GP China - Keine Bestrafung für Hamilton
Eurosport - Fr 05.Okt. 19:00:00 2007
McLaren-Mercedes-Pilot Lewis Hamilton ist vom Verdacht eines irregulären Bremsmanövers beim GP von Japan freigesprochen worden. Der 22-jährige Brite wurde nach einer einstündigen Anhörung von einem dreiköpfigen FIA-Gremium in allen Punkten entlastet. Damit behält Hamilton seine gewonnenen WM-Zähler.
"Die FIA-Stewards fanden, dass Lewis hinter dem Safety Car keinen Fehler gemacht hat und so - wie hier zuvor behauptet worden war - auch nicht indirekt an dem diskutierten Auffahrunfall beteiligt gewesen ist", sagte Mercedes-Motorsportchef Norbert Haug. Der Teamkollege von Weltmeister Fernando Alonso kann am Wochenende völlig unbeschwert ins Rennen gehen und als erster "Rookie" in der Geschichte der Formel 1 den Fahrertitel holen.
Denn sein Polster von zwölf Punkten auf Titelverteidiger Alonso bleibt bestehen. "Ich bin froh, dass die Kommission diese Entscheidung getroffen hat", meinte Hamilton zufrieden und fügte an: "Selbst wenn sie mich verurteilt hätten, kann ich nur noch einmal beteuern, dass ich nicht weiß, was ich getan haben soll."
Vettel wird ebenfalls entlastet
Der Brite wurde beschuldigt, im Regen-Rennen von Japan seine Konkurrenten Mark Webber und Sebastian Vettel durch ein Bremsmanöver dermaßen irritiert zu haben, dass der junge Deutsche dem Australier ins Heck fuhr. Beide Piloten mussten daraufhin das Rennen beenden und "Pechvogel" Vettel bekam sogar noch eine Strafe aufgebrummt.
Diese wurde durch die FIA aufgehoben, so dass der Heppenheimer beim Großen Preis von China nicht um zehn Plätze nach hinten versetzt wird. Den Stein ins Rollen brachte sein Team-Manager Franz Tost (Toro Rosso), der ein Fan-Video bei youtube.com im Internet entdeckte, auf dem die Szene des Unfalls klar zu sehen war. Die offiziellen Übertragungsanstalten hatten diese Aufnahme verpasst, die zeigt, dass Webber durch eine Unachtsamkeit zu Spitzenreiter Hamilton aufschließt und eigentlich er der Schuldige am Zusammenstoß mit Vettel ist, weil er zu stark abbremste.
"Ich kann ebenfalls nur sagen, dass sich die FIA richtig entschieden hat", freute sich auch Vettel, dessen Strafe vom Internationalen Automobil-Verband in eine Rüge umgewandelt wurde. Zum Urteil der FIA-Oberen gegenüber Hamilton kam entlastend hinzu, dass es am vergangenen Wochenende in Fuji wie aus Kannen schüttete und die Sicht für alle Piloten äußerst schlecht war. Somit bleibt in der Fahrerweltmeisterschaft zwei Rennen vor Saisonende alles beim Alten. Hamilton behält seine 107 Punkte und hat weiterhin beste Chancen, bereits in Shanghai den WM-Titel zu gewinnen.
Lewis Hamilton wird Weltmeister ...
- wenn er das Rennen gewinnt
- wenn er Platz zwei belegt und Fernando Alonso nicht gewinnt
- wenn er Platz drei belegt und Alonso auf keinem der ersten beiden Plätze landet
- wenn er Platz vier belegt und Alonso nicht besser als Dritter ist
- wenn er Platz fünf belegt und Alonso nicht besser als Vierter ist
- wenn er Platz sechs belegt, Alonso nicht besser als Fünfter ist und Kimi Räikkönen nicht gewinnt
- wenn er Platz sieben belegt, Alonso nicht besser als Sechster ist und Räikkönen nicht gewinnt
- wenn er Platz acht belegt, Alonso nicht besser als Siebter ist und Räikkönen nicht auf einem der ersten beiden Plätze landet
- wenn er nicht in die Punkteränge fährt, Alonso nicht besser als Achter ist und Räikkönen nicht auf einem der ersten beiden Plätze landet.
Dirk Adam / Eurosport
quelle:
http://de.eurosport.yahoo.com/05102007/73/gp-china-bestrafung-hamilton.html