Abschiedsspiel
<span>Torlos auf dem Betzenberg</span>
Als letzten Test vor dem Halbfinale im Ligapokal bestritt der VfB Stuttgart ein Testspiel gegen den 1. FC Kaiserslautern. Die Teams trennten sich nach gespielten 90 Minuten torlos 0:0. Ewerthon gab hierbei seinen Einstand im VfB-Trikot, während Christian Gentner dieses zum vorerst letzten Mal überstreifen konnte.
Da sich die Gruppe der verletzten oder mit Trainingsrückstand behafteten Spieler von Trainer Armin Veh nur ganz langsam lichtete, stand dem Coach beim Test im Fritz-Walter-Stadion gegen den Zweitligisten 1. FC Kaiserslautern im Prinzip nur derselbe Kader wie vor wenigen Tagen gegen Lazio Rom zur Verfügung. Veh wechselte lediglich zwei Positionen im Abwehrverbund und schickte Marco Pischorn und Arthur Boka von Beginn an auf den Platz. Für zwei Mittelfeldakteure, die aufliefen, war das Gastspiel auf dem Betzenberg hingegen etwas ganz besonderes: Christian Gentner durfte - bevor er, für zwei Spielzeiten ausgeliehen, am Montag beim VfL Wolfburg seinen Dienst antritt - noch einmal den roten Brustring tragen und so den vorübergehenden Abschied vom VfB nehmen. Silvio Meißner war letzte Rückrunde an die "roten Teufel" ausgeliehen, wurde dort schnell zum Publikumsliebling und fand mit diesem Vorbereitungsspiel sehr schnell ein Wiedersehen. Jetzt trug Meißner aber wieder das richtige Trikot des Deutschen Meisters. Außerdem kam Ewerthon in der zweiten Halbzeit zu seinem ersten Auftritt im VfB-Trikot und sorgte gleich für Furore.
Abschied von Christian Gentner
Dem VfB war von Beginn an anzumerken, welches Pensum im Trainingslager von ihm absolviert worden war. Der 1. FCK war merklich frischer und spritziger in den ersten Aktionen. Den Spielern des VfB steckten die vielen Einheiten bei der Vorbereitung in der Steiermark noch deutlich in den Beinen. Die Arbeit an der Substanz mit dem Trainerstab hinterließ verständliche Spuren und die Mannen von Armin Veh kamen schwer in Tritt. Dahingehend gehörten auch die ersten Chancen des Spiels den Pfälzern. In der dritten und siebten Minute musste Raphael Schäfer gegen einen Abschluss von Erik Sebastian Stachnik und einen Heber von Sergey Neubauer auf dem Posten sein, konnte aber beide Bälle jeweils zur Ecke klären. Auch nach einem Distanzschuss von Alexander Bugera war er glänzend zur Stelle (11.). Erst nach einer halben Stunde hatten die Gäste die Müdigkeit aus den Beinen gelaufen und kamen besser ins Spiel. Über die linke Seite versuchten Alexander Farnerud und Antonio da Silva die Spitzen Cacau und Mario Gomez zu bedienen. Doch die Stürmer verpassten den Ball knapp oder wurden im letzten Moment noch gestört (32.). Kurz vor der Pause versuchte Farnerud den Erfolg auf eigene Faust zu erzwingen, brachte sich auf der halblinken Seite in eine gute Schussposition, doch sein Knaller ging knapp über das Ziel hinaus.
Glänzender Einstand von Ewerthon
In der zweiten Halbzeit lief das Leder in den Reihen des VfB immer besser und es wurde eine spürbare Hoheit über das Geschehen erspielt, wenngleich die erste große Chance nach dem Seitenwechsel wieder den Gastgebern gehörte. Nach einer mustergültigen Flanke von Neubauer fehlte nicht viel, als Stachnik am Pfosten vorbeiköpfte. Spätestens nach einem Distanzschuss von Axel Bellinghausen, der knapp über die Querlatte ging, war dann der VfB vollends im Spiel angekommen. Ewerthon, der in der Halbzeit für Mario Gomez ins Spiel kam und damit zum ersten Mal für den VfB im Einsatz war, hatte in der 63. Spielminute eine doppelte Möglichkeit, seinen neuen Club in Führung zu bringen. In der Klasse-Szene von ihm, die gleich richtig aufhorchen ließ, wurde er aber im Alleingang noch vom FCK-Torhüter Jürgen Macho zu weit abgedrängt. Im zweiten Versuch von Ewerthon, den Pfälzer im Tor doch noch durch einen Heber zu bezwingen, bekam dieser auch die Hand an den Ball und lenkte ihn neben den Pfosten.
Torlos, aber dennoch zufrieden
Ebenfalls als Antonio da Silva ihn aus 23 Metern per Freistoß aus zentraler Position prüfte, war Macho sicher (68.). Und wenn er einmal geschlagen war, dann rettete ein Hintermann für ihn. So geschah es, als die Kaiserslauterer Abwehr einen Eckball abwehrte, aber Alexander Farnerud dennoch aus 12 Metern abzog. Macho war da bezwungen, doch Boubacar Diarra haute den Ball per Kopf noch von der Linie (70.). Die letzte nennenswerte Chance für den VfB, der längst das Spielgeschehen nach dem etwas holprigen Beginn an sich gerissen hatte, nutzte da Silva zu einem sehr schönen Freistoßversuch aus 30 Metern. Allerdings blieb es auch hier beim Versuch, als der Ball knapp rechts unten vorbeiging, so dass sich die Mannschaften mit einem torlosen Remis vor 6.000 dennoch zufriedenen Zuschauern trennten.
Die Teams:
1. FC Kaiserslautern: Jürgen Macho - Sven Müller, Moussa Outtara (58. Boubacar Diarra), Nassim Banouas, Alexander Bugera - Sergey Neubauer, Patrice Bernier, Steffen Bohl (88. Mariusz Suszko), Axel Bellinghausen - Erik Jendrisek (88. Christian Henel), Sebastian Stachnik (58. Stevo Nikolic)
VfB Stuttgart: Raphael Schäfer - Roberto Hilbert, Fernando Meira, Marco Pischorn, Arthur Boka - Christian Gentner (46. Andreas Beck), Silvio Meissner (62. Georges Mandjeck), Antonio da Silva - Cacau (62. Manuel Fischer), Mario Gomez (46. Ewerthon), Alexander Farnerud
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