Ausm Kicker- ich glaub der kommt nimmer zu uns
Hamburg: Der Poker um den Stürmer - Nur über den Preis geht was
Fünf Fragen zu Sanogo
Der Karren scheint festgefahren. Bremen und Stuttgart wollen Boubacar Sanogo, der selbst schwankt. Der HSV will ihn behalten - noch.
Boubacar Sanogo
"Ich habe etwas Angst, wie das weiterläuft": Boubacar Sanogo ist gespalten.
© imago Zoomansicht
Was macht Sanogo so begehrt?
Wuchtige, kopfballstarke Zentralstürmer wie Sanogo sind selten. Die positiven Eindrücke rühren vor allem aus der Zeit in Kaiserslautern. Dort brillierte er trotz 1,87 Metern Größe mit seiner Ballbehandlung, Leichtfüßigkeit, Blick für Mitspieler - und Tordrang. Spielstark, beweglich und cool im Abschluss begann er auch in Hamburg, ehe er mit seinem Klub in die Krise stürzte.
Wer sind die Interessenten?
Bremen buhlt um den Ivorer als vom Spielertyp her möglichen Klose-Ersatz. In Stuttgart wäre Sanogo sportlich wie finanziell die Alternativlösung zum umworbenen Ciprian Marica (Donezk).
Wie verhält sich der HSV?
Huub Stevens wertet das Interesse der Konkurrenz als Indiz, wie rar Akteure wie Sanogo auf dem Markt sind. Also, so der Trainer, solle man sich glücklich schätzen, ihn in den Reihen zu haben. "Wir planen mit ihm", bestätigt Sportchef Dietmar Beiersdorfer. Klare Ansagen, doch wie meistens gibt es eine Schmerzgrenze. Nach kicker-Informationen soll Hamburg sie intern noch rund eine Million höher angesetzt haben als die bislang kolportierten fünf Millionen Euro. Der sportliche Wert Sanogos für den HSV lässt sich derweil erst genauer bestimmen, wenn Stevens sein System festgelegt hat. In einem 4-4-2 wäre wohl Platz für den 24-Jährigen. Agiert der HSV jedoch mit einem einzigen Angreifer (Zidan) und einem "um diesen herum" spielenden Rafael van der Vaart, wäre im aktuellen Kader ein Stürmer zu viel an Bord...
Was sagt der Betroffene selbst?
zum Thema
Liga
1. Bundesliga
Vereinsinfo
Hamburger SV
Trainersteckbrief
Huub Stevens
Spielersteckbrief
Boubacar Sanogo
Sanogo ist innerlich gespalten, entsprechend seine Kommentare. Hier bemüht er sich um Loyalität gegenüber dem Verein, der ihm Rückendeckung gibt und wo er immerhin noch bis 2009 unter Vertrag steht. "Eigentlich will ich bleiben. Aber man kann nie wissen." Dort lockt die Aussicht auf einen Neustart. Denn: Schmerzlich sind die Erfahrungen des empfindsamen Spielers aus dem vorigen Jahr, als ihn Teile der eigenen Fans auspfiffen. "Ich habe etwas Angst, wie das weiterläuft. Finden wir eine Lösung, ist es besser zu gehen."
Wie endet der Poker?
Die aktuelle Summe ist für Stuttgart, das vor einem Jahr 2,5Millionen für Sanogo an Lautern zahlen wollte, indiskutabel und auch Bremen zu hoch. Der HSV hat seine Position eingenommen, nur über den Preis könnte sich nun etwas bewegen. Lenken die Hamburger noch ein, würden sie wohl mindestens die 3,8 Millionen, die sie 2006 ausgaben, zurück wollen. Ein Signal zur Verhandlungsbereitschaft, auf das die Interessenten warten, gibt es bisher nicht.
Michael Richter