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Aus der Rheinpfalz vom 21. Dez 06:
Die „Teufelchen" gehen lieber fremd
FUSSBALL: Heimstärke auf dem Wunschzettel der FCK-A-Junioren - Sascha Kotysch Senkrechtstarter des Tabellendritten
Von unserem Mitarbeiter Fabian Müller
Wenn der Weihnachtsmann an Heiligabend an die Haustür von Steven Dooley klopft, wird ihm vermutlich ein fröhlicher, aber kein wunschlos glücklicher Trainer der U19-Fußballer des 1. FC Kaiserslautern öffnen: Nach sieben Siegen, zwei Unentschieden und vier Niederlagen kann der Coach mit Platz drei und der ersten Saisonhälfte in der Junioren-Bundesliga Süd/Südwest dennoch hochzufrieden sein.
Die angesichts der sehr jungen Mannschaft ausgezeichnete und so nicht erwartete Tabellenkonstellation lässt für die Rückserie einiges erhoffen, täuscht jedoch auch ein wenig über die Schwächen hinweg.
Dooley relativiert dies zwar mit einem Verweis auf die grundsätzlich fehlende Konstanz im Juniorenbereich, trotzdem gilt es für ihn und seinen Co-Trainer Michael Rodenbusch, die vorhandenen Makel bis zum Wiederauftakt gegen den FC Bayern am 18. Februar so gut wie möglich auszumerzen. Auf der Agenda - und vielleicht auch auf Dooleys Weihnachts-Wunschzettel - stehen muss dabei vor allem die Heimschwäche: Nur zweimal in sieben Spielen, gegen Hoffenheim und Fürth, verließen die FCK-Junioren den Platz als Sieger.
Dennoch: Der hart umkämpfte 2:1-Erfolg im letzten Vorrundenspiel gegen die Spielvereinigung aus Franken, bei dem die „Roten Teufel" erstmals zu Hause einen Rückstand wettmachten, war ein Schritt in die richtige Richtung. Zuvor trennte man sich lediglich unentschieden vom Südwest-Rivalen FSV Mainz 05 (1:1) und vom SSV Reutlingen (0:0); in den Heimspielen gegen Stuttgart und Freiburg setzte es jeweils eine 0:1-Niederlage.
1:7 gegen 1860 absoluter Tiefpunkt
Auch den absoluten Tiefpunkt der Vorrunde „durften" die Heim-Zuschauer hautnah miterleben: Am siebten Spieltag kam es zum Aufeinandertreffen des FCK mit den Münchner „Löwen", deren Anhänger ja bekanntermaßen seit langer Zeit eine Fan-Freundschaft mit ihren pfälzischen Pendants pflegen. Doch der TSV zeigte sich wenig freundschaftlich und schenkte den Lauterern beim 7:1 kräftig ein. Wie in einigen anderen zeigte sich auch in dieser Partie das zweite pfälzische Problem: die manchmal teuflisch schwache Chancenauswertung. Mit mageren 16:15 Toren, aber 23 Zählern sind die FCK-Talente zwar ein Musterbeispiel an Effizienz, dennoch mussten sich vor allem die Angreifer immer wieder auch des Trainers Kritik anhören.
Die interne Torjägerliste führt Vllaznim Dautaj mit vier Treffern vor Verteidiger Patrick Wolf (drei) an. Erst danach folgen mit Mario Diehl (zwei), Sturmhüne Christian Henel und Ajdin Zeric (je ein Tor) die weiteren Offensivleute.
So schwach die „Abteilung Attacke" teilweise schien, umso stärker ist allerdings die Defensivleistung einzuschätzen. Die Viererkette mit dem Duo Wolf/Meisenheimer im Zentrum machte ihren Job größtenteils sehr ordentlich.
Davor glänzte fünf Spiele lang Kapitän Sascha Kotysch als Strippenzieher auf der „Sechser"-Position, bei Bedarf auch als Innenverteidiger. Der 18-jährige ist mittlerweile aber eine der Stützen in der Regionalligatruppe und kam am vergangenen Freitag beim 2:2-Remis des FCK in Köln sogar zu seinem Zweitligadebüt. Die dadurch vakant gewordene Position in der U19 füllte der offensivere Pinheiro aus, sicherte je nach Bedarf entweder „Zehner" Zeric ab oder organisierte das Mittelfeld im Verbund mit dem verletzungsgeplagten Timo Ritterböck. Und erspielte sich regelmäßig des Trainers Lob.
Großen Anteil an den nur 15 Gegentreffern haben auch die Torhüter, allen voran Tobias Sippel, der natürlich bei Dooley auch hoch im Kurs steht. Der Junioren-Nationalspieler musste in den ersten sechs Partien nur dreimal hinter sich greifen, fällt aber nach einem mehrfachen Kahnbeinbruch noch lange aus. Vertreter Jan Hofmann stabilisierte sich nach der Klatsche gegen 1860 in seiner Leistung und auch U17-Keeper Kevin Trapp sowie der lange verletzte Neuzugang Nico Adami deuteten ihr Potenzial an.
Auswärtsvorliebe „unerklärlich"
Dass der Blick auf die Tabelle trotz der angesprochenen Probleme dennoch so positiv ausfällt, verdanken die Kaiserslauterer ihrer Auswärtsstärke, für die auch der Trainer schon seit Wochen „keinerlei Erklärung" parat hat: Nach der 0:1-Pleite im ersten Spiel bei Bayern München, das mit 13 Zählern Vorsprung die Tabelle anführt, folgten gleich fünf Auswärtssiege in Serie.
Den Triumphen in Karlsruhe und Nürnberg schlossen sich die Siegesfeiern in Burghausen, Ulm und bei den Stuttgarter Kickers an. Nimmt man das Verbandspokalspiel beim FSV Oggersheim (1:0) und das Achtelfinale im DFB-Juniorenpokal bei Energie Cottbus (1:0 nach Verlängerung) mit hinzu, so behielt die Dooley-Elf in sieben (!) Auswärtsspielen hintereinander die Oberhand.
Dooley wohl auch weiter Trainer
Erst vor 14 Tagen im DFB-Pokal-Viertelfinale beim anscheinend zum „Angstgegner" mutierten TSV 1860 München setzte es für den Pokalsieger von 2003 nach dreieinhalb Monaten die erste Auswärtspleite (1:4). Trotz dieses kleinen Rückschlags zum Jahresabschluss können die „Nachwuchsteufel" unter Steven Dooleys Regie auf eine erfolgreiche Halbserie zurückblicken.
Für den ehemaligen Assistenztrainer Dooley, der unmittelbar vor Saisonbeginn für den kurzfristig ausgeschiedenen Chefcoach Michael Dusek in die Bresche sprang, scheint die Betreuung seiner Jungs gemeinsam mit Michael Rodenbusch auch über das Jahresende hinaus weitergehen zu können. Bislang war eine Vollzeitbeschäftigung Dooleys aufgrund beruflicher Verpflichtungen noch fraglich. Laut Uwe Stöver, dem Leiter des FCK-Nachwuchszentrums, ist eine vertragliche Fixierung nun aber nur noch Formsache. Beide Seiten seien sich über eine weitere Zusammenarbeit größtenteils einig.
Mit der Hinrunde seiner Mannschaft ist Trainer Dooley „sehr zufrieden", sieht aber noch Verbesserungspotenzial. Nachdem seine ambitionierte Zielvorgabe - ein Platz im vorderen Drittel mit höchstens drei Punkten Abstand zum Tabellenzweiten - erfüllt wurde und man punktgleich mit dem Zweiten, dem FSV Mainz 05, auf Rang drei liegt, ist für die Rückrunde vielleicht sogar der ganz große Wurf drin: der Sprung in die Endrunde zur deutschen Meisterschaft 2006/2007.
SPERKO / SPERKO
Quelle:
Publikation: DIE RHEINPFALZ
Regionalausgabe: Pfälzische Volkszeitung
Datum: Nr.296
Datum: Donnerstag, den 21. Dezember 2006
Die „Teufelchen" gehen lieber fremd
FUSSBALL: Heimstärke auf dem Wunschzettel der FCK-A-Junioren - Sascha Kotysch Senkrechtstarter des Tabellendritten
Von unserem Mitarbeiter Fabian Müller
Wenn der Weihnachtsmann an Heiligabend an die Haustür von Steven Dooley klopft, wird ihm vermutlich ein fröhlicher, aber kein wunschlos glücklicher Trainer der U19-Fußballer des 1. FC Kaiserslautern öffnen: Nach sieben Siegen, zwei Unentschieden und vier Niederlagen kann der Coach mit Platz drei und der ersten Saisonhälfte in der Junioren-Bundesliga Süd/Südwest dennoch hochzufrieden sein.
Die angesichts der sehr jungen Mannschaft ausgezeichnete und so nicht erwartete Tabellenkonstellation lässt für die Rückserie einiges erhoffen, täuscht jedoch auch ein wenig über die Schwächen hinweg.
Dooley relativiert dies zwar mit einem Verweis auf die grundsätzlich fehlende Konstanz im Juniorenbereich, trotzdem gilt es für ihn und seinen Co-Trainer Michael Rodenbusch, die vorhandenen Makel bis zum Wiederauftakt gegen den FC Bayern am 18. Februar so gut wie möglich auszumerzen. Auf der Agenda - und vielleicht auch auf Dooleys Weihnachts-Wunschzettel - stehen muss dabei vor allem die Heimschwäche: Nur zweimal in sieben Spielen, gegen Hoffenheim und Fürth, verließen die FCK-Junioren den Platz als Sieger.
Dennoch: Der hart umkämpfte 2:1-Erfolg im letzten Vorrundenspiel gegen die Spielvereinigung aus Franken, bei dem die „Roten Teufel" erstmals zu Hause einen Rückstand wettmachten, war ein Schritt in die richtige Richtung. Zuvor trennte man sich lediglich unentschieden vom Südwest-Rivalen FSV Mainz 05 (1:1) und vom SSV Reutlingen (0:0); in den Heimspielen gegen Stuttgart und Freiburg setzte es jeweils eine 0:1-Niederlage.
1:7 gegen 1860 absoluter Tiefpunkt
Auch den absoluten Tiefpunkt der Vorrunde „durften" die Heim-Zuschauer hautnah miterleben: Am siebten Spieltag kam es zum Aufeinandertreffen des FCK mit den Münchner „Löwen", deren Anhänger ja bekanntermaßen seit langer Zeit eine Fan-Freundschaft mit ihren pfälzischen Pendants pflegen. Doch der TSV zeigte sich wenig freundschaftlich und schenkte den Lauterern beim 7:1 kräftig ein. Wie in einigen anderen zeigte sich auch in dieser Partie das zweite pfälzische Problem: die manchmal teuflisch schwache Chancenauswertung. Mit mageren 16:15 Toren, aber 23 Zählern sind die FCK-Talente zwar ein Musterbeispiel an Effizienz, dennoch mussten sich vor allem die Angreifer immer wieder auch des Trainers Kritik anhören.
Die interne Torjägerliste führt Vllaznim Dautaj mit vier Treffern vor Verteidiger Patrick Wolf (drei) an. Erst danach folgen mit Mario Diehl (zwei), Sturmhüne Christian Henel und Ajdin Zeric (je ein Tor) die weiteren Offensivleute.
So schwach die „Abteilung Attacke" teilweise schien, umso stärker ist allerdings die Defensivleistung einzuschätzen. Die Viererkette mit dem Duo Wolf/Meisenheimer im Zentrum machte ihren Job größtenteils sehr ordentlich.
Davor glänzte fünf Spiele lang Kapitän Sascha Kotysch als Strippenzieher auf der „Sechser"-Position, bei Bedarf auch als Innenverteidiger. Der 18-jährige ist mittlerweile aber eine der Stützen in der Regionalligatruppe und kam am vergangenen Freitag beim 2:2-Remis des FCK in Köln sogar zu seinem Zweitligadebüt. Die dadurch vakant gewordene Position in der U19 füllte der offensivere Pinheiro aus, sicherte je nach Bedarf entweder „Zehner" Zeric ab oder organisierte das Mittelfeld im Verbund mit dem verletzungsgeplagten Timo Ritterböck. Und erspielte sich regelmäßig des Trainers Lob.
Großen Anteil an den nur 15 Gegentreffern haben auch die Torhüter, allen voran Tobias Sippel, der natürlich bei Dooley auch hoch im Kurs steht. Der Junioren-Nationalspieler musste in den ersten sechs Partien nur dreimal hinter sich greifen, fällt aber nach einem mehrfachen Kahnbeinbruch noch lange aus. Vertreter Jan Hofmann stabilisierte sich nach der Klatsche gegen 1860 in seiner Leistung und auch U17-Keeper Kevin Trapp sowie der lange verletzte Neuzugang Nico Adami deuteten ihr Potenzial an.
Auswärtsvorliebe „unerklärlich"
Dass der Blick auf die Tabelle trotz der angesprochenen Probleme dennoch so positiv ausfällt, verdanken die Kaiserslauterer ihrer Auswärtsstärke, für die auch der Trainer schon seit Wochen „keinerlei Erklärung" parat hat: Nach der 0:1-Pleite im ersten Spiel bei Bayern München, das mit 13 Zählern Vorsprung die Tabelle anführt, folgten gleich fünf Auswärtssiege in Serie.
Den Triumphen in Karlsruhe und Nürnberg schlossen sich die Siegesfeiern in Burghausen, Ulm und bei den Stuttgarter Kickers an. Nimmt man das Verbandspokalspiel beim FSV Oggersheim (1:0) und das Achtelfinale im DFB-Juniorenpokal bei Energie Cottbus (1:0 nach Verlängerung) mit hinzu, so behielt die Dooley-Elf in sieben (!) Auswärtsspielen hintereinander die Oberhand.
Dooley wohl auch weiter Trainer
Erst vor 14 Tagen im DFB-Pokal-Viertelfinale beim anscheinend zum „Angstgegner" mutierten TSV 1860 München setzte es für den Pokalsieger von 2003 nach dreieinhalb Monaten die erste Auswärtspleite (1:4). Trotz dieses kleinen Rückschlags zum Jahresabschluss können die „Nachwuchsteufel" unter Steven Dooleys Regie auf eine erfolgreiche Halbserie zurückblicken.
Für den ehemaligen Assistenztrainer Dooley, der unmittelbar vor Saisonbeginn für den kurzfristig ausgeschiedenen Chefcoach Michael Dusek in die Bresche sprang, scheint die Betreuung seiner Jungs gemeinsam mit Michael Rodenbusch auch über das Jahresende hinaus weitergehen zu können. Bislang war eine Vollzeitbeschäftigung Dooleys aufgrund beruflicher Verpflichtungen noch fraglich. Laut Uwe Stöver, dem Leiter des FCK-Nachwuchszentrums, ist eine vertragliche Fixierung nun aber nur noch Formsache. Beide Seiten seien sich über eine weitere Zusammenarbeit größtenteils einig.
Mit der Hinrunde seiner Mannschaft ist Trainer Dooley „sehr zufrieden", sieht aber noch Verbesserungspotenzial. Nachdem seine ambitionierte Zielvorgabe - ein Platz im vorderen Drittel mit höchstens drei Punkten Abstand zum Tabellenzweiten - erfüllt wurde und man punktgleich mit dem Zweiten, dem FSV Mainz 05, auf Rang drei liegt, ist für die Rückrunde vielleicht sogar der ganz große Wurf drin: der Sprung in die Endrunde zur deutschen Meisterschaft 2006/2007.
SPERKO / SPERKO
Quelle:
Publikation: DIE RHEINPFALZ
Regionalausgabe: Pfälzische Volkszeitung
Datum: Nr.296
Datum: Donnerstag, den 21. Dezember 2006