Internet Fanclub roteteufel.de

This is a sample guest message. Register a free account today to become a member! Once signed in, you'll be able to participate on this site by adding your own topics and posts, as well as connect with other members through your own private inbox!

Der HFC und seine "Fans" - Statement der Mannschaft, des Vereins - Diskussion

  • Ersteller Ersteller Guest
  • Erstellt am Erstellt am
G

Guest

Guest
Uns als Spieler interessiert Euer ganzer ´Ultra-Quatsch´ nicht die Bohne. Gründet doch, wie bei Chemie Leipzig geschehen, Euren eigenen Verein und feuert diesen im wahrsten Sinne des Wortes an, bis ihr auch dort gefeuert werdet... Lasst aber unseren HFC in Ruhe und haut ab! Ihr zerstört alles, was die Vereinsführung in mühevoller Kleinarbeit und wir Sportler mit unseren Leistungen aufgebaut haben. Da Eure Randale in Euren Augen ja nur ´Kinderkram´ ist, machen wir es jetzt eben mit Euch, wie es kleine Kinder nicht anders verdient haben: Wir nehmen Euch Euer Spielzeug einfach weg!



http://www.hallescherfc.de/home.htmlhttp://www.hallescherfc.de/home.html



Andere Spieler anderer Vereine denken mit Sicherheit genau so
 
Musst aber auch mal sehen was dort Spieltag für Spieltag abgeht..... Da sind Bengalos und Rauchbomben noch das aller aller kleinste Übel. Natürlich spielt der Brief (der hier auch an anderer Stelle i-wo schon gepostet wurde) den Gegnern der Ultra-Bewegung jetzt voll in die Karten und gibt ihnen eine neue Basis...
 
großer quatsch ist, dass du die mit ultras generell gleichsetzt
default_wink.png


das beim hfc sind chaoten, keine frage. wenn die mannschaft sie mit "ultras" anspricht, dann ist das bei denen vielleicht so, ist aber in keinster weise übertragbar. diese fangruppen haben mit ultras, selbst wenn es bei dieser bewegung keine einheitliche typologisierung gibt, reichlich wenig zu tun.



das kannste nicht auf "die ultras" übertragen, weil es die schlicht nicht gibt.

ich verweise hier zur lektüre auf (auch wenn er nicht unbedingt der beliebteste ist, aber die arbeit ist wirklich relativ gut) gunter a pilz "wandlungen des zuschauerverhaltens im deutschen profifussball".

besonders der abschnitt über die heterogenität in der ultralandschaft.



edit: ich hoffe du bist mir nicht böse, aber ich füge mal in der überschrift noch ein "ihre" zu, sonst isses nämlich verwirrend und verallgemeindernd.





edit2: @nachschreiberramser: ja, das kam schonmal in nem anderen fred auf. denke aber, das ist durchaus nen eigenen fred wert.



ist meiner meinung nach ne ziemlich mutige sache von der mannschaft. und wenn diese fangruppe dort (ich geb aus o.g. mal keinen überbegriff dazu) sich so unmöglich verhält, find ichs echt gut, wenn die spieler sich zu wort melden. bleibt trotzdem n großes ding. wobei sie mit ihrem unmut völlig recht haben. besonders den teil mit 'farben und wappen mit stolz tragen' fand ich interessant.
 
Erstens mal gab's dazu schon einen Thread und zweitens muß man nicht alle Ultras über einen Kamm scheren. Dass die Spieler von Halle sich über deren Ultras aufregen is logo, denkste Bello ärgert sich über die Lautrer Ultras die nicht prügeln, Sitze rausreißen oder zündeln? Wohl kaum.
 
großer quatsch ist, dass du die mit ultras generell gleichsetzt
default_wink.png

das beim hfc sind chaoten, keine frage. wenn die mannschaft sie mit "ultras" anspricht, dann ist das bei denen vielleicht so, ist aber in keinster weise übertragbar. ......

........



edit: ich hoffe du bist mir nicht böse, aber ich füge mal in der überschrift noch ein "ihre" zu, sonst isses nämlich verwirrend und verallgemeindernd.


Super Post, das spiegelt genau meine Meinung wieder.
 
Also die Situation beim Halleschen FC ist wirklich eine sehr sehr spezielle, das muss man in dieser Situation einfach erkennen und man muss auch sehen, dass es ein direkter Brief an die Anhänger des eigenen Vereins ist und nicht ein Rundumschlag gegen alle Szenen dieser Welt:

Halle ist als Stadt generell schon einmal nicht gerade auf der Sonnenseite und gilt auch sicherlich nicht als Musterknabe beim Aufbau Ost.

Der Hallesche FC hat eine Fanlandschaft die zu starken Teilen auch mit dem rechten Gedankengut nicht auf dem Kriegsfuß steht. Wie man hier so schön sagen würde: "Da rennen schon einige Module rum"

Im vergangenen Jahr gab es beim HFC die "Juden Jena"-Affäre. Der Verein hat damals das Verhalten der Zuschauer lange Zeit abgestritten, bzw. ist nicht offensiv mit dieser Aktion umgegangen, was der Vereinsführung auch negativ ausgelegt wurde.

Die "Fans" des HFC haben knapp eine Woche vor dem Pokalspiel in Frankfurt ziemlich gewütet, dabei waren auch Anhänger der befreundeten Vereine 1.FC Lok und RW Erfurt in die Prügelei verwickelt, weshalb jetzt Stadionverbote verhängt wurden.

Für den HFC geht es im Moment um sehr viel, der Verein ist finanziell nicht auf Rosen gebettet, das heimische Kurt-Wabbel-Stadion ist zwar ein absolut sehenswerter Ground aber auch baufällig und kein zukunftstaugliches Stadion. Die Bemühungen des HFC ein modernes Stadion zu bekommen werden aber durch das Verhalten einiger Zuschauer sehr stark torpediert.

Noch dazu wie gesagt der negative Ruf des Vereins in der Öffentlichkeit. Warum der HFC jetzt Teile des KWS für das Spiel gegen die Leutzscher sperrt ist auch klar: Man möchte eine Stadionsperre verhindern und man möchte weitere Krawalle beim Spiel Chemie Halle gegen Chemie Leipzig verhindern..
 
das ist nicht nur ne meinung, sascha, das ist ne statistisch erhobene sache
default_wink.png


zur erklärung: diese arbeitsgruppe hat nen erwiterten fragebogen an verschiedene ultragruppierungen geschickt (auch wenn nicht alle mitgemacht haben, einige ham mit gemacht. validität ist durchaus gegeben, und da das endergebnis sowieso ist, dass die szene sehr heterogen ist, kann man vermuten, dass wenn mehr mitgemacht hätten, es nur noch mehr unterschiedliche "ausschläge" gegeben hätte).



darunter waren zum beispiel auch viele einschätzungsfragen, wie wichtig bestimmte dinge für die jeweiligen gruppen sind. dabei gings um pyro, konkurrenz, singen, anzahl der stadionbesuche, gewalt, homophobie, politische richtung, gruppenstruktur, alles mögliche. (ist schon n jahr her, dass ichs bearbeitet hab, verzeiht, wenns nicht mehr so ganz frisch ist)

ergebnis: in den einzelnen gruppen wars schon relativ unterschiedlich (besonders nach alter), aber es hing noch halbwegs zusammen. im vergleich von verschiedenen gruppen zeigte sich, dass sich bei fast keinem punkt (außer ich glaube "wie wichtig ist singen"...bin ich mir aber nicht mehr ganz sicher) ne wirklich große übereinstimmung finden lies. -> heterogenität.



und das sieht man auch, wenn man sich ganz einfach die unterschiedlichen gruppen anschaut. ist kein teufelswerk
default_wink.png




edit: zitat aus o.g. buch mal eben aus meiner abschlussarbeit rausgesucht:


„Die“ deutsche Ultraszene gibt es nicht. Vielmehr existieren unterschiedliche Gruppierungen, die jeweils gruppenintern über verschiedene Strukturen, Regeln, Schwerpunkte und Vorstellungen, was für sie „Ultra“ bedeutet, verfügen. Selbst innerhalb einzelner Gruppen kann es unterschiedliche Ansichten und Einstellungen z.B. gegenüber Politik geben.
damit sollte sich die hier anschließende diskussion um sachlich zu bleiben auf speziell die fangruppe aus halle beziehen und bitte keine übertragungen auf andere gruppen anstrengen.
 
hier noch was von hfc.de



12.08.08 – David Bergner zum DFB-Pokalspiel

Als Co-Moderator war und bin ich immernoch mehr als nur erschrocken!

Als ehemaliger Kapitän und als aktuelles Mitglied des Mannschaftsrates war ich, wie Euch sicherlich bekannt ist, zum DFB-Pokalspiel gegen Hannover 96 verletzunsgbedingt der Co-Moderator des Stadionsprechers und konnte - nein musste - das traurige Geschehen aus der Sprecherkabine auf der Haupttribüne beobachten. Ich bin immernoch tief erschüttert, dass der Ausgangspunkt der Randale, die zur völlig berechtigten Spielunterbrechung durch den Schiedsrichter führte, eindeutig in unserem Fanblock lag. Auch wenn die Hannoveraner Anhänger vorher zweimal mit sogenannten ´Rauchbomben´ provozierten, hat keiner von denen seinen Block verlassen, während Teile unserer ´Fans´ zumindest zwei Sicherheitszäune ´überwanden´.

Kein ´Fan´ und kein Zuschauer hat das Recht, Selbstjustiz im Stadion oder wo auch immer zu üben! Und Fakt ist auch eines: Während der Spielunterbrechung war unser Fanblock ruhig, es kamen nicht einmal Missfallensbekundungen, und den kriminellen Chaoten wurde anschließend sogar noch Anonymität in der Masse gewährt.

Alle Spieler der 1. Männermannschaft und ich persönlich unterstützen unseren offenen Brief, den Nico Kanitz in unser aller Namen als Kapitän unterzeichnete, in sämtlichen Inhalten und Aussagen. Denn eine andere Sprache versteht ihr anscheinend nicht! Deshalb wurde dieses Schreiben auch so drastisch formuliert, weil es direkt um die Existenz unseres Vereins HFC und damit indirekt nicht nur um unsere Arbeitsplätze, sondern auch um die der Trainer und Betreuer (einschließlich der im Frauen- und Nachwuchsbereich tätigen) sowie der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Geschäftsstelle geht.

Ich möchte hier einmal einen Satz zitieren, der mir schon seit längerem tief im Gedächtnis haften geblieben ist: NICHTS IST GRÖßER, ALS DER VEREIN - KEIN SPIELER, KEIN TRAINER, KEIN VORSTAND - ABER AUCH KEIN FAN!

Lasst den „Dicken“ in Frieden. Der soll sich, wie das gesamte Team, auf seinen Job am kommenden Sonntag gegen den FC Sachsen Leipzig konzentrieren und hat als Kapitän definitiv die Meinung der gesamten 1. Männermannschaft unterschrieben.

Ihr und Euer David Bergner

ehemaliger Kapitän und Mitglied des Mannschaftsrates
 
beim HFC sind das wohl auch mehr hools als ultras..

war ja aber klar das manchen leuten bei sowas gleich wieder einer abgeht..
default_icon_rolleyes.gif
 
Zwar gewohnt derb Ausgedrückt Mika, aber im Grund genommen hast du Recht. Manche Leute warten nur auf sowas damit sie gegen den Knüppel gegen alle Ultras heben können.



Und beim HFC hat das wohl eher auch mit Hirnis zu tun als mit Hools oder Ultras...



Hab ja schonma i-wo geschrieben, dass ich einen Fan vom Hallescher kenne.. Der is allerdings auch eher in deren richtigen Hool-szene Aktiv.
 
beim HFC sind das wohl auch mehr hools als ultras..
war ja aber klar das manchen leuten bei sowas gleich wieder einer abgeht..
default_icon_rolleyes.gif


Da du den Unterschied schon sehr oft hervorgehoben hast - erläutere doch mal den UNterschied, damit diejenigen welche mit der Materie nicht so vertraut sind solche Verwechslungen vermeiden können. Dies wäre insbesondere deshalb interessant, da evo ja sehr schlüssig dargelegt hat wie unterschiedlich Ultargruppierungen sind und daher ja schon eine Charakterisierung von Ultras schwierig sind. Wie genau grenzen diese sich von Hools ab und wie kann das ein Aussenstehender einschätzen, der sich keinerelei Gruppierung zugehörig fühlt (egal ob Hool, Ultra, Kutte, Clubmitglied oder was auch immer).
 
Hools sind (edit: meiner Meinung nach) die die sich für vor oder nach dem Spiel mit gegnerischen Hools zum Prügeln verabreden, jetzt mal ganz grob gesagt. Ultras wurden hier ja jetzt schon nahe gelegt. Ich denke es gibt durchaus vereinzelte Ultras und Ultra-Gruppierungen bei denen Gewalt eine größere Rolle spielt.



Jedenfalls sind Idioten die im Stadion randalieren und den Gästeblock stürmen nicht gleich Hooligans, sondern sie bleiben erstmal Idioten.... ums jetzt mal etwas überspitzt zu sagen.
 
Hools sind die die sich für vor oder nach dem Spiel mit gegnerischen Hools zum Prügeln verabreden, jetzt mal ganz grob gesagt. Ultras wurden hier ja jetzt schon nahe gelegt. Ich denke es gibt durchaus vereinzelte Ultras und Ultra-Gruppierungen bei denen Gewalt eine größere Rolle spielt.


Jedenfalls sind Idioten die im Stadion randalieren und den Gästeblock stürmen nicht gleich Hooligans, sondern sie bleiben erstmal Idioten.... ums jetzt mal etwas überspitzt zu sagen.


Die Frage hatt ich an Mika gerichtet, da er immer wieder auf die Unterschiede hinweisst. Deine Antwort ist gelinde gesagt sehr wischiwaschi und lässt eine Unterscheidung wie Mika sie darstellt nicht zu. Darüberhinaus sagt Mika ja dass die die sich im Stadion befanden auch eher Hools sind als Ultras. Also hinkt da dein Ansatz dass sich Hools ausserhalb Treffen und prügeln - zumindest deckt es sich nicht mit der Aussage Mikas.
 
Die Frage hatt ich an Mika gerichtet, da er immer wieder auf die Unterschiede hinweisst. Deine Antwort ist gelinde gesagt sehr wischiwaschi und lässt eine Unterscheidung wie Mika sie darstellt nicht zu. Darüberhinaus sagt Mika ja dass die die sich im Stadion befanden auch eher Hools sind als Ultras. Also hinkt da dein Ansatz dass sich Hools ausserhalb Treffen und prügeln - zumindest deckt es sich nicht mit der Aussage Mikas.


Achso hatte den Post von Mika jetzt mal aussen vor gelassen und wollte jetzt auch nicht wirklich näher auf das Thema auskenne, da ich mich mit Hools zu wenig auskenne, weil ich mich auch zu wenig damit beschäftige.



Hab damit jetzt eher mal dargestellt wie meine Sicht der Dinge ist. ^^ (Also was für mich hools sind)
 
Dieser Satz ist mir aufgefallen und sagt genau das aus was ich schon immer vermutet habe.



Uns als Spieler interessiert Euer ganzer ´Ultra-Quatsch´ nicht die Bohne.




Ging mir als Spieler nicht anders!
 
du musst aber auch dort betrachten was genau diese spieler in halle an ihrer fangruppe die sich ultras nennt meint.



die meinen ganz explizit ja die pyro und die gewalt und die randal, nicht das gesinge, gruppenstruktur solidarität, ultras als soziale instanz, ultras als jugendbewegung, ultras als was weiß ich auch immer.

im grunde prangern sie in ihrem brief (zurecht) ein bestimmtes verhalten einer örtlich bestimmten gruppe an. dass dies nun unter dem namen "ultra-quatsch" läuft, ist mMn sehr unglücklich ausgedrückt, da davon auszugehen ist, dass dieser brief den kontext "halle" verlassen wird.



Es ist nicht gut gewählt, da das

erstens eine falsche betitelung ist und andere damit mit anspricht und

zweitens nicht speziell genug den kern ihres unmutes trifft, und damit andere "merkmale" in die kritik mit reinrutschen, die gar nicht gemeint sind.



Dies gibt wiederrum generell anknüpfpunkt für diejenigen, die mit ganz anderen "merkmalen" "anderer gruppen" ein problem haben, wie bei dir. Eine solche Kritik ist sicherlich legitim, aber kann sich dann nicht mehr auf diesen Vorfall und Brief beziehen und damit stützen lassen.



@s_man: geb mir n paar minuten, vlt kann ich dir was zusammensuchen, zu mehr langt meine zeit grad nicht, hab morgen prüfung
default_wink.png




edit:

also, ich hab nicht wirklich viel zeit, deswegen beschränk ich mich nur kurz auf zitate aus dem abstract o.g. studie und ein paar eigenen worten. ist daher auch nicht vollständig!! gibts viele weitere aspekte, ist jetzt halt mal auf die schnelle, sehs mir nach.
default_wink.png




los gehts:

Frage aus der Diskussion heraus: Was unterscheidet "Ultras" (so man eine "Grundform" annehmen könnte) und "Hools". Und was sind das für welche, die da in dem Brief angesprochen werden?



Als erstes kann man nen Unterschied in der Organisationsstruktur erkennen. Als erstes ein Beispiel das die meisten wohl am ehesten kennen: "Traditionelle" Fanclubs sind normalerweise durch Wahlen strukturiert (Vorsitzender wird von den Mitgliedern gewählt).

Hooligans stellen sich meist grob gesagt als lose Zusammenkunft dar.

Ultragruppen hingegen sind (immer nicht vergessen, dass das nur begrenzt auf alle übertragbar ist) sehr hierarchisch. Nicht durch Wahlen, sondern durch "Auszeichnung" und Eignung - wer viel macht und ne Sache gut kann, der soll das weitermachen.



Das hilft uns aber hier nicht weiter, weil man nicht weiß, wie die sich dort zusammenfinden weil ja keiner von uns diese Gruppe näher kennt nehm ich mal an.



Nächster Versuch:


Ultras sind keine Hooligans.
Dies gilt auch für den kleinen Teil der deutschen Ultrakultur, der sich offen zu Gewalt bekennt

bzw. durch Gruppenprozesse und Solidarisierungseffekte ab und zu Ausschreitungen provoziert.



Dem überwiegenden Teil der Ultras geht es nicht um das Ausleben gewaltförmiger Bedürfnisse

und der Lust an der Gewalt. Sie tragen ihren ritualisierten Kampf mit gegnerischen Fans in den

Kurven, im Internet oder bei der Anreise verbal und optisch aus. Ihnen geht es mehr um die

Provokation, die Rivalität, die Selbstdarstellung und Abgrenzung zu anderen Fan- bzw.

Ultragruppen.
Sie unterscheiden also nicht nur Hools von Ultras, sondern auch gewaltbereite und nichtgewaltbereite Ultras. Und selbst die gewaltbereiten Ultras werden von Hools unterschieden.



Ein Konkurrenzbedürfnis, so nenn ichs mal, weiß nicht mehr wie dies genannt hatten, scheint generell vorhanden (Ultras als kompetitive Bewegung - lauter sein als der Gegner, bessere Choreos, etc, was nicht bedeutet, dass dies der einzige Grund dafür ist, sondern nur, dass die Handlungen auch zu einem gewissen Teil einen kompetitiven Aspekt haben (unter vielen anderen). Haben sie aber (meiner eigenen einschätzung nach) bei vielen anderen Fans auch, siehe zum Beispiel jeden Spieltag hier den Fred über die Stimmung
default_wink.png
). In dem Zitat wird "rituatlisierter Kampf" genannt. Das ist insofern logisch (und auf viele andere Fangruppen abseits der Ultrabetitelung übertragbar) da Fußball ein Kampfspiel ist und selbst einen ritualisierten Kampf darstellt.



Es fallen also bei dem Aspekt "Aggressivität" zur Unterscheidung von Hools und anderen diejenigen raus, die die Konkurrenzsituation nicht durch tatsächliche Gewalt ausfüllen.





Weiter gehts also in der Frage was hauende Hools von hauenden Ultras (also einer speziellen Ausprägung) unterscheidet:




Unterschiedlich sind auch die Motive zur Gewaltanwendung. Gewalt von Hooligans kann als

affektive, expressive und lustvoll betonte Form oder als Mittel zur Schaffung von positiver

Identität, Stärkung des Selbstbewusstseins interpretiert werden.



Gewalt der Ultras hingegen ist eher reaktiv und instrumentell.

Reaktive Gewalt auf staatliche Repressionen, instrumentelle Gewalt, als „Mittel zum Zweck“ zur Verteidigung des „Reviers.“ Entsprechend nehmen Hooligans und Ultras Polizei auch sehr unterschiedlich wahr und reagieren sehr unterschiedlich auf die Polizeipräsenz. Während Hooligans sich durch die Anwesenheit von Polizei, selbst im

Einsatzanzug, aufgewertet fühlen - fühlen sich Ultras hingegen schon bei der Präsenz von Polizei

bedroht, provoziert und geraten in eine aggressive Stimmung.


Also muss man bei den gewalttätigen nach ihren Motiven unterscheiden. Ist das, was die angesprochene Gruppe motiviert reaktiv instrumentell oder isses affektiv und "lustvoll" wie oben genannt?

Ohne mich dort besonders auszukennen würd ich salopp wenn, dann eher auf zweiteres Tippen.



edit2: achja, und grundsätzlich, wie bei fast allem soziologischen kram, gilt: kann so sein, muss awwer ned immer und ausnahmen bestätigen sowieso die regel un hinnerher simmer auch nur begrenzt schlauer
default_wink.png




(shit, mutti hat essen gemacht
default_laugh.png
muss weg, seitdem ich wieder daheim bin werd ich behandelt wie ne 16jährige und brav zum gemeinsamen mittagessen zitiert.

aber vlt hilft dir das ja so schon weiter. gebe wie gesagt keine gewähr auf vollständigkeit, ist sogar ganz sicher nicht vollständig und erfasst in keinster weise beide Arten von Gruppen vollständig. das ist das, was ich auf die schnelle zusammengebracht hab. kann man gerne noch ergänzen und kommentieren. hab mich bei meiner arbeit (in dem falle leider) wenig mit hools beschäftigt, weil se nicht relevant waren sondern nur (und auch das auch nur als "nebeneffekt" mit ultras. gibt also bei nem direkten vergleich beider auftretender gruppen im soziologischen sinn sicher noch andere aspekte, das waren halt nur die aspekte die bei mir relevant waren)

edit3: großzügig, durfte ich mienen teller mitnehmen und den familientisch verlassen
default_laugh.png
 
@s_man:





Ultras:



Stimmung und Support um jeden Preis auch wenn die eigene Mannschaft 0-5 hintenliegt!

Geile Choreos, Spruchbänder, Zaunfahnen , Doppelhalter, all das zähle ich zu den Ultras. Zudem sind die Ultras meist auch optisch zu erkennen, bzw tragen sie Shirts oder Trikots Ihres Vereins, oder Ihrer Szene.



Hools:



Tragen meist keine Sachen, wo man erahnen könnte, von welchem Verein sie Fan sind.

Hier werden eher Klammotten wie Londsdale oder Holligan getragen.Hooligans würden sich niemals an echten Fans vergreifen. Also sind Hools für die normalen Fans im Stadion keine Gefahr.Hooligans verabreden sich mit gleichgesinnten also mit Hoolgruppen des Gegners irgendwo in der Pampa zu sogenannten W&W (Wald und Wiesen) Schlägereien.

Also letzten Endes prügeln sie sich nur mit anderen Leuten die sich auch prügeln möchten!



Es gibt aber auch Vermischungen aus beiden Lagern, also Ultras die einer Schlägerei nicht abgeneigt sind. Man kann das nicht einfach so in Kategorien trennen, denn jeder Mensch ist anders.



Selbst bei den Kuttenträgern gibts Leute, die schonmal die Fäuste sprechen lassen.



aber eigentlich hats evo, wenn auch langatmig, gut wieder gegeben..
default_icon_cool.gif
 
@mika: dann trifft nach deiner definition aber nix auf die angesprochenen "fans" in halle zu. hieße dann, das das weder ultras noch hooligans waren und damit,

1) dass es solche mischformen gibt, oder

2) dass es eine eigene art von gruppe gibt, die weder mit ultras, noch mit hools was zu tun haben. (edit: oder um sascha aussage einzubringen: das sind weder ultras, noch hools, sondern schlichtweg idioten.)



beides erklärt, warum die "ganz normalen" ultras, vor einem so großen akzeptanzproblem stehen.
 
Es gibt aber auch Vermischungen aus beiden Lagern, also Ultras die einer Schlägerei nicht abgeneigt sind. Man kann das nicht einfach so in Kategorien trennen, denn jeder Mensch ist anders.



Selbst bei den Kuttenträgern gibts Leute, die schonmal die Fäuste sprechen lassen.



aber eigentlich hats evo, wenn auch langatmig, gut wieder gegeben..
default_icon_cool.gif


Danke für die Antwort. Bestätigt aber meine Meinung dass eine klare Trennung nicht möglich ist. Aber genau darauf zielt dein Beitrag (und schon einige andere in Diskussionen um ähnliche Thematik) ab: Das sind auch Hools keine Ultras. Die Schnittmenge scheint so groß zu sein. Wenn man sich dessen aber beuwsst ist, sollte man auch vertsändnis haben dass in der Aussenwahrnehmung eine Trennung erst recht schwierig wenn überhaupt möglich ist. Wenn man solches Verständnis zeigt muss man folglich verstehen, dass mit dem Brief die gemeint sind die sich beiden Gruppierungen zugehörig fühlen. Dann wäre der Adressat Ultras genauso richtig bzw falsch wie Hooligans. Ergo gar nicht so falsch gewählt die Bezeichnung.



Da sich ja Ultras untereinander (von Klub zu Klub und von Person zu Person) in ihren Vorstellungen unterscheiden, ist eine "generelle" (in wörtlichem Sinne-> ausnahmslos) Solidarität für mich nicht nachvollziehbar und auch vollkommen unnötig. Ich denke die die gemeint waren fühlen sich durch den Brieg der Mannschaft getroffen. Andere Ultras sollten sich dann, wenn sie sich der heterogenen Zusammensetzung der Ultragruppierungen bewusst sind, nicht betroffen fühlen.
 
Ich verstehe diesen Brief nur bedingt - Ultras, bzw Fan Gruppierungen werden nur so stark wie der Verein es zulässt.

Jahrelang wurden diese " Idioten" in Halle hofiert - auch offen am rechten Ufer gefischt. Jetzt so schockiert zu wirken wirkt meiner Meinung nach ziemlich scheinheilig und dumm.

Jeder Verein bekommt die Fanbasis die er verdient - so auch Halle.

Man sollte nicht den Fehler machen die schuld nur an diesen Faschistischen Arschlöchern zu suchen sondern auch bei den Idioten die Ihnen die DK zu ermässigten Preisen zustecken!



Just my little opinion....
 
@s_man: naja, so ganz unrecht ist ein überbegriff "ultras" schon auch nicht. sicherlich sind die ausprägungen der gruppe relativ heterogen, aber gemeinsame "nenner" gibts schon.

Generell liegt bei diesen Gruppen eine Betonung auf bestimmte Aspekte:

Support, starke Gemeinschaft, bestimmte Hierarchie, Kritikposition, ultrasein als Lebenseinstellung

Von daher ist ein Oberbegriff Ultras schon logisch. Und daher sind auch solidaritätsbekundungen von Gruppe zu Gruppe mitunter legitim, wenn sich diese Gruppen auch der Bedeutung her diesem Überbegriff zuordnen lassen.

Es mag auch zu Hools keine "klare" Trennung sein, aber ne Trennung gibt es mE definitiv.

Das sagt das Gutachten ja auch, dass selbst auch nochmal zwischen Hools und gewalttätigen Ultras differenziert, nach Motiv.



Um mal n Vergleich zu suchen (zugegeben, der ist schlecht, aber immerhin isses einer
default_biggrin.png
):

Autos - die ham immer räder, türen, achsen, blinker. ob der blinker jetzt aber rund oder eckig, die tür nach vorne oder oben aufgeht (de Looooorian!) etc. muss ja nicht festgeschrieben sein. und zwar nichtmal nur unter dem Begriff "Auto" (Fans) sondern sogar bei VW (Ultras) oder Hools (Opel) gibts da unterschiede. (Marken willkürlich ausgewählt wie se vorm Haus stehen, bevor mir einer deswegen dumm kommt
default_wink.png
)



diese den Brief betreffende Gruppe, würd ich (persönliche einschätzung) aber schlicht nicht dazu zählen. Die sind nicht VW nicht Opel und eigentlich sinds noch nicht mal Autos.




Wenn man solches Verständnis zeigt muss man folglich verstehen, dass mit dem Brief die gemeint sind die sich beiden Gruppierungen zugehörig fühlen.
Ich seh das eher wie gesagt nicht so. Diese Gruppe die da gemeint ist, wird schlicht mangels einer Begrifflichtkeit mit den Begriffen Hools und Ultras assoziiert.

Andere Ultras sollten sich dann, wenn sie sich der heterogenen Zusammensetzung der Ultragruppierungen bewusst sind, nicht betroffen fühlen.
Wäre einfacher, wenn die Begrifflichkeiten klarer sind (und zwar nicht durch typologisierung sondern durch ein Ausschlussprinzip) und daher, wenn von außen das nicht zusammengeschmissen würde.
edit: fällt mir grad ein: wenn ich mich recht erinnere, ist das genau, was mit dem begriff "hooltras" versucht wurde - an sich aber schon zum scheitern verurteilt, weil ja durch dei wortzusammensetzung gleich wieder die beiden anderen assoziiert werden. (will mich aber nicht festnageln lassen, vlt war damit aber wirklich ne "schnittmenge" gemeint statt ne "andere gruppe")



@miguel: willst du etwas on topic kommen?!

Im Grunde haste schon recht. Andererseits können die Spieler dafür aber reichlich wenig. Daher doppelt mutig das so auszusprechen in meinen Augen.

Wenn der Verein sowas sagt, stimm ich dir voll zu, dann ist das schon scheinheilig, wenn auch verzweifelt, aber wie du sagst zu nem gewissen teil auch selbst eingebrockt.

Andererseits muss man aber sehen, dass die vor nem großen Problem stehen. Ob nun auch selbstverschuldet oder nicht, das Problem ist da.
 
1) dass es solche mischformen gibt, oder

2) dass es eine eigene art von gruppe gibt, die weder mit ultras, noch mit hools was zu tun haben. (edit: oder um sascha aussage einzubringen: das sind weder ultras, noch hools, sondern schlichtweg idioten.)



beides erklärt, warum die "ganz normalen" ultras, vor einem so großen akzeptanzproblem stehen.


oder die eigene art gruppe sind einfach nur idioten



edit: ups, du hattest es ja schon reineditiert, ist mir eben erst aufgefallen, ich zitier es mal mit.
 
Ich denke auch, dass man die ultragruppierungen im osten (speziell halle dresden oder leipzig) nicht mit unseren ultragruppierungen vergleichen kann. dort hätten die ultras wohl eher den von der polizei oft angeführten namen "hooltras" verdient, auch wenn sie das nicht gerne hören.



@ paulus

ich glaube nich, dass alle spieler so über die ultras denken. jürgen macho war selbst mitglied der ultras rapid und hat sich sehr für unsere ultraszene in kaiserslautern interessiert. auch axel bellinghausen pflegt ein sehr gutes verhältnis zu unserer szene.



in reutlingen lässt sich die ganze mannschaft hinter einem banner der ultras reutlingen ablichten und frank rost hat nach dem pokalfinale mit schalke sein trikot gegen ein ultras ge shirt getauscht um nur einige beispiele zu nennen.



ich selbst kann den ultragedanken auch nicht komplett teilen, dennoch wäre es falsch, das ganze als "ultra - quatsch" zu bezeichnen!
 
@s_man: naja, so ganz unrecht ist ein überbegriff "ultras" schon auch nicht. sicherlich sind die ausprägungen der gruppe relativ heterogen, aber gemeinsame "nenner" gibts schon.
Generell liegt bei diesen Gruppen eine Betonung auf bestimmte Aspekte:

Support, starke Gemeinschaft, bestimmte Hierarchie, Kritikposition, ultrasein als Lebenseinstellung

Von daher ist ein Oberbegriff Ultras schon logisch. Und daher sind auch solidaritätsbekundungen von Gruppe zu Gruppe mitunter legitim, wenn sich diese Gruppen auch der Bedeutung her diesem Überbegriff zuordnen lassen.

Es mag auch zu Hools keine "klare" Trennung sein, aber ne Trennung gibt es definitiv.



Um mal n Vergleich zu suchen (zugegeben, der ist schlecht, aber immerhin isses einer
default_biggrin.png
):

Autos - die ham immer räder, türen, achsen, blinker. ob der blinker jetzt aber rund oder eckig, die tür nach vorne oder oben aufgeht (de Looooorian!) etc. muss ja nicht festgeschrieben sein. und zwar nichtmal nur unter dem Begriff "Auto" (Fans) sondern sogar bei VW (Ultras) oder (Opel) gibts da unterschiede. (Marken willkürlich ausgewählt wie se vorm Haus stehen, bevor mir einer deswegen dumm kommt
default_wink.png
)



diese den Brief betreffende Gruppe, würd ich (persönliche einschätzung) aber schlicht nicht dazu zählen. Die sind nicht VW nicht Opel und eigentlich sinds noch nicht mal Autos.



Ich seh das eher wie gesagt nicht so. Diese Gruppe die da gemeint ist, wird schlicht mangels einer Begrifflichtkeit mit den Begriffen Hools und Ultras assoziiert.

Wäre einfacher, wenn die Begrifflichkeiten klarer sind (und zwar nicht durch typologisierung sondern durch ein Ausschlussprinzip) und daher, wenn von außen das nicht zusammengeschmissen würde.


Ich denke wir sind da meinungsmässig nicht allzu weit auseinander. Zu dem fettgedruckten Satz deinerseits. Mir geht es um das Verständnis dass es so geschrieben wird. Das es nicht korrekt ist nachvollziehbar. Aber es muss auch nachvollziehbar sein dass dann Dinge in einen Topf geworfen werden.



Zu deinem Autovergleich: Der DeLorian ist nun wirklich nicht mit anderen Autos vergleichbar, da er der einzige ist der mit einem Fluxkompensator upgegradet werden kann.
 
ach scheiße, das geht mim polo ned?! und ich schaff schon seit ewigkeiten dran rum!!



ok, dann hammer uns aber sonst verstanden. nachvollziehbar - ja. optimale lösung - nein.
 
Da muss man aber sauber differenzieren. Zwar hat es solche Dinge (Kartenverkäufe etc.) sicherlich gegeben, auch in Halle, das wird kaum einer bestreiten.

Man muss aber auch immer den Hintergrund sehen. Ein Verein wie der FCK hat es da noch recht einfach, sich seine "Fans" und Zuschauer im Stadion auszusuchen und evtl. einige auch zu vergrämen.

Das lässt sich aber im Osten nicht mehr so leicht machen, da der überwiegende Teil der Mannschaften im Osten an der absoluten Existenzgrenze arbeitet.

Selbst Vereine die viel in die Jugendarbeit investieren und sehr gute, bis hervorragende Jugendspieler hervorbringen haben nicht so eine große Lobby in der Gesellschaft, bzw. in der Geschäftswelt, dass sie sich ihr Publikum aussuchen können.

Unter diesem Problem haben fast alle Ost-Vereine zu kämpfen, es gibt da eigtl. nicht eine Ausnahme, denn selbst Vereine wie Rostock und Cottbus leben in einer so strukturell schwachen Region, dass sie auf jeden angewiesen sind, bzw. ist der FC Hansa ja auch ein Verein, dem es nicht gelungen ist breite Zuschauermassen anzuziehen.



Bei Vereinen wie Halle, den Leutzschern, dem FC Lok, SG Dynamo, Zwickau, etc. schlägt natürlich auch das "rechte Publikum" eher ein, bzw. es ist empfänglich für diesen Verein.

Gerade Vereine wie der BFC Dynamo oder die SG Dynamo blicken auf eine große Tradition zurück und waren schon immer "Publikumsmagneten", auch wenn beides Staatsvereine waren. Von diesem zahlenmäßig großen Publikum bleibt natürlich nicht viel übrig, wenn der Verein einen kurzen Marsch von der Bundesliga in die Oberliga in Angriff nimmt. Was jedoch vom Publikum übrig bleibt ist zu gewissen Teilen der "Bodensatz" (sorry für den Ausdruck), den keiner will und der Rentner, der eben schon seit 20 Jahren für den Verein lebt.

Durch das fehlen der "gemäßigten Mitte" kommen die "Krawallbrüder" dort aber sehr leicht zum Vorschein, bzw. sie haben es einfach sich auf einer Bühne zu präsentieren, weil es keinen Gegenpol gibt, der ihre extreme Meinung übertönen will oder kann.



Die Vereine im Osten leiden unter diesem Ruf und diesem Publikum teilweis sehr, das sieht man in Halle, das sieht man in Leipzig und auch in Dresden. Andererseits haben eben diese Zuschauer die Vereine wie Halle, Lok Leipzig und Dresden oftmals am Leben gehalten. Den Halleschen FC würde es heute nicht mehr geben, wenn die Fans nicht einen großen Beitrag an der Lizenz für die Regionalliga geleistet hätten. In Dresden lässt sich ähnliches auch erkennen.

Das ist ein Fakt, der es den Vereinen sicherlich sehr sehr schwer macht, sich von diesen Zuschauern komplett loszusagen.

Die Macht der Zuschauer ist aber eben oftmals eine "alte" Macht, die aus Zeiten stammt für die weder ein Maas (Dresden), noch Schädlich (Halle), als Vorstände oder Mitglieder der Vereinsführung etwas können, bzw. konnten.



Wenn man sieht wieviele Zuschauer man "im Osten" mit dem Fußball anziehen kann, dann ist das auf jeden Fall eine Basis auf die man aufbauen kann. Es gibt viele Traditionsvereine (BFC; FC Union, 1.FC Magdeburg, Lok Leipzig, Chemie Leipzig, Halle, Dresden, Chemnitz, Zwickau, etc.), die viele Zuschauer anziehen, auch in Unterklassigen Ligen und die mit Hilfe von Investoren und Sponsoren auch nach oben kommen könnten, nur funktioniert das eben nicht, wenn man alles von heute auf morgen verändern möchte und sich als Sonnenkönig darstellt, wie dies damals bei Dynamo geschehen ist.



Auf der anderen Seite muss man sagen, dass viele Zuschauer im Osten eine gewisse Grundhaltung haben die sich weder politisch noch weltanschaulich mit einem Investor/Sponsor, noch einem gesunden Menschenverstand übereinbringen lassen. Rufe wie "Ostdeutschland", "Wessi Schweine", etc. sind noch immer an der Tagesordnung, was bei uns "im Westen" so nicht mehr zu erleben ist, zumindest nicht in der Form.

Wenn man dazu noch die häufig rechtsextreme Gesinnung nimmt bleibt nicht mehr viel Platz für den Fußball, wie ihn sich ein Sponsor vorstellen möchte.

Auch hier seien exemplarisch die "Juden-Jena"-Rufe der Hallenser genannt oder das Juden-Banner, wobei das D als Logo von Dynamo Dresden gezeigt wurde. Allerdings sind auch viele Fanszenen im Westen darauf ausgelegt die Freunde aus den neuen Ländern bewusst zu reizen, da wären z.B. exemplarisch die Freunde aus St. Pauli mit dem Banner "1402 Harris do it again" zu nennen, auf solche Aktionen folgen gerade in den neuen Ländern eben auch mal heftiger Reaktionen, worüber man sich meiner Meinung nach aber auch nicht wundern muss.



Man muss da, um dann auch mal zum Ende zu kommen, sehr stark differenzieren und die Gegebenheiten vor Ort ein wenig kennen. Der Osten ist keine blühende Landschaft, die Jugendarbeitslosigkeit sehr hoch. Außerhalb der wenigen industriellen Ballungszentren sieht es sogar sehr mau aus, die Abwanderungsrate ist immer noch sehr hoch und wenn man es ganz drastisch ausdrücken will, dann kann man in meinen Augen durchaus sagen, dass ein paar wenige Erfolgreiche im Osten bleiben und ansonsten sehr viele Verlierer der Gesellschaft in diesen Regionen bleiben müssen.

Durch diese sehr bescheidene Situation und das mangelnde Angebot für die Jugendlichen werden sie empfänglich für Parteien und politisch motivierten Gruppierung. Diese Gruppen haben sich mittlerweile auf die Zeichen der Zeit eingestellt und wissen mit attraktiven Angeboten die Jugendlichen für sich zu gewinnen - was unbestritten auch beim Fußball sehr stark passiert.
 
Allerdings sind auch viele Fanszenen im Westen darauf ausgelegt die Freunde aus den neuen Ländern bewusst zu reizen, da wären z.B. exemplarisch die Freunde aus St. Pauli mit dem Banner "1402 Harris do it again" zu nennen, auf solche Aktionen folgen gerade in den neuen Ländern eben auch mal heftiger Reaktionen, worüber man sich meiner Meinung nach aber auch nicht wundern muss.


Hab grad danach gegooglet und nix gefunden, was heißt denn der Spruch?
 
Lenken wir doch mal den Blickwinkel auf was Anderes:

Ich denke, es geht eigentlich nicht darum, ob Nichtbetroffene/Laien von außen eine Abgrenzung zwischen Hools und Ultras vornehmen, sondern darum, dass sich Ultras von sich aus klar zu den Hools und anderen Gewalttätern abgrenzen.

Und genau das ist es, was landläufig leider viel zu selten passiert. Die Grenzen sind doch oft fließend. Seien wir doch mal ehrlich:

Unter denen, die "nur ein bißchen Zaunsturm oder eine kleine Block-Pogo" gut heißen, finden sich sicher auch genug Leute, die dem Thema Gewalt oder Prügel nicht ganz verschlossen gegenüberstehen. Diese Aussage schert noch lange nicht alle Ultras über einen Kamm, ist aber denke ich diskutabel.



Selbst die GL führte in ihrem Text "Wir über uns" mal eine Passage, die in recht militanter Weise sinngemäß formulierte: Wir greifen niemanden aktiv an, werden uns aber zu wehren wissen.

Selbst wenn das quasi "nur" ein Recht auf Selbstverteidigung beschreibt, das jeder einzelne hat, frage ich mich bei sowas, warum das so militant nach außen dargestellt werden muss. Und vor allem: ob so eine Textpassage überhaupt notwendig ist. Dahinter steht doch prinzipiell schon eine Vorstellung von geschlossenem, elitären Gruppenauftreten, das man notfalls bereit ist mit Gewalt zu verteidigen.

Das bei einigen Leuten die Toleranzgrenze gegenüber Gewalt weiter gezogen wird, konnte man ja damals in der First-Class-Diskussion nach den Krawallen vom Köln-Spiel sehen.



Und in solchen Regionen verschwimmt meiner Meinung nach die Grenze zwischen "nur" aktivem / sehr aktivem Fansein und Gewaltbejahung zu stark. Und da wäre es Aufgabe der Ultragruppen selbst, sich nach außen hin stärker abzugrenzen, wo das nötig ist, und klar zu machen, dass es ihnen darum geht, ihren Verein lautstark und farbenfroh zu unterstützen und sonst nichts weiter.



Mir fehlt da bei einigen Gruppen bundesweit etwas der Selbstreinigungsprozeß. Teilweise mag auch der Grund sein, dass eine schweigende Mehrheit gewaltsames oder rassistisches Auftreten heimlich gutheißt und durch solche Leute repräsentiert sieht. Aber das ist Spekulation und führt vielleicht zu weit.



Jedenfalls sind bei dieser Problematik hauptsächlich die Ultragruppen selbst gefragt, sich zu durchleuchten, und "faule Eier" loszuwerden. Dann wird ihnen auch von außen nicht mehr so leicht und ungerechtfertigt einfach so ein Gewalt-Image verpasst.
 
Zurück
Oben