08.05.2006 - WM-Ausbau geht in die Endphase
Unmittelbar nach Abpfiff des letzten Kaiserslauterer Heimspiels der Saison begannen in Fritz-Walter-Stadion am Samstagabend (6. Mai) die Umbaumaßnahmen im Hinblick auf die Fußball-Weltmeisterschaft. Gleich auf drei Tribünen ändert sich die Bestuhlung: In der Ost- und Westkurve werden FIFA-gerechte Klappsitze montiert. Bislang gab es dort verschiedene Steh- und Sitzkonzepte, von reinen Stehplatzbereichen über kombinierte Steh-Sitzplätze mit so genannten Vario-Seats bis hin zu Schalensitzen mit nicht ausreichend hoher Rückenlehne. Auch im oberen Bereich der Haupttribüne im Norden wurden nach dem Spiel gegen den FC Bayern die alten Schalensitze abgebaut. Sie machen Platz für eine deutliche Ausweitung der Medien- und Reporterplätze.
An der vorderen Dachkante werden Verschönerungsarbeiten durchgeführt: Wie ein rotes Band wird sich eine etwa 1,5 Meter hohe rote Metallblende ohne Unterbrechung von der Ost- zur Westtribüne erstrecken. Im Norden erfährt der Dachrand die gleiche Verschönerung. Zusätzlich soll hier, so Architekt Karsten Fiebiger gegenüber Stadionwelt, auch noch eine zweite Blende am höchsten Punkt des Daches einen bislang noch wenig ansehnlichen Metallträger verkleiden. Die größte Veränderung am Dach jedoch wird die Anbringung einer Photovoltaik-Anlage auf dem Dach der Südtribüne sein. „Seit Jahren arbeiten wir an einer solchen Lösung“, so Fiebiger, „doch erst durch das WM-Programm ‚green goal’ der FIFA konnten wir die Finanzierung sichern.“
Der Rasen, auf dem der FC Bayern am Samstag seine 20. Deutsche Meisterschaft feiern konnte, ist inzwischen verschwunden. Am Montag wurden die Reste seines Untergrunds abgetragen, in den nächsten Tagen wird mit der Verlegung des offiziellen WM-Rasens begonnen. Verschwunden sind auch die beiden Hilfsstützen, die nach Feststellung der Dachprobleme sicherheitshalber montiert worden waren. Stattdessen sorgt eine Verlängerung der Pylone in der Südost-Ecke für eine zusätzliche Stabilisierung des Daches. Zusätzlich zur Stützkonstruktion unterhalb der Dachfläche wurde die Überdachung über Stahlstreben an der Pylone aufgehängt. „Allerdings überlegen wir“, so Fiebiger, „nach der WM entweder den Aufsatz auf dem Pylon wieder abzubauen, da die Probleme mit den Rissen in der tragenden Konstruktion inzwischen behoben sind. Oder aber wir bauen im Interesse der Symmetrie auch in der Südwest-Ecke einen Aufsatz auf die Pylone".
Am wenigsten fortgeschritten sind die Arbeiten bislang im Inneren des Logenturms zwischen Nord- und Osttribüne. Der Innenausbau steckt noch in den Anfängen, doch mehr als ein hochwertiges Provisorium wird ohnehin nicht erwartet: „Die FIFA möchte sich die Räumlichkeiten selbst einrichten“, so Fiebiger“, der endgültige Ausbau wird daher ohnehin erst nach der WM erfolgen". (Stadionwelt, 08.05.06)