Hier habe ich halt nicht die Detailskenntnisse, wie du sie hast.
Ich befasse mich mit diesen Themen momentan auch nur ganz am Rande.
Kant finde ich super, vor allem "Zum ewigen Frieden" - aber in der heutigen Zeit sollte man es eher mit Machiavelli halten.
Wenn Deutschland sich im Ausland hinstellt und irgendwelche Forderungen nach moralischen Kodizes (ist das der Plural von Kodex?) stellt, dann lachen doch alle andern.
Natürlich hast du Recht in der Sache, wie es laufen sollte, aber es ist momentan wohl leider nicht praktikabel.
Die afrikanischen Staaten machen es den anderen auch denkbar einfach.
Man meint "Jetzt machen sie wieder einen Schritt nach vorne im Sinne demokratischer Wahlen und demokratischer Mitsbestimmung!" und dann passiert immer wieder so etwas, wie jetzt in Kenia.
Teilweise sind Unrechtsstaaten wie Mugabes Simbabwe stabiler (in ihrer Unmenschlichkeit), als die Staaten, die offiziell Demokratie genannt werden, aber eigentlich Oligarchien sind (siehe Kenia, wo der Stamm der Kikuyu massive Vorteile hatte, da sie den Präsidenten stellten).
Meiner Meinung sollte man von staatlicher Entwicklungshilfe komplett absehen, da sie zumeist vorherrschende Unrechtssysteme stabilisiert.
Ohne die Geldspritzen der "Helfer" würden sich viele Diktatoren und "Demokraten" nicht an der Macht halten können.
Die Frage ist: Wollen wir das? Was sind die Konsequenzen?
Und zu den Staaten: Landminen und Streumunition sind offiziell auch geächtet. Trotzdem werden sie weiterhin ebenso eingesetzt, wie uranangereicherte Munition zum "Knacken" von Panzern und Bunkern.
Ich bleibe bei der Meinung, dass die Staaten die Ungerechtigkeit nicht wirkungsvoll bekämpfen können, selbst wenn sie es wollten.
Ein guter Schritt wäre beispielsweise das Ende der Protektionszölle in der EU.
Ich denke, jeder einzelne Mensch, nicht-staatlicher Zusammenschluss oder jedes Unternehmen, kann viel mehr erreichen, als ein Staat.
Ein Unternehmen, was seinen Angestellten für afrikanische Verhältnisse fürstliche Löhne zahlt und vielleicht sogar betriebliche Rentenversicherungen anbietet, würde immer noch weniger Lohnkosten haben, als in Deutschland.
Man kann das, was momentan als "globalisierte Wirtschaft" firmiert, verdammen bis in alle Ewigkeit. Das wird keinem nützen.
Man muss versuchen mit marktwirtschaftlichen Mitteln in Afrika die Schritte erbeizuführen, die es in der westlichen Welt seit der Industrialisierung gab.
Die meisten Afrikaner wollen doch nicht mehr, als die Chance, sich beweisen zu können.
Eine Arbeit, für die sie fair entlohnt werden und mit der sie ihre Familien ernähren und die Kinder zur Schule schicken können.
Sie wollen nichts geschenkt haben von Schicki-Micki-Tussies, die sich einmal im Jahr auf irgendwelchen Galas in ihrem eigenen engelsgleichen Altruismus sonnen und glauben, sie hätten mit ihrer Großherzigkeit Millionen Menschen geholfen und hätten nun einen Ablass, weiterhin von deren "Niederlagen" zu profitieren.
Sorry, bin etwas aus dem Topic geraten...