Aus der Allgemeinen Zeitung vom 11.10.06
Nationaltrikot kein Freifahrtschein für Fußballer
Friedrich, Schlaudraff und Schönheim spielen für Deutschland - wie einst auch Reich und Reichenberger
Jubel im Nationaltrikot: Fabian Schönheim (links) und Patrick Helmes freuen sich im September mit Mario Gomez (hinten) nach dessen Tor zum 1:0 für Deutschland gegen Rumänien.
Foto: dpa
Vom 11.10.2006
Manuel Friedrich, Jan Schlaudraff, Fabian Schönheim - Fußball-Freunde im Kreis Bad Kreuznach freuen sich derzeit über diese Nationalspieler aus der Region. Doch eine Berufung in eine Nationalmannschaft muss nicht unbedingt auch den ganz großen sportlichen Erfolg nach sich ziehen - wie die Vergangenheit auch bei Kickern aus der Region gezeigt hat.
Während Manuel Friedrich, gebürtiger Guldentaler in Diensten des FSV Mainz 05, im August gegen Schweden sein Länderspiel im Trikot der Nationalmannschaft feierte, wird nun auch der in Kirn aufgewachsene Fabian Schönheim langsam, aber sicher fester Bestandteil der deutschen U21. Und nicht sehr weit weg, bei Hassia Bingen, übte Jan Schlaudraff lange Zeit das Toreschießen. Der Stürmer von Alemannia Aachen spielte voriges Wochenende beim 2:0 gegen Georgien erstmals für Deutschlands Fußball-Elite.
Fabian Schönheim, Innenverteidiger des 1. FC Kaiserslautern, hat schon drei Einsätze für die deutsche U21 auf dem noch jungen Buckel und wurde für das gestrige EM-Qualifikationsspiel gegen England in den Kader der Nachwuchs-Nationalmannschaft nachnominiert, rückte ins Team von Trainer Dieter Eilts für den Kölner Marvin Matip, der bei der deutschen 0:1-Hinspielspiel-Niederlage am vergangenen Freitag eine Gehirnerschütterung erlitten hatte.
Der 19-jährige Schönheim avancierte in der vorigen Saison trotz des Bundesliga-Abstiegs zu einem Leistungsträger bei den Roten Teufeln.
Das 1,91 Meter große Talent hat das Fußballspielen beim FSV Rehborn erlernt, daneben kickte er in Jugendzeiten auch bei der SG Desloch-Jeckenbach, bevor er im Jahre 2001 zum 1. FC Kaiserslautern wechselte. "Hier hat er im vorigen Jahr nicht nur den Sprung von der A-Jugend zu den Aktiven, sondern sogar in die U21-Nationalmannschaft geschafft. Das sind zwei Schritte auf einmal", freut sich FCK-Pressesprecher Michael Novack, der glaubt, dass Schönheim mit dieser Entwicklung gut umgehen kann: "Das ist ein ganz normaler, 19-jähriger Junge, der letztes Jahr sein Abitur gemacht hat." Und der FCK weiß, wie wertvoll der Senkrechtstarter für den Klub ist, hat den vielseitigen Spieler langfristig gebunden. Schönheims erster Profivertrag geht bis 2009.
Lang ist´s herEs ist schon einige Jahre her, dass Kicker aus der Umgebung international auf sich aufmerksam machten. Man schrieb das Jahr 1999, da brachte es der aus Meisenheim stammende Marco Reich auf einen A-Länderspiel-Einsatz. Der inzwischen 28-Jährige gewann unter anderem mit dem 1. FC Kaiserlautern 1996 den DFB-Pokal und 1998 die Deutsche Meisterschaft. Danach war er als seinerzeit teuerster Transfer der Vereinsgeschichte zum 1. FC Köln gewechselt, und kickte anschließend mit mäßigem Erfolg für Werder Bremen.
Doch im Februar 1999 in Miami beim 3:3 der deutschen Nationalmannschaft gegen Kolumbien war Marco Reichs erstes auch sein letztes Länderspiel. Sportlich ging es nach der Berufung vom damaligen Bundestrainer Erich Ribbeck bergab: Der Flügelflitzer wechselte zu Derby County in die zweite englische Liga und von dort zum Liga-Rivalen Crystal Palace, wo er noch bis 2007 unter Vertrag steht.
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