Verwirrung wegen Doping-Verdachts
Mexicos Trainer Ricardo La Volpe nahm zu den Vorwürfen keine Stellung
Frankfurt/Main - Die Abreise der beiden mexikanischen Spieler Aaron Galindo und Salvador Carmona sorgt weiter für Wirbel.
Beide Spieler reisten während des Confed Cups ab, Begründung: Disziplinlosigkeit. Vermutet wird aber, dass die beiden gedopt waren und durch die vorzeitige Heimreise der Zugriff der Fifa verhindert werden sollte.
"Wir haben den mexikanischen Verband am Donnerstagmorgen schriftlich aufgefordert, zur Abreise der beiden Spieler und zu den Doping-Gerüchten deutlich Stellung zu beziehen. Wir erwarten eine Antwort noch im Laufe des Donnerstag", erklärte Fifa-Pressechef Markus Siegler am Donnerstag.
Mexiko: Rückreise hat nichts mit Doping zu tun
Derweil teilte OK-Chef Franz Beckenbauer mit, die Mexikaner hätten Fifa-Präsident Joseph Blatter versichert, dass die Rückreise der beiden nichts mit Doping zu tun habe, und es keinen Grund gebe, an dieser Versicherung zu zweifeln.
Beide Spieler wurden weder nach der Partie gegen Japan (2:1) noch gegen Brasilien (1:0) für die obligatorischen Doping-Tests der Fifa ausgelost (je zwei Spieler pro Mannschaft).
Interne Tests sollen positiv gewesen sein
Nach den Meldungen aus Mexiko soll es sich um interne Tests des mexikanischen Verbandes gehandelt haben. Die erste Probe vor dem Confed Cup soll bereits positiv gewesen sein ebenso wie ein weiterer Test nach dem überraschenden 1:0 am vergangenen Sonntag gegen Brasilien.
Daraufhin seien die Spieler nach Mexiko geflogen, um sich eventueller Kontrollen durch die Fifa zu entziehen. Die Rückreise der beiden Kicker war vom mexikanischen Verband mit Disziplinlosigkeit begründet worden.
La Volpe pöbelt
Mexikos Trainer Ricardo La Volpe tat am Mittwochabend nichts, um Licht ins Dunkel zu bringen.
Stattdessen pöbelte er gegen unangenehme Fragensteller auf der Pressekonferenz nach dem Spiel gegen Griechenland (0:0): "Die Journalisten sollen unsere sportlichen Leistungen beurteilen. Ich frage Sie ja auch nicht, wie es mit ihrer Frau läuft."
"Ich nehme dazu keine Stellung"
Als die Medienvertreter nicht locker ließen, schüttelte La Volpe unwirsch den Kopf, murmelte ein hörbares "unglaublich" vor sich hin und bequemte sich dann doch zu einer Aussage.
"Die Rücksendung der beiden nach Mexiko hatte disziplinarische Gründe. Das ist eine persönliche Sache. Ich respektiere das Interesse der Journalisten und der Fifa, aber das ist eine persönliche Sache, und deshalb nehme ich dazu keine Stellung."
Die Frage, ob er ausschließen könne, dass mexikanische Spieler gedopt gewesen seien, beantwortete La Volpe zweimal nicht.
Nandrolon bei Galindo und Carmona?
Mexikanischen Medienberichten zufolge sollen bei Galindo und Carmona Spuren von Nandrolon festgestellt worden sein. Mittlerweile sind die Spieler in Mexiko angekommen, waren aber nicht zu einer Stellungnahme bereit.
Am späten Mittwochabend blieb offen, welche Konsequenzen eine Bestätigung des Doping-Verdachtes haben könnte.
Da es sich nicht um Fifa-Proben handelt und die beiden Spieler für den Weltverband jetzt nicht mehr greifbar sind, dürfte das Turnier normal zu Ende gespielt werden.
Mexikanischer Verband muss mögliche Sanktionen verhängen
Da es sich um Proben des mexikanischen Verbandes handelt, müsste dieser im positiven Fall Sanktionen verhängen und dies der Fifa melden.
Tut er das nicht, kann die Fifa von sich aus Aufklärung verlangen. Bei Doping reicht die Bandbreite der Sanktionen von Geldbußen bis zu 16.500 Euro über den Ausschluss bei kommenden Wettbewerben bis hin zu langfristigen Sperren.
Quelle:
www.sport1.de