Fritz wer? oder Die verhinderte Gedenkminute
Ob sich die Sache im Nachhinein noch zum Guten wendet, kann zum jetzigen Zeitpunkt nicht gesagt werden. Die Chancen stehen jedoch schlecht. Denn die allgemeine Fifa-Erfahrung hat gelehrt, dass der Weltfußballverband in der Rangordnung gleich nach dem lieben Gott kommt - vermutlich sogar noch vor ihm. Und hat die Fifa einmal etwas entschieden, bleibt es dabei. Selbst wenn es um keinen geringeren als Fritz Walter geht, den 54er Held von Bern, Fußball-Idol, Ehrenspielführer der deutschen Nationalelf und Pfälzer.
Während der jüngsten Fußball-Weltmeisterschaft - wir alle erinnern uns an die Spiele 2002 in Japan und Südkorea - ist Fritz Walter gestorben. Genau gesagt am 17. Juni. Vier Jahre später ist seine Heimatstadt Kaiserslautern einer von zwölf Austragungsorten für die Fußball-WM 2006 - dafür hat er sich noch persönlich stark gemacht. Und so war es aus Sicht der Stadt, der Fritz-Walter-Stiftung, des 1. FC Kaiserslautern und vieler Menschen in der Region fast schon ein Zeichen des Himmels, dass an Walters viertem Todestag das Vorrundenspiel USA gegen Italien auf dem Betzenberg, im Fritz-Walter-Stadion, ausgetragen wird. Welch eine Möglichkeit, des Fußball-Idols zu gedenken.
Frühzeitig schon hatte das städtische WM-Büro deshalb über den Geschäftsführer der OK-Außenstelle Kaiserslautern, den früheren FCK-Vorstandsvorsitzenden René C. Jäggi, bei der Fifa vorfühlen lassen, ob eine Gedenkminute möglich sei. Bekanntlich hat ja der Weltfußballverband ab 29. Mai die Herrschaftsgewalt im Stadion. Während der Fernsehübertragung sei da gar nichts zu machen, so die Fifa-Antwort. Das WM-Büro hakte nach, machte die Anfrage offiziell: dann vielleicht, bevor die Kameras laufen? Es blieb beim Nein, versehen zwar mit einem leichten Bedauern, doch ohne jede Begründung.
Vielleicht weiß man ja am Hauptsitz der Fifa in Zürich gar nicht, wer Fritz Walter war? Eine RHEINPFALZ-Nachfrage, um den Gründen der Absage auf die Spur zu kommen, legt diesen unglaublichen Verdacht zumindest nahe. Erst nach ein paar Stichworten lichtete sich dort der Nebel - eine Antwort gab es trotzdem nicht. Oder aber, Fritz Walter ist ihnen nicht wichtig genug - was ist schon so ein kleiner Weltmeister von 1954 im Vergleich zu den Größen der Folgejahre wie Pelé, Beckenbauer, Platini. Vielleicht gibt es aber auch ganz andere Gründe - die so zwingend sind, dass sich die Fifa erst gar nicht die Mühe macht, sie mitzuteilen ...
Wie auch immer, das Kaiserslauterer WM-Büro bleibt am Ball. Jetzt will WM-Koordinator Erwin Saile über inoffizielle Kanäle gehen, nächste Woche bei einem WM-Treffen in Berlin das Gespräch suchen. Beispielsweise mit Lotto-Chef Hans-Peter Schössler oder DFB-Präsident Theo Zwanziger. Ein möglicher Weg zum Ohr von Franz Beckenbauer? Nicht, dass man sich von dieser Fürsprache angesichts der Fifa-Sturheit viel versprechen dürfte. Zumal auch das WM-Büro der Landesregierung bereits abgewinkt hat - frustriert und mit nicht geringem Zorn auf die Fifa. Doch wenigstens hätten die Verantwortlichen dann alle Hebel in Bewegung gesetzt. Für den Fritz - weil er das verdient hat. Auch wenn er für den Weltfußballverband offenbar nur ein Ersatzspieler war.
Anke Herbert
RON
Ob sich die Sache im Nachhinein noch zum Guten wendet, kann zum jetzigen Zeitpunkt nicht gesagt werden. Die Chancen stehen jedoch schlecht. Denn die allgemeine Fifa-Erfahrung hat gelehrt, dass der Weltfußballverband in der Rangordnung gleich nach dem lieben Gott kommt - vermutlich sogar noch vor ihm. Und hat die Fifa einmal etwas entschieden, bleibt es dabei. Selbst wenn es um keinen geringeren als Fritz Walter geht, den 54er Held von Bern, Fußball-Idol, Ehrenspielführer der deutschen Nationalelf und Pfälzer.
Während der jüngsten Fußball-Weltmeisterschaft - wir alle erinnern uns an die Spiele 2002 in Japan und Südkorea - ist Fritz Walter gestorben. Genau gesagt am 17. Juni. Vier Jahre später ist seine Heimatstadt Kaiserslautern einer von zwölf Austragungsorten für die Fußball-WM 2006 - dafür hat er sich noch persönlich stark gemacht. Und so war es aus Sicht der Stadt, der Fritz-Walter-Stiftung, des 1. FC Kaiserslautern und vieler Menschen in der Region fast schon ein Zeichen des Himmels, dass an Walters viertem Todestag das Vorrundenspiel USA gegen Italien auf dem Betzenberg, im Fritz-Walter-Stadion, ausgetragen wird. Welch eine Möglichkeit, des Fußball-Idols zu gedenken.
Frühzeitig schon hatte das städtische WM-Büro deshalb über den Geschäftsführer der OK-Außenstelle Kaiserslautern, den früheren FCK-Vorstandsvorsitzenden René C. Jäggi, bei der Fifa vorfühlen lassen, ob eine Gedenkminute möglich sei. Bekanntlich hat ja der Weltfußballverband ab 29. Mai die Herrschaftsgewalt im Stadion. Während der Fernsehübertragung sei da gar nichts zu machen, so die Fifa-Antwort. Das WM-Büro hakte nach, machte die Anfrage offiziell: dann vielleicht, bevor die Kameras laufen? Es blieb beim Nein, versehen zwar mit einem leichten Bedauern, doch ohne jede Begründung.
Vielleicht weiß man ja am Hauptsitz der Fifa in Zürich gar nicht, wer Fritz Walter war? Eine RHEINPFALZ-Nachfrage, um den Gründen der Absage auf die Spur zu kommen, legt diesen unglaublichen Verdacht zumindest nahe. Erst nach ein paar Stichworten lichtete sich dort der Nebel - eine Antwort gab es trotzdem nicht. Oder aber, Fritz Walter ist ihnen nicht wichtig genug - was ist schon so ein kleiner Weltmeister von 1954 im Vergleich zu den Größen der Folgejahre wie Pelé, Beckenbauer, Platini. Vielleicht gibt es aber auch ganz andere Gründe - die so zwingend sind, dass sich die Fifa erst gar nicht die Mühe macht, sie mitzuteilen ...
Wie auch immer, das Kaiserslauterer WM-Büro bleibt am Ball. Jetzt will WM-Koordinator Erwin Saile über inoffizielle Kanäle gehen, nächste Woche bei einem WM-Treffen in Berlin das Gespräch suchen. Beispielsweise mit Lotto-Chef Hans-Peter Schössler oder DFB-Präsident Theo Zwanziger. Ein möglicher Weg zum Ohr von Franz Beckenbauer? Nicht, dass man sich von dieser Fürsprache angesichts der Fifa-Sturheit viel versprechen dürfte. Zumal auch das WM-Büro der Landesregierung bereits abgewinkt hat - frustriert und mit nicht geringem Zorn auf die Fifa. Doch wenigstens hätten die Verantwortlichen dann alle Hebel in Bewegung gesetzt. Für den Fritz - weil er das verdient hat. Auch wenn er für den Weltfußballverband offenbar nur ein Ersatzspieler war.
Anke Herbert
RON