Also ich sage jetzt mal, die Straftaten die Du aufzählst sind dem DFB natürlich nicht egal. Aber diese Straftaten haben halt mit dem Spielbetrieb nichts zu tun.
Nur mal als Beispiel, letzter Spieltag, 2 Mannschaften kämpfen um den Abstieg, 2 andere um die Meisterschaft. Pyro wäre gestattet. Bei einem Spiel muss das Spiel wegen eines kleinen Unfalls oder zu starkem Rauch auf dem Spielfeld für 10 Minuten unterbrochen werden. Das wäre Wettbewerbsverzerrung.
Und außerdem muss man sich die Folgen einer Legalisierung immer wieder bewusst machen. Wie artet das dann aus? Brennt dann bei jedem Spiel minutenlang die komplette Kurve? In den 90ern ist es oft vorgekommen dass das Spiel unterbrochen werden musste. Würde man das Abbrennen nur in einem speziellen Bereich erlauben. Dann glaubt doch keiner wirklich dass sich die "Fans" daran halten würden, oder?!
Von den gesundheitlichen Gefahren durch den Rauch ganz zu schweigen.
Aber ich verstehe immer noch nicht, welche Intention soll denn der DFB haben diese Regeln zu kippen?
Sie sind dem DFB natürlich nicht egal, aber er sanktioniert sie nicht - und das ist der entscheidende Punkt. Es ist nämlich nicht sein Job!
Wenn ich überlege, wie oft in den letzten Spielen gezündelt wurde und wie oft auch tatsächlich länger unterbrochen (oder überhaupt unterbrochen) wurde... Oft wars nicht. Und wenn ein Torwart sich verletzt hast du auch wenns blöd läuft 5-10 Minuten Pause, verbietet der DFB das dann auch?
Ich meine, der von dir beschriebene Fall zielt auf 2 Spieltage ab - die letzten beiden, die eben zeitgleich stattfinden. Ansonsten ist der Spielplan eh verzerrt genug - in der 2. Liga um 3 Tage. Da kommts auf 10 Minuten auch nicht an.
Die Sache ist, DU fragst MICH das jetzt alles, der sich damit nicht so genau beschäftigt hat. Richtig wäre, der DFB fragt die Vertreter der Initiative.
Und wenn man dabei zu keinem Konsens kommt oder der DFB die Vertreter überzeugen kann, dass man o.g. Probleme eben nicht lösen kann, dann akzeptiert es die Initiative vielleicht auch eher, als wenn man als "Bestimmer" sagt: "Des geht net und basta!"
Die komplette Kurve hat früher schon nicht immer gebrannt, sondern immer mal wieder irgendwo. Und wenn man das Abbrennen beispielsweise nur in Block 8.1 erlaubt, dann weiss jeder, der da steht, da kanns rauchen, gefährlich werden, wie auch immer und kann sich eben hin- oder wegbewegen. Wäre zumindest diesbezüglich besser als jetzt, wos einfach mittendrin fackelt.
Und dann kann man sich auch über Sanktionen unterhalten, wenn eben ausserhalb von 8.1 gezündelt wird.
Der DFB sollte dies tun, um mal a) vom hohen Ross runterzukommen und sich mit Fanbelangen auseinander zu setzen,
diese illegale (und gefährliche) versteckt-am-Boden-Zündelei einzudämmen und den ordnungsgemäßen Umgang mit Pyro zu fördern, c) die Vereine zu entlasten und d) einfach aus dem Grund, weil nicht alle Regeln toll sind und man das vielleicht merken sollte, wenn so viel aktiv und bewusst gegen diese Regeln verstoßen wird. Regeln schön und gut, aber mann muss doch über Sinn, Anwendungsbereiche und Ausnahmen reden können.
Andererseits kann es natürlich wirklich so sein dass sich bei den ersten Gesprächen jemand zu weit aus dem Fenster gelehnt hat, der keine Berechtigung dazu hatte.
Reden ist zwar immer gut. Nur ist meine Meinung dass es bei diesem Thema keinen Konsens gibt. Der DFB kann es nicht legalisieren, kann nicht auf Bestrafung verzichten und kann auch kein Auge zudrücken. Und die Pro Pyro-Bewegung will eben Pyro legalisieren. Dazwischen gibt es nicht viel.
Dann darf ich niemanden zu Gesprächen schicken, der nix sagen darf.
Wenn wir als Betriebsrat mit der Geschäftsführung was aushandeln wollen, schicken die ja auch nicht die Putzfrau und sagen danach: Die hätte gar nichts zusagen dürfen.
Und nochmal: Der DFB kann und soll es nicht legalisieren, eben nur nicht mehr sanktionieren (und das ist ein wesentlicher Unterschied, das musser nämlich nicht) und vielleicht den Weg zu Ausnahmegenehmigungen oder zumindest Tests freimachen.