Nachdem das Transferhick-hack mit Ariel beendet ist und ich jetzt auch etwas Zeit hatte mir Gedanken über die ganze Geschichte zu machen, wollte ich mal meine eigene Einschätzung zu diesem Tohuwabohu kund tun.
Ich glaube, dass mehrere Faktoren da reingespielt haben.
Ariel ist noch ein sehr junger Spieler, der mit solchen Situationen keine Erfahrung hat. Hier ging es um seinen ersten Wechsel ins Ausland und somit um einen richtungsweisenden Wechsel.
Der erste Faktor war mit hoher Wahrscheinlichkeit die finanzielle und sportliche Sicherheit.
Ariel hat Lautern und die Bundesliga mit Sicherheit gereizt und deshalb waren wir auch mit in der Verlosung. Was aber gegen Lautern sprach war der Relegationsplatz. Wenn wir am Ende der Saison absteigen hat er finanzielle und sportliche Einbußen, die ihn auch in der Karriere zurückwerfen. In Brügge spielt er sicher 1. Liga, hat gute Chance auf das internationale Geschäft (EL oder CL) und muss sich keine Sorgen darum machen, dass er mit dem neuen Verein „untergeht“.
Problem an der Sache war nur, dass Brügge sich zwischenzeitlich für einen anderen Spieler entschieden hatte und er somit nur noch zum FCK wechseln oder in Warschau bleiben konnte. Da er aber den nächsten Schritt machen wollte, hat er sich für den FCK und die Bundesliga entschieden.
Als man sich dann einig war, hat der FC Brügge wieder sein Interesse angemeldet, weil deren Wunschlösung abgesprungen ist. Somit war die Sicherheitslösung für Ariel wieder verfügbar und deshalb entschied er sich nach Brügge zum Medizincheck zu fahren und diese Lösung zu wählen.
Nachdem er dort ankam und die Bedingungen und das Flair gesehen und gespürt hatte, hat ihm diese Lösung nicht mehr zugesagt. Was genau jetzt den Ausschlag gab wird man wohl so nicht erfahren, aber ich gehe einfach davon aus, dass der Wohlfühlfaktor gefehlt hat.
Deshalb wollte er das Angebot von Lautern annehmen.
Ich bin mir jetzt nicht Sicher ob er vor dem belgischen Medizincheck aufm Betze war (die Aussagen darüber sind unterschiedlich), aber wenn ja, dann hat er gesehen, dass es ihm hier einfach besser gefällt.
Der zweite Faktor ist die Zeit.
Ein weiteres Problem war einfach, dass das Angebot vom FCK am Freitag kam und Brügge kurz danach hinterher zog. Die Transferperiode endet aber schon am Dienstag und deshalb ist eine ausgiebige Prüfung der Vereine nicht mehr möglich gewesen. Brügge und Lautern wollen den Spieler möglichst schnell verpflichten, Warschau ihn möglichst schnell verkaufen, damit sie auch nochmal auf dem Markt aktiv werden und einen Stürmer holen können.
Hätte Ariel mehr Zeit gehabt, dann hätte er sich auf den Weg gemacht, hätte sich den FC Brügge und den FCK angeschaut, mit den Verantwortlichen gesprochen und hätte hinterher entscheiden können, was ihm mehr zusagt. Diese Zeit hatte er aber nicht, weil man von allen Seiten auf einen Abschluss gedrängt hat. Deshalb ist es wohl auch so gelaufen, wie ich oben beschrieben habe.
Am Ende bleibt wohl noch das Fazit.
Ich war nach seinem Interview und der zwischenzeitlichen Absage eigentlich ganz froh, dass er nicht zu uns kommen sollte. Weil ich seine Art nicht Betze-like aufgefasst habe. Man dachte, dass er sich zu gut für den Abstiegskampf und zu scharf auf die Moneten aus Brügge war.
Aber wie ich oben beschrieben habe ging es ihm wohl eher darum, dass er bei Brügge mehr Sicherheiten hatte.
Die letzte Entscheidung war aber eine Emotionale. Er wollte nach Lautern, nicht weil es hier viel Geld gibt, er wollte nach Lautern, nicht weil er hier bei einem Topclub der Liga spielt, er wollte nach Lautern, weil es ihm hier besser gefällt, weil er sich hier wohler fühlt.
Und DAS ist für mich Betze-like und deshalb bekommt er von mir auch seine Chance!