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NSU - neues NPD-Verbotsverfahren?

Bist du für oder gegen ein NPD-Verbot?

  • dafür

    Stimmen: 11 64,7%
  • dagegen

    Stimmen: 6 35,3%
  • kann mich nicht entscheiden

    Stimmen: 0 0,0%

  • Umfrageteilnehmer
    17
DNA Spuren offenbar Achselschweiss einer Packerin:-o



Das hätte nicht passieren dürfen"



Der Spuk ist vorbei: Monatelang hielt das "Phantom von Heilbronn" Ermittler auf Trab - jetzt erklärte Baden-Württembergs Justizminister Ulrich Goll das Rätsel für gelöst: Die mysteriöse Tatverdächtige in mehreren Mordfällen hat es wohl nie gegeben, vermeintliche DNA-Spuren waren Verunreinigungen.





Weiter!

 
... und der 1. April kommt erst noch!



Unglaublich der Vorgang!
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Im Endeffekt heißt das doch auch wahrscheinlich das die "heißeste Spur" bei diesem Mord nicht existiert. Gibts jetzt überhaupt noch Anhaltspunkte?
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... und der 1. April kommt erst noch!


Unglaublich der Vorgang!
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Unbegreiflich ist eigentlich nur, dass man nicht längst (eigentlich seit IMMER) die DNA der Mitarbeiter des Herstellers gespeichert hat. Es ist kein Hexenwerk DNA Verunreinigungen zu bekommen, da muss man nicht mal unsauber arbeiten. Das kommt vor...jeder verliert täglich tausende Hautschüppchen, die aus vielen vielen 1000 Zellen mit DNA bestehen. Wir haben mittlerweile einen Standard erreicht, bei dem die DNA aus 1-3 Zellen (!!!) reicht um einen Fingerprint zu erstellen.



Jeder der in der Kriminaltechnik arbeitet muss seine DNA speichern, um etwaige Cross-Kontaminationen schnell zu erkennen (und die kommen sehr pft vor). Das geht von der Putzfrau bis zum Dezernatsleiter... wieso man nicht auf die Idee kam die, der Mitarbeiter der Herstellerfirmen zu speichern ist mehr als amateurhaft. Auch, dass man erst jetzt auf die Idee kommt ist ne Blamage...
 
Unbegreiflich ist eigentlich nur, dass man nicht längst (eigentlich seit IMMER) die DNA der Mitarbeiter des Herstellers gespeichert hat. Es ist kein Hexenwerk DNA Verunreinigungen zu bekommen, da muss man nicht mal unsauber arbeiten. Das kommt vor...jeder verliert täglich tausende Hautschüppchen, die aus vielen vielen 1000 Zellen mit DNA bestehen. Wir haben mittlerweile einen Standard erreicht, bei dem die DNA aus 1-3 Zellen (!!!) reicht um einen Fingerprint zu erstellen.


Jeder der in der Kriminaltechnik arbeitet muss seine DNA speichern, um etwaige Cross-Kontaminationen schnell zu erkennen (und die kommen sehr pft vor). Das geht von der Putzfrau bis zum Dezernatsleiter... wieso man nicht auf die Idee kam die, der Mitarbeiter der Herstellerfirmen zu speichern ist mehr als amateurhaft. Auch, dass man erst jetzt auf die Idee kommt ist ne Blamage...


Das war von mir auch gar nicht als Kritik an den ermittelnden Beamten gemünzt.



Aber wie du schon sagst - die DNA der mit Prüf- und Testmitteln in Kontakt kommenden Personen nicht aus zu schliessen - das ist schlichtweg nicht professionell.



Ein Weg Felergebnisse durch verunreinigte Proben aus zu schliessen, wäre bspw. die Verwendung von unbenutzten Proben des Prüfmaterials..
 
Heilbronner Polizistenmord

Das perfekte Versteck



Sie zündete das Wohnmobil an, in dem ihre toten Freunde lagen, brachte ihre Katzen in Sicherheit und sprengte dann ihr Haus in die Luft: Beate Z., offenbar Mitglied der militanten Neonazi-Szene, soll 2007 auch am Mord an der Polizistin Michèle Kiesewetter beteiligt gewesen sein. In ihrem Wohnhaus fanden Ermittler die Tatwaffe.



Mehr...(spiegel)



Sind aber noch ein paar Ungereimtheiten vorhanden:

- Warum begingen beide Männer Selbstmord?

- Warum sind bei beiden Bränden Geldscheine aus dem Überfall mitverbrannt?

- Warum waren die beiden Dienstwaffen und die Handschellen in dem Wohnwagen, in dem die Männer (angeblich) Selbstmord begingen? Sieht doch etwas nach einer konstruierten Beweislage aus.

- Was trieben die Drei nach ihrem Abtauchen in den rund zehn Jahren?

- Hat der sächsische Verfassungsschutz, der die dortige Neonaziszene unterwandert haben soll, etwas mit der erfolgreichen Flucht von 1998 zu tun?





Wie auch immer, es kommt Bewegung in den Fall und diesmal ganz ohne Wattestäbchen.
 
Interessanter Kommentar zu Frau Schröder und den Geschehnissen rund um Zwickau auf tagesschau.de:




Ministerin Schröder und die Gefahr von Rechts
Der Verantwortung nicht gewachsen




...



Schröder ist als Ministerin für die Bundesprogramme gegen Rechtsextremismus verantwortlich. Erst seit knapp zwei Jahren ist sie im Amt - und hat dabei in der Fachwelt bereits für viel Aufsehen gesorgt: Erfolgreiche Projekte für Demokratie wurden behindert, ideologische Debatten über Demokratieklauseln initiiert und Geld für sinnlose Projekte verbrannt. Höhepunkt dieses grotesken Schauspiels: Der Jungen Union Köln wurden Bundesmittel bewilligt, um eine Fahrt gegen Linksextremismus nach Berlin zu veranstalten, mit einem "gemeinsamen Ausflug ins Nachtleben". Eine Sauftour für den Parteinachwuchs mit freundlichen Grüßen aus dem Familienministerium. Das Geld gegen Rechts wurde hingegen gekürzt.



...



Die Mittel für die Programme gegen Rechts reichten aus, immerhin seien diese immer noch viel höher als die gegen Linksextremismus, ließ die Ministerin verlauten. Wie üblich bei Schröder darf auch hier der Hinweis auf den Linksextremismus nicht fehlen - selbst wenn das Thema Rechtsterrorismus heißt. Schröder kann offenbar keinen Satz über Rechtsextremismus bilden, ohne ein "aber" einzubauen. Sie vergleicht unterschiedliche Phänomene, so als würde dadurch etwas weniger schlimm. Sie relativiert.



...



Kristina Schröder ist dieser Verantwortung nicht gewachsen. Sie ist nicht auf dem rechten Auge blind, weil sie etwa mit Neonazis sympathisieren würde. Viel mehr spüren wir die Nachwehen des Kalten Kriegs, ideologische Versatzstücke des Anti-Kommunismus, wonach der Feind links steht - auch wenn Rechtsextreme dutzendfach morden.


http://www.tagesschau.de/kommentar/schroederprogrammegegenrechts100.htmlhttp://www.tagesschau.de/kommentar/schroederprogrammegegenrechts100.html
 
Interessanter Kommentar zu Frau Schröder und den Geschehnissen rund um Zwickau auf tagesschau.de:


Ach du Sch....!

Jetzt ist die ARD auch schon von "Kommunisten" unterwandert!
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Ernsthaft:

Ein bemerkenswerter Kommentar für ARD-Verhältnisse. Und er bestätigt genau das, was ich von Anfang an von Frau Schröder erwartet habe.

Insbesondere ist mir die Relativiererei und tendenzielle Verharmlosung des Rechtsextremismus ein Dorn im Auge.
 
Morgen erscheint im Stern ein Artikel auf Grundlage eines dubiosen Ermittlungsprotokolls des amerikanischen DIA, welches für Irritationen sorgt:




Verfassungsschützer dementieren Präsenz bei Polizistenmord


Waren deutsche Verfassungsschützer vor Ort, als die Polizistin Michèle Kiesewetter erschossen wurde? Laut dem Magazin "Stern" deutet der Bericht eines US-Geheimdienstes darauf hin. Deutsche Sicherheitsbehörden bestreiten die Darstellung vehement.




http://www.spiegel.de/panorama/justiz/0,1518,800945,00.htmlhttp://www.spiegel.de/panorama/justiz/0,1518,800945,00.html



Vorabartikel des Stern: http://www.stern.de/politik/deutsch...beim-mord-an-michele-kiesewetter-1757092.htmlhttp://www.stern.de/politik/deutschland/heilbronner-polizistinnenmord-waren-verfassungsschuetzer-zeuge-beim-mord-an-michele-kiesewetter-1757092.html


Würde der ganzen Stümperei noch die Krone aufsetzen...
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Morgen erscheint im Stern ein Artikel auf Grundlage eines dubiosen Ermittlungsprotokolls des amerikanischen DIA, welches für Irritationen sorgt:






Würde der ganzen Stümperei noch die Krone aufsetzen...
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Hab es vorhin in der Bild gelesen, dachte die hätten sich da irgendwas zusammengereimt, aber wenn das stimmt, wird es wirklich immer dubioser, ist ja wie in nem schlechten Krimi, könnt wetten das der Augsburber Polizistenmord damit auch irgendwie zusammenhängt...

Eine weitere Frage wäre, falls diese Behauptung überhaupt stimmt, warum der militärische Geheimdienst "DIA" in diese Sache verwickelt ist, normale Überwachung von 0815 Terroristen in nicht Kriegsgebieten übernimmt normal der CIA, wirklich dubios das Ganze...
 
Hoffentlich wird der Mediendruck irgendwann so groß, dass die rätselhaften Skandale ansatzweise erklärt werden können, bzw. zumindest einiges transparenter wird. Es ist doch mal wieder typisch und ärgerlich, dass die Leute "da oben" (=Regierung, Verfassungsschützer, etc.) sich so viele Freiheiten nehmen - natürlich nach außen ohne jede Erklärung oder wenigstens Informationsfluss. Leider sorgen erst solche Fälle wie der Polizistenmord oder jetzt der mögliche Zusammenhang zwischen NPD (immerhin wurde der Parteifunktionär verhaftet, das ist doch mal ein erster Schritt...) und NSU für Aufsehen. Schade, dass sowas oftmals gar nicht von Anfang an verhindert / entdeckt werden kann.

Oder doch?!
 
Das Verbot einer gewalttätigen Partei ist ein Gebot



Die Indizien mehren sich, dass die NPD ein Hort der Gewalt ist. Die potentiellen Opfer von rechten Schlägern und Mördern haben ein Recht darauf, dass der Staat sie schützt. Es wird Zeit für ein Verbot der NPD. Die Chancen dafür stehen besser denn je. Und ein weiteres Abwarten könnte tödlich sein.



Mehr...(SZ)



Damit könnte ein neues Verbotsverfahren Aussichten auf Erfolg haben (ohne Berücksichtigung dieser unsäglichen V-Leute):




Das Bundesverfassungsgericht hat zwar in seinem Beschluss, mit dem es im Jahr 2003 das erste Verbotsverfahren einstellte, eine "Abschaltung" der V-Leute in der NPD gefordert; nur so sei ein faires Verbotsverfahren zu gewährleisten. Das Gericht hatte damals aber zugleich auf eine Ausnahme ausdrücklich hingewiesen. Diese Ausnahme besagt: Wenn eine Partei Gewalttaten fördert, dann ist ihr Verbot so dringlich, dass "zur Abwehr akuter Gefahren" auf die Abschaltung der V-Leute nicht mehr gewartet werden muss. Warum? Es könnte ein tödliches Zuwarten sein.


Seid ihr für ein NPD-Verbot, oder dagegen? Es gibt für beide Haltungen nachvollziehbare Gründe, welche würdet ihr höher gewichten?
 
Für ein Verbot auf jeden Fall, nur weiß ich nicht, ob ein Verbotsverfahren wirklich Erfolg hätte. Nichts wäre mMn schlimmer, als wenn ein erneuter Versuch scheitert, jede auch nur in Ansätzen positive Meldung über die NPD ist eine zu viel.



Gerade weil die NPD immer weiter abrutscht und immer weniger Stimmen bekommt, wäre das dem Ziel, die Partei irgendwie handlungsunfähig werden zu lassen, eher hinderlich, wenns scheitert...



Ich würde das solange prüfen, bis der Erfolg eines solchen Verfahrens 100%ig sicher ist und bis dahin weiter auf dem herkömmlichen Weg gegen die NPD vorgehen, schließlich ist der Weg einigermaßen erfolgreich. Eine komplette "Ausrottung" wird man wie beim linksextremen Pendant eh nie erreichen können, Zuwachs durch positive Berichte sollte man aber auch nicht riskieren.
 
@roter teufel 91:



Die Gefahr, dass bei einem erneuten Scheitern des Verbotsverfahrens die NPD möglicherweise einen Nutzen daraus ziehen könnte, ist natürlich gegeben. Umso besser sollte dieses Verfahren vorbereitet und durchgeführt werden.



Trotzdem bin ich ein Befürworter des Verbotsverfahrens: Die Verbindungen zur radikalen und auch terroristischen rechten Strömungen verdeutlichen sich immer mehr. Auch ohne dies ist diese Partei nicht tragbar. Natürlich wird auch ein Verbot rechtsextremes und rechtsradikales Gedankengut niemals auslöschen, aber es setzt ein deutliches Zeichen, dass sich unser Rechtsstaat nicht an der Nase herumführen lässt. Außerdem ist dann Feierabend damit, dass im Wege der Parteienfinanzierung bzw. Wahlkampfkostenerstattung dieser Partei auch noch Geld hinterher geworfen wird.
 
Eine komplette "Ausrottung" wird man wie beim linksextremen Pendant eh nie erreichen können, Zuwachs durch positive Berichte sollte man aber auch nicht riskieren.


Sorry, aber hier stellen sich mir die Nackenhaare auf. Gerade um die Frage nach der Verquickung von Rechtsextremismus mit der NPD geht es ja und die ist ja auch erst nach der Festnahme des NPD-Funktionärs unter Verdacht auf Mittäterschaft in den Mordfällen begründet.

Bei der Partei Die Linke von Linksextremisten zu sprechen geht aus genau diesem Grund deutlich an der Realität vorbei.



Auch ist eine Relativierung von Rechtsextremismus mit Hinweis auf Linksextremismus in meinen Augen unzulässig, da dadurch der Rechtsextremismus nur verniedlicht wird. Seit 1990 gibt es keine nennenswerten linksextremistischen Taten (selbst wenn man Krawalltouristen am 1. Mai als "politische Extremisten" bezeichnen würde und jedes brennende Auto ein entsprechendes Delikt darstellt). Dem gegenüber stehen im gleichen Zeitraum um die 200 Tote und jede Menge Schwer(st)verletzte.

Es gibt zwischen dem, was in der öffentlichen Meinung unter Rechts- und Linksextremismus verstanden wird, so große qualitative Unterschiede, dass man hier nun wirklich keine Vergleiche ziehen kann.



Und alles was links von der SPD ist (was seit Schröder kaum eine Kunst ist), ist noch lange nicht linksextrem - so würde es der Realität nicht gerecht werden, das im niedrigen zweistelligen Prozentbereich anzusiedelnde Wählerpotential der Linken als "extremistisch" zu diffamieren.
 
Ein Argument GEGEN das Verbotsverfahren war ja immer, dass man die Rechten mit einer organisierten Partei besser im Blick hat. Das Argument ist ja spätestens seit dem NSU hinfällig, vor allem wenn jetzt wirklich NPD-Kader irgendwie in Anschläge verstrickt waren. Ich fände ein Verbotsverfahren sinnvoll, da so keine Steuergelder mehr in rechtsradikale Kreise fließen würden. Muss man sich ja mal überspitzt auf der Zunge zergehen lassen, dass wir als Steuerzahler im Grunde die Waffen für die NSU-Morde bezahlt haben könnten.
 
@ klinge: Das mit der Linken hast du dazugedichtet, das hab ich nicht geschrieben. Allerdings sollte auch dir bekannt sein, dass es noch Parteien links von der Linken gibt, PSG, MLPD... und diese sind genauso gefährlich wie rechtsextreme Parteien, da lass ich mit mir nicht drüber diskutieren. Zum Glück haben diese Parteien kaum Zulaufe, allerdings existiert dieser und ist genauso zu unterbinden, wie ein Zulauf zur NPD.



Was die Linke angeht, ich halte sie für extrem gefährlich für den deutschen Staat und die deutsche Wirtschaft, allerdings bin ich hier der Meinung, wenn der Wähler so dumm ist, solche Politiker zu wählen, hat ers nicht besser verdient, als danach verarscht zu werden und in 4 Jahren den Status von Griechenland zu erreichen. Grade Griechenland sollte ein warnendes Beispiel sein, was passiert, wenn die Wirtschaft endgültig den bach runtergeht und in einer Regierung, in der die Linke beteiligt ist, wird das zwangsläufig der Fall sein. Verboten werden braucht die Partei allerdings nicht, allenfalls sollten einzelne Mitglieder genauer untersucht werden und die kriminell denkenden Mitglieder (und die gibts auch da) zur Rechenschaft gezogen werden.



Für mich bist du derjenige, der den Linksextremismus mit Sätzen wie:



"Seit 1990 gibt es keine nennenswerten linksextremistischen Taten (selbst wenn man Krawalltouristen am 1. Mai als "politische Extremisten" bezeichnen würde und jedes brennende Auto ein entsprechendes Delikt darstellt)."





verharmlost...
 
Bin dagegen, und zwar aus dem Grund, dass die Vollpfosten der NPD bei einem Verbot

(trotz des Chaos mit den V-Leuten) schlechter überwachen kannst... Finde ich zumindest.

Wobei, ein Großteil bei denen is ja so strunz hohl, da dürfte des auch so kein Problem sein...
 
NPD-Verbot, schwierige Sache.



Ich bin (nach wie vor) dagegen, in erster Linie aus praktischen Erwägungen.



Praktischer Grund: Das Verbotsverfahren wird scheitern. In der NPD mögen ne Menge Hohlköpfe rumlaufen, aber gerade der aktuelle Umgang mit V-Leuten zeigt, dass sich Vater Staat durchaus noch blöder anstellen kann. Mal davon ganz abgesehen, dass es schlicht und ergreifend schwierig ist, eine ganze Partei so eindeutig verfassungsfeindlich darzustellen. Wir sind ja eine Demokratie, und das Bundesverfassungsgericht tut sich (zu Recht) schwer bei dem Thema: da muss eine Partei ihren Auftrag der politischen Bildung schon ganz arg missbrauchen.
 
NPD-Verbot, schwierige Sache.


Ich bin (nach wie vor) dagegen, in erster Linie aus praktischen Erwägungen.



Praktischer Grund: Das Verbotsverfahren wird scheitern. In der NPD mögen ne Menge Hohlköpfe rumlaufen, aber gerade der aktuelle Umgang mit V-Leuten zeigt, dass sich Vater Staat durchaus noch blöder anstellen kann. Mal davon ganz abgesehen, dass es schlicht und ergreifend schwierig ist, eine ganze Partei so eindeutig verfassungsfeindlich darzustellen. Wir sind ja eine Demokratie, und das Bundesverfassungsgericht tut sich (zu Recht) schwer bei dem Thema: da muss eine Partei ihren Auftrag der politischen Bildung schon ganz arg missbrauchen.


Ein ehemaliger Richter beim Bundesverfassungsgericht (zur damaligen Verbotsklage war er Richter) hat den Politikern in der FR letztens jedoch empfohlen, dass die NPD zu verbieten sei, wenn Verbindungen wie zu den Gewalttätern bekannt werden. Dann zieht auch nicht mehr das Argument V-Leute.



Bei ihm klang es so, als hätte eine Klage mit dem heutigen Wissen eine gute Chance auf Erfolg.
 
@ klinge: Das mit der Linken hast du dazugedichtet, das hab ich nicht geschrieben. Allerdings sollte auch dir bekannt sein, dass es noch Parteien links von der Linken gibt, PSG, MLPD... und diese sind genauso gefährlich wie rechtsextreme Parteien, da lass ich mit mir nicht drüber diskutieren. Zum Glück haben diese Parteien kaum Zulaufe, allerdings existiert dieser und ist genauso zu unterbinden, wie ein Zulauf zur NPD.


Was die Linke angeht, ich halte sie für extrem gefährlich für den deutschen Staat und die deutsche Wirtschaft, allerdings bin ich hier der Meinung, wenn der Wähler so dumm ist, solche Politiker zu wählen, hat ers nicht besser verdient, als danach verarscht zu werden und in 4 Jahren den Status von Griechenland zu erreichen. Grade Griechenland sollte ein warnendes Beispiel sein, was passiert, wenn die Wirtschaft endgültig den bach runtergeht und in einer Regierung, in der die Linke beteiligt ist, wird das zwangsläufig der Fall sein. Verboten werden braucht die Partei allerdings nicht, allenfalls sollten einzelne Mitglieder genauer untersucht werden und die kriminell denkenden Mitglieder (und die gibts auch da) zur Rechenschaft gezogen werden.



Für mich bist du derjenige, der den Linksextremismus mit Sätzen wie:



"Seit 1990 gibt es keine nennenswerten linksextremistischen Taten (selbst wenn man Krawalltouristen am 1. Mai als "politische Extremisten" bezeichnen würde und jedes brennende Auto ein entsprechendes Delikt darstellt)."





verharmlost...


Der deutschen Wirtschaft dürfte wohl nichts mehr geschadet haben, als die Schuldenpolitik der Regierung Kohl, die politische Etablierung des Finanzmarktkapitalismus durch die Regierung Schröder und die neoliberale Weltwirtschaftsordnung - auch wenn Deutschland ihr viele kurzfristige Gewinne verdankt, die allerdings nicht entsprechend verteilt wurden. Wo hier eine linke Wirtschaftspolitik hätte größeren Schaden einrichten können, würde mich einmal interessieren.



Der Zusammenhang mit linker Wirtschaftspolitik und der Griechenlandkrise ist mir ebenfalls absolut schleierhaft - vielleicht möchtest du dich dazu mal im entsprechenden Krisenthread äußern? Würde jedenfalls mal eine neue Perspektive auf die Sache bringen.



Dann nenn mir mal Beispiele für linksextremistischen Terror der letzten Jahre. Mir geht dieser Beißreflex nach links bei nicht vorhandener Gefahrenlage jedenfalls tierisch auf den Zeiger. Wenn du die Ermordung von Menschen mit dem (angeblich politisch motiviertem) Abbrennen von Autos gleichsetzt, dann ist das deine Sache - ich jedenfalls verwahre mich gegen so etwas. Es sind immer wieder die gleichen Typen von Menschen aus dem konservativen Lager (damit meine ich Politiker, die sich äußern), die irgendwelche Rechtfertigungskomplexe haben und bei rechten Straftaten noch ein "aber die Linken sind auch nicht besser" hinterher schieben müssen - warum auch immer.





@ Jonny und SaarBetzi



Seht dazu auch mein Zitat der SZ - durch die (scheinbare) Tatbeteiligung von Parteifunktionären ist die Notwendigkeit des Verbots als direkte Gefahrenabwehr höher zu bewerten als die Existenz von V-Leuten. Daher schlussfolgere ich, dass ein Verbot diesmal nicht an V-Leuten scheitern dürfte.

Mir ist es auch absolut zuwider, dass die NPD Wahlkampffinanzierung und Unterstützung bei ihrem politischen Bildungsauftrag erhält.
 
Es sind immer wieder die gleichen Typen von Menschen aus dem konservativen Lager (damit meine ich Politiker, die sich äußern), die irgendwelche Rechtfertigungskomplexe haben und bei rechten Straftaten noch ein "aber die Linken sind auch nicht besser" hinterher schieben müssen - warum auch immer.


dazu passt ganz hervorragend dieser kommentar von tagesschau.de (ich hoffe wir hatten den noch nicht irgendwo in diesem thread):




Ministerin Schröder und die Gefahr von Rechts

Der Verantwortung nicht gewachsen




Von Patrick Gensing, tagesschau.de

Was tut die Politik für den Konsum? Eine Frage, mit der sich Familienministerin Kristina Schröder heute im Rahmen des Deutschen Handelskongresses beschäftigen will. Dafür hat Schröder, die für die Programme gegen Rechts zuständig ist, Zeit. Erstaunlich, denn kaum Zeit hat sie offenkundig für die Folgen der rechtsextremen Terrorserie.

Die Republik steht vor einem Abgrund, der zwischen militanten Neonazis, desinteressierten Politikern und irrläufigen Geheimdienstlern aufgerissen ist. Das Beben ist gewaltig, aber es hatte sich abgezeichnet. Die Rechtsterroristen kommen aus Thüringen und schlugen von Sachsen aus los. Beide Länder gelten als Hochburgen der braunen Szene - auch, weil sie hier zumeist ungestört agieren dürfen. Die Rechtsterroristen konnten offenbar ihre Wohnung in Zwickau zur Festung ausbauen und als mobiles Exekutionskommando durch die Lande ziehen.

Kein Bedauern



Neben den Dutzenden Toten durch rechtsextreme Gewalt nach der Wiedervereinigung sind nun mindestens zehn weitere Opfer durch Neonazis zu beklagen. Doch die Öffentlichkeit und vor allem die Angehörigen der Opfer warten vergeblich - nicht einmal für ein symbolisches Bedauern reicht es bei Familienministerin Schröder. Dies ist besonders bitter, da die ermordeten Männer in den vorherigen Jahren von Ermittlern und Medien unter der unseligen Schlagzeile "Döner-Morde" mit Drogenkriminalität und anderen mafiösen Strukturen in Verbindung gebracht wurden.

Schröder ist als Ministerin für die Bundesprogramme gegen Rechtsextremismus verantwortlich. Erst seit knapp zwei Jahren ist sie im Amt - und hat dabei in der Fachwelt bereits für viel Aufsehen gesorgt: Erfolgreiche Projekte für Demokratie wurden behindert, ideologische Debatten über Demokratieklauseln initiiert und Geld für sinnlose Projekte verbrannt. Höhepunkt dieses grotesken Schauspiels: Der Jungen Union Köln wurden Bundesmittel bewilligt, um eine Fahrt gegen Linksextremismus nach Berlin zu veranstalten, mit einem "gemeinsamen Ausflug ins Nachtleben". Eine Sauftour für den Parteinachwuchs mit freundlichen Grüßen aus dem Familienministerium. Das Geld gegen Rechts wurde hingegen gekürzt.

Als Expertin für Extremismus und Integration zog Schröder in den Bundestag ein. Zum Thema Rechtsextremismus äußerte sie sich seitdem fast nie, nur wenn es nicht anders ging. Umso öfter fiel sie mit kruden Thesen auf - über einen vermeintlichen Linksrutsch beim SPD-Nachwuchs oder eine angeblich steigende Deutschenfeindlichkeit. Belegen konnte sie ihre Behauptungen über den weißen Deutschen als Rassismus-Opfer allerdings nicht; der Kriminologe Christian Pfeiffer, auf den sich Schröder berufen hatte, bezeichnete ihre Interpretationen als Miss*brauch seiner wissenschaftlichen Befunde.

Kein Satz ohne ein "aber"



Jetzt, da der rechtsextreme Sumpf in Südthüringen, Westsachsen und offenbar auch im Verfassungsschutz Hessen endlich aufgedeckt wird, hört man von Kristina Schröder nur noch wenig. Die Mittel für die Programme gegen Rechts reichten aus, immerhin seien diese immer noch viel höher als die gegen Linksextremismus, ließ die Ministerin verlauten. Wie üblich bei Schröder darf auch hier der Hinweis auf den Linksextremismus nicht fehlen - selbst wenn das Thema Rechtsterrorismus heißt. Schröder kann offenbar keinen Satz über Rechtsextremismus bilden, ohne ein "aber" einzubauen. Sie vergleicht unterschiedliche Phänomene, so als würde dadurch etwas weniger schlimm. Sie relativiert.

Wenn wir in einem demokratischen Rechtsstaat leben wollen, in dem alle Menschen - egal ob klein oder groß, schwul oder hetero, reich oder arm, schwarz oder weiß - in Sicherheit sind und auf die staatlichen Organe vertrauen können - dann brauchen wir Politiker, die Opfer ernst nehmen, die Gefahren wissenschaftlich beurteilen - und nicht nach Bauchgefühl. Wenn wir eine Gesellschaft anstreben, in der jeder individuelle Lebensentwurf, vom schwäbischen Häuslebauer bis zur Drag-Queen im Kreuzberger Kiez, akzeptiert wird, dann brauchen wir verantwortungsvolle Politiker, die nicht aus ideologischer Geschwätzigkeit heraus Gräben aufreißen, wo gar keine sind.

Kristina Schröder ist dieser Verantwortung nicht gewachsen. Sie ist nicht auf dem rechten Auge blind, weil sie etwa mit Neonazis sympathisieren würde. Viel mehr spüren wir die Nachwehen des Kalten Kriegs, ideologische Versatzstücke des Anti-Kommunismus, wonach der Feind links steht - auch wenn Rechtsextreme dutzendfach morden.
quelle: tagesschau.de
 
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