PS: Aleksandar Vukovic hat gesagt, dass Sie in eine bessere Welt treffen. Nur war dieser Weg, dauerte 3tage, lang. Wie viele km sind sie gefahren?
Ariel Borysiuk: Hab ich nicht gezählt. Ich war in Brügge, in Kaiserslautern und bin dann auch hier geblieben. Jetzt bin ich sicher, dass es die richtige Entscheidung war. Wenn ich irgendwann wieder zur Schule zurückkehre, dann habe ich in Erdkunde,in diesem teil europas, keinen der mir das wasser reichen kann.
PS: Sie waren das Thema in den Sportmedien. Vorher war es seltener der Fall, es sei denn in den Boulevardzeitschriften.
Ariel Borysiuk: In unserem Land gibt es wenige Menschen, über die gute gesprochen wird. Wobei ich mich in letzter Zeit nicht über die Medien beklagen kann, ihr habt mich gut behandelt. Das ganze durcheinander im Transferhickhack war nicht meine Absicht. Bitte beachten sie, das es für mich eine neue Erfahrung. Legia wo ich 4einhalb Jahre gespielt habe, war mein einziger Verein, vorher war ich nie woanders. In diesem Klub bin ich groß geworden, es ist mir schwer gefallen Legia zu verlassen. Ich bin nicht sauer auf die Medien, über die kritischen Meinungen, was den Transfer betrifft, das ist euer Job...ansonsten hab ich es hinter mir gelassen, es ist passiert.
PS:Sie waren im Traininglager in der Türkei schlecht gelaunt.
Ariel Borysiuk: Es war schwer für mich. Ich habe zwei interessante Angebote bekommen. Ein klub spielt jedes jahr International und um die Meisterschaft in Belgien, der andere spielt in der Bundesliga. Und wissen sie, die chance auf die Bundesliga muss man sich erarbeiten. Diese Chance habe ich mir bei Legia erarbeitet, einen für mich ganz besondern klub, deswegen habe ich mir so viele gedanken gemacht. Das war für mich eine ganz schwere Entscheidung, das größte problem in meinem leben. Freitag,Samstag und Sonntag, drei Tage lang war ich total gestresst und habe 3Kilo abgenommen. Als ich in Lautern auf die Waage gestiegen bin, wog ich so viel wie damals mit 16. Die ganze Zeit ging mir durch den Kopf, das mir der Meistertitel mit Legia noch fehlt, dann hätte ich in diesem klub alles erreicht. Ich hoffe das meine Freunde es jetzt ohne mich schaffen.
PS: Wieso sind sie nicht zu Brügge gegangen?
Ariel Borysiuk: Als ich dort hingefahren bin, habe ich etwas anderes erwartet als das was ich vorgefunden habe. Hierbei geht es nicht mal um das Stadion, welches ich durch ein loch im Zaun gesehen habe und schon ist mir ein licht aufgegangen. Ich habe ein höheres Niveau was das Organisatorische angeht erwartet. Ich war immer noch spieler von legia, in dem es immer mehr nach Europa aussieht. So hatte ich meine Anforderungen. Hätte ich bei Brügge unterschrieben, hätte ich einen schritt zurück gemacht. Deswegen habe ich meinem Berater gesagt, er solle Kaiserslautern ins Navi eingeben und wir fahren dahin. Ich habe nichts schlimmes getan, wobei der Präsident sich ziemlich geärgert hat(von Brügge), als er meine Entscheidung pro Lautern erfahren hat. Ich habe bei dem ganzen hin und her mehr verloren, da ich so viele km auf mich nehmen musste um das zu sehen was ich vorgefunden habe.
PS: Bei Brügge hättest du mehr verdient.
Ariel Borysiuk: Das stimmt, Brügge hat mir mehr geboten. Ich habe mich aber für weniger geld entschieden, was doch auch irgendwo für mich spricht. Für meinen Berater Mariusz Piekarski auch, ich habe gehört, das viel schlechtes über uns geschrieben wurde. Wichtig war, wo ich mich wohler fühlen werde. Warum soll ich zu Brügge gehen, einen 5jahresvetrag unterschrieben und mich quälen? Darauf wäre es hinausgelaufen. Sollte ich unterschrieben, weil es sich so gehört?? NEIN!
PS: Hatten sie keine angst, das Lautern sie dann nicht mehr will??
Ariel Borysiuk: Dann wäre ich zu Legia zurückgegangen, das ist ja mein herzens Klub. Das das Lautern mich weiterhin wollte, hat ja gezeigt, das ihnen was daran liegt mich zu holen. Ich habe ja geschwankt, aber sie haben gewartet. Die Belgien waren wirklich sauer. Der Vertrag lag schon Unterschriftsreif auf dem Tisch. Wir waren auf dem Weg zum Belgischen Klubpräsidenten um zu unterschreiben, haben aber schlechte Nachrichten für ihn mitgebracht.
PS: Wurdest du in Deutschland mit offenen Armen empfangen oder wollten sie dir den Hals umdrehen?
Ariel Borysiuk: Sie haben mich verstanden. Ein junger Spieler stand zum ersten mal vor einer so großen Entscheidung im Leben und Zeit zur Entscheidung gab es wenig. Hätte sie gesehen wie es mir in Lautern ging und dazu im vergleich in brügge, dann hätten sie zwei verschiedene Borysiuks gesehen! In Lautern waren alle froh, dass ich zurückgekommen bin. Sie haben mich mit Hochachtung(hoffe das ich das richtig übersetzt habe) begrüßt, da war der Präsident, Trainer,Sportdirektor und Artur Platek. Alles wurde schnell geregelt. Medizinische Unetrsuchung, Vertrag. Apropos Untersuchung- in Belgien dauerte diese 7 stunden, davon 6 im krankenhaus, die haben mich auf alles mögliche untersucht. In Kaiserslautern wurde ich nicht so gequält. Ich habe die Geschichte von Fritz Walter kennengelernt. Ein unglaublicher Mensch, eine Legende, wie Kazimierz Deyna von legia.
PS: Haben sie schon die mannschaft getroffen?
Ariel Borysiuk: Alles war super organisiert. Der Präsident hat mich meinen neuen Kollegen vorgestellt. Niemand hat mich schief angeguckt, also ist alles in Ordnung. Sie haben mir sofort das Stadion gezeigt, um dort nicht wegzugehen. Es sieht super aus. Wie bei Legia. Die Stimmung soll Spitze sein. Ich bin gespannt ob sie so super sind wie die fans bei Legia.
PS: Können sie schon was auf deutsch?
Ariel Borysiuk: JA NATÜRLICH! ALLES KLAR! Zur zeit übersetzt mir der Trainer Platek alles. Deutsch ist nicht so schwer, wenn ich mich in Lauter alles eingerichtet habe, beginne ich mit dem deutsch unterricht und werde deutsch sprechen.
PS: Ist es von der Bundesliga leichter in die KADRA zu kommen?
Ariel Borysiuk: Ich glaube schon. Wenn ich hier jede woche von beginn an spiele und meine leistungen bringen werde, dann hat Trainer Smuda weniger argumente um mich nicht zu nominieren. Diese Entscheidung liegt aber bei ihm. Die Nationalelf und EM2012 ist mein Ziel.
PS: Haben sie schon eine Wohnung?
Ariel Boryisuk: Wissen SIe, Ich habe eine Italienische Familie.
PS: Was für eine??
Ariel Borysiuk: Italienisch bedeutet große. Ich muss ein Haus haben. Die Personen in Kaiserslautern, die dafür zuständig sind, sind schon auf der suche. Sie wissen, dass ich viel platz brauche um alle unterzubringen. Ich hoffe das die Suche schnell vorüber geht, da das leben im Hotel auf die Psyche geht. Gut das Ich meine Führerschein Prüfung bestanden habe. Wenn ich nicht mit dem Auto fahren könnte, hätte ich jetzt ein problem.
PS: Geht ihnen nicht durch denen Kopf, dass sie den kampf um die meisterschaft und einzug ins achtelfinale der euroleague, gegen den Abstiegskampf in der BULI eingetauscht haben?
Ariel Borysiuk: Natürlich. Der Abstiegskampf ist Neuland für mich. Mit Legia habe ich immer um die meisterschaft gespielt, jetzt muss ich die einstellung ändern. Jetzt gilt die freude jedem erkämpften punkt, was bei Legia nicht zu denken wäre. Das ist ein Herausforderung. Ich musste etwas neues probieren, damit ich nicht irgendwann bereue, nicht in die Bundesliga gegangen zu sein. Ich weiß das ich immer zurück zu Legia gehen kann.