Die Lobeshymnen auf Roman Weidenfeller wollen dieser Tage gar kein Ende mehr nehmen. Nicht nur seine Taten zwischen den Pfosten des Tores der Dortmunder Borussia, sondern sein ganzes Auftreten bescheren dem 24 Jahre alten Schlussmann Sympathien aller Orten. Doch Weidenfeller kennt auch die Schattenseiten des Profigeschäfts. Neun Monate lang schmorte der ehemalige Lauterer auf der Bank, und auch die BVB-Fans sparten eine Zeit lang nicht mit ihren Unmutsbekundungen. bundesliga.de stellt eine der großen deutschen Torwarthoffnungen vor.
Das Herz vieler Fans von Borussia Dortmund machte in dieser Woche vor Freude einen Sprung, nachdem Roman Weidenfeller die Verlängerung seines Vertrages bis 2009 bekannt gegeben hatte. Wieder ein Leistungsträger der Borussen, der dem 'Ruhrpott' die Treue hält. Die gleichen Fans hatten den Schlussmann der Schwarz-Gelben im Oktober letzten Jahres noch dahin gewünscht, wo der berühmte Pfeffer wächst.
Ein Rückblick: Nach neun Monaten auf der Bank als Nummer zwei hinter dem Franzosen Guillaume Warmuz kommt Weidenfeller im neunten Saisonspiel zum ersten Mal wieder zum Einsatz. Doch der Gast im Dortmunder Westfalenstadion, der Hamburger SV, profitiert gerade vom Zauber des neuen Coaches Thomas Doll und gewinnt 2:0. Wüste Beschimpfungen aus den Fanblöcken sind die Folge, auch Weidenfeller, der bei einem Gegentreffer patzte, steht im Kreuzfeuer der Kritik.
Kreuzfeuer der Kritik
Richtig ruhig wurde es beim BVB weder sportlich noch im Umfeld bis zum Ende des Jahres. Nicht unbedingt das beste Pflaster für einen Sportler, der versucht, sich aus dem ersten großen Tief seiner noch jungen Karriere zu ziehen. Doch Weidenfeller rettete sich zusammen mit der gesamten Borussia über den Jahreswechsel und sorgte seitdem nur noch für eins: positive Schlagzeilen.
Drei Jahre ist der ehemalige Junioren-Nationalspieler jetzt beim BVB. Gekommen war er als großes Talent vom 1. FC Kaiserslautern, reihte sich zunächst bei den Amateuren ein, fand dann den Weg auf die Bank und schließlich, nach dem Abgang von Jens Lehmann nach London, auf die Position der Nummer eins bei der Borussia. Der damalige Coach Matthias Sammer vertraute auf den Youngster, der bis dato vor allem mit seinem unbändigen Ehrgeiz und einer durchaus kessen Lippe aufgefallen war. 'Es gab eine Phase in meiner Karriere, da habe ich zu viel erzählt. Gut, dass ich dafür was auf die Mütze bekommen habe. Für meine persönliche Entwicklung war das sehr wichtig. Es hätte vielleicht nicht ganz so deftig sein müssen', weiß auch Weidenfeller im Rückblick.
'Kampf mit mir selber geführt'
Heftig war sicherlich auch die Zurückstufung hinter den erfahrenen Warmuz, als Weidenfeller den Erwartungen nicht stand halten konnte und zum Unsicherheitsfaktor in einer verunsicherten Mannschaft wurde. Weidenfeller: 'Das zu ertragen, war enorm schwierig. Ich habe einen Kampf mit mir selber geführt, weil ich mich nur allein aus dieser Situation rausziehen konnte. Diesen Kampf habe ich gewonnen. Mein Wille hat sich durchgesetzt.'
Wie groß dieser Wille ist, bekam vor zwei Monaten auch Dortmunds Erzrivale Schalke 04 zu spüren. Mit einer absoluten Weltklasse-Leistung sorgte Weidenfeller dafür, dass der BVB nach 14 Pflichtspielen erstmals wieder gegen die 'Knappen' gewann – und das in der Höhle des Löwen. 'Ich finde für ihn keine Superlativen
mehr. Er hält derzeit gigantisch', meinte Nationalspieler Christian Wörns anschließend und adelte damit seinen jungen Keeper.
Lob von höchster Stelle
Nach dem Höhenflug in der Rückrunde hat sich Weidenfeller fürs kommende Jahr einiges vorgenommen. Natürlich mit dem BVB - 'Ich habe mich für den BVB entschieden, weil hier die Perspektive stimmt -, aber auch die Nationalmannschaft hat er kurz vor seinem 25. Geburtstag fest im Blick: 'Die WM wäre ein absoluter Traum. Für jeden Fußballer.' Die starken Vorstellungen der letzten Monate dürften Bundestrainer Jürgen Klinsmann nicht entgangen sein. Den Ehrgeiz und den Willen, sich mit den Besten der Besten zu messen, hat Roman Weidenfeller schon jetzt. Jetzt fehlt eigentlich nur noch die richtige Chance.
www.bundesliga.de
Das Herz vieler Fans von Borussia Dortmund machte in dieser Woche vor Freude einen Sprung, nachdem Roman Weidenfeller die Verlängerung seines Vertrages bis 2009 bekannt gegeben hatte. Wieder ein Leistungsträger der Borussen, der dem 'Ruhrpott' die Treue hält. Die gleichen Fans hatten den Schlussmann der Schwarz-Gelben im Oktober letzten Jahres noch dahin gewünscht, wo der berühmte Pfeffer wächst.
Ein Rückblick: Nach neun Monaten auf der Bank als Nummer zwei hinter dem Franzosen Guillaume Warmuz kommt Weidenfeller im neunten Saisonspiel zum ersten Mal wieder zum Einsatz. Doch der Gast im Dortmunder Westfalenstadion, der Hamburger SV, profitiert gerade vom Zauber des neuen Coaches Thomas Doll und gewinnt 2:0. Wüste Beschimpfungen aus den Fanblöcken sind die Folge, auch Weidenfeller, der bei einem Gegentreffer patzte, steht im Kreuzfeuer der Kritik.
Kreuzfeuer der Kritik
Richtig ruhig wurde es beim BVB weder sportlich noch im Umfeld bis zum Ende des Jahres. Nicht unbedingt das beste Pflaster für einen Sportler, der versucht, sich aus dem ersten großen Tief seiner noch jungen Karriere zu ziehen. Doch Weidenfeller rettete sich zusammen mit der gesamten Borussia über den Jahreswechsel und sorgte seitdem nur noch für eins: positive Schlagzeilen.
Drei Jahre ist der ehemalige Junioren-Nationalspieler jetzt beim BVB. Gekommen war er als großes Talent vom 1. FC Kaiserslautern, reihte sich zunächst bei den Amateuren ein, fand dann den Weg auf die Bank und schließlich, nach dem Abgang von Jens Lehmann nach London, auf die Position der Nummer eins bei der Borussia. Der damalige Coach Matthias Sammer vertraute auf den Youngster, der bis dato vor allem mit seinem unbändigen Ehrgeiz und einer durchaus kessen Lippe aufgefallen war. 'Es gab eine Phase in meiner Karriere, da habe ich zu viel erzählt. Gut, dass ich dafür was auf die Mütze bekommen habe. Für meine persönliche Entwicklung war das sehr wichtig. Es hätte vielleicht nicht ganz so deftig sein müssen', weiß auch Weidenfeller im Rückblick.
'Kampf mit mir selber geführt'
Heftig war sicherlich auch die Zurückstufung hinter den erfahrenen Warmuz, als Weidenfeller den Erwartungen nicht stand halten konnte und zum Unsicherheitsfaktor in einer verunsicherten Mannschaft wurde. Weidenfeller: 'Das zu ertragen, war enorm schwierig. Ich habe einen Kampf mit mir selber geführt, weil ich mich nur allein aus dieser Situation rausziehen konnte. Diesen Kampf habe ich gewonnen. Mein Wille hat sich durchgesetzt.'
Wie groß dieser Wille ist, bekam vor zwei Monaten auch Dortmunds Erzrivale Schalke 04 zu spüren. Mit einer absoluten Weltklasse-Leistung sorgte Weidenfeller dafür, dass der BVB nach 14 Pflichtspielen erstmals wieder gegen die 'Knappen' gewann – und das in der Höhle des Löwen. 'Ich finde für ihn keine Superlativen
mehr. Er hält derzeit gigantisch', meinte Nationalspieler Christian Wörns anschließend und adelte damit seinen jungen Keeper.
Lob von höchster Stelle
Nach dem Höhenflug in der Rückrunde hat sich Weidenfeller fürs kommende Jahr einiges vorgenommen. Natürlich mit dem BVB - 'Ich habe mich für den BVB entschieden, weil hier die Perspektive stimmt -, aber auch die Nationalmannschaft hat er kurz vor seinem 25. Geburtstag fest im Blick: 'Die WM wäre ein absoluter Traum. Für jeden Fußballer.' Die starken Vorstellungen der letzten Monate dürften Bundestrainer Jürgen Klinsmann nicht entgangen sein. Den Ehrgeiz und den Willen, sich mit den Besten der Besten zu messen, hat Roman Weidenfeller schon jetzt. Jetzt fehlt eigentlich nur noch die richtige Chance.
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