Mehr als das Doppelte des Durchschnittseinkommens.
Ich kann das Geschwätz von den "Leistungsträgern" echt nicht mehr hören. Als "Leistungsträger" gelten hierzulande Menschen, die überdurchschnittlich gut bezahlt werden; diejenigen aber, die gesellschaftlich immens wichtige Arbeit leisten und dafür mies bezahlt werden (Erzieher, Polizisten, Feuerwehrleute, Krankenschwestern etc. pp) werden nicht dazu gezählt - allenfalls in Sonntagsreden.
Wie wär's, und wir machen auch mal Nicht-Akademiker zu Leistungsträgern, indem wir sie adäquat bezahlen? Aber vielen dieser Menschen billigt man ja nicht einmal einen gesetzlich gesicherten Mindestlohn zu....
Dein Wunsch nach guter Bezahlung in allen Ehren, es sei dir auch herzlich gegönnt - nach all den Strapazen des Studentenlebens. Ich würde allerdings mal behaupten, die Strapazen des Arbeitslebens einer Friseurin seit ihrem 16. Lebensjahr oder einer Verkäuferin steht den deinen nicht nach. Aber während du noch studierst, zahlen sie schon seit 10 Jahren brav ihre Steuern und Sozialabgaben...
In einem Sozialstaat sollen starke Schultern mehr tragen als schwache. Besserverdienende leben hier auch nach Abzug der Steuern noch gut, besser als in vielen Nachbarländern. Und weitaus besser als die Armen in unserer Gesellschaft, die man jetzt auch noch heranziehen will, um die zusätzlichen Steuergeschenke für die, die ohnehin genug haben, zu bezahlen. Denn wo nimmt der Staat die Milliarden her, die die Steuersenkung kosten wird? Das Geld ist ja nicht da, es muss woanders eingespart werden...
Diese Wortstanzen entsprechen genau den Sonntagsreden der FDP-Politiker - aber dieses inhaltsleere Gesülze entspricht genau der Politik von schwarzgelb. Die Putzfrau wartet auf ihren Mindestlohn bis sie schwarz wird, dafür darf der gutverdienende leitende Angestellte sie von der Steuer absetzen.
Leistung soll sich lohnen, soso.... Der "Lohn" sieht so aus, dass die Putzfrau (die Verkäuferin, der Maurer, die Friseurin) am Monatsende demütig zum Sozialamt gehen darf, weil sie mit dem Lohn für ihre 40-Stunden-Woche ihren Lebensunterhalt nicht bestreiten kann....
Ich möchte morgen (mit mehr Zeit) im Detail auf Deine Argumenation eingehen. Nur kurz möchte ich folgendes Rechenexempel durchgehen (sollte ich mich dabei täuschen, möge man mir den Fehler nahe legen):
Vergleichen wir die ledige Friseurin mit 1600 Brutto und den ledigen Besserverdiener (laut Deiner Argumentation verdient der mit den Zahlen von 2006 80 000 Euro Brutto p.a), dann sieht die Rechnung pro Jahr bzw, auf 51 bzw. 40 Arbeitsjahre wie folgt aus (nur eine Näherung versteht sich):
Besserverdiener:
Monat
Bruttolohn: 6600
Steuern gesamt: 2193,67
Sozialversicherungen: 959,27
Nettolohn: 3447,06
Jahr
Bruttolohn: 79200
Steuern gesamt: 26324,04
Sozialversicherungen: 11511,24
Nettolohn: 41364,72
Leben
Bruttolohn: 3168000
Steuern gesamt: 1052961,6
Sozialversicherungen: 460449,6
Nettolohn: 1654588,8
Friseurin
Monat
Bruttolohn: 1600
Steuern gesamt: 163,15
Sozialversicherungen: 332,40
Nettolohn: 1104,45
Jahr
Bruttolohn:19200
Steuern gesamt: 1957,8
Sozialversicherungen: 3988,8
Nettolohn: 13253,4
Leben
Bruttolohn: 979200
Steuern gesamt: 99847,8
Sozialversicherungen: 203428,8
Nettolohn: 675923,4
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Oder:
Der Besserverdiener zahlt in 5 Jahren die gleiche Summe an Steuern wie die Friseurin in ihrem Leben.
Der Besserverdiener behält jetzt bereits von seinem Bruttolebensverdienst nur die Hälfte, während die Friseuse 2/3 behält.
Also meine Frage: Es das noch nicht gerecht genug? Zahlt der Besserverdiener nicht genug? Wann ist dann eigentlich genug?
P.S: Ich bin seit um 6 heute morgen wach, falls ich mich vertippt habe möge man es korrigieren.