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[Finale] PORTUGAL - Frankreich 1:0 (0:0) n.V.

2004 hätte ich es ihnen auch gegönnt, aber nicht bei diesem Turnier. Die Portugiesen haben es einfach nicht verdient, weil sie nur durch den Modus überhaupt erst weiter gekommen sind. Sie haben nur ein einziges Spiel nach 90 Minuten gewonnen und das ganze Turnier über nur Antifussball gezeigt. Wenn ein Team im EM Finale in der 104. Minute die zweite Torchance hat, sagt das doch einiges aus. Neben 2004 ist das für mich der unverdienteste Titelgewinn.
 
vor 27 Minuten schrieb König Otto:




Wer diese Bilder sieht und den Portugiesen (von denen es ja doch viele in KL gibt) und auch CR den Titel nicht gönnt, dem ist, naja, irgendwie auch nicht zu helfen.




Es ist die Revanche/Ausgleich für die EM2004 für mich.


Dagegen dürfte auch kaum jemand was haben, da gehts wohl eher um das Wie. Und das ist extrem nicht verdient. Purer Antifussball. Aber das ist der Trend des letzten Jahrzehnts, der immer mehr zunimmt. Griechenland, Chelsea, Darmstadt, Portugal sind die uns bekanntesten Beispiele. Mit taktisch ausgereiftem, dreckigem Antifussball kommst du zu Erfolg. Ich warte praktisch nur noch drauf, dass irgend so ne Assitruppe damit deutscher Meister wird. Dann will ich mal die Wutpille der Bayern sehn.
 
Weder überraschend noch unverdient, die Portugiesen die taktisch deutlich beste Mannschaft des Turnieres.




Der Ronaldo ist schon ein ganz schöner Kindskopf, aber so unsympathisch kam er für mich nicht rüber und ich gönne ihm den Titel, das war - auch für ihn - ein ganz schweres Stück Arbeit, zu dem auch er insbesondere damit beigetragen hat, sich konsequent in den Dienst der Mannschaft zu stellen (man bedenke beispielsweise das Kroatien-Spiel). Andere wie Messi werden vielleicht nie einen Titel mit ihrem Land gewinnen.




Der Architekt des Triumphes ist aber Fernando Santos, der schon zuvor drei nationale Cups erringen und seinen Ruf als ausgefuchster Pokaltrainer festigen konnte. Aus den Möglichkeiten der Mannschaft hat er das absolute Maximum heraus geholt und dafür gebührt ihm vollster Respekt. Ein bisschen wie der Otto Rehhagel der modernen Zeit - und ein größeres Lob könnte man ja kaum aussprechen.
 
Gönnen ist ungleich verdient.




Über verdient kann man streiten, aber Fußball ist auch ein Ergebnis-Sport, der Erfolg gibt einem Recht. Und es gibt auch kaum eine Sportart bei der eine Aktion soviel bewirkt wie beim Fußball. Beim Basketball, Baseball oder auch Hockey gibt es soviele Punkte/Tore, dass ein einzelnes nicht eine solche Bedeutung wie beim Fußball hat.




Und, dass der Defensiv-Stil immer mehr in Mode gibt, liegt daran, dass er es unterlegenen Mannschaften erlaubt auch gegen große Mannschaften zu bestehen. Du schreibst es richtig, es ist taktisch ausgereift und es bringt dir den Erfolg. Um mehr geht es im Fußball nicht.




Denke auch an viele deutsche Erfolge früher, als die deutschen "Panzer" über den Gegner gewalzt sind, als 74 den spielerisch klar überlegenen Niederländern auch der Titel gestohlen wurde.
 
vor 6 Minuten schrieb Eschder Laudrer:




Dagegen dürfte auch kaum jemand was haben, da gehts wohl eher um das Wie. Und das ist extrem nicht verdient. Purer Antifussball. Aber das ist der Trend des letzten Jahrzehnts, der immer mehr zunimmt. Griechenland, Chelsea, Darmstadt, Portugal sind die uns bekanntesten Beispiele. Mit taktisch ausgereiftem, dreckigem Antifussball kommst du zu Erfolg. Ich warte praktisch nur noch drauf, dass irgend so ne Assitruppe damit deutscher Meister wird. Dann will ich mal die Wutpille der Bayern sehn.


Haben wir doch schon gesehen: "Was erlauben Strunz!!!!!?????"
 
Leider hat sich bewahrheitet, dass das Turnier aufgebläht war und der Modus nicht zur Attraktivität (gerade in der Vorrunde) beigetragen hat. Gefallen haben mir Wales und Island, Frankreich hätte ich einen Sieg als identitätsstifendes Ereignis gegönnt, aber so ist Fußball. Jetzt bin ich froh, dass dieses Turnier vorbei ist, ich werde es nicht in sonderlich guter Erinnerung behalten. Im 16er-Modus schien mir vieles packender und spektakulärer zu sein.
 
Ich hätte es Frankreich gegönnt, sei's dem Land wegen dem Terror und der Mannschaft weil sie offensiv und attraktiv gespielt haben. Allerdings haben sie auch gegen dezimierte Deutsche gewonnen und das Foul von Payet war, betrachtet man Ort und Zeitpunkt, einfach nur  asozial. Der Torwart von Portugal hatte auch ein Wörtchen mitzureden! Und das Tor war der Hammer, einfach nur reingehulkt!




Das Turnier war auch unattraktiv weil die Stars überspielt waren, da war nicht allein der Modus schuld. Der stand auch von vorne hinein fest, also heißt das nicht zwangsweise das Portugal sonst rausgeflogen wäre. Die ganze Diskussion ist unnötig, als hätte man Dänemarks Leistungen vor 24 Jahren nicht anerkannt, weil sie sich nicht direkt qualifiziert haben.




Ich gönne es den Portugiesen wirklich und vor allem stand beim Siegtor nur einer von Bayern auf dem Platz, und der war ein Loser. Bitte mehr davon!
 
Die Franzosen haben einfach ihr Glück spätestens im Spiel gegen Deutschland aufgebraucht. Finde das Ergebnis passt zu dieser eigenartigen EM. So bleibt uns zumindest der Griezmann jubel erspart. Und das die Franzosen den Huuu-Jubel bei den Isländern geklaut haben... Hat Ihnen das Genick gebrochen. Dafür hat der Isländische Wikinger Gott gesorgt. ?


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Wie war das? Wer gewinnt, hat recht. Ich find's völlig in Ordnung. Und gleichermaßen schön, dass die portugiesische Mannschaft ohne Ronaldo, aber auch für ihn gewonnen hat. Das spricht für die Mannschaft, die eben doch keine One-Man-Show ist, als die sie immer abgetan wird. Auch wenn sie ohne Ronaldo vermutlich nicht soweit gekommen wäre.
 
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hatte der betreuer eigentlich kein hello kitty pflaster im koffer oder warum lies ronaldo sich vom platz tragen, obwohl er kurz davor und danach durchaus noch lauffähig war?
 
Mich nervt es eher, wenn die Leute mit Trage auf dem Platz kommen und plötzlich können die "Schwerverletzten" wieder selber laufen.
 
vor 13 Minuten schrieb DrBETZE:




hatte der betreuer eigentlich kein hello kitty pflaster im koffer oder warum lies ronaldo sich vom platz tragen, obwohl er kurz davor und danach durchaus noch lauffähig war?


Beim Kreuzbandanriss kann man auch (spätestens) 15 Minuten nach der Verletzung nicht mehr laufen. Aber 1 Stunde später kann es schon wieder klappen (zwar humpelnd, aber sieht nicht so schwer verletzt aus wie es innerlich ist).
 
vor 15 Minuten schrieb DrBETZE:




hatte der betreuer eigentlich kein hello kitty pflaster im koffer oder warum lies ronaldo sich vom platz tragen, obwohl er kurz davor und danach durchaus noch lauffähig war?


ausgeprägter Narzissmus wäre meine Ferndiagnose
 
Dann wäre er drin geblieben. Denke mal, dass da zum einen physischer Schmerz war, aber auch eine Welt in ihm zusammengebrochen ist, da er seinem Team nicht mehr helfen konnte und den Titel dahingehen sah. Und es dauerte ja auch bis zum Ende der regulären Spielzeit, bis er wieder da war, bis dahin kann zumindest mit Schmerzmitteln und Verbänden das Knie soweit stabiliert werden, dass er wieder am Rand stehen und springen konnte.
 
Gerade eben schrieb stiller:




Dann wäre er drin geblieben. Denke mal, dass da zum einen physischer Schmerz war, aber auch eine Welt in ihm zusammengebrochen ist, da er seinem Team nicht mehr helfen konnte und den Titel dahingehen sah. Und es dauerte ja auch bis zum Ende der regulären Spielzeit, bis er wieder da war, bis dahin kann zumindest mit Schmerzmitteln und Verbänden das Knie soweit stabiliert werden, dass er wieder am Rand stehen und springen konnte.


Das wäre ne nüchterne & logische Erklärung, aber diese arrogante Schmalzlocke zu bashen macht doch sooo viel mehr Spaß.  
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Achtung Wall of Text...




Zuerst einmal zum Spiel gestern. Ich fand das Finale insgesamt auf einem mäßigen Niveau, was aber nicht gänzlich untypisch für wichtige Spiele ist (siehe CL Halbfinale oder Finale dieses Jahr). In den 90 Minuten war Frankreich sicherlich das bessere Team, weniger aufgrund ihrer spielerischen Klasse als wegen den besseren Torchancen. Portugal musste den Ausfall ihres Stars, Systemumstellung etc erstmal sichtbar verdauen. Im übrigen empfand ich das "Foul" von Payet schon ahndungswürdig. Er kommt mit vollem Risiko ohne Rücksicht auf die Gesundheit des Gegenspielers. Dass er den Ball trifft, ist fast mehr Glück als Können. Glaub für ne ähnliche weitaus weniger "harte" Aktion hat Ribery mal glatt rot gesehen in einem Championsleague Halbfinale. Foulspiel wäre definitiv die richtige Entscheidung gewesen evtl. auch noch Gelb. Geschenkt, die Verletzung ist wohl nicht so schlimm und irgendwie ist es jetzt wohl auch die Geschichte weswegen man sich an dieses Finale erinnern wird. Portugal konnte allerdings in der Verlängerung mehr zulegen und war genau dann da als Frankreich der Mut und vllt. auch die Kraft fehlte. Von daher gesehen geht der Sieg in diesem Spiel zumindest in Ordnung. 




Ob es insgesamt verdient war, kann man sich natürlich trefflich drüber streiten. Spielt aber letzten Endes auch keine Rolle. Schön war der Fußball nicht, wenn überhaupt taktisch ausgereift und von einem starken Kollektiv umgesetzt. Was man den Portugiesen zu Gute halten muss, wenn es drauf ankam, in den engsten Situationen, Verlängerung und Elfmeterschießen, waren sie da. Ist sicherlich auch eine Qualität. Auf der Gegenseite hat sicherlich nicht das fußballerisch beste Team die EM gewonnen und auch ich sehe einen Vorteil für Portugal der im neuen Modus begründet liegt. Nicht nur, dass sie als Gruppendritter in Achtelfinale eingezogen sind, sondern auch dass sie durch den Lastminutetreffer der Isländer gg Österreich auch noch in die deutlich leichtere Hälfte des K.O.-Spiel-Baumes rutschten.




Bringt mich zu Punkt 2. Den Modus und das Turnier spielerisch zu bewerten. Insgesamt war das Turnier spielerisch auf einem mäßigen Niveau. Für mich haben gut dreiviertel aller Teams einen ähnlichen Fußball gespielt wie Portugal, wobei es auch da natürlich qualitative Unterschiede gibt. Was mich aber überrascht ist die Vehemenz mit der jetzt bei der EM darauf rumgeritten wird. Meiner Meinung nach trägt da das Turnier nur einer allgemeinen Entwicklung im Fußball Rechnung. Die Leute tun jetzt so als würde sonst überall nur sicherheitsbefreiter, offensiver Fußball gezeigt werden. Wenn man ehrlich ist, sieht man aber das Muster entweder eine in punkto Ballbesitz und spielerischer Qualität vollkommen überlegene Mannschaft gg ein nur defensiv ausgerichtetes, limitiertes Team oder gar 2 Teams gegeneinander, die in erster Linie kein Tor fangen wollen, in bis zu 10 von 18 Erst- und Zweitligaspielen Woche für Woche. Das gleiche Bild fast durch die komplette Gruppenphase der CL und EL, EM und WM-Quali und und und... Die neue Qualität ist vielleicht, dass selbst Teams, die aus sehr guten Einzelspielern bestehen wie Portugal, dies in den meisten Spielen konsequent durchziehen. Auch absolute Topteams wie Frankreich (gg Deustchland) oder Atl. Madrid (in der CL) scheuen sich nicht, in wichtigen Spielen darauf zurückzugreifen. Der Erfolg gibt ihnen recht. So kommen halt Partien wie Portugal-Kroatien oder Portugal-Polen zustande. Partien, die so auch garantiert im 16er-Modus zustande gekommen wären. Die relative spielerische Armut allein am Modus festzumachen, wäre meiner Meinung nach ein fataler Irrglaube. Die WM 2014 war spielerisch, das haben die vergangenen 2 Jahre gezeigt, mit ihrer offensiven Spielweise leider eher die Ausnahme als die Regel.




Andere Dinge spielten da sicherlich auch eine Rolle. Viele wichtige Spieler wirkten schon müde und überspielt. Offensiv fehlten fast allen Teams in der Regel die Lösungen. Auch hier sehe ich das Problem nicht nur (wie es im Bezug aufs deutsche Team gerne dargestellt wird) im Fehlen echter Stürmer. Im Gegenteil viele Teams haben doch wieder mit "echten" 9ern von hoher Qualität gespielt. Kaum einer von ihnen hat ein richtig gutes Turnier gespielt. Gomez, Pelle und evtl. noch Giroud mit Abstrichen. Wirklich getroffen haben Gomez und Giroud auch nur gegen die Fußballgroßmächte Nordirland, Slowakei, Rumänien und Island. Ganz zu Schweigen von Leuten wie Lewandowski, Vardy, Kane, Lukaku oder Mandzukic, die übers Turnier betrachtet noch weniger Torgefahr versprühten und/oder zu viel mit anderen aufgaben betreut waren. Überzeugender waren da doch wieder eher diese Mischtypen aus offensivem Mittelfeldspieler und Außenstürmer wie Griezmann, Bale oder auch CR7, der für mich kein reinrassiger 9er ist. Hier hat Deutschland in diesem Turnier definitiv ein Mann gefehlt. Müller ist es ja in der Regel, aber er spielte ein gebrauchtes Turnier. Die Rolle eines Stürmers ist für mich nach diesem Turnier noch komplexer geworden. gesucht wird in Zukunft bestimmt kein reiner Knipser und auch kein reiner spielender, falscher 9er, sondern einer der beide Eigenschaften vereint. Seine Mitspieler in Szene setzt und selbst torgefährlich ist. Offensive Lösungen gegen Abwehrbollwerke parat hat und selbst dennoch auch nach hinten fürs Team arbeitet. Davon gibt es bisher weltweit nur wenige Stürmer.  Somit war es eher das Turnier der Innenverteidiger, der Boatengs, Höwedes, Chielinis und Pepes (um nur einige zu nennen), was ich persönlich nicht so schlimm finde. Konsequentes, sicheres Verteidigen ist nun mal auch kein kleiner unbedeutender Bestandteil von Fußball. So ne Grätsche von Höwedes gg Giroud hat doch auch was...




Bleibt noch der Modus mit 24 Teams insgesamt. Ich stehe dem nach wie vor ambivalent gegenüber. Die größten Gegenargumente sind aus meiner Sicht die Entwertung der Gruppenphase durch das Ausscheiden von nur 8 Teams und beinahe noch schlimmer (!) der Qualifikation. zumindest aus Sicht der Topteams betrachtet. Die spielerische Armut sehe ich weniger im Modus begründet (siehe oben), ob mit 16 oder 24 Teams abseits der Topteams (GER, FRA, ITA, SPA, die sich fast alle gegenseitig rausgekegelt haben) mangelt es fast allen Teams an Qualität. Viele Leute schreiben nicht ganz zu unrecht, dass durch die Aufstockung jetzt zu viele schlechte Teams am Start waren, sagen aber parallel, dass ihnen insbesondere Island, Wales oder andere "kleine" Teams imponiert haben. Klar dieses Teams hätten sich jetzt auch im 16er Modus qualifiziert, gut möglich dass aber genau sie evtl. nächstes Mal Profiteure der neuen Regelung sind. Und evtl sind ihre tollen Leistungen auch gerade durch den neuen Modus begünstigt. Keine Ahnung ob alle hier Island auch eine so tolle EM und erfrischenden Fußball attestiert hätten, wenn die Gruppe nicht ISL, AUT, POR, UNG, sondern FRA, POR, KRO, ISL was bei 16 Teams realistisch gewesen wäre, gelautet hätte. Egal das Thema bleibt auch für mich umstritten...




Als abschließenden Satz: Nach allem was ich von den Fans aller Nationen und als neutraler Zusuchauer der Partie Belgien-Wales in Lille stimmungstechnisch gesehen habe (auch am Tag danach noch), finde ich es gut, dass zukünftigt 8 Teams und ihre Fans mehr die Chance haben, die einzigartige Atmosphäre einer EM zu genießen und mitzugestalten.
 
ausgeprägter Narzissmus wäre meine Ferndiagnose

für mich trotzdem verwunderlich. sonst ist er doch auch immer der grösste und lässt sich dann so weicheimässig runtertragen. spielen konnte er ja davor auch noch, wenn auch nur humpelnd.
 
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