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PER MERTESACKER[/size]
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[size=-2]"Gegen Italien, das wird ein Highlight"
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Per Mertesacker stand nach dem Viertelfinal-Sieg der deutschen Nationalelf unfreiwillig im Mittelpunkt, als ihn ein Argentinier attackierte und damit Tumulte auslöste. Im Interview spricht er über die Rangelei, den Glauben an Jens Lehmann und den Halbfinal-Gegner Italien.
Frage: Herr Mertesacker, nach dem Spiel gegen Argentinien gab es einen Tumult, Sie waren mittendrin. Was war passiert?
Per Mertesacker: Die Argentinier waren gekränkt, dass sie nicht weitergekommen sind. Der Ersatzspieler mit der Rückennummer 17 hat mich getreten. Ich wollte ihn fragen, warum er das macht, da ist er durchgedreht. Der Schiedsrichter hat ihm die Rote Karte gezeigt, die hat er sich verdient, weil er ein unsportlicher Mensch ist.
Frage: Fühlten sich die Argentinier provoziert?

Getty Images
Mertesacker nach der Attacke: "Die Rote Karte hat er sich verdient, er ist ein unsportlicher Mensch"
Mertesacker: Wieso? Ich habe gar nichts gemacht, ich wollte nur feiern. Ich kann das nicht verstehen, dass einer seine Aggression so ausleben muss. Entschuldigt hat sich auch keiner dafür in der Kabine, das haben die wohl nicht nötig.
Frage: Wurden Sie nach dem Spiel verletzt?
Mertesacker: Ich habe drei bis vier Striemen auf dem Oberschenkel, da habe ich ein paar Stollen abbekommen. Er hat ja nicht nur einmal, sondern zwei oder drei Mal zugetreten. In die Weichteile hat er mich auch noch getroffen. Aber ich habe es ausgehalten.
Frage: Davor wurde aber auch lange Fußball gespielt. Dabei hat die vor dem Turnier noch viel geschmähte Abwehr mit Ihnen auch gegen den hoch gelobten argentinischen Angriff gut ausgesehen.
Mertesacker: Haben Sie etwas anderes erwartet? Es läuft immer besser, weil wir defensiv gut stehen und uns gegenseitig absichern. Argentinien hatte doch kaum Torchancen während des gesamten Spiels. Man merkt, dass wir in das Turnier reinwachsen. Trotzdem war das sicher die bislang schwerste Prüfung für die Abwehr, weil mit Crespo, Riquelme und Tevez Spieler an Bord waren, die unberechenbare Pässe spielen können, vor allem Riquelme. Aber wir waren fast immer im richtigen Moment an der richtigen Stelle, weil wir meistens vorausgesehen haben, wohin die Bälle gespielt werden.
Frage: Hatten Sie in der Anfangsphase zu viel Respekt vor Argentinien?
Mertesacker: Wir wollten vom Anpfiff weg auf die Argentinier losgehen, aber so leicht kann man die nicht unter Druck setzen. Mit der Zeit haben wir uns besser eingestellt. Wir haben bis zum Rückstand ein wenig auf Abwarten gespielt, dabei allerdings nicht die Riesentorchancen gehabt.
<span>ZUR PERSON</span>
<span>Benne Ochs
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Rainer Schäfer, 43, Chefredakteur von RUND, berichtet für SPIEGEL ONLINE von der WM 2006. Das Fußballmagazin RUND erscheint jeden Monat im Olympia- Verlag Nürnberg.
Frage: Es sind wenig Pässe bei Miroslav Klose und Lukas Podolski angekommen.
Mertesacker: Die Argentinier haben eine Riesenabwehr. Unsere Angreifer hatten es sehr schwer. Argentinien hat mit Crespo und Tevez nur zwei nominelle Spitzen gebracht und hat mit Coloccini einen gelernten Innenverteidiger auf die rechte Seite gestellt. Also war es klar, dass sie kontrollierte Defensive spielen wollen. Das zeigt auch, dass sie Respekt vor uns hatten.
Frage: Das deutsche Team hatte in der ersten Halbzeit nur 35 Prozent Ballbesitz.
Mertesacker: Das reicht doch. Von mir aus können unsere Gegner 100 Prozent Ballbesitz haben, wenn wir am Ende weiterkommen. Wir mussten schon auf den Gegner reagieren, haben schnell gemerkt, dass wir Riquelmes Spielstärke stärker unterbinden müssen. Wir haben ihn ganz gut aus der Partie genommen, die entscheidenden Pässe gut abgefangen.
Frage: Argentiniens Trainer Jose Pekerman hat nach dem 1:0 für sein Team Riquelme durch den defensiveren Cambiasso ersetzt. Ein Fehler?

Mertesacker: Vielleicht. Aber was sollen wir uns groß um den Gegner kümmern? Es war mein bislang wichtigstes Länderspiel, ein Ritt auf der Rasierklinge. Wir wollten unbedingt ins Halbfinale, das setzt schon ein paar Kräfte frei. Wir haben alles gegeben und uns den Sieg auch verdient.
Frage: Hatten Sie Angst, dass Sie das Elfmeterschießen verlieren könnten?
Mertesacker: Nein. Nach der Verlängerung wusste ich, dass wir gewinnen. Wir haben im Training gemerkt, dass wir gute Elfmeterschützen haben und einen guten Torwart, der immer wieder die richtigen Ecken aussucht.
Frage: Wieviel Substanz hat das Spiel gekostet?
Mertesacker: Ich habe mich nach den 120 Minuten noch gut gefühlt und hätte noch länger spielen können. Was auch daran liegt, dass die Abwehr nicht so oft in die Laufduelle gehen musste. Die Argentinier wollten sehr viel rumspielen und haben selten direkt in die Spitze gepasst. Für unser Mittelfeld und den Angriff war die Belastung größer.
Frage: Jetzt geht es im Halbfinale gegen Italien. Mit welchen Aussichten?
Mertesacker: Wir müssen alle gute Mannschaften aus dem Weg räumen, bis wir die Lorbeeren kriegen, die wir haben möchten. Der Sieg über den großen Favoriten Argentinien bringt uns ein großes Stück nach vorne. Gegen Italien im Halbfinale in Dortmund, das hört sich sehr gut an. Wir wollten unbedingt wieder nach Dortmund zurück. Das wird ein Highlight.
Das Interview führte Rainer Schäfer
http://www.spiegel.de/sport/fussball/0,1518,424568,00.html