Bevor ich's vergesse: Ein Sonderpreis geht heute an die Polizei. Das war die allerdümmlichste Provokation die ich jemals in einem Stadion gesehen habe! Wie weit von der Realität muss man in der Polizeiführung entfernt sein um nach einer Niederlage die Polizei auflaufen zu lassen??? Wohlgemerkt: Sie liefen nur vor der West auf, in der Ost stand im Marathontor eine Hundertschaft bereit, die aber nach dem Spiel NICHT dümmlich vor die Hansa-Fans lief. Wenn ich's richtig gesehen hab, hat Kuntz selbst die Polizei gebeten das Spielfeld wieder zu verlassen, damit die Spieler zu den Fans können.
Höhepunkt des Abend Stefan Kuntz welcher die Polizei aufforderte sich umgehend zurück zu ziehen. Ich frage mich immer noch was im Kopf der Einsatzleitung vorging als sie entschied sich vor die West zu stellen. Es gab keinen Grund, die Fans waren zwar enttäuscht dass es nicht den erhofften Aufstieg gab aber eine aggressive Stimmung war nicht zu erkennen. Durch das unnötige Handeln der Einsatzleitung wurden die Fans nur unnötig provoziert. Währe Stefan Kuntz nicht gekommen und hätte gehandelt so hätte es sicherlich nicht mehr lange gedauert bis die ersten ausgerastete währen und die Lage eskaliert wäre.
Danke Stefan
Die Polizeiaktion:
Nach Spielende liefen ungefähr 20-30 Polizisten in irrem Tempo vor die West und bauten sich dort in einer lockeren Kette auf.
Dieses Vorgehen halte auch aus mehreren Gründen für kritikwürdig.
1. Die Maßnahme als solche. Warum? Wir haben nicht gewonnen - ergo kein Platzsturm aus Freude. Weil wir verloren haben? Wir haben echt einige bittere Spiele in den letzten Jahren verloren - aber NIE musste die Polizei das Spielfeld sichern. (Die Geschehnisse nach dem Köln-Spiel lasse ich bewusst außen vor, da sie zu einer Rechtfertigung nach einem Sieg gepasst hätten.)
2. Die Durchführung/Einsatzleitung. Ein paar Polizisten sichern in einer lockeren Reihe die West. Hallo? Was hätten diese höchsten 30 Beamte ausrichten sollen, wenn auch nur 1.000 Fans aus den unteren Blöcken über den Zaun gesprungen wären? Da hätte es schon einer geschlossenen Kette mit mehreren Reihen bedurft.
3. Die Durchführung durch die Beamten. Da muss den 05ern unter dem Mainzer Einsatzkommando ja mächtig einer abgegangen sein. Ich hoffe, es gibt Videos von deren Verhalten. Der dicke Typ vor dem 8er-Block war nur widerlich. Im Gegensatz zu den umstehenden Kolleginnen/Kollegen hat er seinen Gummidildo gezückt und mit feixendem Grinsen und provozierenden Gesten SEHR deeskalierend gewirkt. Dazu noch die Damen, die mit ihren hübschen Sonnenbrillen posiert haben. Was sollte das? Wichtigtuer und potentielle Kneipenschläger, die die öffentliche Sicherheit vor 15.000 kriminellen FCK-Fans aufrechterhalten mussten, oder was?
Fazit. Die Durchführung des Einsatzes hat nur ein Ergebnis erzielen können: Provokation. Ich habe mich durch diese a priori Kriminalisierung echt in meiner Würde verletzt und gedemütigt gefühlt. Dazu kommt, dass dieser Einsatz nach meinen Ausführung unter Punkt 2 nur symbolisch gemeint sein konnte. Was sollte die Botschaft sein?
Vielleicht bin ich ja ein hoffnungsloser Idealist, aber ich denke, dass in einem demokratischen Rechtsstaat die Polizei zwar das Gewaltmonopol innehat, dies aber einzig auf Grundlage der Legitimation durch das Volk zur Aufrechterhaltung der öffentlichen Sicherheit ausüben kann.
Dazu gehört nicht, dass sich Polizei vor allem bei Großveranstaltungen immer wieder daneben benimmt. Gerade dort erscheint mir die Asi-Quote bei den Beamten mindestens genauso hoch, wie bei den Veranstaltungsteilnehmern.
Damit man dies nicht als Generalkritik an der Polizei versteht:
Ich habe nur etwas gegen Polizisten, die a) ihre Gewaltfantasien im Dienst ausleben (Polizisten, die Unbeteiligte angreifen, unverhältnissmäßige Gewalt anwenden, Gefange misshandeln oder anzünden, etc.), die
durch Lügen diejenigen schützen, die für ihre kriminellen Taten verantwortlich gemacht werden sollen und c) gegen alle anderen, die das ihnen anvertraute Gewaltmonopol sonstwie missbrauchen.
Alle anderen Polizisten machen sicherlich manchmal einen exzellenten, manchmal einen schlechten, aber meistens einen guten Job.