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14.11.2007 Interview in der Sport Bild mit Hans - Peter Briegel und Mario Basler!
SB : Herr Basler, Herr Briegel, wenn Sie den FCK sehen...
Basler : dann kriege ich fast das Heulen. Uns nimmt doch keiner mehr ernst. Früher haben sich alle in die Hosen geschissen, wenn sie auf den Betzenberg mussten. Als wir mit den Bayern dorthin gefahren sind, hat Manager Uli Höneß sogar für ein Unentschieden schon eine Prämie bezahlt. Aber heute lacht sich ganz Deutschland über den FCK kaputt.
Briegel : Auch wenn Sie sich vielleicht wundern werden, aber ich schaue immer noch auf das obere Drittel, wir sind nur 13 Punkte von Mainz entfernt.
Basler : Ja, aber auch 3 Punkte von einem Nicht - Abstiegsplatz.
Briegel : Und trotzdem : Ich sehe das nicht ganz so negativ wie du, Mario. Der FCK hat eine der besten Abwehrreihen der Liga, nur 13 Tore kassiert. Okay, dafür aber auch erst zehn geschossen. Und genau da muß angesetzt werden.
SB : Sie glauben also, dass Lautern noch die Kurve bekommt?
Briegel : Der Mannschaft fehlt einer, der das Spiel lenkt. Dazu noch ein Stürmer, dann könnte es noch klappen mit dem Klassenerhalt.
Basler : Aber Peter, welcher Führungsspieler kommt in dieser Situation überhaupt noch nach Lautern? Wenn es schlecht läuft, hast Du zur Winterpause fünf Punkte Rückstand auf Platz 14! Da kann es doch sein, dass Du plötzlich nach 6 Monaten in der dritten Liga spielst, das tut sich keiner freiwillig an.
SB : Was würde der Abstieg für den FCK bedeuten?
Briegel : Wenn ich richtig informiert bin, bekommen die gar nicht die Lizenz für die dritte Liga. Die werden durchgereicht bis zur vierten Liga.
Basler : Stimmt, die 3. Liga können sie gar nicht stemmen. Schon allein, weil die Stadionmiete von 3,2 Millionen Euro nicht mehr finanzierbar ist. Der Abstieg wäre das Ende.
Briegel : Es ist zwar abgedroschen, aber es stimmt trotzdem : Der Klub ist eine Institution, die Pfalz lebt mit dem FCK. Der Abstieg wäre tödlich - für den Klub und für die Leute hier.
SB : Der FCK wollte es mit jungen, unverbrauchten Leuten versuchen, holte Michael Schjönberg als Sportdirektor und Kjetil Rekdal als Trainer. Ein Fehlschlag?
Basler : Klar. Aber dass die geholt wurden, liegt daran, dass die Leute hier in der Führung wenig Ahnung vom Fußball haben. Zum Beispiel die Verpflichtung von Rekdal.
SB : Ja?
Basler : Der bekommt einen Dreijahresvertrag, macht sein erstes Interview und sagt : Ich muß erst mal auf DVD schauen, wer alles in der 2. Liga spielt. Direkt danach muß ich ihn gleich wieder entlassen. Aber das ist der Fehler der Verantwortlichen : Wie kann ich einen Trainer holen, der sich in der Liga, in der er arbeiten soll, nicht auskennt? Schjönberg ist zurückgetreten - aus persönlichen Eitelkeiten, aber der ist weg. Und wenn Rekdal Rückgrat hätte, wäre er gleich mitgegangen, zumal er ja vor der Mannschaft seinen Rücktritt schon angekündigt hatte ( siehe Rand rechts ).
Briegel : Aber der noch größere Fehler war Schjönberg. Er ist völlig ohne Ahnung in den Job geraten, den haben sie voll an die Wand fahren lassen. Was er geholt haben, waren Spieler aus Hannover, weil er dort Amateurtrainer war und sie kannte.
Basler : Ich weiß zum Beispiel, dass Wolfgang Wolf Erik Jendrisek aus Hannover wollte. Da hat Schjönberg wörtlich gesagt :" Wolle, mach Du den Jendrisek - Transfer selbst, du kannst das besser." Das hat mir jemand erzählt, der bei dem Gespräch dabei war. Ein Sportdirektor sollte Transfers allein tätigen können. Wenn Du das hörst, kann ich nur sagen, das ist lächerlich.
SB : Wieso?
Basler : Der Schjönberg ist bei uns in Koblenz nach dem 2 : 2 über den Platz gelaufen wie damals 1990 Franz Beckenbauer nach dem gewonnenen WM - Finale.
SB : Was ist aus den jungen Talenten geworden? Die hätten 2006 mit ihren tollen Leistungen fast noch den Abstieg aus der ersten Liga verhindert und wurden gefeiert.
Briegel : Von denen konnte man doch nicht erwarten, dass sie den FCK wieder in die Champions League bringen.
Basler : Genau. Die schwammen damals auf der Euphoriewelle, standen vor jeder Kamera. Klar, daß sie nach den Erfahrungen erst mal geschlaucht waren. Die muß man dann erst mal wieser runterholen.
SB : Was meinen Sie?
Basler : Ich weiß zum Beispiel, dass sich zwei von denen nach fünf guten Spielen gleich einen Porsche bestellt haben. Jetzt sitzt Halfar in Bielefeld auf der Bank, Schönheim und Reinert kriegen beim FCK nichts gebacken. Ich sage Ihnen, warum. In Kaiserslautern gibt es eine Disco. Da trifft man in der Woche sehr viele Spieler. Da müsste mal jemand eingreifen, um das zu verhindern, denn es geht um die Existenz des Vereins. Und dafür sollten sich die Spieler ausruhen und nicht in die Disco gehen. Klaus Toppmöller ist der richtige Mann, aber er kann nur ein Anfang sein.
Briegel : Mario, wenn Du Dich in der Abstiegsfrage zwischen Koblenz und dem FCK entscheiden müsstest...
Basler : Koblenz steigt ganz sicher nicht ab. Und ich wünsche und hoffe mir, dass der FCK auch drinbleibt.
Info : Der FCK verklagt Briegel auf Schadensersatz in Höhe von 545.000 Euro. Er soll Steuerschaden beim Sforza - Transfer 1997 verursacht haben.
zu Siehe Rand rechts : Rekdal sagte immer, Rücktritt sei für ihn kein Thema. Sport Bild will wissen : Rekdal wollte am vergangenen Mittwoch hinschmeisen. Schjönberg kündigte der Mannschaft bereits am letzten Dienstag an, dass er einen Tag später aufgeben wird. Auch Rekdal wollte wegen Toppmöllers Berufung in den Aufsichtsrat gehen. Zwölf Profis marschierten daraufhin zu Erwin Göbel. Der FCK - Boss versicherte dem Trainer, dass sich für ihn nichts ändere. Um Rekdal zu überzeugen, veröffentlichte der FCK am Nachmittag eine Pressemitteilung, in der Toppmöller dem Trainer seine volle Unterstützung zusicherte. Toppmöller will Levan Tskitishvili zum FCK holen, aber Rekdal lehne ihn ab. Sebastian Reinert :" Der Trainer liefert eine Super Arbeit ab und stellt die Mannschaft gut ein."
Leute, was sagt ihr zu diesen Neuigkeiten?
SB : Herr Basler, Herr Briegel, wenn Sie den FCK sehen...
Basler : dann kriege ich fast das Heulen. Uns nimmt doch keiner mehr ernst. Früher haben sich alle in die Hosen geschissen, wenn sie auf den Betzenberg mussten. Als wir mit den Bayern dorthin gefahren sind, hat Manager Uli Höneß sogar für ein Unentschieden schon eine Prämie bezahlt. Aber heute lacht sich ganz Deutschland über den FCK kaputt.
Briegel : Auch wenn Sie sich vielleicht wundern werden, aber ich schaue immer noch auf das obere Drittel, wir sind nur 13 Punkte von Mainz entfernt.
Basler : Ja, aber auch 3 Punkte von einem Nicht - Abstiegsplatz.
Briegel : Und trotzdem : Ich sehe das nicht ganz so negativ wie du, Mario. Der FCK hat eine der besten Abwehrreihen der Liga, nur 13 Tore kassiert. Okay, dafür aber auch erst zehn geschossen. Und genau da muß angesetzt werden.
SB : Sie glauben also, dass Lautern noch die Kurve bekommt?
Briegel : Der Mannschaft fehlt einer, der das Spiel lenkt. Dazu noch ein Stürmer, dann könnte es noch klappen mit dem Klassenerhalt.
Basler : Aber Peter, welcher Führungsspieler kommt in dieser Situation überhaupt noch nach Lautern? Wenn es schlecht läuft, hast Du zur Winterpause fünf Punkte Rückstand auf Platz 14! Da kann es doch sein, dass Du plötzlich nach 6 Monaten in der dritten Liga spielst, das tut sich keiner freiwillig an.
SB : Was würde der Abstieg für den FCK bedeuten?
Briegel : Wenn ich richtig informiert bin, bekommen die gar nicht die Lizenz für die dritte Liga. Die werden durchgereicht bis zur vierten Liga.
Basler : Stimmt, die 3. Liga können sie gar nicht stemmen. Schon allein, weil die Stadionmiete von 3,2 Millionen Euro nicht mehr finanzierbar ist. Der Abstieg wäre das Ende.
Briegel : Es ist zwar abgedroschen, aber es stimmt trotzdem : Der Klub ist eine Institution, die Pfalz lebt mit dem FCK. Der Abstieg wäre tödlich - für den Klub und für die Leute hier.
SB : Der FCK wollte es mit jungen, unverbrauchten Leuten versuchen, holte Michael Schjönberg als Sportdirektor und Kjetil Rekdal als Trainer. Ein Fehlschlag?
Basler : Klar. Aber dass die geholt wurden, liegt daran, dass die Leute hier in der Führung wenig Ahnung vom Fußball haben. Zum Beispiel die Verpflichtung von Rekdal.
SB : Ja?
Basler : Der bekommt einen Dreijahresvertrag, macht sein erstes Interview und sagt : Ich muß erst mal auf DVD schauen, wer alles in der 2. Liga spielt. Direkt danach muß ich ihn gleich wieder entlassen. Aber das ist der Fehler der Verantwortlichen : Wie kann ich einen Trainer holen, der sich in der Liga, in der er arbeiten soll, nicht auskennt? Schjönberg ist zurückgetreten - aus persönlichen Eitelkeiten, aber der ist weg. Und wenn Rekdal Rückgrat hätte, wäre er gleich mitgegangen, zumal er ja vor der Mannschaft seinen Rücktritt schon angekündigt hatte ( siehe Rand rechts ).
Briegel : Aber der noch größere Fehler war Schjönberg. Er ist völlig ohne Ahnung in den Job geraten, den haben sie voll an die Wand fahren lassen. Was er geholt haben, waren Spieler aus Hannover, weil er dort Amateurtrainer war und sie kannte.
Basler : Ich weiß zum Beispiel, dass Wolfgang Wolf Erik Jendrisek aus Hannover wollte. Da hat Schjönberg wörtlich gesagt :" Wolle, mach Du den Jendrisek - Transfer selbst, du kannst das besser." Das hat mir jemand erzählt, der bei dem Gespräch dabei war. Ein Sportdirektor sollte Transfers allein tätigen können. Wenn Du das hörst, kann ich nur sagen, das ist lächerlich.
SB : Wieso?
Basler : Der Schjönberg ist bei uns in Koblenz nach dem 2 : 2 über den Platz gelaufen wie damals 1990 Franz Beckenbauer nach dem gewonnenen WM - Finale.
SB : Was ist aus den jungen Talenten geworden? Die hätten 2006 mit ihren tollen Leistungen fast noch den Abstieg aus der ersten Liga verhindert und wurden gefeiert.
Briegel : Von denen konnte man doch nicht erwarten, dass sie den FCK wieder in die Champions League bringen.
Basler : Genau. Die schwammen damals auf der Euphoriewelle, standen vor jeder Kamera. Klar, daß sie nach den Erfahrungen erst mal geschlaucht waren. Die muß man dann erst mal wieser runterholen.
SB : Was meinen Sie?
Basler : Ich weiß zum Beispiel, dass sich zwei von denen nach fünf guten Spielen gleich einen Porsche bestellt haben. Jetzt sitzt Halfar in Bielefeld auf der Bank, Schönheim und Reinert kriegen beim FCK nichts gebacken. Ich sage Ihnen, warum. In Kaiserslautern gibt es eine Disco. Da trifft man in der Woche sehr viele Spieler. Da müsste mal jemand eingreifen, um das zu verhindern, denn es geht um die Existenz des Vereins. Und dafür sollten sich die Spieler ausruhen und nicht in die Disco gehen. Klaus Toppmöller ist der richtige Mann, aber er kann nur ein Anfang sein.
Briegel : Mario, wenn Du Dich in der Abstiegsfrage zwischen Koblenz und dem FCK entscheiden müsstest...
Basler : Koblenz steigt ganz sicher nicht ab. Und ich wünsche und hoffe mir, dass der FCK auch drinbleibt.
Info : Der FCK verklagt Briegel auf Schadensersatz in Höhe von 545.000 Euro. Er soll Steuerschaden beim Sforza - Transfer 1997 verursacht haben.
zu Siehe Rand rechts : Rekdal sagte immer, Rücktritt sei für ihn kein Thema. Sport Bild will wissen : Rekdal wollte am vergangenen Mittwoch hinschmeisen. Schjönberg kündigte der Mannschaft bereits am letzten Dienstag an, dass er einen Tag später aufgeben wird. Auch Rekdal wollte wegen Toppmöllers Berufung in den Aufsichtsrat gehen. Zwölf Profis marschierten daraufhin zu Erwin Göbel. Der FCK - Boss versicherte dem Trainer, dass sich für ihn nichts ändere. Um Rekdal zu überzeugen, veröffentlichte der FCK am Nachmittag eine Pressemitteilung, in der Toppmöller dem Trainer seine volle Unterstützung zusicherte. Toppmöller will Levan Tskitishvili zum FCK holen, aber Rekdal lehne ihn ab. Sebastian Reinert :" Der Trainer liefert eine Super Arbeit ab und stellt die Mannschaft gut ein."
Leute, was sagt ihr zu diesen Neuigkeiten?