Klingenstädter
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US-WAHLKAMPF
<span>Kerry wirft das Handtuch</span>
Wenige Tage vor der Kongresswahl hat sich der ehemalige Präsidentschaftskandidat Kerry aus dem Wahlkampf für die Demokraten verabschiedet. Mit unglücklichen Äußerungen über Soldaten im Irak hatte er den Republikanern reichlich Material für ihren Schmutzwahlkampf geliefert.
Washington - John Kerry hatte bei einer Veranstaltung in Los Angeles Studenten ermahnt, fleißig zu lernen, und hinzugefügt: "Wenn ihr das nicht macht, sitzt ihr irgendwann im Irak fest." Damit war er zu einer Belastung für seine Partei geworden.
Präsident Bush hatte seinem Herausforderer aus dem Jahr 2004 deswegen Soldatenbeleidigung vorgeworfen und eine Entschuldigung gefordert. Auch andere Republikaner übten scharfe Kritik. Darauf erklärte der demokratische Senator, der selbst nicht zur Wiederwahl ansteht, von Wahlkampfauftritten für Parteifreunde abzusehen. Er wolle im Wahlkampf "keine Ablenkung" sein.

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Im Sender MSNBC äußerte Kerry sein Bedauern darüber, dass seine Äußerung falsch verstanden worden sei. "Es war ein missglückter Scherz", sagte er. "Natürlich tut mir ein missglückter Scherz leid."
Für eine Entschuldigung bei der Armee sah er aber keinen Anlass. Bereits am Vortag hatte der Demokrat die Kritik entschieden zurückgewiesen und bestritten, mit seinen Worten den Bildungsstand der US-Soldaten in Frage gestellt zu haben. Seine Kritik habe dem Präsidenten, nicht aber den Soldaten im Irak gegolten: "Wenn sich irgendjemand bei unseren Truppen entschuldigen sollte, dann der Präsident" wegen seiner verfehlten Irak-Politik. Der Senator verwies darauf, dass er sich als Veteran des Vietnam-Kriegs den Soldaten im Irak besonders verbunden fühle.
Präsident Bush hatte Kerry vorgeworfen, die Soldaten im Irak geschmäht zu haben. "Der Senator schuldet ihnen eine Entschuldigung", sagte Bush am Dienstag auf einer Wahlkampfkundgebung in Perry im Bundesstaat Georgia. Führende Republikaner äußerten sich ähnlich. Die überraschende Konfrontation zwischen Kerry und Bush erinnerte an die erbitterte Auseinandersetzung der beiden bei der Präsidentschaftswahl 2004. Der Streit kam für die Wahlkampfstrategen beider Parteien unerwartet: Keiner der beiden Politiker steht bei der Abstimmung über den Kongress am kommenden Dienstag zur Wahl.
Einer neuen Umfrage zufolge haben die oppositionellen Demokraten kurz vor der Wahl weiterhin einen deutlichen Vorsprung in der Gunst der Wähler. In der am Mittwoch vom "Wall Street Journal" und dem TV-Sender NBC veröffentlichten Umfrage sprachen sich 52 Prozent der Befragten für die Demokraten aus, Bushs Republikaner kamen auf 37 Prozent. Vor allem der unbeliebte Einsatz im Irak belastet die Partei des Präsidenten: 63 Prozent zeigten sich in der Befragung mit Bushs Irak-Politik unzufrieden. 54 Prozent sagten, der Einmarsch im Irak 2003 habe sich nicht ausgezahlt. Das war der höchste Wert seit Beginn des Einmarsches.
Bei der Kongresswahl am 7. November werden alle 435 Abgeordneten des Repräsentantenhauses sowie 33 der 100 Mitglieder des Senats neu bestimmt. Sollten die Republikaner ihre Mehrheit in einem oder beiden Häusern des Kongresses verlieren, müsste Bush seine Politik künftig mit den Demokraten abstimmen.
asc/AFP
Quelle: spiegel.de
<span>Kerry wirft das Handtuch</span>
Wenige Tage vor der Kongresswahl hat sich der ehemalige Präsidentschaftskandidat Kerry aus dem Wahlkampf für die Demokraten verabschiedet. Mit unglücklichen Äußerungen über Soldaten im Irak hatte er den Republikanern reichlich Material für ihren Schmutzwahlkampf geliefert.
Washington - John Kerry hatte bei einer Veranstaltung in Los Angeles Studenten ermahnt, fleißig zu lernen, und hinzugefügt: "Wenn ihr das nicht macht, sitzt ihr irgendwann im Irak fest." Damit war er zu einer Belastung für seine Partei geworden.
Präsident Bush hatte seinem Herausforderer aus dem Jahr 2004 deswegen Soldatenbeleidigung vorgeworfen und eine Entschuldigung gefordert. Auch andere Republikaner übten scharfe Kritik. Darauf erklärte der demokratische Senator, der selbst nicht zur Wiederwahl ansteht, von Wahlkampfauftritten für Parteifreunde abzusehen. Er wolle im Wahlkampf "keine Ablenkung" sein.

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Im Sender MSNBC äußerte Kerry sein Bedauern darüber, dass seine Äußerung falsch verstanden worden sei. "Es war ein missglückter Scherz", sagte er. "Natürlich tut mir ein missglückter Scherz leid."
Für eine Entschuldigung bei der Armee sah er aber keinen Anlass. Bereits am Vortag hatte der Demokrat die Kritik entschieden zurückgewiesen und bestritten, mit seinen Worten den Bildungsstand der US-Soldaten in Frage gestellt zu haben. Seine Kritik habe dem Präsidenten, nicht aber den Soldaten im Irak gegolten: "Wenn sich irgendjemand bei unseren Truppen entschuldigen sollte, dann der Präsident" wegen seiner verfehlten Irak-Politik. Der Senator verwies darauf, dass er sich als Veteran des Vietnam-Kriegs den Soldaten im Irak besonders verbunden fühle.
Präsident Bush hatte Kerry vorgeworfen, die Soldaten im Irak geschmäht zu haben. "Der Senator schuldet ihnen eine Entschuldigung", sagte Bush am Dienstag auf einer Wahlkampfkundgebung in Perry im Bundesstaat Georgia. Führende Republikaner äußerten sich ähnlich. Die überraschende Konfrontation zwischen Kerry und Bush erinnerte an die erbitterte Auseinandersetzung der beiden bei der Präsidentschaftswahl 2004. Der Streit kam für die Wahlkampfstrategen beider Parteien unerwartet: Keiner der beiden Politiker steht bei der Abstimmung über den Kongress am kommenden Dienstag zur Wahl.
Einer neuen Umfrage zufolge haben die oppositionellen Demokraten kurz vor der Wahl weiterhin einen deutlichen Vorsprung in der Gunst der Wähler. In der am Mittwoch vom "Wall Street Journal" und dem TV-Sender NBC veröffentlichten Umfrage sprachen sich 52 Prozent der Befragten für die Demokraten aus, Bushs Republikaner kamen auf 37 Prozent. Vor allem der unbeliebte Einsatz im Irak belastet die Partei des Präsidenten: 63 Prozent zeigten sich in der Befragung mit Bushs Irak-Politik unzufrieden. 54 Prozent sagten, der Einmarsch im Irak 2003 habe sich nicht ausgezahlt. Das war der höchste Wert seit Beginn des Einmarsches.
Bei der Kongresswahl am 7. November werden alle 435 Abgeordneten des Repräsentantenhauses sowie 33 der 100 Mitglieder des Senats neu bestimmt. Sollten die Republikaner ihre Mehrheit in einem oder beiden Häusern des Kongresses verlieren, müsste Bush seine Politik künftig mit den Demokraten abstimmen.
asc/AFP
Quelle: spiegel.de