Interessant an der Geschichte ist, dass es scheinbar von der sportlichen Leitung des fck keine grundsätzliche Erwägung gibt, mit Beda definitiv in die neue Saison starten zu MÜSSEN. Wieviel Ablöse nun zu hoch oder zu niedrig ist, ist schwer zu beurteilen. Für mich sind 600.000-800.000 Euro eigentlich ok, aber da liegen die Meinungen ohnehin weit auseinander.
Es gibt einen Grund, der für eine vorzeitige Trennung spricht: Beda hat nur noch ein Jahr Vertrag, ist danach ablösefrei und wird denke ich so oder so am Ende der kommenden Saison gehen. Bei Nicht-Aufstieg in jedem Fall wegen Erstligaperspektive. Im Aufstiegsfall wird er aber gleichermaßen interessant sein für kleinere bis mittlere Erstligisten, weil er sportlichen Erfolg nachweisen kann und nur sein Gehalt als Kostenfaktor eingeplant werden muss. Es sei denn, er verliert seinen Status als Stammkraft in der nächsten Spielzeit, was trotz seinen letzten durchwachsenden Leistungen nicht wirklich sehr wahrscheinlich ist. Aber mal schaun...
Sehen wir uns die derzeitige Situation der Verpflichtungen an, so geht die Tendenz klar zu langfristiger Planung; Rekdal, Jendrisek und Bernier kommen für drei Jahre! Beda ist, entweder jetzt oder in einem Jahr, kein Thema mehr für den fck, so ist zumindest meine heutige Einschätzung. Ihn abzugeben ist aus wirtschaftlicher Sicht mindestens ansatzweise nachvollziehbar, aus sportlicher Sicht scheint es da auf Seiten von Rekdal und Schjönberg ebenso wenig Gegenwehr zu geben (wenn der Preis stimmt, natürlich). Dies setzt zweifelsohne voraus, dass Beda in dem fussballerischen Konzept von Rekdal keine zentrale Rolle spielt. Das ist eine persönliche und subjektive Interpretation von meiner Seite, aber nicht so ganz von der Hand zu weisen, finde ich.
Beda hat sicherlich einige deutliche Stärken und einige sichtbare Schwächen (wie bei so gut wie jedem Spieler, ob Bundes- oder im relativen Sinne auch Kreisliga). Und Rekdal stellt sich laut seiner Aussagen einen fck vor, der mehr Pressing spielt, mehr die Zweikämpfe in die Hälfte des Gegners verschiebt. Grundsätzlich soll mehr Geschwindigkeit in die Aktionen kommen. Passt Beda in das Konzept hinein oder nicht? Viele reden davon, dass der fck wieder ein Konzept in seine Planung hineinbekommen muss, dass Zu- und Abgänge Hand in Hand gehen sollen mit der Spielweise der Mannschaft. Da muss an und für sich jeder auch theoretisch hinterfragt werden, der momentan aktiv ist, auch unbestrittene Stammkräfte im Team wie z.B. Mathieu.
Und da sehe ich bei Beda als bisher potentiellen Führungsspieler schon deutliche Tendenzen, die eine nahtlose Einbettung in ein offensiveres Spielkonzept zumindest anatzweise in Frage stellen. Wie bereits kurz erwähnt: Beda hat durchaus Stärken im Zweikampfverhalten und im defensiven Kopfballspiel. Sein Stellungsspiel in der Abwehr fand ich nicht immer überragend, vieles konnte er durch gute Zweikampfführung ausgleichen. Die Abwehr stand weitestgehend gut, weil auch mit wenig Risiko nach vorne gespielt wurde. Die Raumdeckung wurde unter Wolf eher defensiv interpretiert. Das hilft jedem IV natürlich sehr, seine Defensivaufgabe entsprechend zu erledigen.
Wir hatten aber auch nicht selten Probleme mit konterstarken Mannschaften, und Beda war für meine Begriffe dann stärker, wenn er die Bälle nicht in seinen Rücken bekam. Genau das sind aber Faktoren, die bei offensiverem Spiel gehäufter auftreten werden.
Ebenso seine Spieleröffnung: das schien mir bei Beda nicht besonders stark letzte Saison. Aus dem Spiel heraus gewonnene Bälle sind beim Pressing auch schnell und direkt in die Spitze zu spielen, damit die ohnehin vorne postierten und pressenden Spieler die Situation auch nutzen können. Da fehlt mir die wirkliche Übersicht bei Beda, eine gewisse Trägheit nach Ballgewinn liegt für mich vor. Offensivräume nutzt er selten, und dann auch nicht immer im richtigen Moment.
Mein Fazit: Beda ist in meinen Augen wie gemalt für tiefstehende Mannschaften. Er hat das Spiel vor sich und bringt passable bis gute Stabilität ins defensive Mannschaftskonzept. Rückt die Abwehr auf, checkt die gesamte Mannschaft vor und spielt gegen den Ball, ist das Risiko für Kontersituationen weit mehr gegeben. Ich will Beda nicht schlecht reden, aber da sehe ich ihn deutlich schwächer an, weil er bei Bällen in den Raum oft nicht gut aussieht, eine höhere Grundschnelligkeit wäre denn auch nicht verkehrt. Und die Spieleröffnung tut sein übriges. Es bringt nichts, bei offensivem, nach vorn verlagertem Spiel ein erhöhtes Risiko einzugehen, wenn man dann nicht bei Ballgewinn die Situation zügig ausnutzt und Räume nach vorn schnell erkennt und nutzt. Wird die Situation nicht genutzt, spielt man wieder gegen eine formierte Abwehr.