Klar - er hat dort mit Sicherheit vieles verloren und es dürfte vieles in ihm "kaputt" gegangen sein, aber er hatte die Chance, weiterzuleben und die hat er genutzt. So hat er nicht nur die Opfer des deutschen Unrechtsstaates überlebt, sondern auch viele der Täter. Ich finde es super, dass er an den Ort zurückkehrt, der sein Leben wahrscheinlich am stärksten geprägt hat und dort nicht weint, nicht trauert und nicht betet - sondern tanzt. Das ist in meinen Augen nicht nur ein innerer Ausbruch aus dem Gefängnis seiner Vergangenheit und seiner Gefühle und ein zweites Entkommen aus diesem physischen Gefängnis, sondern auch ein dickes "F*** you!" an alle, die ihm die "Hölle auf Erden" präsentiert haben.
EDIT
Letztlich geht es auch um Selbstdefinition und -wahrnehmung. Solange man sich als Überlebender betrachtet und definiert, was viele Menschen noch Jahrzehnte später getan haben und noch tun, wird man nie wirklich frei sein. Mit dieser Aktion, bzw. dem, was ihn dazu veranlasst hat, scheint er diesen unendlich schweren Schritt bewältigt zu haben und kein Überlebender mehr zu sein - sondern ein Mensch.