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Die neuen Proleten

Klingenstädter

Well-Known Member
SOZIALER VERFALL



<span>Die neuen Proleten</span>



Von Gabor Steingart



Die fortschreitende Deindustrialisierung hat im Westen eine neue Unterschicht der Unproduktiven und geistig Verwahrlosten geschaffen. Diese Fremdlinge im eigenen Land werden zur ernsten Gefahr für die Demokratie.



Der heutige Prolet ist ärmer dran als sein Vorgänger zu Beginn des Industriezeitalters, obwohl es ihm besser geht. Er hungert nicht, er haust im Trockenen, er wird von keiner Seuche dahingerafft, er besitzt sogar deutlich mehr Geld. Er ist in jedem Staat Westeuropas nicht nur Bürger, sondern zugleich Kunde des Wohlfahrtsstaats, auch wenn dessen Leistungen nirgendwo mehr üppig ausfallen.



Die Schlafstätte früherer Jahre war oft nur ein Obdachlosenasyl oder ein Männerwohnheim. Die Armenspeisung war kärglich und fand im Freien statt. Kranke waren weder versichert noch konnten sie sich Arzneimittel oder gar ärztliche Honorare leisten. Greise waren auf Gedeih und Verderb der Gnade der Jüngeren oder der kirchlichen Fürsorge ausgeliefert.



Mehr...
 
Den Artikel hab ich auch gelesen....da wird einem ganz anders, weil vermutlich jeder persönlich auch genauso Menschen kennt.
 
Warum nicht?

Mir fällt schon länger auf, dass wir bei solchen Themen wohl momentan verschiedener Meinung sind.



Erzähl doch mal, wie du das siehst!



Mich interessiert deine Meinung und ich bin auch lernfähig!
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Schlimm finde ich die scheinbare Resignation der Leute.


Das scheint wohl ein Stück weit, eine deutsche Krankheit zu sein. Wenn ich ehrlich bin, erwische ich mich manschmal auch dabei in Ansätzen so zu denken.



Auch wenn ich selbst Mitglied in einer Partei bin, und immer zu Wahlen gehe, bin ich mittlerweile, auch aus eigener kommunalpolitischer Erfahrung, soweit, dass ich denke, dass Politik in den wichtigsten Feldern auf Bundesebene nicht mehr viel bewirken kann. Ich glaube die Wirtschaft gewinnt mehr und mehr an Macht und vom vorherrschenden Lobbyismus, will ich jetzt gar nicht anfangen zu reden.



Das geht bei uns vor Ort soweit, dass auf einer normalen Gemeinderatssitzung fast immer die 2 gleichen Rentner als Zuschauer da sitzen, sonst niemand. Mehr Leute kommen nur, wenn sie direkt betroffen sind, vorallem meist dann, wenn es um Baugebiete geht, wo sie drin liegen und ähnliches. Dann wird man auch angesprochen von betroffenen Leuten vorab auf der Strasse, oder manche die man in seinem Bekanntenkreis hat, rufen einen vorher sogar extra an oder schreiben einem Briefe um einen von der für sie günstigsten Meinung zu überzeugen. Aber wenn das dann mal um irgendwas geht, wo so Leute nicht von Betroffenen sind, wie einen Kindergartenumbau oder so, dann interessiert kein Mensch sich mehr für deine Arbeit. Es sei denn, es geht was sensationell in die Hose, aber sowas kommt ja nur sehr selten vor.



Ich muss ganz ehrlich sagen, dass man sich da schon mitunter verarscht vor kommt und sich fragt, warum man sich da teilweise die Abende um die Ohren haut auf Sitzungen....da könnte man auch was "vernünftiges" machen.
 
Warum nicht?
Mir fällt schon länger auf, dass wir bei solchen Themen wohl momentan verschiedener Meinung sind.



Erzähl doch mal, wie du das siehst!



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klinge, kann es sein, dass du gerade deeskalierend hier eingreifen willst (im forum)? oder ist es zufall, dass gerade jetzt soviele threads von dir eröffnet werden? ich finde das mitnichten schlimm, eher das gegenteil. fällt mir nur gerade auf.
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Warum nicht?
Mir fällt schon länger auf, dass wir bei solchen Themen wohl momentan verschiedener Meinung sind.



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Auf mich wirkt es so, als würden einfach die falschen Gruppen miteinander verglichen, außerdem war die Situation eine andere. Damals konnte man noch mehr erreichen als heute, radikale Umwälzungen viel eher möglich als heute.

Außerdem gab es auch sicherlich damals eine Große Volksgruppe, die sich genau so verhalten hat, wie es der heutigen vorgeworfen wird. Viele, die sich regnierend in ihr Schicksal gefügt haben, weil sie einfach die unterste Schicht waren und kaum jemand für sie eingetreten ist.

Heute ist man im Grunde 'mehr wert', aber man hat auch mehr zu verlieren.

Und wenn Fernsehsender intern wirklich von Unterschichten-Tv reden sollten, dann wäre das eine Frechheit. Ich glaube z.B., dass viele Leute sich z.B. Talkshows anschauen, auch wenn aus anderen Beweggründe. Manche einfach nur, weil sie sie toll und ehrlich finden, andere weil es für sie eine richtig schöne Real-Satire ist. Wenn man sieht, wieviele Sender heutzutage miteinander verbunden sind, wäre es ein leichtes, ein anderes Programm durchzusetzen.

Aber insgesamt stimmt es schon, in Deutschland lämpfen die Leute viel zu selten für ihre Interessen. In Frankreich haben die Studenen erst kürzlich erfolgreich demonstriert, und in den 90ern haben die französischen LKW-Fahrer notfalls die Autobahnen blockiert, um sich Gehört zu verschaffen.

In Deutschland sind viele nicht gewillt dazu, aus Faulheit, aus Angst es sich mit den Arbeitgebern zu verspielen, denn die Konkurrenz ist groß. Und manchen ist es einfach unter ihrem Niveau - so erst kürzlich in einem Leserbrief im ST gelesen. Na dann darf man sich nicht beschweren.

Übrigens sind sinkende Wahlbeteiligungen für mich der Streik der Deutschen - das ist einfacher, als stunden-, tage- oder wochenlang zu demonstrieren, wird aber leider von den Poltikern so nicht verstanden.
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Er will einfach nur mehr Spiegel-Artikel posten als ich.
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Das scheint wohl ein Stück weit, eine deutsche Krankheit zu sein. Wenn ich ehrlich bin, erwische ich mich manschmal auch dabei in Ansätzen so zu denken.


Auch wenn ich selbst Mitglied in einer Partei bin, und immer zu Wahlen gehe, bin ich mittlerweile, auch aus eigener kommunalpolitischer Erfahrung, soweit, dass ich denke, dass Politik in den wichtigsten Feldern auf Bundesebene nicht mehr viel bewirken kann. Ich glaube die Wirtschaft gewinnt mehr und mehr an Macht und vom vorherrschenden Lobbyismus, will ich jetzt gar nicht anfangen zu reden.


Ich erwische mich auch dabei. Wenn morgen Wahl wäre, wüsste ich erhlich nicht, wen ich wählen soll.

Man sieht die Probleme im Land, aber Lösungsansätze der Politiker sieht man absolut nicht.

Ich habe echt das Gefühl, dass alle Politiker alles für den eigenen Machterhalt und nichts für ihren Auftrag am Volk tun.



Vor ein paar Jahren wurden die Reichen zwar auch hogiert, aber da wurden wenigstens die Armen geschröpft - heutzutage traut man sich nichtmal mehr, die Armen zu vergraulen. Das ist ziemlich zynisch, ich weiß.



Die Politiker müssen für vernünftige Rahmenbedingungen sorgen, dass sozial schwächere (die hier angesprochenen "Proleten", sowie generell Arbeitslose, Schwache, Zuwanderer...) vernünftig miteinbezogen ("ins Boot geholt") werden können.



Aber davon sind wir zur Zeit meilenweit entfernt.




klinge, kann es sein, dass du gerade deeskalierend hier eingreifen willst (im forum)? oder ist es zufall, dass gerade jetzt soviele threads von dir eröffnet werden? ich finde das mitnichten schlimm, eher das gegenteil. fällt mir nur gerade auf.
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Natürlich verfolge ich mit jedem Thread ein Ziel.

Ich öchte Themen abseits des Fußballs ansprechen, die mich und auch andere bewegen. Ich freue mich immer wieder, wenn ein solcher Thread auf Resonanz stößt und es zu Diskussionen kommt, die mir andere Einblicke in meine Mituser hier erlauben.



Das ist aber eine rein egoistische Sache, weil ich durch jeden sinnvollen Post meinen Blick auf ein Thema erweitere und so immer mehr dazulerne, dieses Umfeld, die Welt auf verschiedene Arten mehr und mehr zu begreifen.



Abgesehen davon interessierts mich wirklich.
 
@ Ben



Ja, Differenzierungen sind auch anstrengend!
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Es ist in meinen Augen auch kein gelungener Vergleich - aber die Beschreibung der derzeitigen Situation empfinde ich einfach als weitestgehend zutreffend.

Bei deinem Artikel kommt auch richtig schön das Deutsche heraus.

Es wird so lange der Kopf in den Sand gesteckt, bis einem jemand so weit in den Hintern kriecht, dass man die Sonne wieder sieht - dann wirds gefährlich.



Und:

Wir Azubis in meiner Bank haben nur spiegel.de freigeschaltet.
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Natürlich verfolge ich mit jedem Thread ein Ziel.

Ich öchte Themen abseits des Fußballs ansprechen, die mich und auch andere bewegen. Ich freue mich immer wieder, wenn ein solcher Thread auf Resonanz stößt und es zu Diskussionen kommt, die mir andere Einblicke in meine Mituser hier erlauben.



Das ist aber eine rein egoistische Sache, weil ich durch jeden sinnvollen Post meinen Blick auf ein Thema erweitere und so immer mehr dazulerne, dieses Umfeld, die Welt auf verschiedene Arten mehr und mehr zu begreifen.



Abgesehen davon interessierts mich wirklich.


nun, dass dich die themen interessieren, davon gehe ich mal aus. war auch nicht böse gemeint, allerdings hast du genau zum schlusspfiff des spiels zwei oder drei threads eröffnet, die überhaupt nichts damit zu tun haben. was natürlich völlig ok ist. es erweckte nur gerade den eindruck, als wolltest du von dem spiel ablenken, was dir bei mir zumindest gelungen ist. danke.
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@ Klingenstädter



Ich erinnere mich gerade lebhaft an einen Infoabend mit einer Bundestagsabgeordneten, welchen ich vor 2 Jahren besucht habe. Sie hatte gerade zu dem Thema sparen auf Bundesebene gesprochen und das der Staat Mehreinnahmen bräuchte.



Auf meine Frage, warum es der Bund, seit den 70er Jahren nicht mehr schaffen würde, die grossen Kapitalgesellschaften angemessen an den Staatsausgaben zu beteiligen (Hinweis, seit ungefähr 30 Jahren sinkt der Anteil an den Steuereinnahmen des Bundes kontinuierlich welcher von Kapitalgeselschaften erbracht wird, während der Steueranteil, den die Bürgerinnen und Bürger erbringen Prozentual stetig wächst), durch ein entsprechendes Steueraufkommen, denn die Steuerpolitik wird ja immer noch durch den Bunddominiert, bekam ich nur ein betretenes Schweigen....und Aplaus aus dem Publikum.



Das ist für mich das Kardinalproblem, die Kapitalgesellschaften ziehen sich aus ihere gesellschaftlichen verantwortung immer mehr zurück, fordern aber gleichzeitig von Staatsseite immer mehr. Ich weiß, dass das ein globales Problem ist, aber es ist auch der Kern, an dem unsere öffentliche Hand krankt. Und in diesem Bezug, habe ich keinerlei Hoffnungen, dass sich da nochmal gravierend was ändert.
 
@ Ben


Ja, Differenzierungen sind auch anstrengend!
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Es ist in meinen Augen auch kein gelungener Vergleich - aber die Beschreibung der derzeitigen Situation empfinde ich einfach als weitestgehend zutreffend.

Bei deinem Artikel kommt auch richtig schön das Deutsche heraus.

Es wird so lange der Kopf in den Sand gesteckt, bis einem jemand so weit in den Hintern kriecht, dass man die Sonne wieder sieht - dann wirds gefährlich.



Und:

Wir Azubis in meiner Bank haben nur spiegel.de freigeschaltet.
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Die derzeitige Situation ist sicherlich schon passend beschrieben. Aber wer ertappt sich nicht mal dabei, wie er die ein oder andere Woche einfach so sinnlos herumbringt und sich möglichst gut von der harten Realität ablenkt.

Ich finde es auch immer wieder 'amüsieren' Artikel über die 'Verfettung' der Gesellschaft zu lesen. Die Leute sollen flexibel arbeiten, immer so wie es die Firma gerade braucht, einige Kidner zeugen, diese immer schön zu Schulveranstaltungen begleiten, sie in Sportvereine stecken (schon mal daran gedacht wieviel Zeit da für Eltern draufgeht?), den Kindern in der kurzen Zeit, die bleibt, noch ein gesundes Essen kochen, ihnen eine gewisse Bildung mit auf den Weg geben und selber auch noch schön fit bleiben.

Die Zeiten ändern sich, die Rahmenbedingungen auch. Da müssen sich andere Institutionen auch ändern, da muss die Schule z.B. bereit sein, mehr Verantwortung zu übernehmen und mehr Sozialverhalten beizurbingen, anstatt den Schülern zu sagen, dass müssten sie einfach nach dem Unterricht lösen.






Auf meine Frage, warum es der Bund, seit den 70er Jahren nicht mehr schaffen würde, die grossen Kapitalgesellschaften angemessen an den Staatsausgaben zu beteiligen (Hinweis, seit ungefähr 30 Jahren sinkt der Anteil an den Steuereinnahmen des Bundes kontinuierlich welcher von Kapitalgeselschaften erbracht wird, während der Steueranteil, den die Bürgerinnen und Bürger erbringen Prozentual stetig wächst), durch ein entsprechendes Steueraufkommen, denn die Steuerpolitik wird ja immer noch durch den Bunddominiert, bekam ich nur ein betretenes Schweigen....und Aplaus aus dem Publikum.



Das ist für mich das Kardinalproblem, die Kapitalgesellschaften ziehen sich aus ihere gesellschaftlichen verantwortung immer mehr zurück, fordern aber gleichzeitig von Staatsseite immer mehr. Ich weiß, dass das ein globales Problem ist, aber es ist auch der Kern, an dem unsere öffentliche Hand krankt. Und in diesem Bezug, habe ich keinerlei Hoffnungen, dass sich da nochmal gravierend was ändert.


Tja, die Unternehmen stehlen sich da gerne aus ihrer Verantwortung, da es ja nirgendwo schriftlich von ihnen gefordert wird, etwas für Staat und Volk zu tun - ihr Tun alleine sollte ja schon das beste bewirken.
 
nun, dass dich die themen interessieren, davon gehe ich mal aus. war auch nicht böse gemeint, allerdings hast du genau zum schlusspfiff des spiels zwei oder drei threads eröffnet, die überhaupt nichts damit zu tun haben. was natürlich völlig ok ist. es erweckte nur gerade den eindruck, als wolltest du von dem spiel ablenken, was dir bei mir zumindest gelungen ist. danke.
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Habs auch nicht böse aufgefasst. Es freut mich, wenn ich dich etwas von der Niederlage abgelenkt hatte.

Ich hatte die Fenster der Artikel schon vor dem Spiel geöffnet, nachdem ich zu Hause war, musste dann aber Abendessen, ein paar akutere Sachen posten und dann so ein komisches Fußballspiel sehen.



Dann hab ich mir gedacht, dass es erstmal konstruktiver wäre, die Threads zu öffnen, die ich sowieso öffnen wollte.
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@ Klingenstädter


Ich erinnere mich gerade lebhaft an einen Infoabend mit einer Bundestagsabgeordneten, welchen ich vor 2 Jahren besucht habe. Sie hatte gerade zu dem Thema sparen auf Bundesebene gesprochen und das der Staat Mehreinnahmen bräuchte.



Auf meine Frage, warum es der Bund, seit den 70er Jahren nicht mehr schaffen würde, die grossen Kapitalgesellschaften angemessen an den Staatsausgaben zu beteiligen (Hinweis, seit ungefähr 30 Jahren sinkt der Anteil an den Steuereinnahmen des Bundes kontinuierlich welcher von Kapitalgeselschaften erbracht wird, während der Steueranteil, den die Bürgerinnen und Bürger erbringen Prozentual stetig wächst), durch ein entsprechendes Steueraufkommen, denn die Steuerpolitik wird ja immer noch durch den Bunddominiert, bekam ich nur ein betretenes Schweigen....und Aplaus aus dem Publikum.



Das ist für mich das Kardinalproblem, die Kapitalgesellschaften ziehen sich aus ihere gesellschaftlichen verantwortung immer mehr zurück, fordern aber gleichzeitig von Staatsseite immer mehr. Ich weiß, dass das ein globales Problem ist, aber es ist auch der Kern, an dem unsere öffentliche Hand krankt. Und in diesem Bezug, habe ich keinerlei Hoffnungen, dass sich da nochmal gravierend was ändert.


Tja, das spricht für sich.

Zur Hoffnung: Die Firmen haben alle Trümpfe in der Hand. Erhöht der Bund die Gewerbesteuer, Einkommenssteuer für Unternehmen o.ä. (kenne mich mit Steuern noch nicht so gut aus), dann wird die outsourcing Keule ausgepackt.



Andererseits gibt es auch etliche Unternehmer (gutes Beispiel: Trigema), die bereit wären sich mehr einzubringen, aber wenn der Staa5t nicht auf sie zukommt...



Man kann ja schließlich nicht erwarten, dass Firmen freiwillig mehr Steuern zahlen, oder ähnliche Solidaritätsbekundungen zeigen würden, die ihnen Wettbewerbsnachteile einhandeln würden.



Die vielzitierte Reichensteuer bleibt wohl auch noch Utopie.



Aber irgendwann kollabiert das System - und ich will dann ehrlich nicht hier sein müssen.



Und wenn jemand, mit den richtigen Ansätzen in die Politik drängt, wird er wegen seiner unpopulären Maßnahmen niemals zu irgendwas gewählt.



Die große Koalition wäre eine so große (unverhoffte) Chance gewesen, die jetzt aber nur noch eine Farce ist...






Die derzeitige Situation ist sicherlich schon passend beschrieben. Aber wer ertappt sich nicht mal dabei, wie er die ein oder andere Woche einfach so sinnlos herumbringt und sich möglichst gut von der harten Realität ablenkt.
Ich finde es auch immer wieder 'amüsieren' Artikel über die 'Verfettung' der Gesellschaft zu lesen. Die Leute sollen flexibel arbeiten, immer so wie es die Firma gerade braucht, einige Kidner zeugen, diese immer schön zu Schulveranstaltungen begleiten, sie in Sportvereine stecken (schon mal daran gedacht wieviel Zeit da für Eltern draufgeht?), den Kindern in der kurzen Zeit, die bleibt, noch ein gesundes Essen kochen, ihnen eine gewisse Bildung mit auf den Weg geben und selber auch noch schön fit bleiben.

Die Zeiten ändern sich, die Rahmenbedingungen auch. Da müssen sich andere Institutionen auch ändern, da muss die Schule z.B. bereit sein, mehr Verantwortung zu übernehmen und mehr Sozialverhalten beizurbingen, anstatt den Schülern zu sagen, dass müssten sie einfach nach dem Unterricht lösen.




Tja, wie wahr. Die Politiker fordern einerseits und sind andererseits nicht bereit Sachen zu machen, die die Wähler dann wirklich gegen sie aufbringen würde.

Das nenne ich mal ein paradoxes herumlavieren - irgendworin müssen sie ja auch gut sein.
 
Habs auch nicht böse aufgefasst. Es freut mich, wenn ich dich etwas von der Niederlage abgelenkt hatte.
Ich hatte die Fenster der Artikel schon vor dem Spiel geöffnet, nachdem ich zu Hause war, musste dann aber Abendessen, ein paar akutere Sachen posten und dann so ein komisches Fußballspiel sehen.



Dann hab ich mir gedacht, dass es erstmal konstruktiver wäre, die Threads zu öffnen, die ich sowieso öffnen wollte.
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sehr gute idee, dafür bin ich dir dankbar. aber von welcher niederlage sprichst du? ich kann mich an nichts erinnern ...
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Tja, das spricht für sich.

Zur Hoffnung: Die Firmen haben alle Trümpfe in der Hand. Erhöht der Bund die Gewerbesteuer, Einkommenssteuer für Unternehmen o.ä. (kenne mich mit Steuern noch nicht so gut aus), dann wird die outsourcing Keule ausgepackt.



Andererseits gibt es auch etliche Unternehmer (gutes Beispiel: Trigema), die bereit wären sich mehr einzubringen, aber wenn der Staa5t nicht auf sie zukommt...



Man kann ja schließlich nicht erwarten, dass Firmen freiwillig mehr Steuern zahlen, oder ähnliche Solidaritätsbekundungen zeigen würden, die ihnen Wettbewerbsnachteile einhandeln würden.



Die vielzitierte Reichensteuer bleibt wohl auch noch Utopie.



Aber irgendwann kollabiert das System - und ich will dann ehrlich nicht hier sein müssen.



Und wenn jemand, mit den richtigen Ansätzen in die Politik drängt, wird er wegen seiner unpopulären Maßnahmen niemals zu irgendwas gewählt.



Die große Koalition wäre eine so große (unverhoffte) Chance gewesen, die jetzt aber nur noch eine Farce ist...











Tja, wie wahr. Die Politiker fordern einerseits und sind andererseits nicht bereit Sachen zu machen, die die Wähler dann wirklich gegen sie aufbringen würde.

Das nenne ich mal ein paradoxes herumlavieren - irgendworin müssen sie ja auch gut sein.


ein sehr komplexes thema, das hier angesprochen wird. einerseits die politiker, die legislative, jene die durch kluge politik die voraussetzungen für ein gemeinsames miteinander der menschen in ihrem land sorgen sollen.

andererseits die arbeitgeber, die ein interesse an möglichst profitablen wirtschaftsunternehmen haben.

zum schluss, das volk-ein haufen, der sich schlecht in wenigen sätzen abhandeln lässt. alles in allem ein konglomerat von sovielen unterschiedlichen meinungen und richtungen, dass sich eine einheit nicht herausstellt, hier liegt das problem.
 
Tja, das spricht für sich.

Zur Hoffnung: Die Firmen haben alle Trümpfe in der Hand. Erhöht der Bund die Gewerbesteuer, Einkommenssteuer für Unternehmen o.ä. (kenne mich mit Steuern noch nicht so gut aus), dann wird die outsourcing Keule ausgepackt.


Wobei die Steuern ja nur ein Teil des Gesamtpaketes sind. Niedrige Steuern, vielleicht sogar finanzielle Anreize zum Bau einer Fabrik an einer bestimmten Stellen, bringen nichts, wenn die Verkehrsanbindung nicht gut ist, die Arbeiter nicht gut bzw. nicht passend ausgebildet sind (wobei sich da auch viele Unternehmen zurücknehmen - gut ausgebildetet Arbeiter fordern, aber selber nciht ausbilden wollen - etc..... Es sind schon viele Firmen wieder nach Deutschland zurückgekehrt, weil sich das Auslagern bestimmter Teile insgesamt doch nicht rentiert hat (antürlich ist die Zahl geringer als die der Firmen, die insgesamt weggegangen sind).

Im Grunde ist das doch eine schlimme Situation. Bekleidungsfirmen lassen z.B. in Rumänien nähen (Hugo Boss u.a.), weil es dort billiger ist. Nach 5 Jahren gehen sie dann nach Moldawien, weil die bösen Rumänen doch tatsächlich mehr Gehalt wollten. 150€ ist doch schon äußerst spendabel. Aber was passiert dann? Die bösen Moldawier wollen irgendwann auch mal mehr? Das geht nicht.
 
...dann wird die outsourcing Keule ausgepackt.



Andererseits gibt es auch etliche Unternehmer (gutes Beispiel: Trigema), die bereit wären sich mehr einzubringen, aber wenn der Staa5t nicht auf sie zukommt...



Man kann ja schließlich nicht erwarten, dass Firmen freiwillig mehr Steuern zahlen, oder ähnliche Solidaritätsbekundungen zeigen würden, die ihnen Wettbewerbsnachteile einhandeln würden.



Die vielzitierte Reichensteuer bleibt wohl auch noch Utopie...



Und wenn jemand, mit den richtigen Ansätzen in die Politik drängt, wird er wegen seiner unpopulären Maßnahmen niemals zu irgendwas gewählt.


Wir sind ja sogar so daneben in Deutschland, dass wir sogar den Wegzug von Industrie ins Ausland noch steuerlich fördern. Wer so Gesetze macht, gehört nicht in den Bundestag und dürfte das Finanzministerium bestenfalls auf einer Postkarte betrachten! Da fällt mir gerade noch so ein tolles Beispiel deutscher Regelwut in Gesetzen ein....wenn du bei McDonald oder sonst wo im Restaurant was isst, dann kriegt der Staat davon 16% Mehrwertsteuer, holst du das aber am Mitfahrschalter und isst es auswärts, dann kriegt der Staat, bei gleichen Preis des Gerichtes für den Kunden nur 7 % Mehrwertsteuer....das ist seit Jahren bekannt, aber niemand hat was dagegen getan....was war die Folge...einzelne McDonald Filialen sollen angeblich bein Überprüfung durch die Finanzämter annähernd 100% ihres Essens am Aussenschalter verkauft haben...danke für die verlorengegangenen Millionen, für die ich jetzt ab Januar die Mehrwertsteuererhöhung zahlen darf um die Löcher im Haushalt zu stopfen.



Naja...ich weiß nicht wie das bei Trigema steuerlich aussieht, aber ich weiß, dass sie regelmässig Zoff mit den Gewerkschaften hatten, weil die Verträge für die Arbeitnehmer ziemlich übel sein sollen....ich glaub nicht, dass die ein glänzendes Vorbild sind.



Natürlich kann man nicht erwarten, dass Firmen freiwillig mehr zahlen, und angesichts der Globlisierung, lässt sich auch nicht alles mit nationalen Gesetzen regeln. Wer das Gegenteil behauptet, lügt meiner Meinung nach, aber wie oben beschrieben, gibt es genug Defizite in Deutschland, die leicht abzustellen wären, und niemand tut was....das macht mich sauer.



Die "Reichensteuer" als Zuschlag auf die Einkommensteuer kommt ja....aber meiner Meinung nach hat sie ihren Namen jetzt nicht mehr verdient, da sie, wenn ich das richtig verstehe Kapitalgesellschaften und Selbstständige per se aussen vor lässt.



Für mich ist der allerbeste in diesem Zusammenhang damals leider zurückgetreten, weil er keine Chance mehr in seinem Umfeld hatte.




Wobei die Steuern ja nur ein Teil des Gesamtpaketes sind. Niedrige Steuern, vielleicht sogar finanzielle Anreize zum Bau einer Fabrik an einer bestimmten Stellen, bringen nichts, wenn die Verkehrsanbindung nicht gut ist, die Arbeiter nicht gut bzw. nicht passend ausgebildet sind...


Du hast da völlig recht, aber genau an diesen gesellschaftlichen Aufgaben wie Schulausbildung, Strassenbau etc. beteiligen sich Unternehmen immer weniger, wenn ihr Steueraufkommen ständig sinkt. Der normale Durchnittschnittsarbeitnehmer, zahlt zu einem immer größeren Anteil, diese Ausgaben die dann der Wirtschaft zu Gute kommen, wir subventionieren die Wirtschaft und kriegen im Umkehrschluss immer weniger Geld in die öffentlichen Haushalte, damit immer mehr in die Firmenkassen fliessen!
 
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