Listkiewicz räumt Probleme ein
Die Polen gehen auf Schmusekurs mit ihren Fans und gewährten ihren Anhängern am Samstag freien Zugang zum Training. Diese dürften zusätzlich über Aussagen von Verbandspräsident Michal Listkiewicz erschrocken sein, der Probleme bezüglich der Infrastruktur für die EM 2012 einräumte. "Polen hat große Probleme die Verkehrsinfrastruktur im Land rechtzeitig für die EM 2012 fertig zu bekommen."
Dass mit dem Gemüt der polnischen Fans nicht zu spaßen ist, erlebte auch ein Mann, der denselben Namen trägt und im selben Ort wohnt wie der englische Schiedsrichter Howard Webb, der den umstrittenen Elfmeter für Österreich zum 1:1 durch Vastic pfiff. Der "falsche Webb" erhielt von aufgebrachten polnischen Fans Morddrohungen - der 62 Jahre alte Ingenieur hat nach den Hasstiraden bereits Personenschutz von der Polizei angeboten bekommen.
Vor Ort in Bad Waltersdorf sind die Fans von Krzynowek & Co primär enttäuscht, insofern ist das öffentliche Training auch eine Art "good-will-Aktion", um die Schlachtenbummler vor dem Showdown gegen den Gruppensieger Kroatien milde zu stimmen.
Lato fährt nach Montagsspiel heim
Grzegorz Lato, Polens Fußball-Idol aus den siebziger Jahren, hegt allerdings wenig Hoffnung auf das Erreichen des Viertelfinales. "Das EM-Turnier ist bisher ein richtig gutes, doch für die polnische Mannschaft reicht es nicht für die europäische Spitze", so der 58-Jährige, der bei der WM 1974 mit sieben Toren Torschützenkönig wurde.
Ergo plant Lato bereits seine Abreise nach dem Montagspiel gegen die Kroaten. "Ich komme dann wieder zum Halbfinale und Finale", sagt Lato, der aller Voraussicht nach im Herbst 2008 zum polnischen Verbandspräsidenten gewählt werden dürfte.
EM 2012: Gerüchte mit Grundlage
Am Samstag gab es zudem ein für Polen wenig erfreuliches Gerücht, demzufolge UEFA-Präsident Michel Platini angeblich mit spanischen Funktionären darüber gesprochen habe, die kommende EM statt wie geplant in Polen und der Ukraine in Spanien stattfinden zu lassen. In der Vergangenheit hatte die UEFA bereits den Stand der Vorbereitungen für das Großereignis kritisiert.
Dass diese Gerüchte einer Grundlage nicht entbehren, musste am Samstag auch der polnische Verbandspräsident Michal Listkiewicz einräumen. "Polen hat große Probleme, die Verkehrsinfrastruktur im Land rechtzeitig für die EM 2012 fertig zu bekommen." Dies betrifft weniger den Ausbau von Autobahnen, sondern vielmehr den schlecht entwickelten Schienenverkehr. Bekannt sind auch die Probleme bei der Fertigstellung der EM-Stadien im Land. Polens Rolle, zusammen mit der Ukraine als Gastgeber der EM 2012 zu fungieren, wackelt.
UEFA-Sprecher William Gaillard sagte am Samstag bei einer Pressekonferenz, ihm sei über ein solches Treffen nichts bekannt: "Der UEFA-Präsident trifft sich die ganze Zeit mit Funktionären." Die UEFA wolle sich mit dem Thema erst im Juli auseinandersetzen. Es gebe momentan viele Medienberichte dazu, hinter denen sich wenig Wahres verberge.
http://www.kicker.de/news/fussball/em/startseite/artikel/379738/http://www.kicker.de/news/fussball/em/startseite/artikel/379738/