Kaiserslautern: Unter Michael Henke erinnert nur noch der freie Montag an Jaras Stil - 08.07.2005 09:00
"Das ganze Programm ist gezielter"
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Montag gab Michael Henke den Pfälzer Profis trainingsfrei. Pause am ersten Wochentag - das war unter Vorgänger Kurt Jara auch so üblich. Mit Gemeinsamkeiten in der Arbeitsweise des alten und neuen Trainers des FCK hat es sich dann aber auch fast schon. Es hat sich manches grundlegend geändert, seit die Ära Henke am 27. Juni bei den "Roten Teufeln" angelaufen ist.
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Neue Männer, neue Methoden: Michael Henke und Assistent Manfred Rauscher.
"Junge Trainer sind generell mit wesentlich mehr Enthusiasmus und Akribie bei der Sache", verrät "Senior" Thomas Ernst (37) mit der Erfahrung aus 15 Profijahren. Es weht jetzt ein schärferer Wind auf dem Betzenberg. Was gut und nur konsequent ist, nachdem sich die Lauterer doch einige Male hängen ließen in der vorigen Runde.
"Mehr Disziplin, mehr Ordnung, mehr Struktur, mehr Taktik, mehr Ballarbeit. Das ganze Programm ist gezielter", erzählt Ciriaco Sforza. Der erlebte Henke als Assistent bei Bayern, war dort per du mit ihm. Heute spricht der Schweizer seinen Chef mit "Trainer" und "Sie" an. Ein normaler Vorgang für Sforza: "Herr Henke hat große Verantwortung. Da ist kein Duzen mehr."
Was neu ist beim FCK, begann noch in der alten Runde. Die Ergebnisse eines Laktat-Tests im Mai waren Grundlage für individuelle Urlaubsprogramme, die Henke jedem ins Reisegepäck legte. Dass die Vorgaben umgesetzt wurden, zeigte die "Überprüfung" beim erneuten Laktat-Test am zweiten Tag der Vorbereitung.
"Alles wird moderner gemacht", berichtet Ingo Hertzsch. Die Neuerungen beginnen beim Aufwärmprogramm. Dafür ist mit Zvonko Komes ein Reha-Trainer (Schwerpunkt Prophylaxe) zuständig. Gymnastikbälle, Deuserbänder, Koordinationsleitern, Sprintübungen mit Widerstand - was Nationalspieler fördert, kann "Roten Teufeln" nicht schaden. Thomas Riedl findet's gut: "Unter Jara war's eher klassisch: Einlaufen, dehnen, trainieren. Bänder, Muskeln - jetzt wirst du von der Zehen- bis zur Haarspitze auf die Belastung vorbereitet."
Dabei wird nun mehr und intensiver trainiert. Zwei Stunden statt zuvor meist 90 Minuten dauert eine Trainingseinheit im Augenblick. Zwei Mal pro Tag. Trotz aller Strapazen ist die Stimmung gut. Zu tun gibt's reichlich: Verschieben, Laufwege einstudieren, unterschiedliche Spielformen, taktisches Verhalten, Standardsituationen. Henke lässt viel probieren, setzt die Spieler auf den unterschiedlichsten Positionen ein. Hintergrund: Horizont erweitern, Verständnis für den Mitspieler wecken.
Was Henke nicht gefällt, etwa Fehlverhalten im Spiel mit und ohne Ball, spricht er in Pausen direkt an. Er gibt Tipps, spricht häufig vor allem mit den jungen Hüpfern, mit denen Vorgänger Jara eher selten Worte wechselte.
Neu auch: Henke legt großen Wert auf Disziplin, Ordnung, gibt Regeln vor. Derart: 45 Minuten vor Trainingsbeginn ist Anwesenheitspflicht in der Kabine, wo das Handy tabu ist. Vorgaben statt Eigenverantwortung. Hilfe zur Selbsthilfe. Lehren aus der jüngeren Vergangenheit. Hertzsch befürwortet Henkes Methoden: "Herr Jara hatte uns zu sehr an der lange Leine laufen lassen. Das wurde ausgenutzt. Derzeit ziehen alle mit."
Uli Gerke
Quelle:
www.kicker.de