Drei Einträge Pletsch im Telefonbuch
Gestern Abend: Jahrespressekonferenz des FCK - Neuzugang hofft auf Verwandte in der Stadt
Eine Delegation des Weltfußballverbandes Fifa war gestern im Fritz-Walter-Stadion und hat sich über den Ausbau der Arena informiert. Für das, was bisher geleistet wurde, werde es gute Noten geben, erklärte gestern Abend FCK-Vorstandsvorsitzender René C. Jäggi bei der Jahrespressekonferenz des FCK.
Vor ein paar Dutzend Journalisten im Kasino der Kammgarn lobte der Vorstandsvorsitzende die Präzision, mit der die Arbeiten auf der Baustelle Fritz-Walter-Stadion vorangehen. Bis Ende des Jahres werde das Stadion weitgehend fertig sein, dann blieben noch ein paar Wochen Zeit für kosmetische Arbeiten, Ende Februar nächsten Jahres werde die Arena dann an die Fifa übergeben. Der FCK denke an eine offizielle Eröffnung des ausgebauten Fritz-Walter-Stadions, wenngleich das vom Termin her schwierig sei. Die Rückrunde beginne früh, die Saison sei früh zu Ende und dann müsse unmittelbar vor der WM der Rasen noch einmal ausgewechselt werden.
Jäggi erklärte, die Fifa-Delegation habe gestern eine Liste mit Wünschen für das Stadion übergeben. In diese Unterlagen seien die Erfahrungen eingeflossen, die beim Confed-Cup gewonnen wurden. Gegenüber der RHEINPFALZ sagte der Vorstandsvorsitzende, die Auflagen beträfen Bereiche wie Spielerausgang, Banden und Sicherheitsvorkehrungen im Außenbereich. Er sehe damit keine großen Kosten auf die Stadiongesellschaft zukommen, wenngleich die Forderungen den Ausbau nicht billiger machten.
Nach den Worten von Jäggi hat der Verkauf von Dauerkarten noch etwas angezogen. Über 18.000 seien verkauft, man peile das Ziel 21.000 an und rechne damit, dass das Fußballfieber steige, je näher das erste Heimspiel rückt. Der FCK kalkuliere mit einem Schnitt von 36.000 Zuschauern in der Saison.
Mit auf dem Podium in der Kammgarn saß gestern auch FCK-Neuzugang Marcelo Pletsch, den FCK-Trainer Michael Henke als Stabilisierung für die Abwehr bezeichnete. Der Urgroßvater von Pletsch ist 1887 von Kaiserslautern nach Brasilien ausgewandert. Es gebe noch drei Einträge auf den Namen Pletsch im Lauterer Telefonbuch, informierte FCK-Pressesprecher Michael Novak. Der neue FCK-Profi sagte, er freue sich riesig, dass er in die Heimatstadt seiner Vorfahren zurückgekehrt sei. Seine Eltern seien schon zweimal hier gewesen. „Nächstes Jahr kommen meine Eltern wieder, dann werde ich ihnen unsere Heimatstadt zeigen", sagte der Brasilianer mit pfälzischen Wurzeln. Ebenfalls riesig freuen würde er sich, wenn er in der Stadt noch Verwandte finden würde. Er wisse allerdings nicht, wo seine Vorfahren gewohnt haben. Pletsch wohnt derzeit noch im Seehotel Gelterswoog, hat aber schon ein Haus gefunden, Frau und Kind sind vorgestern eingetroffen.
Seltsame Wege
Das Leben schreibt die seltsamsten Geschichten. Da kommt ein Brasilianer mit pfälzischen Wurzeln in die deutsche Bundesliga, dann kommt zu seinem Verein Borussia Mönchengladbach ein seltsamer holländischer Trainer, der zwar selbst bald wieder gehen muss, aber vorher den Deutsch-Brasilianer seltsamerweise noch schnell aussortiert, der Weggejagte landet daraufhin bei einem anderen Bundesligaverein - und findet sich auf seltsamen Wegen plötzlich in der Heimatstadt seiner Vorfahren wieder. Das ist die Geschichte von Marcelo Pletsch, Neuzugang des 1. FCK, dessen Urgroßvater 1887 von Kaiserslautern nach Brasilien ausgewandert ist. Und der sich „riesig freuen" würde, in „seiner Heimatstadt" Kaiserslautern auf Verwandte zu stoßen.
Die Spurensuche hat bereits begonnen. Der Pressesprecher des FCK hat drei Einträge auf den Namen Pletsch im Lauterer Telefonbuch gefunden. Vielleicht gibt es noch die eine oder andere Spur. Vielleicht erinnert sich ein alter Lauterer vom Hörensagen, dass ein Pletsch Ende des 19. Jahrhunderts nach Brasilien ausgewandert ist. Vielleicht gibt es noch einen Familienzweig in der Stadt, der die Geschichte der Vorfahren in Erinnerung hat. Der sollte Kontakt zu dem Fußballprofi aufnehmen. Wenn Marcelo Pletsch hier noch Verwandte finden würde - das wäre das i-Tüpfelchen auf einer seltsamen Geschichte, die das Leben schrieb.
Quelle:RON