nun, dass dich die themen interessieren, davon gehe ich mal aus. war auch nicht böse gemeint, allerdings hast du genau zum schlusspfiff des spiels zwei oder drei threads eröffnet, die überhaupt nichts damit zu tun haben. was natürlich völlig ok ist. es erweckte nur gerade den eindruck, als wolltest du von dem spiel ablenken, was dir bei mir zumindest gelungen ist. danke.
Habs auch nicht böse aufgefasst. Es freut mich, wenn ich dich etwas von der Niederlage abgelenkt hatte.
Ich hatte die Fenster der Artikel schon vor dem Spiel geöffnet, nachdem ich zu Hause war, musste dann aber Abendessen, ein paar akutere Sachen posten und dann so ein komisches Fußballspiel sehen.
Dann hab ich mir gedacht, dass es erstmal konstruktiver wäre, die Threads zu öffnen, die ich sowieso öffnen wollte.
@ Klingenstädter
Ich erinnere mich gerade lebhaft an einen Infoabend mit einer Bundestagsabgeordneten, welchen ich vor 2 Jahren besucht habe. Sie hatte gerade zu dem Thema sparen auf Bundesebene gesprochen und das der Staat Mehreinnahmen bräuchte.
Auf meine Frage, warum es der Bund, seit den 70er Jahren nicht mehr schaffen würde, die grossen Kapitalgesellschaften angemessen an den Staatsausgaben zu beteiligen (Hinweis, seit ungefähr 30 Jahren sinkt der Anteil an den Steuereinnahmen des Bundes kontinuierlich welcher von Kapitalgeselschaften erbracht wird, während der Steueranteil, den die Bürgerinnen und Bürger erbringen Prozentual stetig wächst), durch ein entsprechendes Steueraufkommen, denn die Steuerpolitik wird ja immer noch durch den Bunddominiert, bekam ich nur ein betretenes Schweigen....und Aplaus aus dem Publikum.
Das ist für mich das Kardinalproblem, die Kapitalgesellschaften ziehen sich aus ihere gesellschaftlichen verantwortung immer mehr zurück, fordern aber gleichzeitig von Staatsseite immer mehr. Ich weiß, dass das ein globales Problem ist, aber es ist auch der Kern, an dem unsere öffentliche Hand krankt. Und in diesem Bezug, habe ich keinerlei Hoffnungen, dass sich da nochmal gravierend was ändert.
Tja, das spricht für sich.
Zur Hoffnung: Die Firmen haben alle Trümpfe in der Hand. Erhöht der Bund die Gewerbesteuer, Einkommenssteuer für Unternehmen o.ä. (kenne mich mit Steuern noch nicht so gut aus), dann wird die outsourcing Keule ausgepackt.
Andererseits gibt es auch etliche Unternehmer (gutes Beispiel: Trigema), die bereit wären sich mehr einzubringen, aber wenn der Staa5t nicht auf sie zukommt...
Man kann ja schließlich nicht erwarten, dass Firmen freiwillig mehr Steuern zahlen, oder ähnliche Solidaritätsbekundungen zeigen würden, die ihnen Wettbewerbsnachteile einhandeln würden.
Die vielzitierte Reichensteuer bleibt wohl auch noch Utopie.
Aber irgendwann kollabiert das System - und ich will dann ehrlich nicht hier sein müssen.
Und wenn jemand, mit den richtigen Ansätzen in die Politik drängt, wird er wegen seiner unpopulären Maßnahmen niemals zu irgendwas gewählt.
Die große Koalition wäre eine so große (unverhoffte) Chance gewesen, die jetzt aber nur noch eine Farce ist...
Die derzeitige Situation ist sicherlich schon passend beschrieben. Aber wer ertappt sich nicht mal dabei, wie er die ein oder andere Woche einfach so sinnlos herumbringt und sich möglichst gut von der harten Realität ablenkt.
Ich finde es auch immer wieder 'amüsieren' Artikel über die 'Verfettung' der Gesellschaft zu lesen. Die Leute sollen flexibel arbeiten, immer so wie es die Firma gerade braucht, einige Kidner zeugen, diese immer schön zu Schulveranstaltungen begleiten, sie in Sportvereine stecken (schon mal daran gedacht wieviel Zeit da für Eltern draufgeht?), den Kindern in der kurzen Zeit, die bleibt, noch ein gesundes Essen kochen, ihnen eine gewisse Bildung mit auf den Weg geben und selber auch noch schön fit bleiben.
Die Zeiten ändern sich, die Rahmenbedingungen auch. Da müssen sich andere Institutionen auch ändern, da muss die Schule z.B. bereit sein, mehr Verantwortung zu übernehmen und mehr Sozialverhalten beizurbingen, anstatt den Schülern zu sagen, dass müssten sie einfach nach dem Unterricht lösen.
Tja, wie wahr. Die Politiker fordern einerseits und sind andererseits nicht bereit Sachen zu machen, die die Wähler dann wirklich gegen sie aufbringen würde.
Das nenne ich mal ein paradoxes herumlavieren - irgendworin müssen sie ja auch gut sein.