbogenschlag ein Zahn heraus, Kapitän Stefan Kießling musste gar bereits nach fünf Minuten mit einer Adduktorenverletzung ausscheiden und wird wohl gegen Rumänien fehlen. Bayern-Keeper Michael Rensing drückte es so aus: "Es war eine gute Erfahrung zu sehen, wie international gespielt und leider auch gepfiffen wird." Nicht ganz so diplomatische Worte formulierte der angebliche Hand-Sünder Marvin Matip, der von seinem Gegenspieler Peter Thompson mehrfach hart angegangen wurde: "Am Ende war das nur noch eine einzige Klopperei. Und das Kloppen haben die Nordiren eben besser drauf gehabt als wir." Der Hamburger Trochowski fand ähnlich drastisch, schaute schließlich aber wieder nach vorne: "Wir werden das gegen Rumänien packen. Ganz sicher."
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