Ein Fußballplatz voller Atommüll
Von Sebastian Knauer
In Gorleben warten Tausende Demonstranten auf die Ankunft des Castors. Sie protestieren vor allem gegen Pläne, aus dem Zwischen- ein Endlager zu machen. Nach Einschätzung der Internationalen Atombehörde wäre ein deutsches Endlager entscheidend für die Zukunft der hiesigen Kernkraftwerke.
Hamburg - Die Kundgebungsteilnehmer versammelten sich rund drei Kilometer entfernt vom Zwischenlager Gorleben im Kreis Lüchow-Dannenberg und forderten mit Spruchbändern und Aktionen zum Stopp der Castor-Transporte auf. Die Proteste verliefen nach Polizeiangaben zunächst friedlich. Der nunmehr zehnte Transport mit Atommüll aus der französischen Wiederaufarbeitungsanlage in La Hague wird in Gorleben für spätestens Montag erwartet.
Bei teils strömendem Regen machten Atomgegner mit Musik, Infoständen und Aktionen - unter anderem marschierte eine "Clowns-Armee" auf - auf ihr Anliegen aufmerksam. Für den Nachmittag war ein Protestzug vom Ort Gorleben zum Zwischenlager geplant. Zu den Protesten hatten verschiedene Gruppen und Politiker, darunter Grünen-Chef Reinhard Bütikofer, aufgerufen.
Die Grünen-Europaabgeordnete Rebecca Harms sagte im NDR: "Dieser Salzstock Gorleben ist als Endlager für radioaktiven Müll nicht geeignet, und wenn diese Castor-Transporte weiter nach Gorleben durchgeführt werden, der Atommüll dort oberirdisch zwischengelagert wird, dann geht es nach wie vor darum, oberirdisch Tatsachen zu schaffen für die Inbetriebnahme dieses meiner Meinung nach ungeeigneten Endlagers."
Die Einrichtung eines deutschen Endlagers wird nach Einschätzung der Internationalen Atomenergie-Organisation (IAEA) wesentlich über den Weiterbetrieb der hiesigen Kernkraftwerke entscheiden. Weder für Gorleben noch für andere Standorte stellen die Nuklearexperten jedoch "entscheidende Fortschritte" fest.
"Eine gesicherte Entsorgung im Inland", sagt Didier Louvat, Chef der IAEA-Abteilung für die Sicherheit nuklearer Abfälle, "ist ein Schlüsselfaktor für den Ausbau der Kernenergie". Nach einer internen IAEA-Beurteilung gibt es zwar für die in Schweden, Finnland, Frankreich und den USA erkundeten Endlagerstandorte "positive Erkenntnisse". Bei den in anderen Ländern, darunter Deutschland, erforschten geologischen Formationen sieht die in Wien ansässige Behörde dagegen noch "keinen eindeutigen Fortschritt".
Ob der Salzstock Gorleben für die sichere Einlagerung der bislang aus der französischen Aufarbeitungsanlage La Hague angelieferten 75 Castoren mit hochradioaktiven Müll taugt, sei, so die IAEA-Einschätzung, "nicht nachgewiesen".
Trotz des Ausstiegsbeschlusses der Bundesregierung wird von Konzernen und Unionspolitikern ein Weiterbetrieb über das Jahr 2021 hinaus gefordert. Insgesamt geht IAEA-Generaldirektor Mohammed al-Baradei weltweit von einem Ausbau der Kernenergie "aus ökonomischen und ökologischen Gründen" des Klimaschutzes aus. Im "High Projection"-Szenario der Atombehörde steigt die Stromproduktion aus Nuklearanlagen bis 2030 gegenüber 2004 um 74 Prozent.
Die derzeit weltweit 442 Kernkraftwerke produzieren allerdings jährlich mehrere tausend Tonnen hochradioaktiven Abfall, der einen Fußballplatz anderthalb Meter hoch bedecken würde. Trotz jahrzehntelanger Nutzung der Kernenergie ist weltweit bis heute kein einziges Endlager für stark strahlende Stoffe in Betrieb, auch in den USA gibt es bislang nur Absichtserklärungen für ein nationales Endlager im Yucca Mountain von Nevada, das dem aktuellen Zeitplan zufolge frühestens 2017 in Betrieb gehen wird. "Die Entsorgung ist ein kritischer Punkt für die Nuklearindustrie", urteilt IAEA-Sprecher Peter Rickwood.
Mit Material von Reuters und AFP
http://www.spiegel.de/politik/deutschland/0,1518,447896,00.htmlhttp://www.spiegel.de/politik/deutschland/0,1518,447896,00.html
Mir läuft es bei dem Gedanken, dass meine Enkel mich in 50 Jahren mal fragen, was wir damals mit der guten, alten Erde gemacht haben, immer wieder kalt über den Rücken.
Schade das wir in Deutschland keine Ureinwohner haben...sonst könnten wir einfach auf deren Gebieten auf Endlagersuche gehen......sorry, aber ein wenig Sarkasmus muss sein...
Von Sebastian Knauer
In Gorleben warten Tausende Demonstranten auf die Ankunft des Castors. Sie protestieren vor allem gegen Pläne, aus dem Zwischen- ein Endlager zu machen. Nach Einschätzung der Internationalen Atombehörde wäre ein deutsches Endlager entscheidend für die Zukunft der hiesigen Kernkraftwerke.
Hamburg - Die Kundgebungsteilnehmer versammelten sich rund drei Kilometer entfernt vom Zwischenlager Gorleben im Kreis Lüchow-Dannenberg und forderten mit Spruchbändern und Aktionen zum Stopp der Castor-Transporte auf. Die Proteste verliefen nach Polizeiangaben zunächst friedlich. Der nunmehr zehnte Transport mit Atommüll aus der französischen Wiederaufarbeitungsanlage in La Hague wird in Gorleben für spätestens Montag erwartet.
Bei teils strömendem Regen machten Atomgegner mit Musik, Infoständen und Aktionen - unter anderem marschierte eine "Clowns-Armee" auf - auf ihr Anliegen aufmerksam. Für den Nachmittag war ein Protestzug vom Ort Gorleben zum Zwischenlager geplant. Zu den Protesten hatten verschiedene Gruppen und Politiker, darunter Grünen-Chef Reinhard Bütikofer, aufgerufen.
Die Grünen-Europaabgeordnete Rebecca Harms sagte im NDR: "Dieser Salzstock Gorleben ist als Endlager für radioaktiven Müll nicht geeignet, und wenn diese Castor-Transporte weiter nach Gorleben durchgeführt werden, der Atommüll dort oberirdisch zwischengelagert wird, dann geht es nach wie vor darum, oberirdisch Tatsachen zu schaffen für die Inbetriebnahme dieses meiner Meinung nach ungeeigneten Endlagers."
Die Einrichtung eines deutschen Endlagers wird nach Einschätzung der Internationalen Atomenergie-Organisation (IAEA) wesentlich über den Weiterbetrieb der hiesigen Kernkraftwerke entscheiden. Weder für Gorleben noch für andere Standorte stellen die Nuklearexperten jedoch "entscheidende Fortschritte" fest.
"Eine gesicherte Entsorgung im Inland", sagt Didier Louvat, Chef der IAEA-Abteilung für die Sicherheit nuklearer Abfälle, "ist ein Schlüsselfaktor für den Ausbau der Kernenergie". Nach einer internen IAEA-Beurteilung gibt es zwar für die in Schweden, Finnland, Frankreich und den USA erkundeten Endlagerstandorte "positive Erkenntnisse". Bei den in anderen Ländern, darunter Deutschland, erforschten geologischen Formationen sieht die in Wien ansässige Behörde dagegen noch "keinen eindeutigen Fortschritt".
Ob der Salzstock Gorleben für die sichere Einlagerung der bislang aus der französischen Aufarbeitungsanlage La Hague angelieferten 75 Castoren mit hochradioaktiven Müll taugt, sei, so die IAEA-Einschätzung, "nicht nachgewiesen".
Trotz des Ausstiegsbeschlusses der Bundesregierung wird von Konzernen und Unionspolitikern ein Weiterbetrieb über das Jahr 2021 hinaus gefordert. Insgesamt geht IAEA-Generaldirektor Mohammed al-Baradei weltweit von einem Ausbau der Kernenergie "aus ökonomischen und ökologischen Gründen" des Klimaschutzes aus. Im "High Projection"-Szenario der Atombehörde steigt die Stromproduktion aus Nuklearanlagen bis 2030 gegenüber 2004 um 74 Prozent.
Die derzeit weltweit 442 Kernkraftwerke produzieren allerdings jährlich mehrere tausend Tonnen hochradioaktiven Abfall, der einen Fußballplatz anderthalb Meter hoch bedecken würde. Trotz jahrzehntelanger Nutzung der Kernenergie ist weltweit bis heute kein einziges Endlager für stark strahlende Stoffe in Betrieb, auch in den USA gibt es bislang nur Absichtserklärungen für ein nationales Endlager im Yucca Mountain von Nevada, das dem aktuellen Zeitplan zufolge frühestens 2017 in Betrieb gehen wird. "Die Entsorgung ist ein kritischer Punkt für die Nuklearindustrie", urteilt IAEA-Sprecher Peter Rickwood.
Mit Material von Reuters und AFP
http://www.spiegel.de/politik/deutschland/0,1518,447896,00.htmlhttp://www.spiegel.de/politik/deutschland/0,1518,447896,00.html
Mir läuft es bei dem Gedanken, dass meine Enkel mich in 50 Jahren mal fragen, was wir damals mit der guten, alten Erde gemacht haben, immer wieder kalt über den Rücken.
Schade das wir in Deutschland keine Ureinwohner haben...sonst könnten wir einfach auf deren Gebieten auf Endlagersuche gehen......sorry, aber ein wenig Sarkasmus muss sein...