Internet Fanclub roteteufel.de

This is a sample guest message. Register a free account today to become a member! Once signed in, you'll be able to participate on this site by adding your own topics and posts, as well as connect with other members through your own private inbox!

Olympia 2008, wie geht ihr mit der Situation um!

Wie ist eure Meinung zu den olympischen Spielen und der Situation in China/Tibet?

  • War von Anfang an gegen die Spiele in Bejing!

    Stimmen: 13 25,5%
  • Ich boykottiere die Spiele am Fernsehen!

    Stimmen: 12 23,5%
  • Ich schaue mir die Spiele trotzdem an!

    Stimmen: 17 33,3%
  • Ich boykottiere chinesische Waren!

    Stimmen: 11 21,6%
  • Bei mir ändert sich nichts, hauptsache billig eingekauft!

    Stimmen: 1 2,0%
  • Die Tibeter sind selbst schuld, haben das Ganze ja provoziert!

    Stimmen: 0 0,0%
  • Kratzt mich alles nicht!

    Stimmen: 3 5,9%

  • Umfrageteilnehmer
    51
Für mich ist Chinas Kapitalismus beispiellos. Was die so radikal durchziehen, ohne Rücksicht auf Verluste von Mensch, Tier und Umwelt ist wirklich beeindruckend. Da können selbst die Amis nicht mithalten.


Da können alle Völker der Erde mithalten, da wohl nicht mehr 20% der Produkte ohne "chinesische Teile" auskommen. In meinen Augen gibt es keinen "nationalen Kapitalismus" mehr.



Lief es denn in anderen Ländern anders? In UK, Deutschland etc. wurden die Menschen auch ausgebeutet und es war egal, ob sie an Überarbeitung starben, solange soviele nachrückten, dass der Lohn nicht erhöht werden musste. Die westlichen Industrienationen sind nur solche, da sie die Umwelt verschmutzten und die Natur ebenso gnadenlos ausbeuteten wie China es derzeit macht.



Es ist immer leicht mit dem Finger auf andere zu zeigen, wenn man die gleichen Fehler zwar gemacht hat, aber diese Tatsache ausblendet.



Hier geht es nur mit Zusammenarbeit weiter. Aber die Globalisierung der Weltwirtschaft gibt mir da wenig Hoffnung. Fairer Handel wird auch weiterhin ein Nischendasein ausfüllen, wenn die Lenker der westlichen Staaten kein Interesse daran haben, weil sie Wählerstimmen verlieren, wenn ein T-Shirt keine 5 Euro mehr kostet oder wenn die großen Unternehmen keine zweitstellige Rendite mehr erzielen.



Auf der anderen Seite sind wir die entscheidende Macht. Wir als Konsumenten und als Wähler. Wenn es doch nur sich so anstrengend und zeitraubend wäre
default_icon_neutral.gif







Ich finde es einfach grundlegend falsch, die Spiele in China durchzuführen.
Zum einen wegen der angesprochenen Missstände, zum anderen boykottieren die Chinesen jedes Anti-Doping-Abkommen.


Wird es denn besser, wenn die Spiele boykottiert werden? Und warum deiner Meinung nach?



Ich bin kein Fan der chinesischen Politik oder der Olympiade in China, im Gegenteil, die Funktionäre des IOC, die China die Spiele gegeben haben, gehören allesamt auf die Straße gesetzt.
 
Da ich keine Glaskugel besitze, kann ich nicht sagen, was die Zukunft bringt.
default_wink.png




Ich rechne mit einer Farce - damit dass die Spiele den Rahmen für eine einzige große Imagekampagne (Propaganda) darstellen.

Vielleicht wäre das gar nicht mal schlecht, allerdings täte es mir um den olympischen Gedanken sehr leid, der mal wieder missbraucht würde.



Du hast sicherlich Bilder von der Nazi-Olympiade gesehen, oder?



Da hat die Welt die deutsche Propaganda geschluckt - bis sie nicht mehr anders konnte.







Zum Kapitalismus:



Ich bin nun wirklich nicht stolz auf die westliche Industrialisierung im 19. Jahrhundert, mitsamt ihrer Kinderarbeit, oder über das perverse Geschäftsgebahren einiger Manager heute - aber China setzt in meinen Augen neue Maßstäbe.

Alleine dieses Staudammprojekt (kann mir den Namen des Flusses nicht merken), bei dem zigtausende Menschen zwangsumgesiedelt wurden und welches in einem ökologischen Desaster endete.

Klar, viele Menschen verursachen halt mehr Emissionen als wenige Menschen, aber wenn man berücksichtigt, dass weite Teile des Landes nicht mal industrialisiert sind und dort die Äcker mit Hilfe von Yaks gepflügt werden, dann wird auch das Größenargument entwässert.



Aber wie gesagt, jeder kann über China denken, was er will, aber nur weil wir ähnliche moralische Fehltritte hatten, müssen wir diese in China nun nicht für gut befinden, oder?
 
Aber wie gesagt, jeder kann über China denken, was er will, aber nur weil wir ähnliche moralische Fehltritte hatten, müssen wir diese in China nun nicht für gut befinden, oder?


Absolute Zustimmung. Allerdings macht China auch vieles richtig, leider zum Teil mit den falschen Mitteln!
 
@ bill





China hat für mich das Potential, eine funtkionierende und befriedigende Alternative zur westlichen Demokratie darzustellen. Mit ihrer Kultur und ihrer Volkspersönlichkeit würde diese wohl nur für eine massive Verschlimmerung der Lage stehen.

Allerdings geht für mich gar nicht, dass die Realität dermaßen ausgeblendet wird (deren Internetzensur erinnert an "1984"), es eine allmächtige Geheimpolizei gibt, politische Gegner gefoltert und getötet werden, Provinz- und Staatsbeamte korrupt sind ohne Ende und Minderheiten benachteiligt werden.

Natürlich bringt ein "gegen China" nichts. Ein "mit China" ist unausweichlich, allerdings kriechen viele Westler den Chinesen dermaßen in den Allerwertesten ("Das Kapital strebt zur höchsten Rendite."), dass es oftmals ein "für China" ist.

Und das gefällt mir ganz subjektiv nicht.
default_wink.png
 
Habe noch nicht ganz stellung bezogen in wie fern ich die spiele am fernseher boykottieren werde - könnte ich mir sehr wohl vorstellen. Auf der anderen seite würde es mich verdammt viel interessieren wie viel propaganda jetzt drinsteckt. Werde mir wohl deshalb auf jeden fall die eröffnung anschauen.
 
Pekings ominöse Fackelwächter



Von Alexander Schwabe

Sie tragen legere Trainingsanzüge, haben gestählte Körper und sollen darauf trainiert sein, im Notfall zu töten. Die Flammenschützer des olympischen Fackellaufs sind chinesische Militärpolizisten - an ihrem Einsatz mitten in westlichen Demokratien entzündet sich jetzt Protest.



http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,546174,00.htmlhttp://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,546174,00.html



Ist ja lachhaft, dass die verantwortlichen Sicherheitskräfte nicht wissen (wollen), wer die Typen sind. Klaro! Nächstes mal laufen Osamas Märtyrer mit und jagen sich in die Luft, wenn sie auf der Golden Gade Brücke sind...

default_icon_rolleyes.gif
 
Mir tun nur die Sportler leid! Die arbeiten 4 Jahre um dabei zu sein. Jetzt interressiert sich niemand mehr für den Sport, sondern nur für die Politik!



Ich gebe zu, habe alles nur am Rande mit verfolgt. Aber die Olympiateilnehmer wurden doch nicht gefragt, ob sie teilnehmen wollen, oder?
 
Olympia-Protest

<span>Sportlerin fürchtet um ihr Leben</span>

Aus Angst vor Gefängnis oder Mord durch den chinesischen Geheimdienst verzichtet die deutsche Geherin Melanie Seeger lieber auf ein „Free-Tibet-Shirt“.



Mehr...(focus)









<span> "Wir sprechen hier über ein totalitäres Regime"</span>

Text: philipp-mattheis

"Ich liebe mein Land", sagte die chinesische Studentin Zhang Hao gestern in einem Interview auf jetzt.de. "Zhang Hao ist einseitig informiert", meint dagegen Marianne Heuwagen von Human Rights Watch.



Mehr...(SZ)









Angebliche Maßnahmen zu den Olympischen Spielen

<span>Verwirrung um Ausweisung von Auslandsstudenten</span>



Um die Situation für ausländische Studenten in China während der Olympischen Spiele in Peking gibt es Verwirrung. Das Außenministerium in Peking konnte Angaben von zwei Universitäten in der chinesischen Hauptstadt nicht bestätigen, wonach die Studenten im Juli und August nicht bleiben könnten.



Mehr...(SZ)









ÜBERWACHUNGSSTAAT

<span>Zensoren simulieren Total-Kontrolle</span>



In Ländern wie China haben die Behörden die Masse der Internet- und Handy-Nutzer noch lange nicht im Griff. Sie setzen daher auf Abschreckung durch Massen-SMS oder Online-Comic-Figuren, die den Nutzern eine Zensoren-Allgegenwart suggerieren.



Mehr...(spiegel)
 
Tut mir leid, aber so langsam steigt meine Wut über dieses... Land ins endlose...!
 
Da komme ich mit einem „Free-Tibet-Shirt“ keine drei Häuser-Ecken weit. Ich müsste um mein Leben fürchten“, meinte die 31 Jahre alte Olympia-Fünfte von der LG Potsdam. „Ich denke, dass man dort schnell um die Ecke gebracht wird. Geheimdienste vom Allerfeinsten. Irgendwo passiert – ganz aus Versehen – ein Unfall, und weg ist man. Oder man sitzt plötzlich im Gefängnis.“


ich weiß nicht, was ich davon halten soll.

ich kann mir nicht vorstellen, dass man so weit gehen würde...
 
ich weiß nicht, was ich davon halten soll.
ich kann mir nicht vorstellen, dass man so weit gehen würde...


Schließlich ist China nicht gleich Russland....oohh böser Humor
default_wink.png




Aber im Ernst: Sowas wird dann gern mal für die Quote gesagt und damit man auch mal in die Presse kommt.
 
China kann sich solche Taten während der Spiele gar nicht erlauben. Wenn da irgendetwas passiert, dann besteht gleich ein solcher Verdacht. Egal ob es stimmt oder nicht.
 
eben, also wieder reine polemik über so etwas zu sprechen.

aber so kommt die bekannte geherin mal wieder in die öffentlichkeit, der focus hat eine tolle schlagzeile und man kann sich aufregen, ohne sich wirklich mit dem thema auseinanderzusetzen.
 
Na und? Die haben vor den Augen der Welt Demonstranten mit Panzern auf dem Platz des himmlischen Friedens niedergewalzt! Glaubt hier irgendjemand dass das die Verantwortlichen juckt?
 
eben, also wieder reine polemik über so etwas zu sprechen.
aber so kommt die bekannte geherin mal wieder in die öffentlichkeit, der focus hat eine tolle schlagzeile und man kann sich aufregen, ohne sich wirklich mit dem thema auseinanderzusetzen.


Also wenn MOMENTAN immer noch die Menschenrechte mit Füßen getreten werden, und man sagt, dass sie eigentlich jetzt auch schon im "Focus der Öffentlichkeit" stehen, dann kann ich mir bei einem solchem Land auch eine solche "Maßnahme" durchaus vorstellen! Ich denke zwar nicht, dass die Sportler bei Anti-Propagandistischen-Aktionen direkt verhaftet oder gar umgebracht werden, ich denke jedoch, dass sie wenn es der Fall wäre, vom Chinesischen Geheimdienst auf ihr "Fehlverhalten" aufmerksam gemacht werden, indem sie die Sportler "warnen"...

Ich denke daraufhin würde auch kein Sportler vor lauter Angst an die Presse gehen und es würde auch sonst nicht weiter bemerkt werden...

Das ist jetzt natürlich nur Gedankenspielerei, aber ein vorstellbares Szenario...!!!
 
Eben, man darf das Denken einer totalitären ostasiatischen Regierung nicht auf unser Denken übertragen. Die hatten auch kein Problem damit einen Bauern nur einen Tag nach einem Interview bzgl. des Staudammprojektes mit einem ARD-Kamerateam durch die Polizei zum Krüppel schlagen zu lassen.



Muss ja nicht gleich Mord sein. Wenn jemand bereits im Vorfeld der Olypmpiade groß ankündigt auf irgendeine Weise gegen die Besatzung in Tibet zu protestieren, dann haben die Chinesen zahlreiche Möglichkeiten eine Teilnahme dieses Athleten an den Spielen zu verhindern.
 
Mal was zum Begriff Totalitarismus...bitte beachten, was ich studiere
default_wink.png
Ich schreib das hier nicht, um China irgendwie besser zu machen, als seine Herrscher sind. Danke.




Das Modell totaler Herrschaft nach Hannah Arendt
Laut Hannah Arendt ist die Rolle des Terrors das entscheidende Merkmal für ein totalitäres System. In ihrer 1951 zunächst in englischer Sprache erschienenen umfangreichen Untersuchung: The Origins of Totalitarism, die 1955 in Frankfurt am Main als Elemente und Ursprünge totaler Herrschaft herausgebracht wurde, heißt es:

"Das wesentliche der totalitären Herrschaft liegt also nicht darin, daß sie bestimmte Freiheiten beschneidet oder beseitigt, noch darin, daß sie die Liebe zur Freiheit aus den menschlichen Herzen ausrottet; sondern einzig darin, daß die Menschen, so wie sie sind, mit solcher Gewalt in das eiserne Band des Terrors schließt, daß der Raum des Handelns, und dies allein ist die Wirklichkeit der Freiheit, verschwindet." (EuU 1986, S. 958 )

Als weitere Kriterien der totalitären Herrschaft nennt sie: den Willen zur Weltherrschaft, fanatisierte Massenbewegungen auf der Grundlage des Führerprinzips, millionenfache Morde im Namen einer „neuen“ gesetzmäßigen Ordnung, d.h. die Umdeutung und Manipulation der Moral sowie die Verknüpfung mit einer Ideologie und die totalitäre Propaganda.

Arendt bezeichnete lediglich den Nationalsozialismus und den Stalinismus als totalitäre Herrschaftssysteme. Andere Ausprägungen politischer Unterdrückung, beispielsweise in Kriegszeiten, betrachtete sie seit der Antike als Diktaturen bzw. als Systeme der Tyrannis. Hierfür liefert sie eine Fülle von Beispielen. Die „Satellitenstaaten“ der Sowjetunion kennzeichnete sie als nicht totalitäre Diktaturen. Sie äußerte die Sorge, dass in Zukunft wiederum mit totalitären Gesellschaftsformen zu rechnen sei.
 
<span>Gegen Propaganda und Kommerz</span>



Während der Olympia-Übertragungen sollen die TV-Zuschauer wegschalten, fordert die Fechterin Imke Duplitzer. Ein Interview über Chinas Politik und die Macht der Sportler.



Mehr...(zeit)
 
Ich boykottiere Chinesiche Ware . Absoluter Blödsinn.

Die meisten die sowas sagen wissen garnicht was alles aus China kommt.

Besonders lustig, wenn die dann mit einem Free Tibet Shirt rumlaufen

produziert in China.
 
ich war von anfang an gegen peking,und ich werd mir dieses malmauch net die spiele im tv anschauen..
 
Meiner Meinung nach bringt ein "Fernsehboykott" gar nichts!

Aber jedem das seine.

Was Politiker, IOC Mitglieder usw. über Jahre versäumt haben, soll jetzt auf dem Rücken der Athleten ausgetragen werden, finde ich absolut sch....

Manche Sportler bereiten sich fast 4 Jahre darauf vor, für manche ist es das Karrierehighlight schlecht hin und niemnad nimmt daran teil, echt schade so etwas...
 
Fackellauf in Hongkong



<span>20 qm Protest in einem Meer aus Rot</span>



Erst die Proteste in Paris und San Francisco. Die Olympische Flamme hatte es nicht leicht, an ihr entzündete sich der Protest gegen die Tibetpolitik Pekings. Am Freitag ist die Fackel in Hongkong angekommen - und ein Häuflein Demonstranten verschwand in einer gut organisierten Menge jubelnder Chinesen. stern.de-Autor Jan-Philipp Sendker über die Stimmung vor Ort.



Mehr...(stern)
 
Leichtathletik finde ich sowieso ziemlich stumpfsinnig. Fernsehen schaue ich eh nicht viel. Sprich, ich guck mir da nix an. Volle Konzentration auf Fußball!
 
Habe mich bisher zum Thema Olympia recht zurückgehalte, würde aber an der Stelle hier auch gerne einiges los werden.



Zu erst zu den Sportlern die dieses Jahr an Olympia teilnehmen. Ich habe absolutes Verständnis für jeden, der diese Spiele nicht boykottiert, denn in erster Linie sind die Sportler dort um ihren Sport zu zelebrieren und nicht um politisch zu werden. Darüber hinaus hat man ja denke ich eindrucksvoll gesehen, dass der Boykott von olympischen Spielen nicht viel bringt.

Für die Sportler ist Olympia eine große Chance, man sollte hierbei auch nicht verdenken, dass viele der Sportler recht jung sind, viele sind noch in ihrem Studium, andere sogar in der Schule, es gibt sogar Personen in der Olympia-Auswahl die Sozialfälle sind und von Hartz4 leben müssen. Diesen Sportlern einen Vorwurf an ihrer Teilnahme an olympischen Spielen zu machen hielte ich für absolut falsch.

Ich kenne selbst 2 Sportlerinnen die in diesem Jahr aller Voraussicht nach an ihren ersten Spielen teilnehmen werden, ich weiß, dass es für einige die letzte oder die einzige Chance ist überhaupt einmal Olympia erleben zu dürfen. Ich weiß, dass es für viele von ihnen um sehr viel geht, vor allem für die Zukunft.

Die Sportlerinnen und Sportler haben sich über Jahre und Jahrzehnten an diesen Moment herantrainiert und aus meiner persönlichen Sicht wäre es falsch, wenn man ihnen direkt einen Vorwurf an ihrer Teilnahme machen würde.

Darüber hinaus mache ich ihnen auch keinen Vorwurf, wenn sie sich nicht politisch verhalten und sich entsprechend dem olympischen Ehrenkodex verhalten. Ich habe jedoch schon jetzt größten Respekt vor all jenen die während der Spiele eine politische Äußerung tätigen und sich für die Menschenrechte einsetzen.

Man sollte bei aller Liebe zu "unpolitischen" Spielen bedenken, dass es sich hier nicht um eine politische Äußerung für eine Partei oder eine Bewegung handelt, sondern um eine Äußerung zu Gunsten der Menschenrechte. Menschenrechte sind für mich keine Politik, sondern eine der höchsten Aufgaben für die gesamte Gesellschaft und somit auch und vor allem für die Internationale Olympische Gemeinschaft, die sich vor über 100 Jahren ehrenwerte Ziele gesetzt hat.



Über China als Land

Sicherlich läuft in China viel falsch, sehr viel. Und aus unserer Sicht aus auch mehr falsch als richtig. Man darf aber in meinen Augen niemals vergessen in welcher Zeit wir uns befinden und in welch kurzer Zeit ein Land wie China sich geöffnet hat, bzw. sich öffnet.

Für die Entwicklung die China in den letzten Jahren gemacht hat haben andere Nationen hier in Europa mehr als zwei Jahrhunderte gebraucht und dabei viele Rückschritte einstecken müssen, darunter 2 Weltkriege die auf europäischem Boden ihren Ursprung genommen haben.

Sicherlich ist das keine Entschuldigung für Menschenrechtsverletzungen, die Umweltsünden und die starke staatliche Kontrolle im Land, man darf jedoch aus meiner Sicht nicht den Chinesen, welche noch dazu eine ganz andere Kultur haben, das westliche Denken und westliche Maßstäbe aufzwängen, schon gar nicht in einer vergleichsweise kurzen Zeit.



Zu den olympischen Spielen in Peking

Dazu gibt es aus meiner Sicht nicht viel zu sagen, die Spiele in Peking kommen für mich zu früh, da weder aus ökologischer Sicht noch unter Berücksichtigung der bisherigen Entwicklungen in Menschenrechts- und Demokratiefragen ein Stand erreicht worden ist welcher Spiele unter dem olympischen Gedanken zulassen würden.

Ich sage das jedoch aus anderen Gründen auch zur Fußball-WM 2010 in Südafrika.



Über das IOC und Herrn Rogge

Das IOC trägt in meinen Augen fast die größte Schuld daran, dass die bisherige Entwicklung seit Olympia nicht der entspricht die man gerne gesehen hätte.

Das IOC hat versagt im Hinblick darauf seinen Einfluss im Vorfeld der diesjährigen olympischen Spiele stärker geltend zu machen und für eine bessere Entwicklung in China zu sorgen. Das IOC hat versagt im Hinblick auf die Einhaltung des Versprechens der freien Berichterstattung für alle an den olympischen Spielen anwesenden Journalisten, wobei es so vielleicht besser ist, denn die Chinesen erleben dies tagtäglich und die Journalisten sehen somit wenigstens teilweise ein unverfälschtes Bild. Das IOC versagt noch immer weil es nicht klar Stellung bezieht zur Menschenrechtsfrage und nochmals mein Standpunkt: Menschenrechte sind keine Frage von Politik sondern eine Frage von Respekt und Anstand gegenüber der Menschheit. Gerade ein IOC sollte sich auf diese Weise verhalten und seinen starken Einfluss geltend machen.

Das IOC wird am 8. August noch mehr versagen, wenn es all seinen Sportlern vorher zu einer "unpolitischen Haltung" aufgefordert hat und das OK der Spiele von Peking die Eröffnungszeremonie dazu nutzt China als freie Nation darzustellen.

Das IOC wird versagen, wenn es während der Spieler keine Besserung gibt und Herr Rogge am Ende der Spiele von "den besten Spielen" sprechen wird.

Das IOC hat im Sinne des Naturschutzes schon heute versagt, weil Peking zwar ein "OlympicGreen" hat aber ansonsten nichts für den Umweltschutz getan hat. Das IOC hat schon jetzt versagt, weil es die olympischen Winterspiele nach Sotschi vergeben hat...
 
Zurück
Oben