Ich denke man sollte nicht Äpfel mit Birnen vergleichen und auch keine Schwarzwälder-Kirsch-Torte mit einem Stück Nusskuchen.
Zum einen kann man Vereine im Osten nur bedingt mit den Vereinen im Westen vergleichen, weil sie von der Struktur und der Geschichte her ganz anders sind.
Dann kann man die Masse der Bürger der neuen Länder nicht mit den alten Ländern vergleichen, weil es auch hier große Unterschiede gibt.
Fanszenen untereinander zu vergleichen macht in meinen Augen schon gleich gar keinen Sinn, weil jede Gruppierung in ihrem Auftreten und Selbstverständnis einfach anders gelagert ist.
Im Übrigen möchte ich anmerken, dass die Szenen von Halle bei vielen anderen Vereinen vllt gar nicht zum Spielabbruch geführt hätten.
Aber Gewalt bleibt Gewalt. Im Westen wie im Osten. Und sie wird in der Öffentlichkeit als solche wahrgenommen.
Und die Öffentlichkeit macht sich eben leider nicht die Mühe, Dinge ausführlich zu differenzieren. Entweder aus Unwillen, oder weil sie nicht über das Fachwissen verfügt, wie diejenigen, die sich seit Jahren oder Jahrzehnten durch die deutsche/europäische Fanszene bewegen. Und das kann man von Lieschen Müller und Otto Maier auch gar nicht verlangen.
Wichtig ist, dass Bilder von Gewalt in der Öffentlichkeit hängen bleiben. Und diejenigen, von denen die Gewalt ausgeht, werden dann v.a. in den Medien als Gruppe über einen Kamm geschert. Das gefällt einem nicht, weil es undifferenziert ist, aber es läuft nunmal so.
Wenn ich das als Gruppierung weiß - und diese Vorgehensweise der Medien und Öffentlichkeit ist nunmal leider landläufig bekannt, dann muss ich mich so verhalten, dass ich mit sowas nicht in Verbindung gebracht werde.
Denn Medien und Öffentlichkeit interessieren sich nicht für die gescheiterte Jugend Ostdeutschlands (leider) oder für eine Differenzierung, sondern nur für das, was sie zu sehen kriegen. Und das sind in solchen Momenten Bilder von Prügelnden oder rassistisch auftretenden Fußballfans.
Und wenn ich als Gruppe nicht will, das ein solcher Eindruck von mir entsteht, dann muss ich dafür sorgen, dass das nicht passiert.
@ Evo
Dann finde ich es komisch, dass ich seit 1999 mit Dauerkarten zum Fußball gehe, und auch bei den heißesten Derbys oder schlimmsten Enttäuschungen noch nie das Bedürfnis verspürt habe, mich zu prügeln.
Denn ich habe schon wahrlich alle Bandbreiten dessen erlebt, was Fußball an Emotionen bietet.
Wer meint, sich im Fußballstadion dreschen zu müssen, hat sich aus irgendeinem Grund nicht im Griff und kann seine Aggressionen nicht kontrollieren. Das wäre meine Erklärung. Und dafür braucht es gar keine langen Überlegungen.
Und wenn man sieht, wieviele Leute im Block sind, die vom eigentlichen Spiel schon am Anfang nichts mehr mitkriegen, weil sie voll sind wie'n Eimer, dann ist der Weg zum Prügeln auch nicht mehr so weit.
Und ich rede jetzt nicht von 2 oder 3 Bierchen, die jeder gerne trinkt.