Die Schaltzentralen im defensiven und offensiven Mittefeld scheinen beim FCK vergeben
Achse Sforza - Skela
Grenchen (osp). Seine erste Testspiel-Niederlage als Cheftrainer des Fußball-Bundesligisten 1. FC Kaiserslautern hat etwas Positives für Michael Henke. „Viel schlauer" sei er nach dem 1:2 am Freitag beim Uhren-Cup in der Schweiz gegen Young Boys Bern gewesen. Der FCK wurde hinter Bern Zweiter.
„Ich habe hier im Kurztrainingslager sehr wertvolle Erkenntnisse gesammelt. Wir hatten ideale Bedingungen und zwei sehr gute Testspiele, die für uns zu früh kamen, aber sehr aufschlussreich waren", resümierte der Fußball-Lehrer die vier Tage in der Schweiz. Wichtig sei für ihn gewesen, 22 der 23 mitgereisten Akteure im Spiel zu sehen. Deshalb pflegte der ehemalige Hitzfeld-Assistent in der zweiten Vorbereitungswoche die Extrem-Rotation. Allein Torwart Thomas Ernst wurde in den beiden Uhren-Cup-Spielen gegen den FC Basel (2:0) und Young Boys Bern (1:2) vorsichtshalber geschont.
Gesehen hat Henke am Freitag gegen Bern, dass die aus Testgründen völlig neu formierte Viererkette mit den drei Jung-Dachsen Michael Lehmann, Fabian Schönheim und Daniel Damm sowie Ingo Hertzsch beim Berner Blitztor in Minute eins ganz und gar nicht auf dem Posten war und mit einer langen, hohen Rechtsflanke simpel zu düpieren war.
Ohne den pausierenden Neuzugang Ervin Skela als quicklebendigen Impulsgeber im offensiven Mittelfeld lahmte das Lauterer Spiel sichtlich - abgesehen von wenigen die Berner überraschenden Kombinationen. Etwa als Ciriaco Sforza Stürmer Carsten Jancker mit einem feinen Pass in die Tiefe in Richtung 1:1-Ausgleich schickte. Der 35-jährige Sforza, der es in der kommenden Bundesliga-Saison „denen, die mich schon abgeschrieben haben" noch mal zeigen will, interpretierte seine Rolle im defensiven Mittelfeld in den bisherigen drei Tests sehr zur Zufriedenheit seines Trainers, war Mitinitiator aller drei FCK-Tore in der Schweiz. „Er hat seine Rolle gut ausgefüllt und ergreift durch seine Pässe Initiative im Spiel nach vorne", lobt Henke den Schweizer. Der aus der Nähe von Aarau, 40 Autominuten vom Mannschaftshotel in Studen, stammende Ex-Nationalspieler hat die Tage in der Heimat als Gelegenheit genutzt, Freunde und Familie wiederzusehen.
Sforza als defensiver, Skela als offensiver Kreativer in der Schaltzentrale - das ist ein Modell, das sich Henke gut vorstellen kann und das schon in dieser frühen Trainingsphase dem Spiel der „Roten Teufel" Esprit verliehen hat. Dass auch er - wie Sforza - nach eigener Aussage ein Spielertyp ist, „der Bälle fordert, der ständig den Ball haben will", darin sieht Skela kein Hindernis für das Zusammenspiel der beiden Strategen: „Jeder weiß, was er kann. Seine Erfahrung und sein Sprechen auf dem Platz sind sehr wichtig für uns." Alternativen im offensiven Mittelfeld besitzt der FCK-Coach, testete gegen Bern Jurgen Gjasula in dieser Position (Henke: „ein hochveranlagter Junge"). Der noch verletzte Ferydoon Zandi ist ein weiterer Kandidat.
„Wir müssen flexibel sein", lautet das taktische Credo Henkes. Dazu gehört für ihn das „Verschieben" der Viererkette während des Spiels zur Dreier- oder auch Zweierkette. Der Flexibilität dient auch das Operieren mit „hängenden Spitzen", das sich andeutet. „Man merkt, er legt sehr viel Wert auf Ordnung und Disziplin. Ich glaube, dass er uns weiterbringen wird", sagt Halil Altintop, in der Schweiz mal hängender, mal Stoßstürmer, über seinen neuen Trainer.
Mehr Zeit, an der neuen FCK-Taktik zu feilen, hat Henke ab morgen im Trainingslager in Zeulenroda (Thüringen). Trotz einer am Freitag erlittenen und gestern diagnostizierten schweren Prellung am Sprunggelenk soll Michael Lehmann mitfahren.
KAMMC / KAMMC
Quelle:
Publikation: Sonntag Aktuell
-- ANSTOSS --
Geläuterte „Chorknaben"
Die Spieler des 1. FC Kaiserslautern und Trainer Michael Henke wissen es. Sie wissen, was die Fans im Fritz-Walter-Stadion ab August von ihnen erwarten. Thomas Riedl, ein Pfälzer Bub, spricht vielen zuletzt tief frustrierten Anhängern aus der Seele, wenn er sagt: „Die Fans wurden in den letzten drei Jahren nicht gerade verwöhnt. Es geht einfach um die Art und Weise, wie wir vor allem zu Hause spielen. Das ist das A und O." Die Mannschaft des 1. FC Kaiserslautern hat in den vergangenen Tagen Zeitungsanzeigen geschaltet, um ihren Fans zu versprechen: „Leute, wir wollen nicht mehr spielen wie Chorknaben. Wir hauen uns voll rein." Riedl hat seinen neuen Mannschaftskameraden Axel Bellinghausen und Ervin Skela, aber auch Michael Henke und Co-Trainer Manfred Rauscher im Mannschaftshotel in der Schweiz - sofern das überhaupt nötig war - erzählt, worum es den Fans geht: Leidenschaft, Kampf und Einsatz. Und Henke weiß, wie wichtig es gerade im kleinen und familiären Kaiserslautern ist, offen auf die Fans zuzugehen. Die ersten Schritte sind also gemacht.
In den ersten zwei Wochen der Ära Henke ist durchaus etwas von Aufbruchsstimmung zu erkennen - obwohl aus Geldgründen personell quantitativ nicht viel machbar war und ist. Skela, Bellinghausen, Rückkehrer Torsten Reuter. Es sieht aus, als sei es das vorerst gewesen mit den Transfers für 2005/2006. Falls Ioannis Amanatidis, der heute zum Fototermin auf dem Betzenberg zurückerwartet wird, dem FCK noch ein Jahr erhalten bleibt. Der beim Uhren-Cup in der Schweiz getestete norwegische Nationalspieler Hassan El Fakiri, ein gebürtiger Marokkaner, ist für Henke „ein interessanter Junge", hat mit Ciriaco Sforza gegen Bern im defensiven Mittelfeld passabel gespielt, zumal er zuvor noch nicht im Training gestanden hatte. Eine Verpflichtung ist aber wohl nur ein Thema, wenn ein Spieler den FCK verlassen sollte. „Ich bin mit der Mischung in der Mannschaft zufrieden, wir haben jetzt auch nicht die Not, unbedingt etwas machen zu müssen", sagt Kaiserslauterns Trainer, für den Sforza, bei Bayern Spieler unter dem Gespann Hitzfeld/Henke, eine Lanze bricht: „Er hat einen erfolgreichen Cheftrainer gehabt, hat viel gelernt, und das zeigt er jetzt. Der Trainer ist sehr gut vorbereitet auf diese Aufgabe." Die Laktatwerte der FCK-Profis zum Trainingsauftakt waren „etwas besser" als zum Ende der letzten Saison, berichtet Henke, der seinen Spielern auf diese Weise attestiert, im Urlaub nicht auf der faulen Haut gelegen zu haben. Ein Anfang in Richtung Leidenschaft. Klar ist aber: Gute Vorbereitung hin oder her, auch erfolgreiche Testspiele bleiben ein Muster ohne Wert, wenn es in der Bundesliga nicht läuft. Der FCK darf nicht verkennen: Zunächst einmal kann es nur gegen den Abstieg gehen.
Kommentar von Oliver Sperk
Quelle: DIE RHEINPFALZ
Achse Sforza - Skela
Grenchen (osp). Seine erste Testspiel-Niederlage als Cheftrainer des Fußball-Bundesligisten 1. FC Kaiserslautern hat etwas Positives für Michael Henke. „Viel schlauer" sei er nach dem 1:2 am Freitag beim Uhren-Cup in der Schweiz gegen Young Boys Bern gewesen. Der FCK wurde hinter Bern Zweiter.
„Ich habe hier im Kurztrainingslager sehr wertvolle Erkenntnisse gesammelt. Wir hatten ideale Bedingungen und zwei sehr gute Testspiele, die für uns zu früh kamen, aber sehr aufschlussreich waren", resümierte der Fußball-Lehrer die vier Tage in der Schweiz. Wichtig sei für ihn gewesen, 22 der 23 mitgereisten Akteure im Spiel zu sehen. Deshalb pflegte der ehemalige Hitzfeld-Assistent in der zweiten Vorbereitungswoche die Extrem-Rotation. Allein Torwart Thomas Ernst wurde in den beiden Uhren-Cup-Spielen gegen den FC Basel (2:0) und Young Boys Bern (1:2) vorsichtshalber geschont.
Gesehen hat Henke am Freitag gegen Bern, dass die aus Testgründen völlig neu formierte Viererkette mit den drei Jung-Dachsen Michael Lehmann, Fabian Schönheim und Daniel Damm sowie Ingo Hertzsch beim Berner Blitztor in Minute eins ganz und gar nicht auf dem Posten war und mit einer langen, hohen Rechtsflanke simpel zu düpieren war.
Ohne den pausierenden Neuzugang Ervin Skela als quicklebendigen Impulsgeber im offensiven Mittelfeld lahmte das Lauterer Spiel sichtlich - abgesehen von wenigen die Berner überraschenden Kombinationen. Etwa als Ciriaco Sforza Stürmer Carsten Jancker mit einem feinen Pass in die Tiefe in Richtung 1:1-Ausgleich schickte. Der 35-jährige Sforza, der es in der kommenden Bundesliga-Saison „denen, die mich schon abgeschrieben haben" noch mal zeigen will, interpretierte seine Rolle im defensiven Mittelfeld in den bisherigen drei Tests sehr zur Zufriedenheit seines Trainers, war Mitinitiator aller drei FCK-Tore in der Schweiz. „Er hat seine Rolle gut ausgefüllt und ergreift durch seine Pässe Initiative im Spiel nach vorne", lobt Henke den Schweizer. Der aus der Nähe von Aarau, 40 Autominuten vom Mannschaftshotel in Studen, stammende Ex-Nationalspieler hat die Tage in der Heimat als Gelegenheit genutzt, Freunde und Familie wiederzusehen.
Sforza als defensiver, Skela als offensiver Kreativer in der Schaltzentrale - das ist ein Modell, das sich Henke gut vorstellen kann und das schon in dieser frühen Trainingsphase dem Spiel der „Roten Teufel" Esprit verliehen hat. Dass auch er - wie Sforza - nach eigener Aussage ein Spielertyp ist, „der Bälle fordert, der ständig den Ball haben will", darin sieht Skela kein Hindernis für das Zusammenspiel der beiden Strategen: „Jeder weiß, was er kann. Seine Erfahrung und sein Sprechen auf dem Platz sind sehr wichtig für uns." Alternativen im offensiven Mittelfeld besitzt der FCK-Coach, testete gegen Bern Jurgen Gjasula in dieser Position (Henke: „ein hochveranlagter Junge"). Der noch verletzte Ferydoon Zandi ist ein weiterer Kandidat.
„Wir müssen flexibel sein", lautet das taktische Credo Henkes. Dazu gehört für ihn das „Verschieben" der Viererkette während des Spiels zur Dreier- oder auch Zweierkette. Der Flexibilität dient auch das Operieren mit „hängenden Spitzen", das sich andeutet. „Man merkt, er legt sehr viel Wert auf Ordnung und Disziplin. Ich glaube, dass er uns weiterbringen wird", sagt Halil Altintop, in der Schweiz mal hängender, mal Stoßstürmer, über seinen neuen Trainer.
Mehr Zeit, an der neuen FCK-Taktik zu feilen, hat Henke ab morgen im Trainingslager in Zeulenroda (Thüringen). Trotz einer am Freitag erlittenen und gestern diagnostizierten schweren Prellung am Sprunggelenk soll Michael Lehmann mitfahren.
KAMMC / KAMMC
Quelle:
Publikation: Sonntag Aktuell
-- ANSTOSS --
Geläuterte „Chorknaben"
Die Spieler des 1. FC Kaiserslautern und Trainer Michael Henke wissen es. Sie wissen, was die Fans im Fritz-Walter-Stadion ab August von ihnen erwarten. Thomas Riedl, ein Pfälzer Bub, spricht vielen zuletzt tief frustrierten Anhängern aus der Seele, wenn er sagt: „Die Fans wurden in den letzten drei Jahren nicht gerade verwöhnt. Es geht einfach um die Art und Weise, wie wir vor allem zu Hause spielen. Das ist das A und O." Die Mannschaft des 1. FC Kaiserslautern hat in den vergangenen Tagen Zeitungsanzeigen geschaltet, um ihren Fans zu versprechen: „Leute, wir wollen nicht mehr spielen wie Chorknaben. Wir hauen uns voll rein." Riedl hat seinen neuen Mannschaftskameraden Axel Bellinghausen und Ervin Skela, aber auch Michael Henke und Co-Trainer Manfred Rauscher im Mannschaftshotel in der Schweiz - sofern das überhaupt nötig war - erzählt, worum es den Fans geht: Leidenschaft, Kampf und Einsatz. Und Henke weiß, wie wichtig es gerade im kleinen und familiären Kaiserslautern ist, offen auf die Fans zuzugehen. Die ersten Schritte sind also gemacht.
In den ersten zwei Wochen der Ära Henke ist durchaus etwas von Aufbruchsstimmung zu erkennen - obwohl aus Geldgründen personell quantitativ nicht viel machbar war und ist. Skela, Bellinghausen, Rückkehrer Torsten Reuter. Es sieht aus, als sei es das vorerst gewesen mit den Transfers für 2005/2006. Falls Ioannis Amanatidis, der heute zum Fototermin auf dem Betzenberg zurückerwartet wird, dem FCK noch ein Jahr erhalten bleibt. Der beim Uhren-Cup in der Schweiz getestete norwegische Nationalspieler Hassan El Fakiri, ein gebürtiger Marokkaner, ist für Henke „ein interessanter Junge", hat mit Ciriaco Sforza gegen Bern im defensiven Mittelfeld passabel gespielt, zumal er zuvor noch nicht im Training gestanden hatte. Eine Verpflichtung ist aber wohl nur ein Thema, wenn ein Spieler den FCK verlassen sollte. „Ich bin mit der Mischung in der Mannschaft zufrieden, wir haben jetzt auch nicht die Not, unbedingt etwas machen zu müssen", sagt Kaiserslauterns Trainer, für den Sforza, bei Bayern Spieler unter dem Gespann Hitzfeld/Henke, eine Lanze bricht: „Er hat einen erfolgreichen Cheftrainer gehabt, hat viel gelernt, und das zeigt er jetzt. Der Trainer ist sehr gut vorbereitet auf diese Aufgabe." Die Laktatwerte der FCK-Profis zum Trainingsauftakt waren „etwas besser" als zum Ende der letzten Saison, berichtet Henke, der seinen Spielern auf diese Weise attestiert, im Urlaub nicht auf der faulen Haut gelegen zu haben. Ein Anfang in Richtung Leidenschaft. Klar ist aber: Gute Vorbereitung hin oder her, auch erfolgreiche Testspiele bleiben ein Muster ohne Wert, wenn es in der Bundesliga nicht läuft. Der FCK darf nicht verkennen: Zunächst einmal kann es nur gegen den Abstieg gehen.
Kommentar von Oliver Sperk
Quelle: DIE RHEINPFALZ