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Frankreich reißt Brasilien aus allen Träumen
"Équipe tricolore" schießt Rekordweltmeister aus dem Turnier
Frankreich hat für den ersten großen Paukenschlag dieses WM-Turniers gesorgt und den haushohen Favoriten Brasilien aus dem Turnier geworfen. Die "Équipe tricolore" um einen stark aufspielenden Zinedine Zidane besiegte den offensiv ungewohnt harmlosen Rekordchampion verdient mit 1:0 (0:0) und darf vom zweiten WM-Triumph nach 1998 träumen.
Vor 48.000 Zuschauern in der ausverkauften Frankfurter WM-Arena übernahm zunächst Brasilien gegen die anfangs verhalten agierenden Franzosen die Initiative. Brasiliens Trainer Carlos Alberto Parreira hatte überraschend auf Angreifer Adriano und Emerson verzichtet. Dafür rückten Juninho und Gilberto Silva in die Mannschaft und Ronaldinho wurde in die Spitze vorgezogen.
Ronaldo mit der ersten Chance
Die erste Gelegenheit hatte Ronaldo, der nach einem Freistoß von Ronaldinho das Tor mit seinem Kopfball verfehlte (11.). Nur vier Minuten später war es erneut der beste WM-Torjäger aller Zeiten, der nach einem Flankenlauf in die Mitte spielte, doch Kaka verpasste die Kugel um wenige Zentimeter.
Mitte der ersten Halbzeit wurden die Franzosen zunehmend stärker. Kapitän Zinedine Zidane, der nach der WM seine Karriere beendet will, hatte dabei die beste Chance. Der Freistoß des Altmeisters aber strich knapp über die Querlatte des brasilianischen Tores (27.). Einen schnellen Konter der Franzosen über Patrick Viera konnte Juan von Bayer Leverkusen nur mit einem Foul stoppen, doch er kam mit Gelb davon (45.).
Den fälligen Freistoß konnte Ronaldo nur mit der Hand klären, doch anstatt auf Elfmeter zu entscheiden, zeigte der spanische Schiedsrichter Cantelejo dem Stürmer lediglich die Gelbe Karte. So ging es am Ende einer ausgeglichenen und stark von Taktik geprägten ersten Hälfte mit dem 0:0 in die Kabinen.
Nach dem Seitenwechsel erwischten die Franzosen einen Blitzstart und hatten durch Vieira die große Chance zur Führung, doch der Kopfball des Mannes von Juventus Turin strich knapp am Tor Didas vorbei (47.). Frankreich war nun die klar spielbestimmende Mannschaft, während Brasilien es kaum mehr schaffte, gefährlich vor dem Tor der Franzosen aufzutauchen.
Starker Auftritt belohnt
Und der in dieser Phase sehr starke Auftritt von Zidane und Co. sollte belohnt werden: Ein Freistoß von "Zizou" flog quer durch den ganzen Strafraum der Brasilianer und landete genau beim völlig ungedeckt am langen Pfosten lauernden Thierry Henry. Der Vollstrecker des FC Arsenal ließ es sich nicht nehmen, den Ball zur verdienten 1:0-Führung einzuschießen (57.). Vier Minuten später hätte es bereits endgültig um den Rekordweltmeister geschehen sein können, als Juan einen Schuss des nach dem Wechsel wie befreit aufspielenden Franck Ribery unglücklich abfälschte. Doch der Ball strich haarscharf an Didas Gehäuse vorbei.
Brasilien versuchte sich zu befreien, hatte mit der dicht gestaffelten und glänzend aufspielenden Defensive um Lilian Thuram und William Gallas jedoch große Probleme und wirkte bisweilen hilflos. Ronaldinho schaffte es - wie schon in den Partien zuvor - nicht, der Partie seinen Stempel aufzudrücken und verschwand völlig in der Versenkung. Allerdings ließ die Abwehrabteilung der "Équipe tricolore" vermochte.
Die letzten Vier aus Europa
Erst die Einwechslung von Robinho verhalf der "Selecao" wieder zu etwas mehr Offensivdrang. Der kleine Dribbler hatte in der 81. Minute die Chance auf den Ausgleich, verzog jedoch und schoss den Ball in den hessischen Nachthimmel, genau wie kurz darauf Ronaldinho einen Freistoß (89.). Und so sehr sich die Kanariengelben auch mühten, sie konnten die Pleite nicht mehr abwenden.
Am Ende stand ein hochverdienter Sieg der Franzosen. Deren viel gescholtener Trainer Raymond Domenech hatte seine Elf perfekt auf die Brasilianer eingestellt und sie geriet - gerade nach dem Wechsel - nie ernsthaft in Gefahr. Der in diesem Turnier enttäuschend aufgetretene Weltmeister muss somit die vorzeitige Heimreise antreten. Zidane darf dagegen darauf hoffen, seine glänzende Karriere mit seinem zweiten WM-Titel krönen zu können. Im Halbfinale, in dem erstmals seit 1982 nur europäische Mannschaften stehen, trifft die "Grande Nation" nun auf Portugal.
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