Gestörte Kommunikation beim FCK
Wolfgang Wolf und sein Team haben derzeit wenig Grund zum Jubeln
München - Es gab mal eine Zeit am Betzenberg, da wusste Erik Gerets nicht mehr aus noch ein.
Der Belgier war Trainer beim 1. FC Kaiserslautern und der deutschen Sprache bestens mächtig.
Der FCK steckte wieder einmal im Abstiegskampf und Mannschaften, die gegen den Sturz in die nächst niedere Klasse kämpfen, bedürfen einer ganz besonderen Pflege.
Man muss viel mit den einzelnen Spielern reden und die Spieler müssen, spätestens auf dem Platz, miteinander kommunizieren.
Weg vom Multikulti
Das Dumme war nur: Der FCK hatte kaum noch deutschsprachige Akteure in seinem Multikulti-Kader und Gerets begann langsam zu verzweifeln.
Lautern schaffte den Verbleib in der Bundesliga mit Ach und Krach, besonn sich danach aber einer traditionelleren Linie und setzte wieder verstärkt auf die Amtssprache deutsch.
Zurück zum alten Kurs
Dass die Pfälzer nun, zwei Jahre später, wieder im Abstiegsstrudel stecken, verblüfft dennoch nicht einmal die Hartgesottenen unter den FCK-Fans.
Schon vor der Saison waren die "Roten Teufel" mit Cheftrainer-Novize Michael Henke als heißer Anwärter auf den bitteren Gang in die Zweitklassigkeit gehandelt worden.
Doch jetzt, als Tabellenletzter mit nur drei Siegen auf dem Konto, fährt der FCK unter dem mittlerweile für Henke installierten Wolfgang Wolf wieder den ausländischen Kurs.
Größtes Manko: Fehlende Abstimmung
44 Gegentore hat der FCK bereits kassiert. Individuelle Fehler waren natürlich auch darunter. Das Hauptproblem aber war die fehlende Abstimmung im Deckungsverhalten der gesamten Mannschaft.
So wundert es doch, dass die bisherigen drei Neuzugänge, die ja nicht weniger zu tun haben, als den 15. Tabellenplatz noch zu ergattern, allesamt Ausländer sind und auch noch wenig deutsch sprechen.
Unbekannte Neuzugänge
Die weitestgehend unbekannten Neuverpflichtungen heißen Mathieu Beda (Frankreich), Balázs Borbély (Slowakei) und Jon Inge Höiland (Norwegen) und sind allesamt mit Abwehraufgaben bedacht.
"Wir werden definitiv besser stehen. Sie werden frischen Wind in die Mannschaft bringen. Die Jungs machen einen blendenden Eindruck. Ich hoffe, dass wir sie so schnell wie möglich integrieren können", hofft Wolf und spricht damit gleich ungewollt eine große Schwierigkeit mit an.
Im Rennen um den Klassenerhalt sieht Wolf noch alle Chancen für seine Truppe. Allerdings nur unter der Grundvoraussetzung, "dass sich alle tausendprozentig mit dem Verein identifizieren. Wer da nicht mitzieht, sieht von mir die Rote Karte und hat keine Zukunft mehr beim FCK."
Altintop verlässt den FCK
Nur noch eine 17 Spiele andauernde Zukunft hat Halil Altintop bei den Pfälzern. Den Türken zieht es nach der Saison zurück in seine Heimat, er unterschrieb beim FC Schalke 04 einen Vertrag bis 2010.
Wenig förderlich für den FCK, schließlich traf Altintop bisher schon 13 Mal und gilt als einer der wenig verbliebenen Hoffnungsträger.
Pikanter Rückrundenauftakt
"Bis zum Sommer zählt für mich ausschließlich der FCK", gelobte der 23-Jährige dann auch seine uneingeschränkte Hingabe.
Pikant ist dennoch: Zum Rückrundenauftakt erwartet der FCK ausgerechnet Schalke 04 am Betzenberg. Ein erstes von 17 Endspielen, auch für Altintop.
"Ich gebe alles und will versuchen, den Klassenerhalt noch zu schaffen. Dann kann ich mit gutem Gewissen nach Schalke gehen", sagt er. Übrigens in akzentfreiem Deutsch.
Sport1.de-Prognose:
Der FCK steht da, wo ihn nicht wenige Experten schon vor der Saison sahen. Das Experiment mit Trainer Michael Henke ging schief, jetzt zählt für Lautern nur noch das nackte Überleben.
Ein erneuter Abstieg nach 1996 wäre nicht mehr so leicht wie damals zu verkraften. Bundesliga-Fußball könnte in der Pfalz für eine geraume Zeit von der Bildfläche verschwinden.
Mit Wolfgang Wolf haben die Lauterer einen erfahrenen Trainer und eine echte Identifikationsfigur an Bord - Attribute, die der Mannschaft allerdings fehlen. Darüber hinaus erscheint das Team nicht als Einheit und hat nur zu oft Erstligatauglichkeit vermissen lassen.
Der Rückstand auf Rang 15 beträgt nach der katastrophalen Hinrunde nur zwei Punkte. Dennoch wird der 1.FC Kaiserslautern den bitteren Gang in die Zweitklassigkeit antreten müssen.
Stefan Rommel (sport1.de)
Wolfgang Wolf und sein Team haben derzeit wenig Grund zum Jubeln
München - Es gab mal eine Zeit am Betzenberg, da wusste Erik Gerets nicht mehr aus noch ein.
Der Belgier war Trainer beim 1. FC Kaiserslautern und der deutschen Sprache bestens mächtig.
Der FCK steckte wieder einmal im Abstiegskampf und Mannschaften, die gegen den Sturz in die nächst niedere Klasse kämpfen, bedürfen einer ganz besonderen Pflege.
Man muss viel mit den einzelnen Spielern reden und die Spieler müssen, spätestens auf dem Platz, miteinander kommunizieren.
Weg vom Multikulti
Das Dumme war nur: Der FCK hatte kaum noch deutschsprachige Akteure in seinem Multikulti-Kader und Gerets begann langsam zu verzweifeln.
Lautern schaffte den Verbleib in der Bundesliga mit Ach und Krach, besonn sich danach aber einer traditionelleren Linie und setzte wieder verstärkt auf die Amtssprache deutsch.
Zurück zum alten Kurs
Dass die Pfälzer nun, zwei Jahre später, wieder im Abstiegsstrudel stecken, verblüfft dennoch nicht einmal die Hartgesottenen unter den FCK-Fans.
Schon vor der Saison waren die "Roten Teufel" mit Cheftrainer-Novize Michael Henke als heißer Anwärter auf den bitteren Gang in die Zweitklassigkeit gehandelt worden.
Doch jetzt, als Tabellenletzter mit nur drei Siegen auf dem Konto, fährt der FCK unter dem mittlerweile für Henke installierten Wolfgang Wolf wieder den ausländischen Kurs.
Größtes Manko: Fehlende Abstimmung
44 Gegentore hat der FCK bereits kassiert. Individuelle Fehler waren natürlich auch darunter. Das Hauptproblem aber war die fehlende Abstimmung im Deckungsverhalten der gesamten Mannschaft.
So wundert es doch, dass die bisherigen drei Neuzugänge, die ja nicht weniger zu tun haben, als den 15. Tabellenplatz noch zu ergattern, allesamt Ausländer sind und auch noch wenig deutsch sprechen.
Unbekannte Neuzugänge
Die weitestgehend unbekannten Neuverpflichtungen heißen Mathieu Beda (Frankreich), Balázs Borbély (Slowakei) und Jon Inge Höiland (Norwegen) und sind allesamt mit Abwehraufgaben bedacht.
"Wir werden definitiv besser stehen. Sie werden frischen Wind in die Mannschaft bringen. Die Jungs machen einen blendenden Eindruck. Ich hoffe, dass wir sie so schnell wie möglich integrieren können", hofft Wolf und spricht damit gleich ungewollt eine große Schwierigkeit mit an.
Im Rennen um den Klassenerhalt sieht Wolf noch alle Chancen für seine Truppe. Allerdings nur unter der Grundvoraussetzung, "dass sich alle tausendprozentig mit dem Verein identifizieren. Wer da nicht mitzieht, sieht von mir die Rote Karte und hat keine Zukunft mehr beim FCK."
Altintop verlässt den FCK
Nur noch eine 17 Spiele andauernde Zukunft hat Halil Altintop bei den Pfälzern. Den Türken zieht es nach der Saison zurück in seine Heimat, er unterschrieb beim FC Schalke 04 einen Vertrag bis 2010.
Wenig förderlich für den FCK, schließlich traf Altintop bisher schon 13 Mal und gilt als einer der wenig verbliebenen Hoffnungsträger.
Pikanter Rückrundenauftakt
"Bis zum Sommer zählt für mich ausschließlich der FCK", gelobte der 23-Jährige dann auch seine uneingeschränkte Hingabe.
Pikant ist dennoch: Zum Rückrundenauftakt erwartet der FCK ausgerechnet Schalke 04 am Betzenberg. Ein erstes von 17 Endspielen, auch für Altintop.
"Ich gebe alles und will versuchen, den Klassenerhalt noch zu schaffen. Dann kann ich mit gutem Gewissen nach Schalke gehen", sagt er. Übrigens in akzentfreiem Deutsch.
Sport1.de-Prognose:
Der FCK steht da, wo ihn nicht wenige Experten schon vor der Saison sahen. Das Experiment mit Trainer Michael Henke ging schief, jetzt zählt für Lautern nur noch das nackte Überleben.
Ein erneuter Abstieg nach 1996 wäre nicht mehr so leicht wie damals zu verkraften. Bundesliga-Fußball könnte in der Pfalz für eine geraume Zeit von der Bildfläche verschwinden.
Mit Wolfgang Wolf haben die Lauterer einen erfahrenen Trainer und eine echte Identifikationsfigur an Bord - Attribute, die der Mannschaft allerdings fehlen. Darüber hinaus erscheint das Team nicht als Einheit und hat nur zu oft Erstligatauglichkeit vermissen lassen.
Der Rückstand auf Rang 15 beträgt nach der katastrophalen Hinrunde nur zwei Punkte. Dennoch wird der 1.FC Kaiserslautern den bitteren Gang in die Zweitklassigkeit antreten müssen.
Stefan Rommel (sport1.de)