@helle: ich stimme dir schon grundsätzlich zu, bis auf diesen abschnitt hier:
ich denke, es ist falsch, irgendwelche sportler dabei anzugreifen. als nichtsportler können wir glaub ich nicht im entferntesten verstehen, was olympia für diese leute bedeutet. nicht wenige haben ihre position zu china deutlich gemacht. trotzdem hat diese ereignis, frei von den politischen umständen, für sie eine sehr große bedeutung. und da kann ich auch jeden sportler verstehen, wenn er trotzdem da hin möchte. nicht nach china, sondern zu den olympischen spielen. man kann als sportler trotzdem sagen, was man von dem ganzen anderen kram hält, auch wenn man dort ist. vlt sogar besser als anderswo.
Das ist für mich eine Prinzipienfrage. Und in meinen Augen hinkt das Argument mit "zu Olympia wollen" etwas. Denn jetzt schon weiß jeder, das, was in Peking in einer Woche beginnt, nicht wirklich Olympische Spiele sind. Alles auf was es ankommt fehlt. Der Olympische Geist, die Idee von Frieden und Rücksichtnahme, von Gewaltfreiheit für die Zeit der Spiele wurden im Vorfeld und werden auch während den Spielen durch die Chinesische Staatsführung permanent mit Füßen getreten.
Das sind eigentlich keine Olympischen Spiele, sondern einfach nur sehr teure internationale Sportwettebewerbe, ausgerichtet von einer Parteidiktatur unter eigentlich intolerablen Umständen.
Wenn man Haltung beweisen will und Rückgrat besitzt - als Journalist, Politiker oder auch als Sportler, dann nimmt man an diesem Lügenmärchen nicht teil.
Jeder, der an diesen Spielen teilnimmt, trägt zu ihrem Erfolg und damit indirekt zum Imagegewinn der Chinesichen Führung bei, die die gesamte Angelegenheit zweifelsohne gnadenlos zu Propagandazwecken ausschlachten wird.
Und niemand braucht so naiv zu sein, zu glauben, dass Sportler gleich welcher Nationalität NICHT mit Repressalien zu rechnen hätten, sofern sie sich während der Spiele politisch äußern. Den Chinesischen Behörden wird schon was einfallen, den einen oder anderen Sportler aufgrund "staatschädigender Äußerungen" oder ähnlichen Dingen zu verhaften, abzuschieben, einzuschüchtern oder sonst etwas zu tun.
Vielleicht werden sie das nicht gerade bei Deutschen, US-Amerikanern, Franzosen oder Briten machen. Aber was ist mit Sportlern kleinerer Nationen, auf die China nicht als Wirtschaftspartner angewiesen ist?
Diese Spiele sind schon ein Politikum, bevor sie überhaupt anfangen, und die vom IOC geforderte Trennung von Sport und Politik ist in diesem Zusammenhang nicht nur bodenlos naiv, sondern Selbstbeschiss und eine Frechheit. Man wusste seit 4 Jahren, was daraus werden würde. Aber man dachte man könnte die Chinesen an der Leine führen. Die sind 1,3 Mrd Menschen und pfeifen den Dicken Funktionären vom IOC was!
Und aus all diesen Gründen sollte man auch als Sportler wissen, welche Verantwortung man hat und mit seinem Hintern zu Hause bleiben. Olympia hin oder her. Sport und Politik sind bei diesen Spielen nicht auseinanderzuhalten, sondern gehören zusammen, sind nicht trennbar. Und wer da rein sportlich argumentiert, greift in meinen Augen zu kurz.