Aufbruchstimmung rund um Gradierbau
Im ersten Halbjahr 2009 werden im Dürkheimer Rathaus die Weichen gestellt für eines der größten städtebaulichen Vorhaben für die nächsten Jahrzehnte: die Kurpark-Erweiterung nach Osten, unmittelbar verbunden mit dem Wiederaufbau des Gradierbaus. Das Projekt „Wasser im Kurpark" und eine neue Dürkheim-Therme nebenan im Abtsfronhof könnten später krönende Juwelen sein.
Von Peter Spengler
Startschuss für den Neuaufbau der Saline, die wie berichtet seit Dezember in Eigentum der Stadt ist, soll nach Vorstellung des Bürgermeisters noch im ersten Halbjahr sein, spätestens aber vor den Sommerferien ab Mitte Juli. „Bis Wurstmarkt will ich schon die ersten Balken stehen sehen", machte Wolfgang Lutz im Gespräch mit der RHEINPFALZ ehrgeizige Vorgaben. Ein erster Schritt ist bereits in die Wege geleitet: Der Bauausschuss hat in seiner letzten Sitzung 2008 einen Architekten beauftragt, eine Bauplanung als Basis für das Genehmigungsverfahren anzufertigen und eine erste Kostenschätzung aufzustellen. Der Mann ist Diplom-Ingenieur mit eigenem Büro in Hessen, war in der Vergangenheit bereits für die Staatsbad GmbH, der Vorbesitzerin des Gradierbaus, tätig und bringt laut Lutz reiche Erfahrung aus dem Aufbau von mehr als 20 Gradierwerken mit. Aus seiner Arbeit für die Staatsbad ist das Büro mit der Konstruktion der hiesigen Saline bereits bestens vertraut, was sich für die Stadt beim Honorar ebenso günstig niederschlägt wie die Tatsache, dass der Architekt zugleich Statiker ist. Für den Wiederaufbau sei ja ohnehin vieles vorgegeben, erinnert Lutz: das Fundament samt Sandsteinpfeilern und Wannen sowie die Ausmaße in Länge, Breite und Höhe.
Als Bauzeit rechnet Lutz „ein gutes Jahr". Neueinweihung könnte demnach um Wurstmarkt 2010 sein. Für dieses Jahr sind wie berichtet 2,5 Millionen Euro im städtischen Haushalt eingestellt, das sei nach vorläufiger Schätzung „die Hälfte dessen, was wir am Ende brauchen werden", sagt der Bürgermeister und spricht von fünf Millionen Euro als „Hausnummer". Die zu erwartende Summe aus der Brandversicherung liege bei etwa 4,15 Millionen netto (abhängig von der steuerlichen Einschätzung), wobei die Versicherung auch 80 Prozent des Mehraufwandes für den künftigen Brandschutz übernehme. Ein Teil des Geldes sei allerdings bereits für den Abriss verbraucht worden, „wir werden also schon noch etwas drauflegen müssen."
Unmittelbar verknüpft ist der Wiederaufbau des Gradierwerks mit der Neugestaltung seines direkten Umfeldes. Sie wird zwar erst zu einem späteren Zeitpunkt konkret umgesetzt, für 2009 stehen lediglich Gelder für die Planung bereit. Dennoch muss sie parallel zum Objekt Saline bereits jetzt ein Stück weit vorangetrieben werden. Denn wie die neue Saline künftig im Detail aussehen wird, ist auch abhängig von städtebaulichen Wechselbeziehungen mit dem künftigen Gelände speziell auf der Ostseite.
SPENGLP
Quelle:
Verlag: DIE RHEINPFALZ
Publikation: Bad Dürkheimer Zeitung
Ausgabe: Nr.5
Datum: Mittwoch, den 07. Januar 2009
Seite: Nr.13
"Deep-Link"-Referenznummer: '4503934'
Präsentiert durch DIE RHEINPFALZ Web:digiPaper
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Luftiger und attraktiver
Hintergrund: Für den neuen Gradierbau gibt es diverse Ideen und Optionen
Muss der Gradierbau künftig genauso aussehen wie vor der Brandstiftung? Prinzipiell ja, aber modifizierte Formen sind durchaus denkbar. So lässt sich umreißen, worüber in derzeit noch eher kleinen Zirkeln bereits laut nachgedacht und diskutiert wird.
Grundsätzlich herrscht Konsens in Stadtrat und Verwaltung, die darin mit der deutlichen Mehrheit in der Bevölkerung übereinstimmen, dass das denkmalgeschützte Bauwerk wieder auf voller Länge von 330 Metern und in vorheriger Höhe errichtet wird.
Die alte Blockwirkung dagegen - ein Riegel aus Stein und Holz mit einer undurchdringlich dunklen „Wand" aus Reisig - könnte aufgelockert werden. Etwa durch bewusst offen gelassene Lücken in den Reisigfeldern, die nach Westen gezielt den Blick auf die Stadtsilhouette und einzelne Motive freigeben und nach Osten mehr und länger (Sonnen-) Licht auf den neuen Kurpark ermöglichen. Detailfragen wären dabei, wie viele Durchbrüche insgesamt, wo genau, wie breit oder wie hoch.
Ebenso sind mehr Durchgänge für Fußgänger durch das Steinsäulen-Fundament denkbar als der bisher einzige in der Mitte der Saline; allein um das neue Parkgelände besser zugänglich zu machen und auch die Zuwege-Achsen ins und aus dem Gebiet jenseits der Gutleutstraße logisch anzubinden.
Bisher inhalierte man am Gradierbau von der umlaufenden Holzbalustrade im „Obergeschoss" aus. Jetzt gibt es die Idee eines geschlossenen Inhalatoriums innerhalb des Bauwerks. Es könnte von Glaswänden umschlossen oder zumindest lichtdurchflutet sein und ebenso in einem der ausgesparten Reisigfelder platziert werden wie an der südlichen Stirnseite zum Abtsfronhof hin, um es später eventuell in die Dürkheim-Therme einzubinden, so Lutz.
Eine weitere Gestaltungsidee ist in Zusammenhang mit dem Projekt „Wasser im Kurpark" aufgekommen, mit dem ins Auge gefasst wird, den Isenach-Lauf wieder durch den Kurgarten zu führen (wir berichteten bereits). Der Bach würde dann auch an einer der Längsflanken der Saline entlang und zurück ins alte Bett in Richtung Bruch geleitet. Für solche Vorhaben, die die Aufwertung und Vernetzung von Gewässern verfolgen, wird womöglich schon für dieses Jahr ein Richtlinienprogramm der Europäischen Union mit großzügigen Fördermöglichkeiten erwartet. Es wäre zudem im Sinne der „Aktion Blau" der rheinland-pfälzischen Landesregierung. „Wenn dann aber schon wieder Wasser im Kurpark ist, dann wollen wir es auch dazu nutzen, die Wasserkraft darzustellen, wie sie schon früher für den Betrieb des Gradierwerks genutzt wurde", macht der Bürgermeister deutlich. „Und wenn wir es nur optisch darstellen in musealer Form", meint er. „Das ist sicher ,Kür", aber jeder findet"s gut", so Lutz, der darüber auch schon mit dem Förderverein Gradierbau gesprochen hat. Dessen Salinen-Museum bestand in der Vergangenheit fast ausschließlich aus „starren" Bildern und Gegenständen.
Offen ist bei all dem allerdings auch noch, welche Auflagen und Anliegen sich aus den Gesprächen mit Brandschutzversicherung und der Denkmalpflege für die Stadt ergeben... (psp)
SPENGLP
Quelle:
Verlag: DIE RHEINPFALZ
Publikation: Bad Dürkheimer Zeitung
Ausgabe: Nr.5
Datum: Mittwoch, den 07. Januar 2009
Seite: Nr.13
"Deep-Link"-Referenznummer: '4503935'
Präsentiert durch DIE RHEINPFALZ Web:digiPaper
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Grober Zeitplan
Das zeitliche Gerüst für den Neuaufbau des Gradierbaus und die anfangs parallel laufende Entwurfsplanung für die Kurpark-Erweiterung nach Vorstellung der Stadt.
Januar/Februar 2009: Erstellung der Bauplanung für den Gradierbau; Ausarbeitung von Planskizzen für die Kurpark-Erweiterung durch drei verschiedene Büros; nach Vorberatung im Bauausschuss eventuell Modifizierung der Kurpark-Pläne.
Ende Februar/Anfang März: Beratung im Bauausschuss, danach Beteiligung der Bevölkerung an beiden Projekten in einer Einwohnerversammlung.
April/Mai: Beschluss in Bauausschuss/Stadtrat zur Bauplanung für den Gradierbau sowie Grundsatzbeschluss zur Kurpark-Erweiterung.
Mai/Juni: Ausschreibung der Gewerke für den Gradierbau, parallel dazu Genehmigungsverfahren.
Ende Juni/Mitte Juli: Baubeginn am Gradierbau.
Herbst 2010: Fertigstellung des Gradierbaus.
Noch offen: Beginn und Abschluss der Kurparkerweiterung.
SPENGLP
Quelle:
Verlag: DIE RHEINPFALZ
Publikation: Bad Dürkheimer Zeitung
Ausgabe: Nr.5
Datum: Mittwoch, den 07. Januar 2009
Seite: Nr.13
"Deep-Link"-Referenznummer: '4505177'
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