Der FCK hat momentan definitiv wichtigere Probleme als die Deutung einer von den Medien als homophob interpretierten Aussage, die direkt nach Abpfiff eines völlig unzufriedenstellenden Spiels im Affekt gefallen ist. Noch dazu von einem Spieler, der unsere Sprache nicht wie seine Muttersprache beherrscht. Wenn man seine Aussagen beurteilt, dann sollte man auch diese Tatsache zugrunde legen.
Ich möchte denjenigen sehen, der nicht schon einmal im Affekt aus Ärger heraus unüberlegte, homophobe, beleidigende, politisch zweifelhafte oder sonstige Aussagen getroffen hat, die ihm dann hinterher leid getan haben. Und kommt mir keiner mit "das sind Profis". Das sind in erster Linie mal Menschen. Und momentan läuft beim FCK offenbar dermaßen viel schief, dass es wohl nur eine Frage der Zeit war, bis es mal verbal knallt und öffentlich sichtbar wird, was eh alle schon lange ahnen.
Ob dabei jetzt die Worte "schwul" oder "keine Eier" oder sonstwas benutzt werden, ist in Bezug auf die Gesamtsituation zunächst einmal unerheblich, selbst wenn diese Aussagen isoliert betrachtet natürlich als bedenklich gewertet werden können. Ich für meinen Teil sehe in diesem Ausraster vielmehr die Symptome der Entwicklung, die seit Monaten mannschaftsintern und zwischen Mannschaft und Trainer vonstattengeht und die sich Mo Idrissou als einer der Wenigen im Team, die offenbar wirklich aufsteigen wollen, nicht länger mit ansehen wollte.
Dieser Ausraster war wichtig, weil jetzt Schluss ist mit dem Friede-Freude-Eierkuchen-wir-haben-eine-tolle-Stimmung-in-der-Truppe-Gelaber und das ans Licht kommt, was schon lange klar ist: In dieser Mannschaft und im Verhältnis von Mannschaft und Trainer stimmt offenbar überhaupt gar nichts mehr. Und das musste endlich raus.