Kicker vom 9.6.05
Henkes Hoffnung ist auch eine junge Garde
Nichts Neues im Südwesten. Weitere Verstärkungen für den 1. FCK sind nicht in Sicht. "Bevor kein Spieler geht, kommt kein Neuer", erneuerte Klubchef René C. Jäggi die Personalpolitik.
Michael Henke trägt das (Spar-)Konzept mit: "Ich habe kein Problem, mit dem jetzigen Kader zu starten." Was vom neuen Trainer erwartet wird, weiß er: "Das Team muss ganz anders auftreten als zuletzt!"
Zu dem, was ihm auf seiner ersten Station als Bundesligachefcoach Hoffnung macht, zählt eine junge Garde: Neuzugang Axel Bellinghausen (22), Rückkehrer Torsten Reuter (22), Michael Lehmann (20), Matthias Henn (20) und Jurgen Gjasula (19). "Wichtig ist, die richtige Mischung im Kader zu haben. Dazu gehören junge Spieler, die marschieren, unverbraucht sind, unbeschwert aufspielen. Die den Etablierten ein bisschen Dampf machen, ihre Chance suchen." Henke hält seinen Talenten die Tür offen. Wie's geht, hat Halil Altintop (22) vorgemacht.
Neuland betritt Axel Bellinghausen, der sich in der Regionalliga Nord bei Düsseldorf für seinen ersten Profivertrag (bis 2007) empfahl. "Axel ist schnell, schlägt Flanken aus dem Lauf, bringt Aggressivität mit. Er ist einer, der will." Lauterns Chef-Scout Hubert Neu traut dem Mittelfeldspieler (1,78 m/76 kg) zu, auf der linken Seite das passende Pendant zu Stefan Blank zu werden. Auf die Verpflichtung von Bellinghausen hatte Henke keinen Einfluss. Über seine Qualitäten ist er aber nicht nur durch Neu informiert. Henke: "Es hatten noch andere Klubs Interesse an Axel."
Neuanfang - das versprechen sich Michael Lehmann (Vertrag bis 2007) und Torsten Reuter (2006) bei Henke. Der ist froh über eine Alternative auf der rechten Seite: "Reuter wollte unbedingt zurück. Er will angreifen." Beim Zweitligisten Saarbrücken schaffte Reuter (22 Spiele/3 Tore), was er nun eine Klasse höher wiederholen will: Den Durchbruch zum Stammspieler.
Dieses Ziel verfolgt ebenfalls Lehmann. Der Mittelfeldspieler startete viel versprechend, kam im ersten Profijahr auf zwölf Einsätze. Vorige Runde war dann ein einziger Rückschlag. Der Youngster fiel monatelang verletzt (zwei Fußoperationen) aus, spielte nur beim Finale gegen Bremen, erwischte da einen rabenschwarzen Tag. Ein Gespräch mit Henke macht ihm wieder Mut für die Zukunft.
Ein "Schnupperkurs" war das Einstandsjahr (sieben Einsätze) für Jurgen Gjasula (19). Der "Benjamin" drängt trotz neuer Konkurrenz im Offensivbereich mit Ervin Skela nach vorne: "Ich werde alles versuchen, um ins Team zu kommen." Henke kann es nur recht sein, wenn seine ehrgeizigen Talente halten, was sie ankündigen. (Uli Gerke)