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Überlebender tanzt im ehemaligen KZ Auschwitz

Du meinst, an einem Ort zu tanzen und zu sagen "Ich hab überlebt".. während andere ihr Leben dort ließen?

Ja, das mag sicher für den ein oder anderen geschmacklos wirken (Hinterbliebene der Opfer), aber wenns ihm hilft... Hm...
 
Sehr krasse Aktion. Ich fands auf den ersten Blick etwas geschmacklos, aber auf den Zweiten finde ich es eine gute Form der Vergangenheitsbewältigung. Und als Überlebender des Holocausts steht ihm sicher sowas ohne Frage zu.
 
Klar - er hat dort mit Sicherheit vieles verloren und es dürfte vieles in ihm "kaputt" gegangen sein, aber er hatte die Chance, weiterzuleben und die hat er genutzt. So hat er nicht nur die Opfer des deutschen Unrechtsstaates überlebt, sondern auch viele der Täter. Ich finde es super, dass er an den Ort zurückkehrt, der sein Leben wahrscheinlich am stärksten geprägt hat und dort nicht weint, nicht trauert und nicht betet - sondern tanzt. Das ist in meinen Augen nicht nur ein innerer Ausbruch aus dem Gefängnis seiner Vergangenheit und seiner Gefühle und ein zweites Entkommen aus diesem physischen Gefängnis, sondern auch ein dickes "F*** you!" an alle, die ihm die "Hölle auf Erden" präsentiert haben.



EDIT



Letztlich geht es auch um Selbstdefinition und -wahrnehmung. Solange man sich als Überlebender betrachtet und definiert, was viele Menschen noch Jahrzehnte später getan haben und noch tun, wird man nie wirklich frei sein. Mit dieser Aktion, bzw. dem, was ihn dazu veranlasst hat, scheint er diesen unendlich schweren Schritt bewältigt zu haben und kein Überlebender mehr zu sein - sondern ein Mensch.
 
Seine Tochter hat ihn dazu wohl "leicht" gedrängt, auch ist es gut möglich, dass er in seinem Alter gar nicht mehr weiss was er da macht.

Für mich ist das eine verhohnepiepelung der Opfer.
 
genau das meinte ich lutra.. hin oder her, auch wenn er ein überlebender is...

es sind dort viele 100.000 von menschen gestorben, da find ichs etwas pietätlos, sowas

zu bringen...
 
ich muss sagen dass das auch mein erster gedanke war, aber mal ganz ehrlich:

dieser mann war selbst dort und hat überlebt, das kann sich von uns, aller reportagen, berichte und guido knopp zum trotz, niemand vorstellen.

wenn er dadurch etwas mit dem thema abschliessen oder auch nur besser damit leben kann, soll er von mir aus jede woche dort tanzen gehen.

machen wir es uns nicht etwas einfach, mit diesem abstand darüber zu urteilen?



abgesehen davon bringt das sicher wieder einige dazu, intensiver über dieses thema nachzudenken als das 20 spröde gedenkfeiern am stück bewirken könnten.
 
wenn ich dort verwandte oder angehörige verloren hätte, fänd ichs wahrscheinlich net so prickelnd...
 
Seine Tochter hat ihn dazu wohl "leicht" gedrängt, auch ist es gut möglich, dass er in seinem Alter gar nicht mehr weiss was er da macht.
Für mich ist das eine verhohnepiepelung der Opfer.


Quelle?



Man muss sich auch mal in die Köpfe der Kinder/Enkel hereinversetzen. Wenn ihr Vater/Opa dort wie Millionen Andere auch ums Leben gekommen wäre, dann wären sie nicht auf diesem Planeten.

Ich finde es hart auch hart an der Grenze, finde diese aber nicht überschritten. Er hat Hitler und seine Gefolgschaft und Herrschaft überlebt, er hat das tausendjährige Reich überlebt.
 
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