Kannst du das noch etwas ausführen? Es ist in meinen Augen ein Unterschied, ob ein Profiverein nur eng mit dem eigenen Standort (Stadt, Land) verbandelt ist oder ob diese Verbandelung vom Bund der Steuerzahler in jedes Mikrofon posaunt wird. Die Bayern haben über 200 Millionen an Infrastrukturförderung (Autobahnabfahrt) bekommen. Das stört deren Sponsoren auch so lange nicht, bis es in der Öffentlichkeit breitgetreten wird.
In Duisburg übernimmt die Stadt (nach einem Schuldenschnitt) die Stadiongesellschaft und senkt die Miete von zuvor 5 Millionen auf 900.000 und wird hier in Zukunft daher auch weitere Miese machen. (Siehe u.a.:
http://www.finance-magazin.de/meinungen/dritte-halbzeit/schuldenschnitt-beim-msv-duisburg/http://www.finance-magazin.de/meinungen/dritte-halbzeit/schuldenschnitt-beim-msv-duisburg/)
Profivereine sind keine "normalen" Unternehmen, sondern für ihre Stadt eher eine unkaputtbare Großbank. Und die emotionale Seite ist hierbei nur ein kleiner Faktor. Ein Profifußballverein ist Werbeträger seiner Stadt, ein großer Arbeitgeber, zahlt Steuern - ebenso wie die jeweiligen Großverdiener, die er anlockt, mobilisiert alle 2 Wochen Zigtausende, die mehrheitlich im Stadion Essen/Trinken bezahlt (lokale/regionale Unternehmen) und in einigen Fällen auch noch außerhalb des Stadions Geld lässt.
Dass dabei dann manchmal einiges an Mauscheleien nötig ist, damit es einigermaßen in einen Rechtsrahmen passt (siehe Gelsenkirchen und die vielen Untergesellschaften von S04 und deren Besitzanteile/Haftungsübernahmen durch die Stadt), ist nichts wirklich Geheimes.
Von einem Unternehmen, dass in der Lage ist, jährlich Millionen für Trikotwerbung zu zahlen, darf man ja wohl erwarten, dass es um diese Umstände weiß - ob da jetzt ein halbseidener Typ in der Presse das Offensichtliche benennt und gängige (inter-)nationale Praxis als Einzelfall von grober öffentlicher Mittelverschwendung missdeutet, sollte keine Rolle spielen. Die (ausgebliebenen) Reaktionen der anderen Vereine und die enge lokale Begrenzung dieser "Nachricht" sprechen doch wohl Bände...
Warum genau ist dieses Szenario wahrscheinlicher? Das ist doch pure Spekulation.
Klar, wie alles hier. Das irritiert dich doch wohl nicht ernsthaft?
Und warum ist das Fakt? Wenn mich nicht alles täuscht, schrieb redcity, dass es kein großes Ding sei, dass der Hauptsponsor fehlt. Und redcity ist doch sehr nah am Verein dran.
Der FCK hatte doch in dieser Markenumfrage ein sehr hohes Ansehen. Warum sollte sportfive sich da nicht verzockt haben und einen zu hohen Sockelbetrag gezahlt haben?
Gängige Praxis. Hätten wir frühzeitig einen Sponsor zur Unterschrift bewegen können, hätte es diese Garantie in dieser Form nicht geben müssen.
Man kann wohl getrost davon ausgehen, dass wir durch diesen Sockelbetrag Nachteile an anderer Stelle haben, die wir sonst nicht hätten.
Natürlich ist diese gesicherte Einnahmen wichtig (vor allem für die Lizenzierung).
Noch ein Indiz dafür, dass Sportfive sich verzockt hat: Wenn der Sockelbetrag so viel geringer wäre, dann würde sich das doch wohl auch im Etat zeigen, oder nicht? Wenn man jetzt nur 2,5 statt 4,5 Millionen (als Beispielzahlen) bekäme ... ich wüsste nicht, wie das irgendwie kompensiert werden könnte und der Etat gehalten werden kann. Durch Zuschauereinnahmen wohl kaum, durch ein ähnliches Abschneiden im Pokal sicher nicht, Fernsehgelder sind auch nicht mehr geworden.
Wo zeigt es sich nicht im Etat? Vermeintliche Top-Verdiener (Idrissou, Dick, Borysiuk, Occean) sind oder sollen von der Gehaltsliste, für Zoller kam gut Geld rein.
Dem gegenüber steht allenfalls Hofmann. Fomitschow, Mugosa und Schulze werden wohl nicht viel verdienen.
In meinen Augen haben wir noch einiges an Luft nach oben, um die Ausgaben der Vorsaison zu erreichen.
PS: Und warum soll sich Kuntz verzockt haben? Ich dachte Sportfive verhandelt im Auftrag des FCK.
Mit Sponsoren wurde doch schon im Winter verhandelt. Der Deal mit SportFive wurde erst kürzlich unterschrieben. Hätte es zu dem Zeitpunkt einen Hauptsponsor gegeben, hätte der SportFive-Deal keine entsprechende Klausel beinhalten müssen und uns also anderweitig Vorteile gebracht.
Kann passieren, aber optimal gelaufen ist das ganz sicher nicht.
Ob die Sponsorensuche oder der Sockelbetrag zuvor schon Vertragsbestandteil waren, weiß ich nicht. Optimalerweise waren sie es nicht.
Also so kritisch man die Arbeit des gesamten Vorstands sehen sollte ... wild drauflos spekulieren ist dann doch irgendwie der falsche Weg.
Richtig. Nur was ist hier "wild drauflos spekulieren"? Klar kennt keiner hier Einzelheiten. Aber durch Wissen um die gängige Praxis auf dem Gebiet und Infos von anderen Vereinen aus den letzten Jahren kann man doch zu ganz guten Einschätzungen kommen, die (natürlich mit entsprechender Standardabweichungen) der Realität nahe kommen könnten.
Natürlich immer vorausgesetzt, die Akteure (FCK, SportFive und mögliche Investoren) handeln rational - also in Richtung Maximierung des eigenen Nutzens.
SportFive ist ja kein Unternehmen, was uns irgendetwas schenkt, weil dort jemand den FCK besonders mögen würde - wenn wir in schwacher Verhandlungsposition sind (kein Hauptsponsor gefunden und dringend auf Garantieeinnahmen angewiesen), dann wird das entsprechend ausgenutzt. Das ist nur Spekulation, aber ich denke, dass sie plausibel ist.
Erst einmal braucht man jemand, der in der Lage ist ein marktgerechtes Gebot abzugeben und das meinetwegen auch nach Verhandlungen tun will. Wenn es keine Gegenseite gibt, die da mitspielt, dann kannst Du verhandeln wie ein Weltmeister.
Die andere Komponente ist die Risikobereitschaft. Wenn ein Angebot auf dem Tisch liegt, dann muss man sich entscheiden, ob man abschließen oder auf ein besseres Angebot hoffen will. Um dieses Risiko zu minimieren gibt es Sportfive.
Wie fast immer, haben wir zu wenig Infos, um eine Beurteilung abzugeben.
Als Risikominimierung würde ich das weniger sehen - eher als überlebenswichtigen Vertragsbestandteil. Ansonsten würde sich wohl die Idee, ohne Trikotsponsor aufzulaufen, durchsetzen.
Klar sind die Verhandlungen schwierig. Man will die Trikotbrust nicht unter Wert verkaufen und muss einen Partner finden, der diesen Wert zu zahlen bereit ist.
Ob die jetzige Situation besser ist als das Annehmen eines geringeren Angebots, ist dann auch eine Glaubensfrage.
Ich finde die Situation besorgniserregend und habe ein sehr ungutes Gefühl bezüglich unserer Finanzen (gerade nach den letzten 2 Jahren mit deutlichem Minus ohne positiven Gegenwert). Wenn jemand glaubt, dass alles bester Dinge sei, dann freut mich das natürlich für denjenigen und ich hoffe wirklich sehr, dass er Recht haben möge.