Zu Gast bei Bürokraten
Westerwelle kann sein Ticket nicht krebskranken Kindern geben
VON KNUT PRIES (BERLIN)
Dem strengen Ticket-Regiment des DFB ist auch eine löbliche karitative Idee des FDP-Vorsitzenden Guido Westerwelle zum Opfer gefallen. Westerwelle gehört zu den Polit-Prominenten, denen das Organisationskomitee der Weltmeisterschaft Ehrenkarten angeboten hat. Am 5. März schrieben Franz Beckenbauer und Horst Schmidt, ihres Zeichens Präsident und Vizepräsident des Organisationskomitees (OK), an den "sehr geehrten Herrn Vorsitzenden" und luden ihn - "auch im Namen der Fifa" - ein, aus einer Liste mit Spielen diejenigen auszuwählen, die er gern besuchen wolle. Westerwelles Fußball-Begeisterung hält sich allerdings in den Grenzen des eigenen Wohnzimmers. Ins Stadion drängt ihn wenig.
"Mir persönlich reicht es, vor dem Fernsehschirm mit der deutschen Fußballnationalmannschaft mitzufiebern", teilte er den Herren Beckenbauer und Schmidt mit, verband die Absage aber mit einem Alternativ-Vorschlag: Ob es nicht möglich sei, Patienten aus einer Berliner Tagesklinik für krebskranke Kinder, die Westerwelle zu ihren Unterstützern zählt, an seiner Stelle den Besuch bei einem Weltmeisterschaftsspiel zu spendieren. "Ich wäre Ihnen dankbar, wenn mir mitgeteilt werden könnte, ob diese Übertragung möglich ist oder nicht."
Das ist sie nicht, beschied Schmidt den FDP-Vorsitzenden. Die Vergabe der Ehrenkarten folge nämlich einem Protokoll-Konzept, das genau vorschreibe, wer für die VIP-Tickets in Frage komme. "Die Einladungen wurden von unserem Präsidenten Franz Beckenbauer sowie unseres 1. Vizepräsidenten persönlich ausgesprochen und sind demnach nicht übertragbar."
Ein Wort des Bedauerns mochte sich OK-Vizepräsident Horst Schmidt in diesem Zusammenhang ebenso wenig abringen wie eine Idee, auf welchem sonstigen Wege man vielleicht dem ein oder anderen kranken Kind den Wunsch nach einem Besuch im Stadion erfüllen könne. Stattdessen schloss der Brief mit der Ermahnung an den Adressaten, die angebotenen Tickets "ausschließlich für den eigenen Gebrauch zu verwenden".
www.fr-aktuell.de
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Da hat dieser Politiker endlich mal eine gute Idee und dann kommt die Fifa und legt ihr Veto ein.
Als ob es zwei Kategorien von Menschen gibt. Auf der einen Seite der sogenannte "VIP" (wo ist Westerwelle wichtig? Wo sind andere "VIPs" wichtig?) und auf der anderen Seite der Normalo...
Mir geht grad echt die Pumpe vor Wut
Westerwelle kann sein Ticket nicht krebskranken Kindern geben
VON KNUT PRIES (BERLIN)
Dem strengen Ticket-Regiment des DFB ist auch eine löbliche karitative Idee des FDP-Vorsitzenden Guido Westerwelle zum Opfer gefallen. Westerwelle gehört zu den Polit-Prominenten, denen das Organisationskomitee der Weltmeisterschaft Ehrenkarten angeboten hat. Am 5. März schrieben Franz Beckenbauer und Horst Schmidt, ihres Zeichens Präsident und Vizepräsident des Organisationskomitees (OK), an den "sehr geehrten Herrn Vorsitzenden" und luden ihn - "auch im Namen der Fifa" - ein, aus einer Liste mit Spielen diejenigen auszuwählen, die er gern besuchen wolle. Westerwelles Fußball-Begeisterung hält sich allerdings in den Grenzen des eigenen Wohnzimmers. Ins Stadion drängt ihn wenig.
"Mir persönlich reicht es, vor dem Fernsehschirm mit der deutschen Fußballnationalmannschaft mitzufiebern", teilte er den Herren Beckenbauer und Schmidt mit, verband die Absage aber mit einem Alternativ-Vorschlag: Ob es nicht möglich sei, Patienten aus einer Berliner Tagesklinik für krebskranke Kinder, die Westerwelle zu ihren Unterstützern zählt, an seiner Stelle den Besuch bei einem Weltmeisterschaftsspiel zu spendieren. "Ich wäre Ihnen dankbar, wenn mir mitgeteilt werden könnte, ob diese Übertragung möglich ist oder nicht."
Das ist sie nicht, beschied Schmidt den FDP-Vorsitzenden. Die Vergabe der Ehrenkarten folge nämlich einem Protokoll-Konzept, das genau vorschreibe, wer für die VIP-Tickets in Frage komme. "Die Einladungen wurden von unserem Präsidenten Franz Beckenbauer sowie unseres 1. Vizepräsidenten persönlich ausgesprochen und sind demnach nicht übertragbar."
Ein Wort des Bedauerns mochte sich OK-Vizepräsident Horst Schmidt in diesem Zusammenhang ebenso wenig abringen wie eine Idee, auf welchem sonstigen Wege man vielleicht dem ein oder anderen kranken Kind den Wunsch nach einem Besuch im Stadion erfüllen könne. Stattdessen schloss der Brief mit der Ermahnung an den Adressaten, die angebotenen Tickets "ausschließlich für den eigenen Gebrauch zu verwenden".
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Da hat dieser Politiker endlich mal eine gute Idee und dann kommt die Fifa und legt ihr Veto ein.
Als ob es zwei Kategorien von Menschen gibt. Auf der einen Seite der sogenannte "VIP" (wo ist Westerwelle wichtig? Wo sind andere "VIPs" wichtig?) und auf der anderen Seite der Normalo...
Mir geht grad echt die Pumpe vor Wut